Milan der Rote

Milan der Rote

Michael Adam


EUR 14,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 426
ISBN: 978-3-95840-519-6
Erscheinungsdatum: 26.09.2017
Ein spanisches Windkraft-Unternehmen will nach Deutschland expandieren, doch das Vorhaben droht aufgrund eines Greifvogel-Horstes zu kippen. Was ist wichtiger: die Milane oder die Windräder? Dann geschehen mehrere grausame Morde …
EINS


Heute hat er mich erwischt. Ich bin getroffen. Schon seit Tagen war er hinter mir her. Hatte mich verfolgt, beobachtet, ins Visier genommen. Immer wieder war ich ihm entkommen. Bis jetzt! Jetzt hat er mich. Ich bin getroffen. Eine Kugel aus einem Gewehr. Eine Repetierbüchse HW 66 der Firma Weihrauch. Ausgerechnet Weihrauch. Symbol für Reinigung, Verehrung und Gebet. Und ausgerechnet Weihrauch, eine deutsche Firma.

Mit Kaliber.22 lfb hat er auf mich angelegt und abgedrückt .22 lfB HV. Ein Hochgeschwindigkeitsgeschoss hat mich getroffen und ist tief in meinen Körper eingedrungen. Ich fühle, wie das Leben mich verlässt. Mit jedem Herzschlag strömt Blut aus meiner Wunde und mit ihm etwas mehr von dem bisschen Leben, das ich in diesen letzten Sekunden noch habe.

Ich blicke hinauf in den Himmel über Spanien. Es ist ein lichter blauer Himmel mit wenigen weißlichen Schleierwolken, wie sie im Herbst so oft über der Iberischen Halbinsel zu finden sind. Dieser Himmel hat mich mein Leben lang getragen. Ich bin in der Blüte meiner Jahre. Voller Kraft, voller Eleganz, voller Stolz und Männlichkeit.

Und nun liege ich hier auf dem felsigen Grund nahe dem Peña Gorda, dem dicken Felsen am westlichen Rande der Provinz Kastilien-Leon, unweit der portugiesischen Grenze. Hier verbringe ich meine Winter. Wenn es in Deutschland, meiner Heimat, stürmt und schneit, wenn der Westwind Schmuddelwetter und der Ostwind Väterchen Frost bringt.

Ich sehne mich zurück. Nach Hause.










ZWEI


Traunsel. Kleines, schmuckes Dorf in der Gemeinde Nirgenshüsen. Ein paar Häuser, zwei, drei Straßen, ein Ober- und ein Unterdorf und ein kleiner See. Mein kleines Dorf.

Hier, in den hügeligen Auen, inmitten der Wälder und Felder und Weideflächen, hier kam ich zur Welt. Es roch nach frisch gemähtem Gras, es ging ein leichter Frühlingswind und die Blumen reckten ihre bunten Köpfe hinauf zur Sonne. In dieser Idylle erblickte ich das Licht der Welt. An einem freundlichen Tag mit Wärme, Licht und Liebe.

Meine Eltern blickten mit Stolz auf mich und meine zwei älteren Schwestern. Besonders stolz schaute mein Vater auf mich herab und verwöhnte mich nicht nur einmal mit etwas mehr als seine beiden Töchter. Wenn Mama nicht mit Argusaugen wachte, bekam ich von Papa immer einen Extrahappen. Ich, Milan der Rote, einziger Sohn, Stammhalter, Vaterstolz.

Ich war der Jüngste und war schmächtig. Meine Eltern schauten mehr als einmal mit Sorgen auf mich, denn ich schwächelte. Doch immer wieder rappelte ich mich auf und eines Tages war auch ich zu einem stolzen jungen Mann erwachsen, dem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten.

Meine Schwestern, wundervolle Geschöpfe und ganz nach ihrer schönen Mutter geraten, waren schon flügge und hatten Anderes im Sinn, als mich mitzuschleppen.

So zog ich allein meine Kreise, lernte andere Jungen und Mädchen kennen und wir spielten und lernten und lebten gemeinsam, ganz wie die anderen Bewohner von Traunsel.

Nur mit dem Unterschied: Meine Eltern und meine Schwestern, meine Freunde und Spielkameraden, wir alle blieben nicht in Traunsel. Im Herbst, wenn die ersten kalten Winde anzeigten, dass der Sommer unwiederbringlich vorbei war und die nass-kalte Jahreszeit Einzug hielt, dann kam Unruhe auf. Wir versammelten uns und die Älteren gaben das Signal zum Aufbruch.

Aufbruch nach Süden, hinein in die Sonne, in die Wärme der Iberischen Halbinsel, wo es viele Deutsche hinzieht, die dort in warmen Gefilden ihre Wintertage verleben wollen. So auch wir, meine Eltern, meine Schwestern, meine Freunde und ich, Milan der Rote.

Viele Jahre ist es her, dass ich in Traunsel geboren wurde. Viele Male bin ich mit Milana, meiner wundervollen Frau und Lebensgefährtin, zwischen Traunsel in Deutschland und La Peña in Spanien gependelt.

Nun nähert sich meine Lebensreise ihrem Ende.

Es ist königliches Blut, das in mir pulsiert. Ich bin von edler Abstammung. Voller Bewunderung nennen sie mich in Deutschland Milan, den Königlichen. Ebenso in Spanien, in Frankreich, in Italien.

Nur auf der Britischen Insel, wo einige wenige meines Geschlechts mehr schlecht als recht Fuß gefasst haben, werden sie als Drachen geschmäht.

Doch das ändert nichts: Ich entstamme einem uralten Geschlecht, dessen Familiengeschichte bis weit in das Mittelalter hinein nachvollziehbar ist.

Eine königliche Linie, die durch alle Zeiten der Zeit und gegen alle Unbill sich behauptet und bis heute überlebt hat. Bis zu mir, Milan, der der Rote genannt wird.


Mein Großvater erzählte mir von der Zeit, als es in Traunsel aufgeregt zuging. Es gab seinerzeit einen Zaun ganz in der Nähe unseres Dorfes, der quer über die Landschaft verlief und der die östlichen Ländereien von unseren westlichen trennte.

Eines Tages wurde der Zaun abgeräumt, erzählte mein Großvater, und es war für einige Zeit vorbei mit dem beschaulichen Leben, das wir führten.

Es herrschte große Aufregung. Die Straßen waren voll knatternder Trabant- und Wartburg- und Barca-Autos. Eine unendliche Karawane ergoss sich über den verschwindenden Zaun und floss wie das Delta eines großen Flusses hinein in die Dörfer, die Städte und Regionen.

Und von meinem Vater erfuhr ich, dass der Zaun nicht mehr aufgebaut wurde. Dass er verschwand und sich die ganze Aufregung legte. Stattdessen gab es unendlich viele Baustellen, die davon zeugten, dass Neues geschaffen, dass Zukunft gestaltet wurde.

Auch meine Eltern hatten unser Heim neu ausgebaut, hier, in Traunsel, dem kleinen Dorf am Kupferberger Höhenzug.










DREI


„Na, Karlemann, hast du was getroffen - oder wieder nur Luftlöcher geschossen?“ Im Gasthaus in Traunsel herrscht Hochbetrieb. „Hier treffen sich Angler, Jäger und andere Lügner“ prangt als eingebrannte Inschrift auf einer Baumscheibe, die an der Wand hinter dem runden Tisch in der Ecke des Schankraumes hängt. Ein mächtiger Aschenbecher mit Metallreiter und der Inschrift „Stammtisch“ zeigt ehrfurchtgebietend die Ordnung: Hier sitzen die, die immer hier sitzen. Und sonst niemand!

Fünf Männer, alle in den zweitbesten Jahren und mit ausgeprägten Jahresringen um die Hüften, sitzen am Tisch und trinken Bier, als Dr. Dr. Karlemann B. Liebich die Gastwirtschaft betritt. Er ist Jäger aus Passion und an diesem Morgen war eine Drückjagd angesetzt, um in den ausufernden Beständen des Schwarzwilds etwas „auszulichten“.

Schon seit Wochen hingen den Jägern die Landwirte in den Ohren, nach den erschreckenden Erfahrungen des vergangenen Herbstes, als die Wildschweine in der Gemarkung Schäden anrichteten wie noch nie. Karlemann und seine Jagdgenossen mussten harte Diskussionen aushalten und tatsächlich auch einige Schäden begleichen. Ärgerlich, äußerst ärgerlich. Das soll in diesem Jahr so nicht mehr passieren, hat sich Karlemann geschworen.

Karlemann entstammt einem Bauernhaus, in dem er von frühester Jugend an lernte, die Groschen zusammenzuhalten. „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“, war der Standardsatz von Oma und Mutter, wenn Karlemann das Thema Geld ansprach. So wurde aus dem Bub ein sparsamer Mann.

Leider, leider passiert es nur allzu gerne, dass Sparsamkeit in der Jugend im Alter dann zum Geiz mutiert. Und genau auf dieser Kippgrenze war Dr. Dr. Karlemann B. Liebich gerade angekommen. Sicher, er hatte sich eine neue Büchse gegönnt, ein Prachtstück in seiner Sammlung von vier Flinten und einer Pistole.

Seine neueste Erwerbung ist eine „Bockdoppelflinte GC-Expert“. Ein italienisches Präzisionsgewehr aus dem Hause Antonio Zoli. Eine, wie der traditionsreiche Hersteller ausführte, „stahlschrotbeschossene Bockdoppelflinte im Kaliber 12/76, mit einer 10 mm breiten ventilierten Schiene, Wechselchokes, Einabzug mit Umschaltung, Ejektor, ausgesuchtem Schaftholz und abnehmbaren Riemenbügeln“.

Mit Wohlwollen hatte Karlemann in der Beschreibung gelesen: „Die besondere Verschlusskonstruktion mit optimalem Drehpunkt ermöglicht eine elegant niedrige Basküle, lange Lebensdauer und hohe Stabilität. Gewicht: 3,4 kg. Kaliber 12/76.“

Genau so sollte sie sein, seine neue Waffe. Und am liebsten noch etwas luxuriöser, wie etwa die „Merkel 2001 C Doppelbockflinte“ aus der Suhler Jagdgewehrmanufaktur von 1898.

Er hatte diese Flinte der Oberklasse bei „Frankonia“ schon einmal in der Hand gehalten und war sofort begeistert gewesen von der „Merkel“. Dem Gewehr, versteht sich. Denn mit seiner Parteivorsitzenden gleichen Namens hatte er eher weniger am Hut.

Ja, sie waren sich zwar ähnlich: ähnlich unverbindlich, ähnlich konturenlos, ähnlich seifig in der politischen Festlegung bei Fragen der Aufweichung von Familienstrukturen durch Gleichstellung von Schwulen und Lesben, der Aufnahme von Flüchtlingen, der Fragen nach Doppel-Pässen und Vielem mehr, aber so recht wollte Karlemann sich nicht als Parteigänger von Merkel outen.

Nur bei der Flinte - da hätte er Merkel gerne nach Hause mitgeschleppt.

Allein der Preis von reichlich 6.500 Euro ließ ihn zurückzucken. Das hätte er zu Hause nur schwerlich vertreten können. Schon die 2.069 Euro für die „Bockdoppelflinte GC-Expert“ würden sicherlich Diskussionen nach sich ziehen, grauste es Karlemann. Aber dennoch!

Also dann, die „Bockdoppelflinte GC-Expert aus dem Hause Antonio Zoli“ hatte Karlemann entschieden, als er Kataloge und Internet durchforstete, um sich neu auszustatten.
Immerhin war er jetzt wer. Nicht mehr nur der „Bauer“ aus dem Dorf, auch nicht mehr der „studierte Bauer“ im Amt, nein, seit den letzten Wahlen ist er Kreisrat.

Seitdem ist Karlemann sichtlich gewachsen. Nie zuvor hat er die Nase so hoch getragen wie seit seiner Wahl, die auch für ihn überraschend ausgegangen war. Gehofft, ja, das hatte er, aber so recht geglaubt hatte er nicht.

Seine Partei hatte ihn - der Not gehorchend, nicht der besseren Einsicht - gefragt, ob er nicht kandidieren wolle. Er wollte. Unbedingt. Das gab ihm die Chance, aus dem Nichts heraus ein Jemand zu werden, vorausgesetzt, er würde gewinnen. Die Chancen standen eher schlecht. Im politischen Urland des Gegners einen Sieg zu erringen gelingt nur höchst selten.

Beruflich besaß Karlemann alle Voraussetzungen. Er war gelernter und studierter Forstwirt. Den väterlichen Hof bewirtschaftete er nicht mehr, bewohnte ihn nur noch mit Frau und Kindern. Und der kranken alten Mutter. Und dem Hund.

Täglich fuhr er in seine Verwaltung, an deren Spitze er berufen worden war. Abends ging es wieder zurück. Tagein, tagaus. Ohne große Aussicht auf Veränderung.

Die trat erst ein, als er tatsächlich gewählt wurde. Eine faustdicke Überraschung, auch für ihn selber.

Hauchdünn gewonnen, mit nur 31 Stimmen Vorsprung - aber in der Demokratie ist es egal, ob man haushoch siegt oder mit nur einer einzigen Stimme Vorsprung: Mehrheit ist Mehrheit. Alles Andere wird sich dann schon zeigen.

Es zeigte sich. Bei Karlemann sehr auffällig. Der alte Dacia, der bislang für die Jagd-Fahrten gut gedient hatte, wurde alsbald ausgetauscht durch Subaru und dann Jeep Grand Cherokee.
Die alten C&A-Anzüge wurden rasch ausgetauscht und durch neue Boss-Mode ersetzt. Zu irgendetwas mussten die Informations-Fahrten zu den Outlets in ganz Deutschland doch gut sein. Hier, in seiner Heimat, war er strikter Gegner von Outlets - aber anderenorts? Weshalb sollte er dort nicht einkaufen, wenn es doch gut und preiswert war!

Die Krawatten, anfangs noch in die Reinigung gegeben, wurden später ebenfalls ausgetauscht. Öfter. Denn Karlemann sabberte gelegentlich.

Etwas schwieriger gestaltete sich der Austausch des Handys. Doch auch das „geliebte Blackberry“ wurde eines Tages ersetzt. Natürlich durch ein iPhone. Dann durch ein LG. Und wieder zurück zu Apple, denn zwei, drei Kollegen hatten ein paar abfällige Bemerkungen fallen gelassen. Und das konnte Karlemann gar nicht vertragen!

Der ältere, kackbraune BMW wurde zunächst durch einen grauen Audi, später dann durch einen nachtblauen Mercedes ersetzt. Schade, dachte Karlemann manchmal.

Die Ehefrau wurde nicht ausgetauscht. Wiewohl es mächtig knirschte. Mit Wohlgefallen blickte Karlemann auf die schlanken Figuren so mancher Mitarbeiterinnen, auf die üppigen Dekolletés der Damen, auf die sexy Beine aus knappen Röcken.

Doch Karlemann hielt sich eisern an seine selbst auferlegte Kasteiung: Der Fuchs wildert nicht im eigenen Bau! „Junge Frau, Sie sehen heute so elegant aus - Sie sind bestimmt im Porsche da“, ließ er sich allenfalls mal entlocken.

Dafür war er zunehmend unterwegs. Dienstlich, versteht sich. Das verstand auch seine Frau, selbst wenn sie so manche Zweifel und Sorgen ventilierte. Aber ausgetauscht wurde sie nicht.

Dafür ruppig behandelt, bis hin zur Bemerkung vor versammelten Gästen: „Elsbieta, halt doch mal den Mund. Davon verstehst du nichts.“

Diese Entwicklung zeichnete sich kurz vor der Wahl noch nicht ab. Die Metamorphose von Karlemann setzte erst nach der Sensation ein, als er die Wahl gewann: Karlemann for President - in diesem Falle: Karlemann for Kreisrat.

Dienstwagen, Chauffeur, Macht, Einfluss, Ansehen und Geld - nun ja, etwas klamm war der Kreis schon, aber das störte Karlemann nicht sonderlich. Für sein üppiges Kreisrat-Salär würde es schon noch reichen. Und damit ja wohl auch für die Haus-Sanierung in Traunsel.

Hauptsache erst einmal eine neue Büchse, ein neues Jagd-Outfit - und eine Drückjagd, bei der er glänzen wollte. Nur zu blöd, dass diese „Schei… Sauen“ nicht mitspielten.

Karlemann fluchte innerlich. Nach außen tat er so, als wäre nichts geschehen. Luftloch geschossen, na und, kann doch jedem passieren.

Innerlich gärte es bei Karlemann. Solch eine Blamage. Fast alle Jäger hatten einen Abschuss, nur er, der große Karlemann, hatte danebengeschossen. Dabei war der Überläufer doch kurz stehen geblieben - Zeit genug für Karlemann, ihm den Blattschuss zu verpassen. Stattdessen hatte er kurz vor dem Wildschwein nur die Erde getroffen.

Und dieser Fehlschuss saß tief, als Karlemann in die Gastwirtschaft kam. Natürlich hatte es sich schon herumgesprochen, dass er nichts geschossen hatte. So kam zum Misserfolg auch noch der Spott der Stammtischbrüder. Egal, da muss er jetzt durch. Mit süßsaurer Miene nimmt Karlemann Platz und bestellt eine Runde für die Männerrunde. Und bald ist das Thema Jagd abgearbeitet und es wird über Gott und die Welt geredet und gelacht und getratscht und gemunkelt.
Heinrich Frausker, Karlemanns Nachbar und bester und ältester Freund im Dorf, sitzt in der Runde, ein bedächtiger Mann mit Sachlichkeit im Blut.

Daneben Veith Schwarz, etwas jünger, auch im Dorf großgeworden und Landwirt durch und durch. Sogar etwas grün angehaucht.

Dritter im Bunde: Ansgar Steinweg, ein Schlitzohr von Format und genau wie der neben ihm sitzende Rudolph Brackmann kompromissloser Parteigänger von Karlemann.

Und schließlich Herbert Bisshaus, Grandseigneur der Runde, erfolgreicher Unternehmer und Strippenzieher. Sponsor der Kampagne von Karlemann, die ihn ins Amt brachte.

Er weiß, was die übrigen fünf zusammengeführt hat. Nicht etwa die Jagd, nicht etwa der Dorftratsch, nein, in dieser illustren Runde geht es um etwas ganz Anderes. Um etwas Großes. Um etwas Gewinnbringendes.

Die Herren wollen etwas von dem Rahm abschöpfen, den der Bund und das Land gerade im Angebot haben: Windkraft-Subventionen.

Was niemand ahnt, wollen diese sechs Männer realisieren: einen Windpark oberhalb des Dorfes Traunsel. Genau dort, wo es immer zieht und wo raue Winde die meiste Zeit im Jahr wehen. „Kleine Steige“ heißt die Gemarkung, in der sie sich ihre Windräder vorstellen können. Ein Stück Land, von dem Bisshaus weiß, dass es ihnen allen gemeinsam gehört: Die fünf Männer neben ihm am Stammtisch besitzen Eigentums-Anteile an diesem wunderschönen Stück Landschaft oberhalb des kleinen Dorfes Traunsel, inmitten der naturnahen Kulturlandschaft.

Gut, ein paar Anteile liegen auch noch bei der Kirche; aber wenn man, wie Dr. Dr. B. Liebich und Steinweg, im Kirchenvorstand sitzt, und wenn man weiß, wie dringend einige Reparaturen sind und wie dünn es um die finanzielle Decke der Kirchengemeinde bestellt ist, dann besteht berechtigter Anlass zu der Annahme, die Kirche werde sich einer Windkraft-Nutzung der „Kleinen Steige“ nicht widersetzen.

Notfalls muss halt abgestimmt werden - und, da ist Karlemann seiner Sache sicher, dann wird es eine Mehrheit für die Windkraft geben.
4 Sterne
Spannend, unterhaltsam, detailgenau - ein gutes Buch - 13.10.2017
Georg F.

Wie jeder Krimi lebt das Buch von der Spannung. Man liest es aber auch gern wegen den implizierten Informationen, die - detailgenau recherchiert - immer mal wieder einen Aha-Effekt erzeugen. Dabei spannt sich der Bogen vom allzu Menschlichen lokaler Politik bis hin zu globalen Zukunftsfragen. Ein wirklich gelungenes Krimi-Debut!

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