Seyringer Satiren

Seyringer Satiren

Klaus Potsch


EUR 18,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 250
ISBN: 978-3-99107-094-8
Erscheinungsdatum: 04.08.2020
Klaus Potsch ist ein scharf analysierender Beobachter, der Vorder-, Hinter- und Untergründe von Ereignissen weltweit er- und verklärt: von österreichischer bis amerikanische Politik, Zeitgeschichtliches und Historisches, international und regional.
Vorwort

Man sagt, wenn die Zeiten schlecht sind, blüht das Kabarett, blüht die Satire. Es fragt sich dann nur, für wen die Zeiten schlecht sind. Wenn die Einkommens- und Besitzschere jedenfalls aufgeht, dann wächst die Zahl derer, für die das Lebensumfeld schlecht ist. Für verschiedene Menschen aber ist die Schmerzgrenze, ab der die Lebenssituation als schlecht erachtet wird, auf einer objektiven (wenn es so etwas gäbe) Skala woanders angesiedelt.
Also, wenn es nach mir geht, dann sind die Zeiten schlecht. Da kann man seinen Frust in der Satire abladen. Und deshalb schreibe ich.
In schlechten Zeiten braucht der Mensch etwas zum Lachen. Das sind oft Komödien im Theater, komische Situationen, die man im Alltag erlebt. Auch Witze helfen oft weiter.
Ein weiteres Kriterium in Bezug auf das Schreiben von Satiren ist das Hinterfragen der Wirklichkeit. Das Stilmittel der Satire ist deren Verzerrung. Wenn man nun die Nachricht ins Gegenteil verkehrt, kommen oft Hintergründe zum Vorschein, die man gar nicht bedacht hat. Das Ziel der Satire ist etwas sehr Konkretes, eine Situation, die sich in der Wirklichkeit abgespielt hat, die Menschen oder Institutionen, die darin involviert waren.
So kann eine Satire eine Waffe sein, für die man gar keinen Waffenschein braucht. Eine Satire soll kritisieren, etwas aufdecken, aber nicht verletzen. Das ist generell meine Intention. Keinesfalls will ich als Autor jemanden beleidigen, verhöhnen, verspotten, durch den Dreck ziehen oder verletzen. Falls dies doch jemand so empfindet, dann möchte ich mich vorweg entschuldigen. Mir ist klar, dass die Grenze zur Verletzung bei jeder Person anders zu ziehen ist.


Abkürzungen

BBB Brexit Bully Boris
BMR Beate Meinl-Reisinger
DDD Deal Dude Donald
HCS Heinz-Christian Strache
HPH Hans-Peter Haselsteiner
JCJ Jean-Claude Junker
NRA National Rifle Association
PRW Pamela Rendi-Wagner
RTE Recep Tayyip Erdoğan
UKW unser Kurz Wastl (Sebastian)
UHBP unser Herr Bundespräsident
vdB van der Bellen
VVPut-in Vladimir Vladimirovich Putin


Die ersten Hundert

Nr. 1 Camping 2017-12-12
Das juristische Megaereignis nimmt seinen Lauf. KHG auf der Bank. Kaum vorstellbar vor mehr als zehn Jahren. Damals Finanzminister, heute mittellos: Er besitzt kein Auto, kein Haus. Alles rechtzeitig in Sicherheit gebracht? Zu seiner Fortbewegung: Hat ihn schon jemand in den Öffis gesehen? Ich würde an seiner Stelle dort nicht auftauchen. Und seine Bleibe: Ist er bei seiner Frau zum Wohnen eingeladen? Untermiete kann er sich ja nicht leisten, denn er hat derzeit kein Arbeitsverhältnis. Oder hat ihn jemand am Campingplatz in Kitzbühel in einem Zelt gesehen? In so einem öden Winkel wohnen zu müssen! Er tut mir leid. Daher verstehe ich ihn völlig, dass er sich als Anwalt den Herrn Einöder verpflichtet hat. Der kann wohl seine Situation am besten verstehen. Warum ist KHG arbeitslos? Es muss Masochismus sein. Bei der günstigen politischen Konstellation blau bis türkis-schwarz kann er locker mit einem Jobangebot als Finanzminister rechnen. Schelling will sich ohnehin beruflich neu orientieren. Nachdem Kurz das Kammer-Jammern abgeschwächt hat und sich alle mit einer Reduktion der Mitgliedsbeiträge zufriedengeben, könnte KHG den Verlust querfinanzieren. Know-how hätte er ja.

Nr. 2 Gesundheit 2017-12-12
Die Kippen werden nicht gekippt. UKW (unser K.Wastl) ist eingebrochen. Wahrscheinlich hat er eine Nikotinvergiftung von HCS. Frag mich nur, wie viel der Steuerzahler zahlen muss, damit die Regierung in Nichtraucher- und Raucherkammerln separiert werden kann. In den Gaststätten regiert weiter der Mammon. Sie wollen verdienen und nicht die Gesundheitsinitiativen der Regierung unterstützen. Das sollen andere machen. Ich wünsche ihnen nur weniger Gäste ob solcher xenophoben Einstellungen. Hoffentlich finden die Gastronomen genug Servierpersonal, das in den Raucherzimmern bedienen will. Wenn nicht, dann Selfservice!
Die Thinktank-Firmen haben schon längst rauchende Köpfe von nicht rauchenden getrennt.
So nebenbei: Es gehen Gerüchte um, dass unser UHBP vdB Mitglied der FPÖ wird. Er springt vor lauter Freude, dass er auch nach dem Frühjahr seine frisch Angetraute zum ersten Hochzeitstag in ein Restaurant ausführen darf.

Nr. 3 Geheimtreffen 2017-12-21
Wie erst jetzt bekannt wurde, haben sich Kern und HCS heimlich getroffen. Zweck dieses Treffens war ein Erfahrungsaustausch und ein Austausch von Handbüchern für Regierungspraxis und Oppositionsrolle. In diesen Manualen sind vor allem Übungen hinsichtlich der Wortwahl enthalten. Letztere ist ja diametral anders für die Regierenden und Oppositionellen. Der Leitfaden ist aber sehr einfach:
Regierung: Wir haben immer recht und sorgen uns um das Wohl der Bürger. Die Opposition stellt unsinnige Forderungen auf, die nicht finanzierbar sind.
Opposition: Die Regierung verspielt die Zukunft unserer Kinder! Wenn die nur auf uns hören würden. Wir wüssten, wie man Probleme lösen könnte!

Nr. 4 Vögel und andere Flieger 2017-12-22
Heißt es doch: Ein Vogel peckt einem anderen Vogel kein Auge aus. Aber der Überlebenskampf wird immer härter. Schließlich gibt es da einige starke Vögel, die sehr gut fliegen können. Doch wie kommt man an die heran? Man jagt sie, bis sie nicht mehr können. Dann kann man zupacken oder zupecken. Dann gibt es keine Gegenwehr mehr. Aber Vorsicht! Die anderen Jäger kommen nach. Mal sehen, wie so ein flugunfähiger Vogel gerupft wird. Es tun einem eigentlich auch die Jungen leid. Sie können sich überhaupt noch nicht wehren, noch können sie selbst abheben.
Kommt euch diese Fabel bekannt vor? Es ging um den blechernen Gelsen-Flieger, der anfangs immer nur im Kreis flog.

Nr. 5 It was the Night Before Christmas 2017-12-25
Andere Länder, andere Sitten: Football am Heiligen Abend.

Nr. 6 Politische Korrektheit 2017-12-30
Heuer gingen ein großes Aufatmen und ein Aufschrei von bedrängten Frauen von Hollywood aus. Nix mehr mit Grapschen. Süchtige müssen sich Ersatzobjekte suchen. Davon wissen die Lebensmittelhändler zu berichten. Ihnen zufolge werden rundes Obst und Gemüse vermehrt auf Reife abgetastet. Sie überlegen, die Gemüsegrapscher mit Bild ins Internet zu stellen.

Nr. 7 Politisches, Kurzmeldungen 2017-12-30
Im Fernsehen, im Rundfunk, jeder will allen das Jahr 2017 erklären. Da möchte ich nicht nachstehen.

Venezuela: Maduro wird als zweiter Herzog mit den leeren Taschen in die Geschichte eingehen. Es fragt sich nur noch, wann die Inflationsgeschwindigkeit die Lichtgeschwindigkeit übertreffen wird.
Simbabwe: Mugabe hat die Altersgrenze für Regierende übersehen. Wurde weggeputscht.
Spanien/Katalonien: Putschdämon regiert ein nicht existierendes Land vom Ausland aus.
Südafrika: Zuma hat mangels grauen Frischzellennachschubs den notwendigen IQ zum Regieren nicht mehr erreicht.
Nordkorea: Kim, ein Diktator der alten Schule. Er muss nur mit der Faust auf den Tisch hauen und schon hebt eine Ra--
kete ab.
Deutschland: Die Politiker zieren und die Regierungsverhandlungen ziehen sich. Es ist noch nicht klar, ob Chefköchin Angela weiß, welche Zutaten sie im Regierungsstrudelteigprogramm verwenden will.
Österreich: Im Vergleich zu Deutschland ist die Regierungsbildung kurz und strachig über die Bühne gegangen. Die seit 2000 arbeitslosen österreichischen Demonstranten und ausländische Politboykottierer atmen auf. Endlich können sie wieder aktiv werden. Nur Vorsicht: In Wien sind nicht alle Gackerl im Sackerl.
Tschechien: Dem gewählten Ministerpräsidenten und Milliardär Babič wird Korruption vorgeworfen: In seinem Amt würde er dann Oligarchie, Demokratie und Kleptokratie vereinigen.
Russland: Zar VVPut-in tritt zur Wiederwahl an, er beerbt sich also selbst. Am Horizont zeigt sich ein Mann, ein Phantomzar, der bei der Wahl auf nicht abgegebene Stimmen zählt.
USA: Wer glaubt, dass nur Russland eine Oligarchie ist, der hat sich getäuscht. In den USA haben 51 Senatoren für ihre Tasche, sprich Steuerreform, gestimmt. Zar DDD (Deal Dude Donald) lässt sich als Santa Claus feiern.
Die Umbauten im Weißen Haus waren ein voller Erfolg. Um die Türschnallen nicht abzuwetzen, hat man eine Drehtür von Smith & Wesson eingebaut, die die ausgehenden Personen politisch abschießt.
Das Arbeitszimmer von Donald wurde mit Eierschalenkartons tapeziert, damit sein Poltern in den angrenzenden Räumen nicht so stark vernommen wird.
In sein zweites Arbeitszimmer am Golfplatz in Florida hat sich Donald einen Artillerieoffizier eingeladen. Mit dessen Hilfe möchte er mit einem 10er-Eisen seine Golfbälle Richtung Nordkorea abfeuern. Bislang hat er es nicht einmal bis New Orleans geschafft. Alle Arbeiter auf den Ölplattformen im GOM haben sich stärkere Helme zugelegt.
Im Übrigen läuft seine Kampagne „Me first“ fantastisch.

Nr. 8 Die österreichische Seele – ist da jemand? 2018-01-02

Nr. 9 Die österreichische Seele – 1.1.20xx 10:00 2018-01-02

Nr. 10 Die österreichische Seele – St. Hubertus 2018-01-02

Nr. 11 Die österreichische Seele – Albtraum 2015 2018-01-02

Nr. 12 Die österreichische Seele – Suppe der Seligen 2018-01-02

Nr. 13 Die österreichische Seele – Untergang? 2018-01-02

Nr. 14 Die österreichische Seele – Gartentor 2018-01-02

Nr. 15 Die österreichische Seele – Draußen 2018-01-02

Nr. 16 Die österreichische Seele – Ausgegrenzt 2018-01-02

Nr. 17 Die österreichische Seele – Perspektiven 2018-01-02

Nr. 18 Die österreichische Seele – Kein Licht ins Dunkel 2018-01-02

Nr. 19 Die österreichische Seele – Endlosschleife 2018-01-02

Nr. 20 Nachrichten 2018-01-05
DDD ist es leid, sich über Nachrichten zu ärgern. Daher schritt er zum Gegenangriff und gründete seine eigene Nachrichtenagentur mit dem Namen „Trump Today“. Dort hat er alle Freiheiten, seine Faktenverdrehungen, Meinungsänderungen in die Welt hinauszuposaunen, was laut SN vom heutigen Tag im Schnitt 5,6 x/Tag eintritt.

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