Krimi & Spannung

Nordgewitter

Annelie Wiefel

Nordgewitter

... und wieder ist Mord!

Leseprobe:

21. April 1975
Kiel, Samwerstraße 28, 05:42 Uhr

Ein Geräusch weckt Anne aus ihrem traumlosen Schlaf. Ihr erster Blick fällt auf den Wecker auf ihrem Schreibtisch. Nein, zu früh! Das kann er noch nicht gewesen sein. Aber immerhin fünf Stunden ist sie abgetaucht in einen ohnmachtsähnlichen Zustand, zu dem ihr diese wunderbaren neuen Tabletten jeden Abend verhelfen. Manchmal gelingt es ihr sogar, geborgen in seinen Armen noch einmal wegzugleiten, nachdem sie sich am Morgen geliebt haben. Noch eine halbe Stunde Schlaf und Vergessen! Dann schafft sie es am Vormittag, für ein paar Stunden einen klaren Kopf zu behalten.
An so einem Morgen hat sie auch ihren Chef überreden können, sie wieder arbeiten zu lassen. Und eine Woche später dann noch ihren Psychologen. Mit jeder Faser sehnt sie sich zurück nach ihrem normalen Leben. Anspannung, Stress, Alltag. Wenn sie es nicht schafft, die Kraft aufzubringen, dorthin zurückzukehren, dann hat dieses Monster doch noch gewonnen. Es würde sie niemals aus seinen Klauen lassen.
Und gleichzeitig fürchtet sie nichts mehr, als wieder neuen Monstern gegenüberzustehen. Sich Gefahren aussetzen zu müssen, die sie in ihrem Beruf nicht immer kontrollieren kann.

Heute ist der Tag. Es wird von Neuem beginnen. Irgendwo wartet schon der nächste Mörder darauf, von ihr überführt zu werden. Irgendwo ein weiteres unschuldiges Opfer!
Die düsteren Gedanken treiben Anne aus dem Bett. Das frische, kalte Wasser in ihrem Gesicht nimmt ihr den Atem, aber es verscheucht auch die Gespenster. Langsam cremt sie ihren Körper mit einer wunderbar duftenden Lotion ein, die ihre Freundin ihr nach der langen Zeit im Krankenhaus geschenkt hat. Ein Tropfen Parfüm zwischen die Brüste und ein weiterer in den Bauchnabel. Dann streift sie das Seidennachthemd wieder über.
Gleich! Gleich würde er da sein! Seine Schicht endet gegen 06:00 Uhr und vom Krankenhaus sind es höchstens zehn Minuten mit dem Rad. Anne legt sich wieder ins Bett und lauscht. So früh sind nur wenige Autos auf der Straße, besonders auf der Olshausenstraße, die direkt zur Uni führt.
Wenn sie ihn nicht getroffen hätte. Sie kann sich nicht vorstellen, was aus ihr geworden wäre, ob sie es alleine hätte schaffen können. Da! Ein Bremsen! So früh am Morgen stört es auch noch keinen, wenn er wie ein Wahnsinniger über die Bürgersteige fährt. Um bei ihr zu sein!
Sein Fahrradschloss am Zaun! Dann der Schlüssel in der Haustür! Es ist jeden Morgen das gleiche Ritual, wenn er nach einer Nachtwache zu ihr kommt. Sie dreht ihr Gesicht zur Zimmertür. Da ist er auch schon in der Wohnung. Als er zu ihr ins Zimmer tritt, ist er bereits vollkommen nackt. Er gleitet unter ihre Decke, dreht sie sanft auf den Rücken und dringt sofort in sie ein. Sein Geruch nach Zitrone und Schweiß direkt über ihr betäubt sie von Neuem. Während sie sich bereitwillig seinen Stößen entgegenstreckt, verschmelzen sie zu einer Einheit. Seine starken Hände umfassen ihre Handgelenke wie ein Schraubstock. Die Decke gleitet zu Boden, als er sich aufbäumt. Dann Stille! Schweiß läuft aus seinem Nacken über ihren Körper. Sein Atem geht schwer an ihrem Ohr. Eine Stille, in der sie ihre Verschmelzung weiter vertiefen, sich gegenseitig atmen und schmecken, Körper an Körper. Eng umschlungen, ohne zu wissen, wo der eine aufhört und der andere beginnt.

„Heute mach ich dir Frühstück! Geh du in Ruhe duschen!“
So schnell wie er bei ihr im Zimmer war, ist er jetzt in der Küche und macht sich dort zu schaffen. Aus dem Radio hört sie leise Musik, während sie sich noch einmal auf die Seite dreht.


LKA Kiel, 10:21 Uhr

„Wenn ihr jetzt alle zwei Stunden fragt, wie ich mich fühle, stelle ich gleich einen Versetzungsantrag!“
„Na, ob dich jemand nimmt, wenn du so kratzbürstig bist?“
Hajo Bornemann, Annes Vorgesetzter im LKA, zeigt auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch.
„Schon vergessen? Ich bin hier, um Mörder zur Strecke zu bringen! Da ist ein wenig Kratzbürstigkeit manchmal angesagt!“
Hajo hält den Daumen nach oben: „Ein Punkt für dich, Anne!“
„Was ist das für ein Fall, an dem Sven da gerade dran ist?“
„Das kriegt der ausnahmsweise mal alleine hin. Alles in Kiel, er braucht nicht für ein einziges Gespräch die Stadt zu verlassen. Wenn du dich da jetzt noch einklinken würdest, sozusagen auf den letzten Metern, hätte er wieder das Gefühl, es nicht alleine geschafft zu haben. War ganz gut für ihn, dass er mal ohne dich ranmusste!“
Das sieht Anne ein. Sie kennt ihren Kollegen Sven Timmermann schon lange. Für Fälle außerhalb von Kiel ist er kaum zu gebrauchen, weil seine Frau, Sabine, jedes Mal Stress macht, wenn er nicht zu Hause schläft. Und auch wenn er in Kiel leitender Ermittler ist, möchte er am liebsten Anne immer dabeihaben und sichert sich bei jedem Schritt doppelt und dreifach ab.
„Ich brauche dich woanders, Anne. Amtshilfe gewissermaßen!“ „Amtshilfe? Bei welcher Abteilung?“ Anne sieht sich schon bei den Schutzpolizisten für Kindergärten und Grundschulen.
„Ausland!“
„Ausland?“
„Färöer-Inseln, genauer gesagt!“
„Das ist ein Scherz!“
„Mein voller Ernst!“
„Hab ich mitzureden?“
„Nein!“
„Aber da ist doch dein Kollege, dieser Michelsen oder wie er heißt. Ich denke, der ist mindestens so patent wie du!“

„Thore Mikkelsen heißt der. Und klar, er ist fast so schlau wie ich! Aber leider hat er vor zwei Monaten einen schweren Herzinfarkt gehabt …“
„Ist er …?“
„Nein, nein, er ist auf dem Weg der Besserung. Unkraut vergeht nicht. Gerade aus seiner Kur in Dänemark wieder auf den Inseln.“
„Na, dann ist doch alles bestens!“
„Eben nicht! Er müsste quasi sofort in Rente gehen, hat sein Arzt gesagt. Er hat aber noch keinen Nachfolger eingearbeitet. Der kommt erst Anfang Juli frisch von der Polizeischule in Kopenhagen nach Tórshavn!“
„Wohin?“
„Tórshavn ist die Hauptstadt der Färöer!“
„Nie gehört! Wo zur Hölle liegen diese Inseln noch einmal genau?“
„Da sieht man mal wieder, wie du mir immer zugehört hast!“
„Sag schon!“
„Du warst doch als Kind schon einmal auf Island! Wenn du von hier eine Linie nach Island ziehst und einen Bogen um Schottland machst, dann liegen sie auf halbem Weg zwischen Schottland und Island. Mitten im Nordatlantik!“
„Hört sich ja klasse an!“
Anne, die bei der Islandreise mit ihren Eltern eine Leidenschaft für nordische Länder entwickelt hat, kann trotz ihres sarkastischen Untertons eine aufkeimende Begeisterung nicht verbergen.
„Also definitiv nichts für Timmermann!“
„Definitiv!“
„Wie kommt man denn da hin?“
„Du kannst entweder mit dem Flugzeug von Kopenhagen aus fliegen oder mit einem Schiff hinfahren, zum Beispiel aus Esbjerg. Mit dem Flugzeug ist man zwar normalerweise schneller, aber auf den Färöern weiß man nie. Es kann auch sein, dass man dort wegen starken Nebels mehrere Tage hintereinander nicht landen kann.“
„Auch im Sommer?“
„Auch im Sommer!“
„Oha! Und wie sieht es dort aus? Einsame karge Felsen, meerumtost?“
„Grün! Fast die ganze Landschaft ist grün und bergig. Ziemlich steil!“
„Island ist nicht besonders grün!“
„Dann ist das wohl anders!“
„Du hast deinen Kollegen doch schon einmal besucht?“
„Ja, das war 57. Mein schönster Sommerurlaub! Vier Wochen Natur pur!“
„Sag bloß, du bist gewandert?“
„Notgedrungen. Wir waren viel angeln und die Seen liegen nicht immer an der Straße oder besser gesagt an den Wegen!“
„Ich hätte trotzdem gerne Bedenkzeit!“ Anne denkt an Christian. Kann sich eine längere Trennung von ihm kaum vorstellen.
„Du hast Bedenkzeit! Es reicht, wenn du Mitte Juli da ankommst. Das sind noch fast drei Monate.“
„Mitte Juli, das hört sich gut an! Wie lange soll ich bleiben?“
„Wir hatten an etwa zwei Monate gedacht!“
„Das ist lange!“
„Du brauchst auch nicht die ganze Zeit dort zu arbeiten. Genieß die Landschaft und die Leute. Sie werden dir gefallen, denke ich.“
„Welche Sprache spricht man da?“
„Es gibt eine Landessprache, aber du kommst auch mit Dänisch gut zurecht!“
„Das ich ja perfekt beherrsche …!“
„Mach doch einen Sprachkurs! Du hast ja noch Zeit, dann kannst du dich einigermaßen verständlich machen. Außerdem spricht Thore Deutsch!“
„Hmhh?“
„Anne, ich hab gehört, du bist jetzt mit jemandem zusammen?“
Anne blickt ihn an. „Und?“
„Vielleicht kann er sich ja so lange frei machen. Dann nimmst du ihn einfach mit!“
„Ich überleg’s mir bis Ende der Woche!“
„Braves Mädchen!“
„Dann muss ich Sven ja noch länger alleine lassen!“
„Der hat ja zur Not noch mich!“


Tórshavn, 21:23 Uhr

Wäre an diesem ungewöhnlich lauen Frühjahrsabend ein Spaziergänger zufällig am Hafen unterwegs gewesen, hätte er hinter den Fenstern des großen Saales die Silhouetten eines Paares gesehen. Eines Paares im Tanz verwoben. Leise hallt die Musik aus einem offenen Fenster. Im Takt eines langsamen Walzers wiegen sie sich durch den Raum.
Beide groß, elegant gekleidet. Die Frau den Kopf leicht zurückgelehnt, der Mann ihr zugewandt, fast vornübergebeugt.
Ein Spaziergänger würde jetzt weitergehen. Ein verzaubertes Bild im Kopf und eine verträumte Melodie summend.
Im Saal ist nur einer der Tänzer verzaubert, hingerissen von dem Duft der wunderschönen jungen Frau in seinen Armen. Von der betörend sinnlichen Aura, die von der Linie ihres Nackens unter ihrem locker hochgesteckten Haar ausstrahlt.
Küssen möchte er ihn, sich in ihm vergraben, wie schon so viele Male zuvor. Jetzt ist sie die mächtigste Frau auf dieser Insel und sie gehört ihm. Ihm alleine!
„Ich werde dich nicht teilen! Niemals!“
„Du hast keine Ansprüche!“
„Ich habe dich zu dem gemacht, was du jetzt bist!“
Ein bitteres Lachen ist die Antwort.
„Ich bin eine freie Frau, das bin ich immer gewesen, auch wenn du mich etwas anderes hast glauben lassen.“
„Vorsicht, Kleine …! So schnell geht das.“ Er schnippt mit den Fingern hinter ihrem Rücken.
„Ein Wort von mir, ein Geflüster! Und du bist nichts mehr!“
Sie weiß, dass er recht hat.
„Ich werde ihn trotzdem heiraten!“

„Er ist ein Waschlappen! Willst du einen Waschlappen zum Ehemann?“
„Ich liebe ihn, das weißt du!“
„Pah!“
Seine Lippen nähern sich ihrem Hals. Sie fühlt seinen heißen, gierigen Atem.
„Liebe!“
„Hast du nicht gehört? Lass das, ich will das nicht mehr!“
„Natürlich willst du!“
„Lass mich! Du bist ekelhaft!“
Abrupt lässt er sie los, so dass sie hart auf dem Boden aufschlägt. Er handelt jetzt wie in Trance. Sein Blick fixiert sie, als er zum Fenster hinübergeht, um es zu schließen. Sie versucht sich aufzurichten. Ihr Kopf schmerzt, dass ihr Tränen in die Augen schießen.
„Wage es nicht, Schlampe!“
Es werden nicht die letzten Tränen dieses Abends sein. Sie weiß, was der Unterton in seiner Stimme bedeutet, weiß, dass er keinen Widerspruch duldet.
Die Tür ist abgeschlossen.
Käme der Spaziergänger nun zurück durch die immer noch sehr milde Frühlingsnacht, er sähe nur noch das Licht im Saal brennen. Die Personen auf dem Boden sind von der Straße aus nicht zu erkennen, die Musik, die immer noch spielt, ist durch das geschlossene Fenster nicht zu hören.
Und auch kein Schrei!

***

3. Juli 1975
Tórshavn, 09:30 Uhr

Die Tür zu seinem Büro fliegt auf. Knallt gegen den Stuhl dahinter.
„Wer zur Hölle …? Ach …!“
„Du bist das Letzte! Das Allerletzte!!!“
Er eilt um den Schreibtisch und schließt die Tür hinter ihr.
„Aber mein Kätzchen! So wild? Du hast dich rargemacht in den letzten Wochen …“
„Du ekelhaftes Schwein! Ich werde mich von jetzt an immer rarmachen, für den Rest deines armseligen Lebens!“
„Komm, ich seh doch, wie sehr ich dir gefehlt habe. Diese Glut in deinen Augen!“
Er beugt sich über den Schreibtisch: „Sag schon, wie du es brauchst?“
„Ich brauche es wie Scheiße!“ Mit einer einzigen Armbewegung von ihr ist sein Schreibtisch leergefegt.
„Du kannst mir nicht erzählen, dass dieser Waschlappen, den du jetzt überall deinen Verlobten nennst, es dir …“
„Dieser wunderbare, verständnisvolle Mann, den ich bald meinen Ehemann nenne, weil er mich in wenigen Wochen heiraten wird!“
„Aber Kätzchen! Das hatten wir doch schon besprochen! Das wirst du schön bleiben lassen!“
„Dann hättest du deine widerlichen Triebe besser im Griff haben sollen! Du Dreck!“
„Na na na! Nun mal friedlich! Sag nicht, du hättest es nicht genossen!“
„Keine Sekunde habe ich genossen! Niemals, und das weißt du genau! Ich könnte kotzen, wenn ich dich nur von Weitem sehe! Und jetzt ist es passiert! Glaubst du, unsere spießigen Mitbürger lassen mich das Amt mit einem unehelichen Kind weiter ausüben?“
Er sackt auf seinem Stuhl in sich zusammen.
„Mit einem …? Aber ich hab …“
„Nein, gar nichts hast du! Du warst viel zu gierig!“
„Er war das, der Waschlappen! Konnte seine Finger nicht bei sich behalten, der Dreckskerl! Den werd ich mir …!“
„Du wirst nichts tun! Überhaupt nichts! Er hat mich noch nicht einmal angerührt. Er ist nicht wie du! Kein bisschen!“
In ihrer vollen Größe baut sie sich vor ihm auf: „Halt den Mund, du …! Dieses Kind ist von dir, aber das wird nie jemand erfahren. Und wage es nicht, etwas gegen meine Hochzeit zu unternehmen! Dann wird es nämlich ein Geflüster von mir geben! Und dann bist du erledigt!“
„Keiner wird dir glauben!“
„Lass es darauf ankommen!“
Das Aufblitzen ihrer Augen sagt ihm, dass sie jetzt, nach den vielen Jahren, bereit wäre, den Kampf gegen ihn aufzunehmen.

***

16. Juli 1975
Nordatlantik, 15:43 Uhr

Esbjerg gerät langsam außer Sicht. Anne steht ganz hinten an der Reling des Frachters und beobachtet, wie die dänische Küste aus ihrem Blickfeld verschwindet, während sie sich weiter in den Nordatlantik bewegen. Es ist ein sonniger Tag. Die See ist ruhig und der Kapitän hat versprochen, dass es während ihrer Überfahrt so bleiben wird. Allerdings auf Dänisch. Und so hat nur Christian ihn wirklich verstehen können. Christian, der mit seinen Eltern viele Jahre in Kopenhagen gelebt hat. Christian, der sie jetzt tatsächlich begleitet. Auf ihrer Fahrt ans Ende der Welt.
Zwei volle Tage werden sie unterwegs sein, bis Thore Mikkelsen sie in Tórshavn in Empfang nehmen kann. Die Fahrt heute bringt sie gut die Hälfte der Strecke bis auf die Shetlandinseln. Dort hat Hajo ein Quartier für sie gebucht. Auf dem Frachter gibt es keine Gästekabinen. Und wahrscheinlich würde der Kapitän auch Einwände erheben, wenn sie mit einem Mann, der fast ihr Sohn sein könnte, in einer Kabine übernachtet. Was für eine Reise. „Da ist man ja fast schneller in Australien“, denkt Anne. Wenn auch mit dem Flugzeug. Mit jeder Meile, die sich Anne weiter von Kiel entfernt, wird die Angst, die in den letzten Monaten ihr ständiger Begleiter war, weniger. Schon als sie das Schiff betreten hat, mit seinem väterlichen Kapitän und den wenigen Männern darauf, ist eine erste Last von ihr abgefallen. Und in zwei Tagen, nach einer so langen Fahrt, würde sie sich endlich wieder frei fühlen können. Hajo hat wirklich gewusst, was er tat, als er sie hierhergeschickt hat.
Christian stellt sich hinter sie, sagt ein paar dänische Worte. Anne sieht ihn verständnislos an. „Das ist nicht deine Sprache, stimmt’s?“
„In der Tat! Dieser Sprachkurs hat mich nicht weit über das ‚Smörrebröd‘ hinausgebracht!“
„Dann werde ich die ganze Zeit für dich übersetzen müssen!“
„Der Polizist, dieser Thore, spricht ja Deutsch.“
„Schade, ich dachte schon, ich wäre unentbehrlich für dich!“
„Heute Abend können wir erst einmal unser Englisch testen!“
„Warum sollten wir das tun?“
„Weil ich nicht gedenke, mich den wahrscheinlich einzigen Abend, den ich in meinem Leben auf den Shetlandinseln verbringen werde, im Hotelzimmer zu verkriechen.“
„Das werden wir ja sehen!“
„Aber ganz sicher“, lacht Anne.

***

17. Juli
Hafen von Lerwick, 06:23 Uhr
„Vielleicht hätten wir uns doch im Zimmer einschließen sollen, dann hätten wir ein paar Stunden Schlaf mehr bekommen.“
„Ach was, ich sage ja immer, das wird total überschätzt.“ Anne gähnt herzhaft, während sie das Ablegemanöver beobachten.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 326
ISBN: 978-3-95840-950-7
Erscheinungsdatum: 26.11.2019
EUR 19,90
EUR 11,99

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