Perfektes Team

Perfektes Team

Anita Mirwald


EUR 20,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 494
ISBN: 978-3-99064-749-3
Erscheinungsdatum: 20.05.2020
Alexandra, Frank und Jack vom K9. Ein unschlagbares Team in der Verbrechensbekämpfung. Drei Leute, die sich mögen und schätzen. Jeder kann sich auf den anderen verlassen. Aber mancher Einsatz wird schlichtweg zum Albtraum ...

Alex hat sich mit Stefan Leitner verabredet, um mit ihm die Gerichtsverhandlung vom nächsten Tag zu besprechen.
„Guten Abend Frau Engel! Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, sich mit mir zu treffen. Ich bin froh, wenn der Angeklagte morgen nach der Verurteilung ins Gefängnis überstellt werden kann. Wie Sie ja wissen, hat er mehrere Frauen vergewaltigt. Einige davon sogar umgebracht.“
„Ich weiß Herr Staatsanwalt, aber ich bin mir sicher, dass alles glattlaufen wird. Und ich verspreche Ihnen eines: Die Zeugin wird pünktlich bei Gericht sein“, meint Alex zu Stefan Leitner.
„Ich weiß, dass ich mich auf Sie verlassen kann. Ihre beiden Kollegen haben Sie eingeweiht oder nicht?“
„Nein! Ich habe mir gedacht, ich sage lieber nichts. Sonst wäre die Zeugin noch in Gefahr geraten! Ich bin ehrlich gesagt froh, wenn das ganze vorbei ist!“, meint Alex etwas müde.
„Das kann ich mir vorstellen Frau Engel. Aber ich wusste nicht, wer die Frau besser beschützen konnte als sie. Nicht dass Sie denken, dass ich Herrn Traber und Herrn Traven nicht vertrauen würde. Aber in so einer Sache ist es besser, eine Frau zu beauftragen, die einer vergewaltigten Frau Hinterhalt und Unterstützung geben kann.“
„Was ist eigentlich mit Thorsten Falke? Ist er in Untersuchungshaft oder nicht?“, fragt Alex. „Leider nein. Sein Anwalt meinte, dass er keine Gefahr für andere darstellt“
„Was muss noch passieren, bevor jemand in U-Haft kommt?“
„Okay, wir haben dann alles so weit besprochen. Hoffen wir, dass Thorsten Falke morgen verurteilt werden kann. Fahren Sie nach Hause und schlafen Sie sich richtig aus.“
„Wiedersehen Herr Staatsanwalt“, verabschiedet sich Alex von Stefan Leitner.
„Kann ich Sie nach Hause bringen Frau Engel?“
„Nein danke. Ich gehe das Stück zu Fuß!“
„Wiedersehen Frau Engel und bis morgen.“
Alex geht aus dem Caféhaus und macht sich auf den Weg nach Hause. Was der Kommissarin nicht auffällt ist, dass ihr ein Mann den ganzen Weg aus seit dem Caféhaus gefolgt ist. Alex schlendert durch die Straßen und denkt an den morgigen Tag. Die Kommissarin biegt in eine finstere Straße ein und richtet sich den Wohnungsschlüssel her. Da kommt der Mann aus der Dunkelheit hervor und fällt über die Kommissarin her.
„Lassen Sie mich sofort los!“
Alex versucht sich mit Händen und Füßen zu wehren. Doch sie kommt einfach nicht gegen den Typen an und der Unbekannte vergewaltigt die Kommissarin.
„Nein! Bitte nicht.“
Doch keiner hört sie und auch keine Menschenseele kommt vorbei. Alex reißt dem Unbekannten die Maske ab und erkennt Thorsten Falke als Vergewaltiger. Der Täter lässt erst von seinem Opfer ab als er fertig ist. Er steht da, schließt seine Hose und lächelt verächtlich. „Jetzt weißt du, wer ich bin. Leg dich nie wieder mit mir an, meine Süße.“ Dann verschwindet er in der Dunkelheit.
Alex bleibt geschockt am Boden liegen und kann sich keinen Millimeter bewegen. Nach etlichen Minuten steht Alex auf.
„Oh Gott! Wieso musste das mir passieren?“, denkt sich die Kommissarin und macht sich so schnell sie kann auf den Weg nach Hause um sich zu duschen.
Weinend wäscht sich Alex stundenlang und hofft, dass es nur ein Alptraum ist und dass sie schnell wieder aufwacht. Als sie das Wasser abdreht merkt sie, dass es Realität ist. Realität des Grauens und der Verzweiflung. Alex legt sich voller Ekel und Hass gegen sich selbst ins Bett und hofft, dass am nächsten Tag alles anders ist. Weinend schläft die Kommissarin ein. Am nächsten Morgen wacht Alex auf und fühlt sich immer noch schlecht wie am Vortag. Wieder geht die Kommissarin duschen. Da läutet das Handy.
„Hallo?“, meldet sich Alex leise.
„Alex? Ich bin es, Jack. Sag mal: Wo bist du? Wir warten hier auf dich und die Einzige die fehlt bist du! Wo steckst du?“
„Ich war noch schnell duschen. Ich bin gleich da.“
Alex zieht sich an und fährt ins Büro. Im Büro wartet bereits der Staatsanwalt auf die Kommissarin.
„Guten Morgen Frau Engel!“
„Morgen. Morgen Alex“, meint auch Jack.
„Wir haben ein Problem.“
„Was ist denn los?“
„Susanne Heiler ist tot! Und Sie wissen was das bedeutet?“
„Ja. Der Prozess ist gelaufen und keiner kann Thorsten Falke anklagen.“
„Ist was mit dir?“, fragt Frank.
„Was soll denn sein?“
„Du bist so komisch. Ich meine, so abwesend!“
„Es ist nichts okay?“ meint Alex und geht aus dem Büro.
„Wieso rennt Alex jetzt weg?“
„Es kann aber auch sein, weil Frau Engel die Zeugin nicht hat schützen können“, mischt sich der Staatsanwalt ein.
„Aber sie kann doch nicht überall gleichzeitig sein. Und hätte Kollegin Engel uns in den Fall eingeweiht, wäre die Frau vielleicht noch am Leben.“
„Ich weiß Herr Traven, ich weiß! Aber Sie kennen ja Ihre Kollegin.“
„Oh ja“, gibt Frank seinen Senf dazu.
„Ich muss dann wieder zu Gericht. Wenn Frau Engel sich wieder beruhigt hat, soll sie mich bitte anrufen, oder besser ist, wenn sie zu mir kommt. Wiedersehen!“
„Wiedersehen Herr Staatsanwalt.“
„Wo ist Alex eigentlich hingegangen?“, fragt Frank und schaut zu Jack.
„Ich weiß es nicht. Aber ich versuche es auf ihrem Handy! Sie geht nicht ran. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es wegen der Zeugin ist! Nur: Was steckt dann dahinter?“
„Warte! Ich habe eine Idee wo Alex stecken könnte.“
Jack ruft in der Gerichtsmedizin an.
„Hallo Christian! Sag mal: Ist Alex bei dir?“
„Ja, sie wollte sich die Leiche von heute ansehen. Ich wollte euch gerade anrufen. Am besten, ihr kommt her! Sie steht nur da und spricht kein Wort. Ich habe es versucht, aber sie weist mich zurück“, meint der Gerichtsmediziner besorgt.
„Okay, wir sind sofort da.“
„Was ist denn los?“; fragt Frank.
„Alex ist beim Doc und starrt ohne ein Wort zu sagen auf die Leiche von dieser Susanne Heiler.“ Die beiden Kommissare machen sich sofort auf den Weg in die Gerichtsmedizin. Als die beiden in die Leichenhalle gehen, sehen sie Alex neben dem Leichnam von Susanne Heiler sitzen.
„Was ist los Alex?“
Als Jack seine Kollegin umarmen will, zuckt diese zusammen und wendet sich sofort ab.
„Lasst mich einfach in Ruhe. Habt ihr verstanden? Lasst mich einfach in Ruhe und allein!“, meint Alex aufgelöst und rennt aus der Gerichtsmedizin, steigt in ihren Dienstwagen ein und fährt einfach los.
„Was war denn das jetzt?“, fragt Frank und schaut seinen Kollegen an.
„Keine Ahnung Frank!“
Ohne klar zu denken fährt die Kommissarin durch die Gegend. Da sieht Alex Thorsten Falke durch die Straße gehen. Die Kommissarin stellt sich vor ihn, nimmt ihre Waffe und steigt aus. „Na, wieder einmal eine Frau vergewaltigt?“
„Frau Kommissarin. Wie geht es Ihnen?“, fragt der Vergewaltiger zynisch.
Alex richtet die Waffe auf Thorsten Falke. „Das hat Sie nicht zu interessieren.“
„Was wollen Sie tun? Mich erschießen? Sie werden nicht schießen Frau Kommissarin. Geben Sie es doch einfach zu, dass es Ihnen auch gefallen hat“, provoziert der Vergewaltiger weiter. „Warum haben Sie mich nicht gleich umgebracht wie manche der anderen Frauen?“
„Warum? Damit Sie wissen, dass ich Macht über Frauen habe.“ Er lacht. „Jeden Tag und jede Minute.“
Alex fängt an zu weinen und lässt die Waffe sinken. Sie ist immer noch völlig geschockt. Irritiert steigt sie in den Wagen und gibt Vollgas. Da läutet das Handy von Alex. Es ist Jack. Doch die Kommissarin drückt den Anruf weg.
„Was soll denn der Scheiß jetzt? Jetzt drückt sie mich einfach weg!“, meint Jack zu seinem Kollegen.
„Reden wir doch einfach mit dem Staatsanwalt. Wie ich weiß, haben sich die beiden doch gestern Abend noch getroffen.“
Im gleichen Moment kommt Stefan Leitner ins Büro.
„Guten Tag meine Herren! Wissen Sie, wo Frau Engel ist?“
„Leider nein.“
„Was wir Sie fragen wollten: Seitdem Sie sich gestern mit Alex getroffen haben, ist sie irgendwie komisch drauf. Ist was Besonderes passiert, oder hatten Sie Streit?“, fragt Jack.
„Streit hatten wir bestimmt keinen. Frau Engel und ich hatten noch eine Besprechung wegen einer Verhandlung. Nur ist diese wieder verschoben worden, da die Hauptzeugin tot ist. Sie sollte heute gegen Thorsten Falke aussagen. Er ist ein Vergewaltiger und Mörder. Nur kann ich ihm so nichts nachweisen. Und ohne Zeugen oder Zeugin wird er weiterhin frei herumlaufen. Und ich denke, dass dies der Grund dafür ist, dass Frau Engel sich so verhält“, klärt der Staatsanwalt die beiden Kommissare auf.
„Das glaub ich nicht. Da steckt noch was anderes dahinter“, meint Jack nachdenklich.
Da läutet das Telefon. „Ich hoffe, dass es Alex ist.“
„Traven K 9? Was? Okay, bleibt bitte vor Ort. Wir sind sofort bei euch.“
„Was ist denn los?“, fragt der Staatsanwalt.
„Alex Wagen wurde gefunden. Ein Streifenwagen hat ihn zufällig gefunden und das Handy ist noch im Wagen. Doch von Alex fehlt jede Spur.“
„Dann los!“, meint Frank und schnappt sich die Wagenschlüssel.
„Geben Sie mir bitte Bescheid was da los ist!“
„Machen wir, wiedersehen!“
„Wiedersehen meine Herren.“
Jack und Frank sind bei Alex Dienstwagen angekommen und sprechen gleich mit den beiden Polizisten.
„Hallo!“
„Hallo. Wisst ihr wo Alex ist?“
„Keine Ahnung! Wir haben nur den Wagen gesehen und das Handy hier gefunden. Und anhand der Liste haben wir eure Dienststelle gefunden.“
„Alex? Alex?“, ruft Jack durch die Gegend.
Doch keiner gibt dem Kommissar eine Antwort.
„Okay, wir durchsuchen im Umkreis von sagen wir drei Kilometern. Wir bleiben ständig in Funkkontakt. Haltet euch auf der Frequenz 334.“
„In Ordnung!“
Alle machen sich auf die Suche nach der Kommissarin. Jack und Frank gehen am Wasser entlang.
„Was soll das Ganze? Ich meine, Alex vergisst doch nie ihr Handy. Sie kann ohne ihr Handy nicht einmal leben! Und das sie einfach nicht zum Dienst kommt, ohne sich abzumelden, dass sie krank ist oder was, passt nicht zu ihr“, meint Jack zu
Frank.
„Da gebe ich dir recht! Aber was steckt dann dahinter?“, fragt der Kommissar besorgt.
„Ich habe keine Ahnung. Aber wenn wir Alex gefunden haben, wird sie uns ein paar Fragen beantworten.“
„Jack? Sieh mal.“
Da sehen die beiden Alex am Ufer sitzen. Die Kommissarin starrt auf den See hinaus. Jack und Frank gehen zu Alex hin.
„Sag mal: Hast du sie noch alle? Wieso gehst du nicht an dein Handy? Und wieso lässt du den Wagen unversperrt stehen und lässt auch noch dein Handy drinnen? Was ist los?“, fragt Jack etwas sauer.
„Was regst du dich eigentlich so auf? Ich wollte doch nur allein sein!“, sagt Alex und macht Anstalten, zu gehen.
„Warte doch Alex!“, versucht Frank seine Kollegin aufzuhalten und nimmt ihre Hand.
„Lass mich! Fass mich nicht an.“
Alex sieht ihren beiden Kollegen in die Augen, fängt an zu weinen und läuft weg. Die Kommissarin steigt wieder in den Wagen und fährt wieder los.
„Was war denn das jetzt schon wieder? Ich meine, wir haben Alex nichts getan!“, meint Jack und schaut seinen Kollegen an.
„Vielleicht hat sie Probleme in der Familie. Machen wir Feierabend. Und morgen werden wir ja sehen wie Alex drauf ist.“
Die ganze Nacht lang ist Jack wach und denkt an Alex. Frank geht es auch nicht anders und er beschließt ins Büro zu fahren. Die ganze Nacht sitzt der Kommissar vor dem Computer und schreibt seine ganzen Berichte nach. Da öffnet sich die Tür.
„Wer ist da?“
„Was machst du denn hier Frank?“, sagt Jack.
„Ich konnte nicht schlafen und musste ständig an Alex denken. Und du?“
„Mir ging es auch nicht anders!“
Am nächsten Morgen warten die beiden auf Alex. Doch die Kommissarin kommt nicht. „Also, ich verstehe sie nicht! Sie ist doch sonst immer so pünktlich. Und die meiste Zeit sogar überpünktlich!“
Stunden vergehen und Alex ist noch immer nicht da.
Da bekommen die beiden einen Anruf.
„Vielleicht ist sie ja das“, meint Jack und hebt ab.
„Traven K 9! Hallo Doc. Okay, wir kommen sofort!“
„Was ist denn los?“
„Christian hat Neuigkeiten im Mordfall dieser Susanne Heiler.“
Die beiden fahren in die Rechtsmedizin.
„Morgen!“
„Morgen ihr beiden. Ihr seht nicht gerade munter aus!“
„Wir sind die ganze Nacht auch schon auf den Beinen. Was hast du für uns?“
„Also: Auf der Leiche habe ich leichte Spuren von gebrauchsfähiger DNA gefunden. Diese habe ich sofort analysieren lassen und habe sogar die dazu passende Person im Computer gefunden.“ Und wer ist es?“, fragt Frank neugierig.
„Hier“, meint der Gerichtsmediziner und gibt den beiden Kommissaren den Ausdruck seiner DNA-Analyse.
„Was? Und das ist 100%ig sicher, dass die DNA-Spur von diesem Thorsten Falke ist!“
„Ja. Da bin ich mir sicher. Ich habe es mindestens dreimal überprüft“, bestätigt Christian noch mal.
„Dann kriegen wir ihn dran, und der Staatsanwalt kann den Vergewaltiger und Mörder endlich einbuchten lassen“, meint Jack zu seinem Kollegen.
„Tschüs, Doc!“
„Tschüs. ihr beiden.“
Jack und Frank machen sich sofort auf den Weg zu Stefan Leitner um ihm die Analyse des DNA-Abgleichs zu zeigen.
„Guten Tag Herr Staatsanwalt!“
„Guten Tag meine Herren! Was machen Sie denn hier?“, fragt Stefan Leitner.
„Wir haben den Beweis, dass Thorsten Falke der Vergewaltiger und Mörder von den Frauen ist“, kommt Jack gleich auf den Punkt.
„Setzen Sie sich doch. Dann lassen Sie mal hören!“
„Der Gerichtsmediziner hat uns angerufen. Er hat DNA-Spuren auf der Leiche von Susanne Heiler gefunden. Und dieser Abgleich passt mit der DNA von Thorsten Falke überein. Hier steht es schwarz auf weiß. Endlich!“
„Schreiben Sie ihn gleich zur Fahndung raus.“
„Was ich nicht verstehe. Er hat doch nicht alle Frauen umgebracht. Wieso konnte keine von denen eine Aussage vor Gericht machen?“, fragt Jack.
„Sie sind alle nach dem Vorfall in eine andere Stadt gezogen und wollten nichts mehr davon wissen.“
„Was wir Sie fragen wollten. Wissen Sie wo Alex ist?“
„Nein! Ist sie nicht zum Dienst erschienen?“
„Nein. Sie scheint spurlos verschwunden zu sein! Keiner kommt an sie ran. Sie spricht auch mit niemandem“, meint Jack besorgt.
„Und wenn Sie mal mit Angelo über Ihre Kollegin sprechen? Ich meine, vielleicht kann er ja was aus Frau Engel herausbringen“, schlägt der Staatsanwalt vor.
„Wenn wir wenigstens wüssten wo sie ist! Danke Herr Leitner Wiedersehen.“
„Wiedersehen meine Herren!“
Die beiden Kommissare machen sich auf den Weg zu Angelo.
„Hallo Angelo!“
„Jack, Frank. Wie geht es euch?“
„Gut, danke!“
„Wollt ihr einen Cappuccino?“
„Gerne! Sag mal Angelo: Weißt du wo Alex steckt?“
„Nein. Woher soll ich das wissen? Was ist denn los?“, fragt der Italiener.
„Alex verhält sich seit gestern so merkwürdig. Wir dachten, dass du vielleicht mit ihr sprechen könntest. Uns lässt sie nicht ran, und sie weist uns auch immer ab.“
„Habt ihr sie schon angerufen?“
„Was glaubst du denn? Alex muss mindestens 100 Anrufe in Abwesenheit haben!“
„Ich fahre dann später zu ihr. Vielleicht hat sie ja Liebeskummer. Nachdem sie von diesem Harald verarscht worden ist! Habt ihr daran schon mal gedacht?“, fragt Angelo.
„Das glaube ich nicht!“
„Aber das Verhalten uns gegenüber, Jack! Ich meine, Angelo könnte auch recht haben mit seiner Vermutung“, stimmt Frank dem Italiener zu.
„Ich glaub das nicht. Na gut! Los Frank, wir müssen noch die Fahndung nach diesem Thorsten Falke rausgeben, Berichte schreiben und anschließend machen wir Feierabend. Ich bin froh, wenn ich heute ins Bett komme!“
„Ich auch Kollege, ich auch!“
„Tschüs, Angelo!“
„Tschüs, ihr beiden. Und ich gebe euch Bescheid, sobald ich Alex gesehen und mit ihr gesprochen habe.“
„Ja bitte mach das.“
Jack und Frank gehen ins Büro und geben die Fahndung raus. Zwei Stunden schreiben Jack und Frank an ihren Berichten. Danach drehen die beiden Kommissare den Computer ab und fahren nach Hause um endlich wieder einmal auszuschlafen. Angelo fährt am Abend direkt zu Alex. Der Italiener läutet bei Alex an. Doch keiner macht die Tür auf.
„Alex? Alex? Ich bin es, Angelo! Mach doch die Tür auf. Ich weiß, dass du da bist! Was ist los?“, fragt Angelo und hofft, dass die Kommissarin ihm die Tür öffnet. „Okay, dann gehe ich wieder!“
Im gleichen Moment geht die Tür auf und Alex steht mit einem Glas Rotwein vor Angelo.
„Hallo Alex!“
„Komm rein!“
Angelo geht in die Wohnung und sieht lauter Sachen am Boden liegen.
„Ist hier eine Bombe eingeschlagen oder was?“
„So in der Art! Was willst du Angelo?“, fragt die Kommissarin.
„Jack und Frank suchen dich. Was ist los Alex?“
„Ich weiß nicht, was du meinst! Und jetzt lass mich in Ruhe und gehe!“, meint Alex und wirft Angelo gleich wieder aus der Wohnung.
„Melde dich bei ihnen. Sie warten auf deinen Anruf“, meint Angelo
bevor er die Wohnung von Alex verlässt.
Die Kommissarin schließt die Tür und setzt sich weinend hin. Angelo steht draußen und bekommt das Weinen von Alex mit.
„Alex? Was ist los?“, fragt Angelo noch mal nach.
„Geh endlich. Lasst mich alle in Ruhe!“, schreit die Kommissarin verzweifelt und wirft Sachen durch ihre Wohnung. Angelo nimmt sein Handy und ruft Jack an.
„Hallo Jack! Hab ich dich geweckt?“
„Nein, nein. Was ist denn los?“
„Komm mit Frank zur Wohnung von Alex! Sie rastet komplett aus und demoliert ihre ganze Wohnung und sie hat getrunken.“
„Was? Okay, wir sind sofort da.“
Jack informiert Frank und beide sind in 30 Minuten bei Alex‘ Wohnung. Sofort hören sie den Krach.
„Hallo!“, begrüßen sich Jack, Frank und Angelo.
„Alex? Alex? Wir sind es. Mach die Tür auf! Bitte.“
„Was machen wir Jack?“
„Keine Ahnung.“
„Mensch Alex? Du kannst Frank und mir doch vertrauen. Alex? Mach die Tür auf oder ich trete sie ein!“
Da geht die Tür einen Spalt auf.
„Verschwindet! Lasst mich in Ruhe! Ich will einfach nur allein sein! Wollt ihr oder könnt ihr das nicht verstehen?“, fragt die Kommissarin verzweifelt und knallt wieder die Tür hinter sich zu.
„Alex? Wir können Thorsten Falke die Vergewaltigungen und die Morde nachweisen. Er steht bereits an erster Stelle der Fahndungsliste!“, versucht Frank sein Glück.
Da geht die Tür auf und Alex lässt Jack, Frank und Angelo in die Wohnung. Die drei gehen hinein und finden Chaos pur vor. Alex sitzt weinend mit einem Glas Rotwein auf der Garnitur und schaut die drei nicht einmal an. Jack will die Kommissarin in den Arm nehmen, doch Alex zuckt zusammen und weist ihren Kollegen zurück.
„Was ist an dem Abend passiert, wo du dich mit dem Staatsanwalt getroffen hast?“, fragt Jack nach.
Alex schaut Jack, Frank und Angelo weinend an.
„Erzähle es uns!“
Alex trinkt den Rotwein aus und fängt schweren Herzens an zu erzählen.
„Nach der Besprechung mit dem Staatsanwalt bin ich nach Hause gegangen. Ich bin die Straße entlang und da kam der maskierte Typ. Er hat mich auf den Boden gedrückt und … Er hat mich vergewaltigt. Ich habe ihm die Maske heruntergerissen, doch er hat einfach nicht losgelassen! Er hat immer weitergemacht. Immer und immer weitergemacht.“
Jack, Frank und Angelo schauen sich an und können die Tränen nicht zurückhalten. Angelo steht auf und verlässt die Wohnung. Frank und Jack schauen dem Italiener nach und kümmern sich weiterhin um Alex.
„Warum hast du uns nicht eher gesagt was passiert ist?“, fragt Jack seine Kollegin.
„Er hat gedroht mich umzubringen!“
„Aber du weißt doch, wir hätten dir helfen können“, meint Frank.
„Ich habe mich beschmutzt gefühlt. Ich habe mich geekelt vor mir selber.“
„Wer war es?“
„Thorsten Falke. Ich hätte ihn sogar fast getötet. Ich hätte nur auf ihn zielen müssen“, meint Alex weinend.
Jack nimmt seine Kollegin in den Arm und versucht sie zu beruhigen.
„Ist schon gut, beruhige dich.“
Die drei Kommissare schweigen und halten sich einfach nur fest. Nach Stunden des Weinens ist Alex endlich eingeschlafen. Jack trägt Alex ins Schlafzimmer und legt seine Kollegin ins Bett. Der Kommissar geht zu Frank ins Wohnzimmer zurück. Die beiden versuchen das Chaos aufzuräumen. Da fällt ihnen ein Foto in die Hand, wo Alex, Jack und Frank gemeinsam lachen.
„Ich hoffe, dass Alex wieder bald die Alte sein wird.“
„Das hoffe ich auch.“
„Ich versuche mal Angelo zu erreichen.“
Jack nimmt sein Handy und sucht sich die Nummer des Italieners heraus.
„Angelo?“
„Jetzt nicht Jack. Kommt morgen zu mir!“
„Okay, wir kommen dann morgen zu dir!“
„Und?“, fragt Frank.
„Er wollte nicht sprechen. Und ich mache mir echt Sorgen um Alex.“
Da läutet das Handy von Frank.
„Der Staatsanwalt! Ich kann jetzt nicht sprechen. Wir kommen morgen zu Ihnen!“
„Aber …“
„Schönen Abend noch Herr Leitner, tschüs!“
Am nächsten Morgen machen Jack und Frank Kaffee und ein gesundes Frühstück für Alex. Jack schaut ins Schlafzimmer ob Alex schon munter ist. Die Kommissarin steht am Fenster und sieht schweigend hinaus.
„Morgen Alex!“
„Morgen. Wart ihr die ganze Nacht hier?“
„Ja, und wir haben das Chaos im Wohnzimmer zusammengeräumt. Komm, der Kaffee ist schon fertig.“
„Ich komme gleich!“
„Okay.“
Jack geht wieder ins Wohnzimmer und hofft, dass seine Kollegin auch wirklich kommt. Nach einigen Minuten kommt Alex daher und setzt sich hin, ohne ein Wort zu sagen.
„Morgen Alex!“
„Morgen Frank.“
„Hier hast du einen Kaffee.“
„Danke.“
Ohne ein Wort zu sprechen trinkt Alex den Kaffee. Jack und Frank schauen sich an und wissen einfach keinen Rat mehr.
„Alex, rede mit uns. Du kannst dich nicht verschließen.“
„Alex! Du weißt, dass wir immer für dich da sind.“
Da läutet das Handy von Jack.
„Traven K 9? Das ist ja super. Danke, wir sind sofort da!“
„Was ist denn los?“, fragt Frank.
„Kollegen vom KK 34 haben Thorsten Falke verhaften können. Er ist unterwegs zu uns ins K 9.“ Alex steht weinend auf und schließt sich ins Badezimmer ein. Jack und Frank wissen einfach nicht, wie sie Alex helfen können. Nach einer halben Stunde kommt die Kommissarin frisch geduscht aus dem Badezimmer um mit ihren beiden Kollegen ins Büro zu fahren.
„Seid ihr soweit?“
„Für was denn?“, fragt Jack irritiert.
„Na fürs Büro! Oder soll sich Thorsten Falke etwa allein vernehmen oder was?“, fragt Alex und zieht sich ihre Schuhe an.
Jack und Frank schauen sich an und wissen nicht was sie davon halten sollen.
„Na kommt schon.“
„Alex willst du nicht daheim bleiben? Mach doch ein paar Tage frei!“
„Nein, ich fahre mit! Und jetzt los!“
Die drei fahren ins Büro. Stefan Leitner wartet bereits im Büro.
„Morgen meine Herrschaften! Morgen. Frau Engel. Wo waren Sie gestern? Und warum waren Sie nicht zu erreichen?“
„Zu Hause Herr Staatsanwalt. Ich werde Thorsten Falke vernehmen!“
Alex geht aus dem Büro und sperrt die Tür zu damit keiner raus kann.
„Alex? Was soll der Scheiß? Schließ sofort wieder die Tür auf, hörst du?“
„Können Sie mir sagen, was mit Frau Engel los ist?“, fragt der Staatsanwalt irritiert.
„Das können wir! Wir vermuten, dass Alex Thorsten Falke umbringen will.“
„Wie bitte? Nein, dass kann ich mir nicht vorstellen. Warum sollte Frau Engel denn so was machen?“, fragt Stefan Leitner weiter.
„Weil Thorsten Falke Alex vergewaltigt hat Herr Staatsanwalt“, rückt Jack mit der Wahrheit heraus.
„Wie bitte? Soll das ein Scherz sein oder was?“
„Ich wünschte, es wäre ein Scherz. Aber das ist leider die bittre Wahrheit. Kollegin Engel hat uns auch erst gestern darüber erzählt. Sie hat ihre Wohnung halb zertrümmert und niemanden an sich heran gelassen. Und als sie merkte, dass wir uns nicht abwimmeln lassen, hat sie uns erzählt, dass sie an dem Abend wo sie die Besprechung gehabt haben vergewaltigt worden ist. Und als Täter hat sie Thorsten Falke identifizieren können“, erzählt Jack dem geschockten Staatsanwalt.
„Oh mein Gott das ist ja schrecklich!“
Nach minutenlangem Hin und Her bekommen die beiden Kommissare die Bürotür auf.
„Los jetzt!“
Jack, Frank und Stefan Leitner laufen sofort in den Vernehmungsraum.
„Hallo! Wo ist der Verdächtige?“, fragt Jack einen Beamten.
„Eure Kollegin hat ihn mitgenommen. Er soll ihr zeigen, wo er die Leiche versteckt hat.“
„Wohin wollten sie?“, fragt Frank weiter.
„Zu der Brücke am See.“
„Danke.“
Die beiden Kommissare und der Staatsanwalt machen sich sofort auf den Weg zu der besagten Brücke.
„Da steht der Wagen von Alex!“
„Und da vorne sind die beiden.“
Jack, Frank und Stefan Leitner steigen aus und gehen ganz langsam zu Alex und Thorsten Falke. „Alex? Lass das“, bittet Jack seine verzweifelte Kollegin.
„Wieso?“
„Weil das Unrecht ist Frau Engel. Herr Traven und Herr Traber haben mir alles erzählt was an dem Abend passiert ist. Und ich selber gebe mir sogar die Schuld, weil ich nicht darauf bestanden habe, Sie nach Hause zu bringen“, meint der Staatsanwalt.
Alex schaut ihre beiden Kollegen und Stefan Leitner an und sinkt weinend zu Boden. Thorsten Falke will davonrennen, doch Frank und Jack sind schneller und können den Vergewaltiger und Mörder festhalten.
„Nicht so schnell! Wir haben da noch einiges zu besprechen.“
„Was denn? Sie wollte es doch auch. Es hat ihr doch Spaß gemacht!“, meint Thorsten Falke lachend.
Da tritt Jack mit voller Wucht zu.
„Rede nie wieder so über Alex. Haben wir uns da verstanden?“
Stefan Leitner hält die Kommissarin im Arm und versucht sie zu beruhigen.
„Kommen Sie Frau Engel! Ich fahre Sie nach Hause und morgen werde ich eine sehr gute Psychologin anrufen, damit sie sich um Sie kümmert, damit Sie das tragische Erlebnis verarbeiten können. Ich bringe Frau Engel nach Hause. Wiedersehen!“
„Wiedersehen Herr Staatsanwalt. Tschüs, Alex! Wir kommen später bei dir vorbei!“
Ohne sich zu verabschieden, steigt Alex in den Wagen von Stefan Leitner. Jack und Frank bringen den Verdächtigen ins K 9. Dort versuchen die Kommissare alle Geständnisse zu bekommen.
„Also Herr Falke! Wieso mussten einige Ihrer Opfer sterben? Wieso haben Sie das getan?“
„Ich musste es tun. Sie sind doch alle wie meine Mutter. Sie haben gelacht und gelacht, als ich am Boden war. Und da habe ich mich gewehrt. Und als sie dann am Boden waren, lachten sie nicht mehr! Da habe ich gelacht!“, meint Thorsten Falke zu Jack und Frank.
„Schafft ihn weg.“
Der Vergewaltiger und Mörder wird weggebracht.
„Komm Jack, lass uns den Bericht schreiben und anschließend zu Alex fahren.“
„Du hast recht Frank. Alex braucht uns jetzt.“
Die beiden Kommissare gehen ins Büro um den Bericht zu schreiben.

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