Cover: Ich wollte das nicht

Ich wollte das nicht


EUR 21,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 384
ISBN: 978-3-99146-852-3
Erscheinungsdatum: 23.05.2024
Schuld und Scham verbinden die Halbbrüder Joshi und Patrick tiefer, als ihre Beziehung von außen vermuten lässt – die ersten Jahre ein unzertrennliches Team, fürchtet Joshi seinen Bruder schon bald mehr als alles andere. Doch niemand darf erfahren, warum.
Prolog

Montag, 11. April 2011

9:45 Uhr

Die Strahlen der Frühlingssonne fielen durch die spärlich belaubten Zweige auf das Pflaster des Schulhofes, wo Patrick allein auf einer Backsteinmauer hockte und auf den Boden starrte. Die Rufe fußballspielender Sechstklässler hallten zu ihm herüber. Lachen und Kreischen. Dazwischen vereinzeltes Vogelgezwitscher. Der übliche Soundtrack einer jeden Hofpause.
In Gedanken versunken schob Patrick mit dem Turnschuh Steinchen und Sand von links nach rechts, während die Armee von Ameisen zu seinen Füßen hektisch versuchte, ihre einstürzenden Höhlen wieder freizuschaufeln. Patrick hob den Kopf und ließ seinen Blick umherschweifen. Vermeintlich ziellos. Doch er selbst wusste ganz genau, wonach er suchte. Nach wem.
Joshi war wie immer in Begleitung der rothaarigen Zwillinge.
Die drei standen unweit der Tischtennisplatten im hintersten Winkel des Hofes und teilten sich eine Tafel Schokolade aus dem Snackautomaten der Cafeteria. Der Kleine verhielt sich wie immer. So, als wäre nichts vorgefallen an dem gestrigen Abend. Als hätte sein Kinderkopf das Erlebte bereits wieder gelöscht. Verdrängt. Wie einen bösen Traum.
Patrick verschränkte die kräftigen Hände ineinander, auf denen seit einigen Wochen die ersten blonden Haare zu sprießen begannen.
Oder hatte er selbst bloß alles geträumt?
Nein.
Er konnte das Geschehene noch immer spüren, mit jeder Faser seines Körpers.
Sein Kopf mochte wie leergefegt sein, als läge die Erinnerung hinter einem Schleier aus Nebel, der keine genauen Details erkennen ließ. Doch sein Körper erinnerte sich an alles. An jede Minute.
„Was ist wrong with you, today? Wo bleibst du?“
Patrick fuhr zusammen, als Benjin ihn von hinten an den breiten Schultern packte. Der amerikanische Akzent in der selbstbewussten Stimme war unverkennbar.
„Everyone is waiting for you bei die Sporthalle. Und du sitzt hier ganz alone und machst … was exactly?“
Benjin ließ sich neben ihm auf das Mäuerchen sinken und Patrick ließ zu, dass er ihm den Arm um die Schultern legte. Das Paar eisblauer Augen sah ihn durchdringend an.
Patrick hasste diesen Blick.
Seit Benjin im vergangenen Sommer in seine Klasse gekommen war, hatte er den dringenden Verdacht, dass dieser viel zu gutaussehende Junge Gedanken lesen konnte. Eine Fähigkeit, die Patrick gerade verdammt ungelegen kam. Benjins Hand umschloss den kräftigen Nacken seines Freundes und dieser bekam eine Gänsehaut.
„Erzähl mir … was ist los?“
Mitgefühl schwang in den Worten mit. Doch Patrick wusste, dass es nicht echt war. Benjin war berechnend. In allem, was er sagte oder tat.
Interessiert nickte er in Joshis Richtung.
„Ist etwas mit deine kleine Bruder?“
Patricks Herz begann zu klopfen.
Bemerkte Benjin etwa eine Veränderung an dem Kleinen?
Wie eindringlich er ihn betrachtete.
Hastig stand Patrick auf, schüttelte Benjins Hand ab und klopfte sich etwas Sand vom Hosenboden.
„Ist egal, lass uns gehen. Du meintest doch, die anderen warten.“
Benjins Augen folgten Patricks elfjährigem Halbbruder, der allein über den Schulhof zurück zum Haupteingang lief. Die Afrolocken unbeschwert auf und ab wippend.
„Hübsche Junge, deine Bruder“, bemerkte er in gespielt beiläufigem Ton, der in Patricks Ohren wie eine Drohung klang.
Hübscher Junge.
Er nickte nur.

14:02 Uhr

An diesem Nachmittag lief Patrick den weiten Weg von der Schule zu Fuß nach Hause. Er brauchte Zeit für sich. Zeit zum Nachdenken. Und die monotone Tätigkeit des Laufens, der Rhythmus seiner sich zehntausendfach immer auf die gleiche Weise wiederholenden Schritte waren perfekt dafür. Tempo und Schrittlänge auf Autopilot. Ohne dafür etwas von der Kapazität seines Großhirns verschwenden zu müssen. Er hatte seine übliche Strecke entlang der Elbe gewählt. Einen Fußmarsch von zwei Stunden, den er an Tagen wie dem heutigen schon oft zurückgelegt hatte. Immer dann, wenn die Leere in seinem Inneren sich zu der vertrauten Druckwelle aufzustauen drohte. Immer dann, wenn er befürchten musste, die Kontrolle zu verlieren.
So wie gestern.
Der unbeschreibliche Rausch in den Patrick ohne jede Vorwarnung geraten war, hatte ihm Angst gemacht. So schlimm war es noch nie gewesen.
Und das Unheimliche war:
Er wollte, dass es wieder passierte!
Der verzehrende Hunger in ihm war stärker gewesen, als die Scham und die Angst mit denen er für das Geschehene hatte bezahlen müssen. Stärker als die Schuldgefühle, die ihn die ganze Nacht nicht hatten schlafen lassen. Und die ihn noch immer quälten.
Im Laufe der letzten Jahre hatte Patrick Mittel und Wege gefunden, die bedrückende Leere in sich zu füllen. Die Flucht in einen Serienmarathon konnte genauso Abhilfe schaffen wie das exzessive Krafttraining, nach dem Patrick sich teilweise tagelang nicht ohne Schmerzen bewegen konnte. Und auch Mädchen traf er nun ab und zu. Sie schienen sich seit einigen Monaten mehr für ihn zu interessieren, als er es bisher gewohnt war. Was vermutlich nicht zuletzt an seiner Freundschaft zu Benjin lag. Aber das war Patrick egal. Er suchte nicht nach der Frau fürs Leben. Nur nach dem Gefühl von Sichtbarkeit. Wenigstens für einen kurzen Augenblick.
Während er seine Füße auf den betonharten Sand des Flussufers setzte, ohne Spuren zu hinterlassen, sah Patrick aufs Wasser hinaus. Ein voll beladenes Containerschiff lag bäuchlings in der brackbraunen Brühe und wälzte sich die Fahrrinne in Richtung des Hafens hinauf. Die Luft roch nach Schlick und Seetang.
Eine Promenadenmischung kam von der Seite auf Patrick zugesprungen und wetzte kläffend an ihm vorbei, wodurch dieser das Uhrwerk seiner Schritte für einen Herzschlag unterbrechen musste. Ein Junge im Grundschulalter folgte dem Köter auf dem Fuß. Wobei seine Kinderstimme immer und immer wieder den Namen des hässlichen Tieres rief.
„Sid! Sid, bleib hier…! Bleib! Sid!“
Patrick sah den beiden unauffällig nach, ohne den Kopf zu drehen, und setzte sich stockend wieder in Bewegung. Als hätte der Anblick des fremden Jungen eine Blase in seinem Kopf zerplatzen lassen, begannen die Geschehnisse der letzten Woche nun wieder ungebeten und in gestochen scharfen Bildern über den Screen in Patricks Bewusstsein zu flackern.
Joshi, wie er dienstags am Frühstücktisch, bei Cornflakes und Schokoladenkuchen, das Geburtstagsgeschenk seines älteren Bruders auspackte. Als allererstes. Noch vor den beiden Paketen ihres Vaters. Ein irischgrüner Pullover war unter dem Papier zum Vorschein gekommen. Mit einem Print des rundnasigen Dinosauriers Yoshi aus der Welt des Super Mario auf dem Rücken, den der Kleine so überschwänglich an sich gedrückt hatte, dass Patricks Herz bei der bloßen Erinnerung vor Zuneigung flatterte.
Das war der Moment gewesen, in dem die elektrische Spannung sich in ihm aufzubauen begonnen hatte. Stück für Stück. Jeden Tag ein bisschen mehr. Dieses Prickeln. Dieses unaussprechliche, euphorische Gefühl.
Patrick kletterte die mit Algen bewachsenen Ufersteine entlang und setzte über ein schlammiges Rinnsal hinweg, wobei er kurz ins Straucheln geriet.
Er wusste, dass ein weiterer Kontrollverlust ihn den Kopf kosten konnte. Und doch blieb in ihm die Gewissheit, dass diese Gefahr ihn nicht würde aufhalten können, wenn die Alternative wäre, in der Wüste seiner eigenen Seele zu verdursten.
Sein Handy piepte.
Patrick zog es aus seiner Hosentasche hervor und las die kurze Nachricht seines Vaters im Gehen, ohne den Takt seiner Schritte zu verlassen.
- kannst du dich heute Abend um Jonathan kümmern?
hab noch ein Meeting um 20 Uhr
Wie immer …
Patrick tippte, während er mit einem Auge auf das Gelände zu seinen Füßen schielte.
- klar
Ich bleib bei Joshi.

18:00 Uhr

Sophie, die Mutter der Zwillinge, lieferte Jonathan pünktlich zu Hause ab. Das Lächeln auf den Lippen zuvorkommend wie immer. Der Kleine hatte ihr also nichts erzählt. Sonst hätte sie Patrick wohl eher ins Gesicht gespuckt.
Er lächelte zurück.
„Danke, dass du ihn gefahren hast.“
„Ach, gar kein Problem“, Sophie strich sich eine feuerrote Haarsträhne hinter das Ohr, die keinen Zweifel daran ließ, von wem ihre beiden Töchter die auffällige Haarfarbe geerbt hatten.
„Einen schönen Abend euch und liebe Grüße an Volker!“
„Richte ich aus. Bis dann!“
Patrick lauschte auf das Schnurren des Automotors, das Sophies Verschwinden von dem Grundstück begleitete, und schob mit dem Fuß Joshis achtlos in den Eingangsbereich geworfene Schuhe beiseite, damit ihr Vater später im Dunkeln nicht darüber stolperte.
„Was hältst du von Spaghetti?“, fragte er seinen Bruder und ging voran in die Küche, wohin der Kleine ihm mit federnden Schritten folgte. Patrick grinste.
„Und dann gucken wir beim Essen Fernsehen und legen die Füße auf den Tisch! Hast du bei Kalle und Marie schon Hausaufgaben gemacht?“
Bei dem letzten Satz sah er auf Joshi hinunter, der sich gerade an ihm vorbeischob, um sich, wie es seine Gewohnheit war, auf die rustikale Platte des Esstisches hinaufzuziehen und von dort aus die Beine in der Luft baumeln zu lassen.
„Wir hatten nur Mathe auf.“
„Und das habt ihr zusammen gemacht?“
Joshi nickte eifrig, woraufhin Patrick die Hand ausstreckte und seinem Halbbruder die Locken zerzauste.
„Braver Junge.“
Jonathan wischte sich die Haare aus den Augen.
„Gibt es auch Tomatensoße?“
„Wenn du das möchtest.“
„Und Streukäse?“
„Ja klar!“, Patrick zog in gespieltem Unverständnis die Augenbrauen hoch, „Nudeln ohne Käse? Wo gibt’s denn so was?“ Jonathans Kichern ließ auch Patricks Lächeln noch etwas breiter werden und er spürte, wie etwas tief in ihm zu kribbeln begann.
Nein. Nicht jetzt!
Patrick kramte eine Packung Spaghetti hervor, füllte einen Edelstahltopf mit Wasser und schaltete die Herdplatte mit dem Knacken des dazugehörigen Drehknopfes ein.
Er musste atmen! Tief atmen.
Er hatte alles im Griff. Es würde nichts passieren. Nicht heute.
Patrick versuchte, sich selbst zu glauben, während seine eigene Stimme lautlos auf ihn einredete. Er warf Joshi einen verstohlenen Blick zu. Sah dessen Füße in den grün geringelten Socken vor- und zurückschwingen, während sein Bruder von irgendeinem Playstation-Spiel erzählte, welches er heute bei seinen Freundinnen kennengelernt hatte.
Heute Abend bist du sicher, flüsterte Patrick in Gedanken.
Versprochen. Ich hab’ alles unter Kontrolle.



Kapitel 1

Samstag, 19. September 2014

23:05 Uhr

Joshi war wach. Viel zu wach für diese Uhrzeit. Und viel zu wach für eine Teenieparty.
Die dröhnend laute Musik aus dem Wohnzimmer war nicht nur problemlos im ganzen Haus zu hören, sondern Dank der basslastigen Anlage auch zu spüren.
Und Joshi liebte es!
Ohne auch nur das kleinste bisschen zu taumeln, durchquerte er die luxuriös ausgestattete Küche und öffnete den Kühlschrank, dessen Griff bereits von klebrigen Fingerabdrücken übersäht war.
Der Alkoholvorrat war im Laufe des Abends deutlich geschrumpft. Doch Joshi fühlte sich stocknüchtern. Dabei hatte er keinen Schimmer, das wievielte Bier er da grad aus dem untersten Fach herauszog.
Das Koks hielt seinen Kopf kalt und klar. Ohne es wäre er garantiert schon in irgendeiner Ecke eingepennt.
Aber Joshi wollte jetzt nicht schlafen!
Er stellte für Tracy eine der geöffneten Flaschen auf die Arbeitsfläche, während ihre Finger verträumt mit den gefilzten Locks spielten, die in alle Richtungen von Joshis Kopf abstanden.
Tracy war Joshis erste richtige Freundin. Und er war verflucht stolz, dass dieses wunderschöne Mädchen ausgerechnet ihn dazu ausgewählt hatte, mit ihr zusammen zu sein. Obwohl er erst vierzehn war und sie mit ihren sechzehn Jahren schon beinahe erwachsen. Diese Prinzessin mit dem glatten, blauschwarzen Haar und den Augen, die so anmutig geformt waren wie die einer Katze. Tracys Lippen drückten sich auf die seinen.
Sie schmeckten nach Erdbeerlipgloss und Bier.
„In der Küche wird nicht gefummelt!“
Grölend kamen mehrere von Tracys Klassenkameraden hereingetorkelt und schoben das Pärchen zur Seite, um sich ebenfalls am Kühlschrank zu bedienen. Einer von ihnen boxte Joshi gegen den schmächtigen Arm.
„Musst du nicht mal ins Bett, Kleiner?“
Er überragte Joshi um mindestens zwanzig Zentimeter. Und dieser wünschte sich einmal mehr, er hätte die stattliche Statur seines Vaters geerbt.
„Was ist los mit dir, Tracy? Du kannst jeeeden Mann haben, den du willst …“ Er unterdrückte einen Rülpser und schielte erneut auf Joshi hinunter, die Augenbrauen verständnislos gerunzelt. „Und dann nimmst du ihn?“
Wie erbärmlich Besoffene doch aussahen … Joshi überlegte kurz, ob er etwas erwidern sollte, hielt dann aber die Klappe.
„Was willste bitte mit ’nem Kind? Ist das überhaupt erlaubt?“
Der Kerl lachte, als hätte er den Witz des Jahrhunderts gemacht.
Was laberte er da für eine Scheiße?
Und was sollte das dämliche Gegrinse seiner Freunde? Hielten sie Joshi auch für ein Kind, wenn sie in der Schule heimlich ihr Gras bei ihm kauften?
„Aber du hältst dich für einen Mann, oder was?“, schnaubte Tracy und nahm Joshi kopfschüttelnd bei der Hand, um sich an den Jungs vorbeizudrängeln. „Die kleinen Kinder hier seid ja wohl ihr …“
Joshi ließ sich von seiner Freundin aus der Küche schleifen und zeigte den dümmlich dreinschauenden Typen im Vorbeigehen den Mittelfinger.
Was für Loser. Er, Joshi, war hier derjenige mit der hübschen Freundin!
Sollten die sich doch alle ficken.
Dutzende Partygäste standen im ganzen Haus verteilt. Mit ihren Getränken hatten sie sich entlang der Wände aufgereiht und Joshis Finger umschlossen Tracys Hand, als fürchte er, jemand könne sie ihm wegnehmen. Er ließ sich von ihr ins Wohnzimmer ziehen, wo die Musik so laut war, dass es Joshi fast die Trommelfelle zerfetzte. Achtlos stellten sie ihre Bierflaschen auf dem nächsten Tisch ab.
Alle Sitzmöbel waren zur Seite geschoben und die Teppiche aufgerollt worden und über der so entstandenen Tanzfläche schwebte eine riesige, silbern glitzernde Sechzehn. Überall blinkten Lichterketten und das herumliegende Konfetti machte den Boden unter ihren Füßen rutschig. Papierschlangen ringelten sich um frei im Raum hängende Lampenschirme und zierten die Hälse einiger Mädchen.
Tracy steckte Joshi zwei Knicklichter ums Handgelenk und er umfasste ihre Hände mit den seinen. Wie Yin und Yang schmiegten ihre Finger sich ineinander. Ihre weiß wie die ersten Blüten im Frühling. Seine braun wie Mahagoni.
Tracys Hüften bewegten sich geschmeidig zu dem Beat, der aus zwei schrankgroßen Boxen drang, und Joshi passte seine Schritte den ihren an, ohne darüber nachzudenken.
Während die meisten Jungs in seinem Alter ihre pubertierenden Körper niemals freiwillig auf eine Tanzfläche bewegt hätten, um dort ihre Gliedmaßen hin- und herpendeln zu lassen, war Joshi hier in seinem Element.
Tanzen.
Seit er denken konnte, gab es nichts, was ihm ein intensiveres Gefühl von Freiheit hätte verschaffen können als das. Versunken im Takt der Musik, konnte er für einen Moment einfach alles vergessen. Seinem Körper entfliehen, durch den Rhythmus eines fremden Herzens. Eines Herzens, das nicht voller Angst war.
Als Tracy irgendwann mit ihren besten Freundinnen auf ihr Zimmer verschwand, um dort irgendwelche Geheimnisse zu besprechen, wie Joshi vermutete, gesellte er sich für eine kurze Verschnaufpause zu seiner besten Freundin in den Garten. Es roch nach Feuer und gegrillten Würstchen und Joshi wechselte bei einer Zigarette hibbelig ein paar Worte mit Kalle, was im Klartext bedeutete, dass er sie zehn Minuten ohne Punkt und Komma zulaberte. Dann verschwand er für eine weitere, winzige Line auf dem Klo.
Das Kokain hatte ihn ein Vermögen gekostet. Doch für die Geburtstagsparty seiner Prinzessin hatte Joshi etwas Besonderes haben wollen. Und ehrlicherweise hatte er auch ein bisschen Schiss davor gehabt, Tracys ältere Freunde alle auf einem Haufen zu treffen. Weshalb es ihm ratsam erschienen war, sich etwas Selbstsicherheit durch die Nase in sein Gehirn zu ziehen.
Und sein Plan war aufgegangen.
Der Abend lief nahezu perfekt!
Um eins begann das Haus allerdings leerer zu werden. Immer mehr Leute gingen nach Hause und auch Kalle und Marie mussten los. Ihre Mutter würde in wenigen Minuten mit dem Auto vor dem Haus vorfahren und die Zwillinge wollten auf gar keinen Fall die Peinlichkeit riskieren, dass Sophie an der Haustür klingelte.

5 Sterne
Tolles Buch  - 04.06.2024
Jennifer Grulke

Wow, was für ein Erstlingswerk! Es ist thematisch kein "leichtes" Buch, mich hat es mehrfach zu Tränen gebracht, aber es lohnt sich sehr. Von Seite 1 an möchte ich den kleinen Joshi drücken und beschützen, aber auch andere Charaktere haben mein Herz gewonnen und manche auch nicht so sehr. Durch den Schreibstil konnte ich mit den Protagonisten mitfühlen und finde die Beschreibungen von Szenarien manchmal hart aber auch sehr wahrhaftig erzählt. Es hat mich zum Nachdenken angeregt über die Frage der Schuld, die Beleuchtungen von Familienverhältnissen, Freundschaften und den schwierigen Weg heraus aus Situationen aber auch den Mut und die richtigen Leute um sich herum. Es ist ein absolut tolles Buch und ein Neu-Autor mit hoffentlich noch einigen weiteren Werken! Chapeau

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