Krimi & Spannung

In Notwehr erschossen

Helmuth Wolters

In Notwehr erschossen

Leseprobe:

„Jeder Zweifel ist die Forderung nach einer Methode.“ José Ortega y Gasset

„Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten,
mäßig entstellt.“
Georg Christoph Lichtenberg



Ermittlersteckbriefe

THEO ADLER
Status:
Erster Kriminalhauptkommissar, Chef der neuen Abteilung für ungeklärte Kapitalverbrechen (AUF) des Landeskriminalamtes Niedersachsen (LKA), Außenstelle Oldenburg.
Besondere Kennzeichen:
Junggeselle, hat seinen Rucksack und sein Feldbett immer parat. Bücherfreund, kein ausgesprochener Gourmet. Bevorzugt Speisekarten mit Hausmannskost.
Wie andere ihn sehen:
Erfolgreicher, nachdenklicher, zäher Ermittler. Konflikte mit Politikern und Geheimdiensten sucht er zwar nicht, weicht ihnen aber auch nicht aus.
Der aktuelle Fall der AUF:
Zwei durch Polizeikugeln in Notwehr erschossene junge Studenten. Adler stößt auf ein geheimes Netzwerk.

REINFELD.
Hat vermutlich einen Vornamen, wird von allen nur Reinfeld genannt.
Status:
Kriminalhauptkommissar.
Besondere Kennzeichen:
Spezialist für Organisierte Kriminalität. Ein älterer, ausgebuffter Kriminalist. Lehnt „gefärbte“ Meinungen von Vorgesetzten ab. Verkannter Kunstkenner mit musikalischem Talent.
Wie andere ihn sehen:
Stellt vieles infrage, auch belastbare Ergebnisse.

ALFRED SEISSELBERGER
Status:
Polizeioberkommissar (Schutzpolizei).
Besondere Kennzeichen:
Erfahrener Polizist. Mittlere, untersetzte Statur, kahlköpfig, randlose Brille. Allrounder. Wurde durch einen Unfall verletzt und lässt sich zur AUF versetzen.
Wie andere ihn sehen:
Penibel. Schnüffelt gern in „verstaubten“ Akten.

ROLAND PAULSEN
Status:
Kriminaloberkommissar.
Besondere Kennzeichen:
Spezialist für Wirtschaftskriminalität.
Wie andere ihn sehen:
Ist Vorgesetzten lästig, nörgelt häufig über Unzulänglichkeiten des Dienstbetriebes, wird zur AUF abgeschoben.

PALLI PALSON
Status:
Kriminaloberkommissar.
Besondere Kennzeichen:
Spezialist für Drogenkriminalität.
Wie andere ihn sehen:
Gefürchtet als hartnäckiger Ermittler. Stellt häufig Entscheidungen infrage. „Ein typischer Widerstandsbeamter“, so seine Vorgesetzten. Auch er wird zur AUF abgeschoben.

STEFAN SÖDERBUSCH
Status:
Kriminaloberkommissar.
Besondere Kennzeichen:
Analyst Kriminalitätstlage im LKA.
Wie andere ihn sehen:
Seine Vorschläge versanden im System, zu oft, wie er bemängelt. Einer Abordnung zur AUF stimmt er sofort zu.

BRIGITTA WEMPE
Status:
Sekretärin der AUF.
Besondere Kennzeichen:
Alleinstehend, leicht füllig, Haare nach hinten zu einem Knoten gebunden.
Wie andere sie sehen:
Gilt als energisch. Unnachgiebig, wenn „ihre Truppe“ Dienstreiseanträge falsch ausfüllt. Ist aber auch hilfsbereit und zuvorkommend.



Sie gehören zum Kreis der externen Ermittler:

MAXPETER,
Hauptkommissar, LKA, hat vermutlich einen Vornamen, jeder nennt ihn aber Maxpeter,

HINZPETER,
Chef des LKA, hat vermutlich auch einen Vornamen, wird aber nur Hinzpeter genannt,

INGOLF JANßEN,
Hauptkommissar, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) der Polizeidirektion Oldenburg. Ruhig, wortkarg, ein Zweimetermann, schlank, durchtrainiert, arbeitet eng mit Adler zusammen.

KATHRIN TETZLAFF,
Mitarbeiterin von Ingolf Janßen, eine junge, aufgeweckte, furchtlose Kriminalkommissarin.



Und schließlich

LEONIE,
IT-Spezialistin, selbstständig, ehemalige Hackerin,

KÖTTERING
(Vorname nicht bekannt), Generalstaatsanwalt in Oldenburg,

WALTER TEN BROOK,
ehemaliger Bataillonskommandeur, Vermieter von Adler, ein wertvoller „Hilfssheriff“ für ihn

BRODERSON,
Innenminister Vorname nicht bekannt.



Prolog



04:00 Uhr

Es war Sonnabend, der 20. Juni 2009. Er stand abseits. Verdeckt hinter mehreren Funkstreifenwagen. Atmete tief durch und steckte sein Handy wieder ein. Blickte auf das Geschehen vor ihm. Es war noch stockdunkel.
Eine Traube von Polizisten, uniformiert und in Zivil, umringte die Leiche eines jungen Mannes. Er lag auf dem Rücken. Vor dem Eingangsbereich der Klinik. Die Scheinwerfer der Tatortgruppe tauchten die Szene in ein grelles Licht. Der Bereich des Tatortes war abgesperrt. Der Gerichtsmediziner erhob sich und unterhielt sich angeregt mit einer Person. Es war der zuständige Staatsanwalt.
Hinter der verschlossenen Tür des Eingangsbereiches der Klinik hatte sich eine neugierige Menschenansammlung gebildet. Aus einigen Fenstern der Klinik sahen Menschen herunter auf das Geschehen. Hier und da blitzte es auf. Eifrig wurden Fotos geschossen.
Drei Schüsse hatten ihn getroffen. Der erste Schuss seine linke Schulter. Der zweite seinen linken Oberschenkel. Mit erstauntem Gesicht blickte er auf die Polizisten. Machte zwei unsichere Schritte auf sie zu. Das Messer hielt er in der rechten Hand. Fest umklammert. Verkrampft. Wieder schossen sie, zwei Schüsse in die Luft. Warnschüsse. Der Verletzte hob die Hand mit dem Messer. Sank mit schmerzverzerrtem Gesicht langsam auf die Knie. Wenige Augenblicke später richtete er sich wieder auf. Unsicher. Zitternd. Bis er stand. In der rechten Hand das Messer … Dann traf ihn der dritte, der tödliche Schuss. Sein Körper wurde nach hinten gerissen. Er schlug mit dem Hinterkopf auf das Pflaster. Blieb reglos liegen. Das Messer war ihm dabei aus der Hand gefallen.
Die Polizisten gingen langsam auf den tödlich Getroffenen zu. Die Waffen schussbereit. Verharrten unmittelbar vor ihm. Sie sahen sich an. Einer berührte ihn mit dem Fuß. Trat mehrmals zu. Beugte sich über ihn. Griff zur Halsschlagader. Blickte seinen Kollegen an. Schüttelte den Kopf …
Er stand immer noch abseits – abwartend. Seine Waffe schussbereit. Steckte sie wieder ein. Lief auf seine Kollegen zu, an ihnen und der Leiche vorbei, hob das Messer auf, sammelte die leeren Patronenhülsen ein. Ging wieder schnellen Schrittes zurück, legte Messer und Hülsen hinter einem Funkstreifenwagen ab. Dann informierte er über Funk die Einsatzzentrale. Griff zu seinem Handy.



Fünf Jahre später



Teil 1

Lose Fäden



1



Montag, 21. Mai, 10:00 Uhr

Es wurde Zeit. Im Knast, wie er sein Büro am Pferdemarkt in Oldenburg nannte, wartete Arbeit auf ihn. In einem Reisebüro hatte er sich zuvor einen Reiseführer über Norwegen gekauft. In diesem Jahr wollte er endlich seinen lang gehegten Plan verwirklichen und mit dem Wohnmobil zu den Lofoten und von dort weiter zum Nordkap fahren. Vor beinahe einem Jahrzehnt hatte er schon einmal diese Absicht gehabt. Bis zu den Lofoten hatte er es damals geschafft, zwar nicht bis zum Nordkap, aber dafür hatte er Knut Rasmussen und seine Frau Bente kennengelernt. Die Reise zum Nordkap wollte er nun endlich nachholen.
Frau Wempe, seine Sekretärin, begrüßte ihn freundlich.
„Eine Frau Siefken aus Oldenburg hat angerufen. Sie wollte Sie sprechen, wegen etwas sehr Wichtigem, wie sie sagt.“ Sie gab ihm die Telefonnummer.
„Vergessen Sie den Anruf nicht, Herr Adler“, bemerkte sie beim Verlassen des Büros nochmals.

Ehe er zum Telefon griff, glitten seine Gedanken wieder hinüber nach Norwegen. Er hatte damals nur einen Abstecher zu den Lofoten gemacht, einer schroffen Felsengruppe; das Bollwerk gegen das europäische Nordmeer, wie es hieß. Mit einem Fährschiff der Hurtigruten, der traditionellen norwegischen Postschifflinie, ließ er sich von Bodø nach Moskenes übersetzen und fuhr entlang der Europastraße 10 einfach drauflos. Über lange, elegante und weniger elegante Brücken und durch kilometerlange Tunnel. Als es langsam zu dämmern anfing und die Sonne sich anschickte sich allmählich zu verabschieden, suchte er einen geeigneten Platz zum Übernachten. Einen Campingplatz konnte er nicht entdecken, also fuhr er bis Henningsvær, dem „Venedig der Lofoten“, wie es in seinem Reiseführer hieß, einem kleinen Fischerdorf auf der Insel Austvágøy.
Der kleine Ort lag am Fuß hoher Berge, direkt am Vestfjord. Hier fand er einen geeigneten, ruhigen Platz. Ganz in der Nähe entdeckte er ein kleines Haus im typischen Stil der Insel. Es war das einzige weit und breit. Eng an ein paar kleinere Ausläufer der Berge gelehnt, die aussahen wie sanfte Dünen. Die rote Farbe des Hauses mit großzügiger Fensterfront zum Meer hin leuchtete mit der untergehenden Sonne um die Wette. Da er kein Licht in dem Holzhaus ausmachen konnte, unterließ er es, um Erlaubnis zu fragen. Es schien niemand anwesend zu sein. Am anderen Morgen wollte er Kontakt zu den Bewohnern aufnehmen.
Und am nächsten Morgen stand Knut vor ihm. Er begrüßte ihn sehr freundlich. Ihm gehöre das Haus, erklärte er lächelnd und lud ihn dann zu einem Frühstück ein. So begann eine Freundschaft, die weitestgehend durch Abwesenheit geprägt war. Bis auf überschaubare Telefonate hatte Adler nie die Zeit gefunden, Knut und Bente zu besuchen. Immer war es bei einem Versprechen geblieben. Das sollte in diesem Jahr nun anders werden. Er hatte sich ernsthaft vorgenommen, vier Wochen Norwegen zu bereisen, seine Freunde zu besuchen und danach endlich zum Nordkap zu fahren.

„Herr Adler, haben Sie Frau Siefken schon angerufen?“ Frau Wempe stand in der Bürotür und sah ihn fragend an.
„Nein, Frau Wempe, aber jetzt, danke.“
Frau Siefken erklärte ihm, kaum dass sie sich begrüßt hatten, ohne Umschweife, dass sie vor Monaten in der Nordwest Zeitung über den Mord an dem … an dem … Vossen oder Vossel …, „Nein, warten Sie, ich habe die Zeitung aufgehoben … ja, Rudolf Voss“, gelesen habe. Das habe sie sehr beeindruckt. Daher habe sie den Entschluss gefasst, ihn anzurufen, weil sie glaube, dass die Sache bei ihm gut aufgehoben sei.
Adler hörte geduldig zu. Er unterbrach sie erst, als er den Eindruck hatte, dass sie ihrem eigentlichen Anliegen schon weit entrückt war.
„Sagen Sie, Frau Siefken, was ist der Grund Ihres Anrufs?“
„Entschuldigen Sie, Herr Adler, ich komme gleich zu meinem Anliegen. Immer wenn ich an diese schreckliche Sache denke, bin ich noch ganz gefangen von dem damaligen Ereignis. Bis heute lässt mich der Tod von Tobias nicht los.“
Dann erzählte sie von dem Tod ihres Neffen. Sie sei die Schwester von Frau Marlies Polt. Ihre Schwester wohne zusammen mit ihrem Mann, Dr.?Gerfried Polt, in Hannover. Vor etwa fünf Jahren sei der Sohn ihrer Schwester, Tobias Polt, von der Polizei erschossen worden. In Hannover, vor einer Klinik. Tobias sei damals einundzwanzig Jahre alt gewesen. Er habe in Hannover Rechtswissenschaften studiert. Die Polizei habe erklärt, in Notwehr geschossen zu haben. Das Verfahren gegen die Polizisten sei eingestellt worden, weil das Gericht den Aussagen der Polizisten gefolgt sei. Sogar eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht sei abgelehnt worden. Dieser Fall habe sie seither nicht mehr ruhen lassen. Sie glaube, dass das alles nicht mit rechten Dingen zugegangen sei.
Nach dieser Schilderung entstand eine längere Pause. Sie benutzte hörbar ihr Taschentuch. Adler musste sich zusammennehmen, um ihr Anliegen nicht falsch zu verstehen. Er erinnerte sich schwach an diesen Fall, der in den Medien viel Staub aufgewirbelt hatte. Irgendwie meinte er, sich auch erinnern zu können, dass die Verfahren gegen die Polizisten eingestellt worden waren.
„Sie sind meine letzte Hoffnung“, ließ sie sich unvermittelt wieder vernehmen, „helfen Sie meiner Schwester, Herr Adler.“
„Frau Siefken, ich erinnere mich an diesen Fall. Soweit ich weiß, und Sie sagen es ja auch, sind alle Rechtsmittel ausgeschöpft. Alle Gerichtsinstanzen haben die Version der Beamten bestätigt. Auch das Bundesverfassungsgericht.“
„Ich weiß, Herr Adler, aber soweit meine Schwester mir erzählte, sind Fragen offengeblieben. Es sollen sogar Beweismittel verschwunden sein. Meine Schwester hat sich nach dem Tod ihres Sohnes sehr verändert. Ich mache mir große Sorgen um sie. Sie glaubt nicht daran, dass die Polizei in Notwehr gehandelt hat.“
„Was sagt denn Herr Polt dazu?“
„Ihr Mann?“
„Ja.“
Wieder entstand eine längere Pause. Schließlich sagte sie zögerlich und sehr leise: „Ihr Mann hat gesagt, dass sie endlich aufhören solle, sich mit der Sache zu beschäftigen. Der glaubt an die Notwehrversion. Seit dieser Sache erkenne ich meine Schwester nicht wieder. Eigentlich müsste der das ja wissen, schließlich ist er Psychologe an der Leibniz Universität in Hannover“ … sie machte wieder eine längere Pause, „aber … ich weiß nicht …“
„Ich kann Sie gut verstehen, und glauben Sie mir, dass ich mit den Eltern mitfühle, aber …“
„Herr Adler, Sie sind meine letzte Hoffnung“, wiederholte sie. „Ich weiß, was Sie sagen wollen, Sie sind nicht zuständig. Sagen Sie mir, an wen ich mich dann wenden soll, wenn nicht an Sie? Sie bearbeiten doch diese ungeklärten Fälle. Ich habe mit Anwälten aus meinem Bekanntenkreis gesprochen. Die erzählten mir etwas von einer Wiederaufnahme. Und dass sie in diesem Fall so gut wie aussichtslos sei.“
„Frau Siefken, wir beschäftigen uns ausschließlich mit nicht aufgeklärten Kapitalverbrechen. Aber dieser Fall ist geklärt. Das Verfahren ist abgeschlossen. Es gibt keinen Täter, weil der Tod Ihres Neffen durch Notwehr offensichtlich gerechtfertigt war.“
„Herr Adler, ich weiß mir keinen anderen Rat mehr.“ Ihre Stimme war kaum noch zu hören. „Helfen Sie meiner Schwester, bitte!“
Adler musste schlucken.
„Ich will Ihnen nichts versprechen. Ich kann Ihnen nur so viel sagen, dass ich mir diesen Fall anschauen werde. Sobald ich zu einem Ergebnis gekommen bin, werde ich Sie wieder anrufen. Einverstanden, Frau Siefken?“
„Ich danke Ihnen, Herr Adler.“
Adler legte auf. Er hatte ein ungutes Gefühl. Was sollte er, was konnte er in dieser Sache überhaupt tun? Die Tötung von Rudolf Voss und der Mord an dem Landtagsabgeordneten Hans-Dieter Vespermann? In beiden Fällen nicht zuständig! Erst durch das Eingreifen von Generalstaatsanwalt Köttering hatte er die Tötungsdelikte übernehmen können … und ein Netz von Kriminellen zerstört. Aber Tobias Polt? Vage konnte er sich daran erinnern, dass damals in der Presse von Schlampereien bei den Ermittlungen berichtet worden war und Widersprüche bei den Zeugenbefragungen nicht aufgeklärt werden konnten. Dann hatte er den Fall jedoch aus den Augen verloren und schließlich vergessen.
Wiederaufnahmeverfahren? Adler grübelte. Hatte er nicht kürzlich gelesen, dass sich in rund 2000 Fällen im Jahr die Justiz in Deutschland genötigt sah, Wiederaufnahmeverfahren einzuleiten? Weil das, was durch mehrere Gerichtsinstanzen hindurch festgestellt worden war, sich als nicht mehr haltbar erwiesen hatte?
Wiederaufnahme? Automatisch griff er zu seinem neuen Reiseführer und ließ sich wieder für eine Weile in den hohen Norden entführen. Er hatte sich sehr auf die Hochsaison des Kabeljaufanges auf den Lofoten gefreut. Wenn auf seinen Reiseführer Verlass gewesen wäre, dann hätte er dieses spektakuläre Ereignis noch erleben können. Seine Enttäuschung war riesengroß gewesen, als er feststellen musste, dass die Saison bereits einige Wochen zu Ende gewesen war. Das Einzige, was er noch gesehen hatte, waren viele senkrecht stehende Holzpfähle, die seitlich abgestützt und mit langen dünnen Holzstangen verbunden waren. Endlose, leere Reihen. Daran sollte der Kabeljau, zum Stockfisch mutiert, hängen. Nur ein paar übrig gebliebene Stockfische, ein kümmerlicher Rest, baumelten lustlos im Wind, als warteten sie auf den kommenden Frost.
Adler schüttelte sich. Tobias Polt? Notwehr? Internetsuche! Wonach sollte er suchen?
Angriffe auf Polizeibeamte? Kein weiterführendes Ergebnis. Die üblichen Ausführungen und Statistiken. Einer Veröffentlichung des BKA zufolge hatten sich die Angriffe auf Polizeibeamte in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht.
Justizirrtümer? Ebenso negativ. Einige spektakuläre Fälle, wie der Fall einer Familie, bei dem die Ehefrau zusammen mit ihren zwei Töchtern den Ehemann bzw. Vater getötet und anschließend an Schweine verfüttert haben soll. Über fünf Jahre hatten sie unschuldig hinter Gittern gesessen. Bis der Leichnam des Ehemanns gefunden worden war. Erst vor einigen Monaten hatte dieser Fall rechtskräftig mit einem Freispruch geendet.
„Die Wahrheitssuche kann zum Hütchenspiel werden“, wurde ein mittlerweile pensionierter Richter zitiert. Dass „eine professionelle Ermittlung die Basis für die Wahrheitssuche vor Gericht ist. Wenn aber die Ermittlungen schlampig und fehlerhaft durchgeführt werden, dann wird die Suche nach der Wahrheit zur Farce und ist vor Gericht kaum noch zu retten“.
Adler erinnerte sich an das Telefonat. Schlampige Ermittlungen? Hatte nicht auch Frau Siefken davon gesprochen?
Tobias Polt – Tötung durch Notwehr? Ein letzter Versuch. Wenn auch der misslang, dann war Stefan gefragt. Sekunden später las er, wonach er suchte:
„In Notwehr gehandelt? Freibrief für die Tötung von Menschen oder berechtigte Abwehr in einer lebensbedrohlichen Situation?“

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 396
ISBN: 978-3-95840-440-3
Erscheinungsdatum: 13.02.2018
EUR 14,90
EUR 8,99

Empfehlungen für Ostern