Humor & Satire

Mal witzige Kurzgeschichten, mal auch nicht, mal tierische

Illen Weitre

Mal witzige Kurzgeschichten, mal auch nicht, mal tierische

Leseprobe:

MAL WITZIGE“

1 Ofenbauer Meister Stirliz

Pünktlich um acht Uhr morgens klingelte es an der Eingangstür – Frau Seidel, schwer schnaufend, drehte sich auf die andere Seite im Bett und zog die Decke über ihren Kopf. Aber es klingelte nochmals und nochmals … Sie schrie laut: „Zum Teufel! Ich bin hundemüde!Ich will schlafen! Nein und nein! So geht es nicht mehr weiter, ich verlasse meinen Mann!Ich muss einfach meinen Mann verlassen!“ Mit diesen Worten machte sie die Tür auf … „Ach Sie sind es, Herr Stirliz? Was kann ich für Sie tun?“, fragte sie und schaute ihn verwirrt an. „Aber so was, Frau Seidel! Erstens einen guten Morgen! Zweitens, Sie haben doch selber gewünscht, dass ich mit dem Umbau Ihres kaputten Kachelofens heute anfange. Ich kann auch wieder gehen, wenn Sie möchten. Ein Meister braucht sich nicht aufzudrängen … Arbeit habe ich genug und das nicht nur in unserem Dorf. Also, ade!“ Sagte es und drehte sich um. „Wenn Sie Ihren Mann verlassen wollen, dann ist es auch verständlich!Machen Sie sich um mich keine Sorgen, Frau Seidel. Wenn Sie auch schon alle Baumaterialien bekommen haben … Aber das ist nicht mein Problem.“,murmelte er vor sich hin und ging.
„Verzeihen Sie bitte, Herr Stirliz! Ich habe den Termin mit Ihnen ganz vergessen, Sie können anfangen – natürlich können Sie anfangen … aber ich lass Sie allein, ich muss noch ein wenig schlafen, sonst werde ich verrückt!“ „Gehen Sie ruhig, ich komme zurecht, Frau Seidel.“
Frau Seidel legte sich noch einmal ins Bett und schlief noch eine Weile. Herr Stirliz machte seine Arbeit. Über drei Stunden waren vergangen, als Frau Seidel noch gähnend und mit einem verschlafenen Gesicht aus dem Schlafzimmer kam.
„Jetzt geht es mir viel besser … ich brauche einfach meinen Schlaf. Oh! Sie sind schon so weit gekommen, Herr Stirliz! Mit Ihrem Tempo schaffen Sie es in drei Tagen. Ich mach uns mal Kaffee, legen Sie eine Pause ein, bitte!“
Sie saßen auf der Terrasse und tranken Kaffee. Herr Stirliz schaute sie neugierig an. Sie merkte das und fragte ihn sofort: „Was ist? Wollen Sie was sagen? Keine Angst, ich beiße nicht.“
„Na ja, als ich heute Morgen angekommen bin, sagten Sie, dass Sie ihren Mann verlassen wollten. Ich verstehe nicht, warum. So ein wunderbares Haus, Sie sind nicht die Ärmsten. Geht Ihr Mann fremd? Entschuldigen Sie bitte, wenn ich zu frech bin!“
„Schon gut, Herr Stirliz. Fremd gehen? Nein! Nicht, dass ich wüsste. Wir lieben uns immer noch, auch nach 20 Jahren.“
„Ist er ein Säufer?“ „Wie kommen Sie darauf? Nein!“
„Dann schlägt er Sie bestimmt, oder? Es tut mir leid, verzeihen Sie bitte, ich bin zu weit gegangen.“
„Nein und nein! Was soll das? Sehe ich aus wie eine geschlagene Frau? Habe ich blaue Flecken?“
„Nein! Und ich bitte Sie um Entschuldigung, aber warum wollen Sie ihn dann verlassen?“
„Weil er schnarcht und ich kann keine einzige Nacht durchschlafen. All die Jahre habe ich es ausgehalten. Ja, ja ich kann am Tag schlafen, ich weiß was Sie sagen wollen. Das habe ich auch immer getan, was natürlich nicht den Nachtschlaf ersetzen kann. Aber Sie wissen nicht, wie er schnarcht!! Es ist ein Wahnsinn! Das ganze Haus zittert, die Glasscheiben beben. Sie haben Recht, wir sind nicht die Ärmsten, wenn Sie wüssten, wie viel Geld ich ausgegeben habe, und das nach dem Zweiten Weltkrieg – und alles umsonst, es war raus geschmissenes Geld! Nichts und niemand konnte uns helfen, also meinem Mann, versteht sich, und damit auch mir. Wir waren nie in einem richtigen Urlaub, weil ich wollte, dass er von den besten Ärzten, Forschern und Wissenschaftlern untersucht wird. Und das weltweit.“
„Und alles hat nichts gebracht?“
„Das ist doch gerade das Schlimmste! Und ich habe es satt, jeden Tag, also jeden Vormittag, im Haus herumzulaufen wie eine alte, ständig gähnende Schlafmütze! Ich kann es nicht mehr aushalten, ich will auch mal wieder eine Nacht so richtig durchschlafen können! Verstehen Sie mich?“
„Doch, doch, ich verstehe Sie, Frau Seidel. Wenn ich es richtig verstanden habe, Sie würden ihn nicht verlassen, wenn es möglich wäre, dass er aufhören würde, zu schnarchen? Also lieben Sie ihn noch? Und wenn er aufhört zu schnarchen, dann bleiben Sie?“
„Aber selbstverständlich liebe ich ihn und er mich, das weiß ich ganz genau!“
„Und wie schläft ihr Mann?“
„Wie, wie schläft mein Mann?“
„Na auf dem Rücken, mit offenem Mund usw.?“
„Ja! So wie die meisten Menschen auf dem Rücken! Wieso fragen Sie so etwas? Ist es nicht richtig?“
„Wie man es nimmt, aber ich frage, weil ich Ihnen vielleicht helfen kann.“
„Sie? Aber wie denn, wenn ich fragen darf?“
„Versuchen sie mal, wenn er so weit ist und schläft, seine Beine auseinander zu legen.Wenn es nicht hilft, dann bin auch ich machtlos. Vielen Dank für die Stärkung! Ich muss weiter machen.“

Am Abend, als Frau Seidel mit ihrem Mann ins Bett gegangen war, sie eine Weile geknutscht hatten und er danach eingeschlafen war, fing er sofort schrecklich zu schnarchen an. Dem Rat von Meister Stirliz folgend, zog sie wütend und kräftig die Beine ihres Mannes auseinander, deckte ihn danach fürsorglich zu und legte sich erwartungsvoll neben ihn. Am nächstem Morgen klingelte Herr Stirliz pünktlich um acht Uhr an der Tür. Frau Seidel machte mit einem freundlichen Lächeln auf, begrüßte ihn herzlich und bat ihn zum Frühstück.
„Einen schönen Guten Morgen, Frau Seidel! Sie sehen aber gut aus heute! Und der gedeckte Tisch schon so früh! Ich habe doch noch nichts getan heute! Womit habe ich das denn verdient?“
„Sie haben mehr als das verdient! Endlich habe ich die ganze Nacht durchgeschlafen, ohne mit zu bekommen, wie mein Mann aufgestanden und zur Arbeit gefahren ist. Verstehen Sie? Und das ist Ihr Verdienst, mein lieber Herr Stirliz! Ich danke Ihnen für Ihren Rat!Danke, danke!“
Ihre strahlenden Augen waren nicht zu übersehen und Herr Stirliz sagte:
„Also doch! Ich freue mich für Sie, so strahlend habe ich Sie noch nie gesehen. Dann verlassen Sie Ihren Mann nicht, Frau Seidel?“
„Nein! Auf gar keinen Fall! Wenn es so ein einfaches Mittel gibt! Aber mich interessiert schon, wie Sie darauf gekommen sind und wieso es wirkt.“
„Da braucht man kein Akademiker zu sein, um das zu wissen. Ein kleiner Ofenbaumeister kennt sich besser aus! Sie wollen wissen, wie es funktioniert? Ganz einfach, ich erkläre es Ihnen gern, gnädige Frau. Also: Man streckt die Beine auseinander, dann fallen die Eier runter und decken den Arsch zu. Das Ergebnis: Kein Durchzug – kein Schnarchen! Ofenbauer Weisheit! Ganz einfach!“


2 Verrückt müsste man sein

Auf einer Bank im Park saß ein Mann mit geschlossenen Augen. Vorbei laufende Menschen schauten ihn an und liefen weiter. Es war schließlich nicht selten, dass ein alter Mensch auf der Bank ein kurzes Schläfchen machte.
Aber nach einer Weile machte er die Augen auf, traf den Blick eines vorbei laufenden Mannes und plötzlich grüßte er ihn freundlich:
„Hallo Thomas! Bist du das wirklich? Bist du nicht tot? Ich dachte …!“
„Du dachtest richtig Ben, ich bin auch tot mein Lieber!“
„Und was machst du dann auf der Erde, wenn ich fragen darf?“
„Du darfst Ben. Weißt du, da oben im Himmel ist alles gut und sehr schön, aber ich vermisse die Welt da unten. Da herrscht Leben, überall sind Menschen, die rauchen, saufen, alle Wiesen sind voll am Wochenende, danach gibt es was zu tun – und es gibt nicht nur Hundedreck wegzuräumen. Ein herrlicher Gestank auch, wenn ich nur an den Verkehr denke!“
„Und das alles hast du vermisst? Mich stört es nur und du vermisst es, Wahnsinn, dass ich so was noch erleben darf in meinem Alter!“
„Du bist 10 Jahre jünger als ich, in deinem Alter war ich mit dem Leben auf der Erde auch unzufrieden. Aber nachdem ich das Leben im Paradies da oben kenne, bin ich sehr enttäuscht.“
„Wieso? Himmlische Ruhe im Paradies! Davon träumt doch jeder Mensch auf Erden und so etwas hast du verlassen? Da muss man ja verrückt sein!“
„Wie du meinst, aber ich wollte wieder einmal alles, was auf der Erde passiert, noch einmal erleben. Ja, ich weiß, was du jetzt sagen willst. Es ist da oben auch wirklich wunderbar, und das nicht nur wegen der ewigen Ruhe. Es ist so schön, alles blüht und duftet, es herrscht beste Ordnung und alle sind so freundlich … Und die Frauen!!! Ein wunderbares Erlebnis, sage ich dir … Ich gehe auch wieder zurück, mein Lieber …“
„Aber wie denn? Hast du extra einen Abholtransport bestellt, oder was? Ha,ha! Ich wusste nicht, dass es so einfach bei euch da oben läuft, mein Kumpel. Ach, wenn ich es nur für eine kurze Zeit anschauen dürfte.“
„Wie meinst du das? Willst du sterben?“
„Nicht unbedingt! Nur kurz hin und zurück.“
„Aha! Also habe ich recht, dass ich die Erde vermisse, denn du willst nur kurz nach oben und dann auch wieder zurück.“
„Wie zurück? Ich bin doch nicht im Himmel, ich träume nur davon!“
„Ich kann dir helfen, Ben. Gib mir deinen Hut und deine Schuhe.“ Ben legte den Hut neben sich auf die Bank, bückte sich nach unten, zog seine Schuhe aus und schaute Thomas an.
„Na und? Wie willst du es machen? Fliegen kann ich nicht!“
„Doch Ben, du kannst, wenn ich dir meine Flügel gebe. Also, ich hänge sie jetzt von mir ab.“ Thomas machte eine Bewegung, so, als hätte er etwas von seinen Schulten herunter geschüttelt, dann streckte er die Hände zu Ben, fasste ihn an, drehte ihn zu sich und hängte ihm die imaginären Flügel auf. Bei Ben fühlte es sich an, als hätte er einen Rucksack geschultert. Er murmelte leise: „Also wirklich, kann ich damit tatsächlich fliegen oder ist es ein „Todesscherz“?“
„Tote scherzen nicht, mein Lieber, ich meine es ernst. Aber morgen um diese Zeit musst du wieder genau hier sein, sonst bleibt unser Tausch für immer, verstehst du?“
„Na klar verstehe ich es – und was jetzt?“
„Stell dich auf die Fußspitzen, strecke die Arme hoch und eins, zwei, drei, los!“
Ben verschwand, als hätte ihn die Luft verschluckt. Thomas zog Bens Schuhe an und setzte den Hut auf, setzte sich bequem auf die Bank, atmete tief ein und aus und schloss die Augen.
Er schlief ein.
Früh am Morgen wachte er auf, als ein Hund versuchte, es mit seinem Fuß zu treiben. Er hörte, wie eine Frau schrie: „Keri! Meri! Bei Fuß! Lasst den alten Mann in Ruhe! Es reicht, dass ihr seine Schuhe angepisst und in seinen Hut rein gekackt habt! Bei Fuß, habe ich gesagt! Ihr könnt es miteinander treiben!“ Thomas öffnete seine Augen, sah den Hut auf dem Boden voll mit Kacke, wollte in die Schuhe schlüpfen und stieß einen Schrei aus:„So eine Scheiße! Was habe ich getan? Da muss man wirklich verrückt sein! Und was ist, wenn Ben nicht zum Umtausch kommt!? Und ich habe keinen Schlüssel von seiner Wohnung verlangt! Ben hat recht, da muss man wirklich verrückt sein!!“


3 Rost ist schuld

In einem Modegeschäft war gerade viel los … überall wimmelte es von Kunden, aber Frau Kissling saß in ihrem Büro und wirkte abwesend, traurig und nachdenklich. Plötzlich hörte sie aus dem Verkaufssalon, dass nach ihr gerufen wurde.
„Frau Kissling! Die Kunden brauchen Beratung! Ich brauche Hilfe und bitte Sie, her zu kommen!“
Frau Kissling atmete tief durch, stand auf und machte sich auf den Weg. Sie war ungefähr 40 Jahre alt, eine echte Blondine mit einer sehr schönen Statur. Sie sah immer noch nachdenklich und traurig aus. Aber als sie ein junges Mädchen in Begleitung eines etwa 35 jährigen Mannes sah, waren plötzlich alle ihre Sorgen vergessen.
„Einen schönen Guten Morgen! Was kann ich für Sie tun?“
„Frau Kissling, wir brauchen für meine Schwester ein besonders schönes Kleid. Sie ist 17 und das wird ihr erster festlicher Ausgang Unsere Eltern sind gerade im Ausland und ich …“ „Machen Sie sich bitte keine Sorgen, Herr …“
„Franz Rupert, und das ist die Wali, entschuldigen Sie bitte, ich habe mich nicht vorgestellt!“
„Jetzt schon, Herr Rupert.“ Sie lächelte ihn an und er lächelte zurück.
„Und für welchen Anlass soll das Kleid sein?“
„Für den Schulabschlussball, verstehen Sie? Es wird der erste Ball für unser Rotkäppchen sein! Und wir wünschen, dass das Kleid umwerfend wird!“
„Was ich voll und ganz verstehe, Herr Rupert. Also, wir haben noch über zwei Monate Zeit. So ein hübsches Mädchen bekommt das schönste Kleid, das verspreche ich Ihnen. Können Sie eine halbe Stunde warten, solange ich mit Wali beschäftigt bin?“
„Ja, ich gehe so lange einen Kaffee trinken. Ich danke Ihnen, Frau Kissling.“, sagte der Mann und lächelte sie wieder an … und sie lächelte zurück …
Als er nach einer halbe Stunde zurück kam, sah er seine Schwester vor Begeisterung lachen und ihre Augen strahlten wie Sterne.
„So ein Kleid habe ich mir schon immer gewünscht, mein Bruderherz! Die ist einfach Klasse!“
„Warum Die nicht Das? Zu einem Kleid sagt man doch Das! Bist du so schlecht in der Schule? Das wusste ich gar nicht, du solltest dich so schnell wie möglich verbessern, mein Schatz!“
„Du bist aber ein Dummkopf! Ich meine die Frau Kissling, nicht das Kleid. Und dir gefällt sie auch, ich habe es gesehen und du braucht es gar nicht abzustreiten. In zwei Wochen haben wir einen Termin …“
„Dann sind unsere Eltern schon wieder da und du gehst mit der Mama!“
„Nein und nochmals nein! Du begleitest mich, versprich es mir, bitte, bitte!“
„Schon gut, schon gut, schreie nicht so laut, Wali!“

Auch Frau Kissling war von Wali begeistert. Das Mädchen ging ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf … Sie sah es immer wieder vor sich. Ihre Traurigkeit war verschwunden, sie träumte schon ewig von einer Tochter – leider hatte es nicht geklappt, all die 15 Ehejahre waren umsonst gewesen. Die ersten 10 Jahre hatten sie es immer wieder versucht. Vergeblich … „Genau so eine Tochter habe ich mir gewünscht, eine Blondine wie ich, oder brünett wie mein Mann. Rothaarige haben wir keine in unseren Familien.Ach, was soll’s? Das sind sowieso nur Träume.“
Zu besagtem Termin erschienen die Geschwister wieder gemeinsam … und zwischen der Verkäuferin und ihm funkte es. Als Herr Rupert Abschied von Frau Kissling nahm, trafen sich ihre Blicke.
Er sagte mit rauer Stimme „Auf Wiedersehen!“ Doch Wali fragte schnell:
„Frau Kissling, wann haben Sie Feierabend?“
„In einer viertel Stunde, wieso fragst du, Wali?“ entgegnete sie mit einer belegten Stimme.
„Dann lade ich euch zum Essen ein!Darf ich, Bruderherz? Bitte, bitte!“
„Ja, du darfst alles, mein Rotkäppchen … Wir warten draußen auf Sie, sagen Sie zu, Frau Kissling, bitte!“
„Wenn zwei so Hübsche mich bitten, dann kann ich nicht ‚nein‘ sagen.“
Das Essen lief perfekt, alle drei waren zufrieden. Besonders Wali. Sie sorgte dafür, dass ihr Bruder die Visitenkarte von Frau Kissling bekam. Schon zwei Stunden nach ihrem Abschied rief er Frau Kissling an und es begann eine heiße Affäre zwischen den beiden. Und zum Schulabschlussball war sie von der Wali eingeladen. Frau Kissling konnte bei all dem mitmachen, weil ihr Mann meistens unterwegs war und mehr mit seiner Arbeit verheiratet, als mit seiner Frau. Und nach nur drei Wochen merkte sie, dass sie schwanger war. Ihr Liebster wusste, dass sie verheiratet war und dachte, dass das Kind von ihrem Mann sei. Und sie ließ ihn in dem Glauben, sie wollte ihm nicht die Wahrheit sagen. Frau Kissling war im Siebenten Himmel. Endlich bekam sie,was sie sich schon immer gewünscht hatte – ein Kind.
Nach einem halben Jahr beendeten sie ihre Affäre.„Sie erwartet doch ein Kind. Da muss ich nachgeben, wenn es mir auch sehr schwer fällt. Ich habe mich in eine verheiratete Frau verliebt und werde ihr Glück nicht zerstören.Sie ist überglücklich, seit sie schwanger ist.“, versuchte Herr Rupert, sich selbst zu überzeugen „Ihr Mann freut sich auch sehr darüber, sagte sie zu mir. Also muss ich loslassen, wenn es mir auch sehr schwer fällt.“
Herr Kissling freute sich wirklich sehr auf das Kind. „Ich hätte nie gedacht, dass unser Wunsch noch in Erfüllung geht, meine Liebe!“, sagte er oft voller Stolz, wenn er mal wieder nach Hause kam.
Und dann war es so weit, das Kind wurde geboren. Der Vater war auf Dienstreise, aber er wurde, wie vereinbart sofort vom Arzt benachrichtigt. Als Frau Kissling nach der Geburt zu Kräften gekommen war und das Kind sah, fiel sie fast in Ohnmacht …
„Was ist mit ihnen los, Frau Kissling? Sie haben eine prächtige, gesunde Tochter auf die Welt gebracht!Und diese schönen roten Haare – wunderschön!“
„Das ist gerade das Elend, Herr Doktor! In unseren Familien gab es seit mehreren Generationen noch nie ein rothaariges Kind! Wie soll ich denn das meinem Mann erklären?“
„Mit der Wahrheit natürlich! Und die wäre?“
Frau Kissling erzählte kurz ihre Geschichte und fragte den Doktor verzweifelt: „Vielleicht können Sie was machen, Herr Doktor?“
„Was denn? Ihr die Haare färben oder was? Aber eine Frage habe ich noch. Wie oft hatten sie mit Ihrem Mann Sex in letzten Jahren? Entschuldigen Sie so eine intime Frage, Frau Kissling.“
„Ach, Herr Doktor, nur zwei, drei Mal im Jahr. Aber wieso fragen Sie?“
„Das ist die Lösung, Frau Kissling! Genau das ist die Lösung!“ Der Doktor lächelte zufrieden …
Als Herr Kissling in der Klinik eingetroffen war, führte der Doktor ihn zu seiner Frau und fragte ihn leise, aber so, dass es seine Frau auch mitbekam:
„Herr Kissling darf ich Ihnen eine intime Frage stellen?“
„Bitte Herr Doktor, Sie können mich alles fragen.“
„Wie oft haben sie mit Ihrer Frau Sex gehabt in letzter Zeit?“
„Gar nicht! Sie war doch schwanger, Herr Doktor! So viel sollten Sie schon wissen!“
„Ich meine eigentlich, bevor sie schwanger geworden ist.“
„Ach so … nun, vielleicht einmal in zwei oder drei Monaten. Wieso fragen Sie?“
„Einen Moment bitte, Herr Kissling! Ich bringe jetzt Ihre Tochter, Ihre wunderbare Tochter!“
Der Doktor kam mit dem Kind herein, und wollte dem Vater das Kind in dessen Hände legen, doch dieser wich zurück und rief voll Entsetzen: „Was ist das denn? Ein rothaariges Kind!? Wie konnte so etwas passieren? Wir haben keine Rothaarigen in unseren Familien! Aber sie ist wunderschön! Warum nur Rot, Herr Doktor? Wie kann so etwas passieren? Ich kann es nicht verstehen!“
„Was haben Sie denn anderes erwartet von ihrem verrosteten Schwanz!?“

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 248
ISBN: 978-3-948379-21-6
Erscheinungsdatum: 10.12.2019
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
EUR 16,90
EUR 10,99

Krampus & Nikolo