Komplett kuriert

Komplett kuriert

Günter Hosner


EUR 16,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 126
ISBN: 978-3-99131-575-9
Erscheinungsdatum: 06.09.2022
Komischer hat noch niemand den Alltag einer Kur erzählt. Äußerst pointiert geschrieben, gleicht „Komplett kuriert!“ einer literarischen Gag-Schleuder mit Lachgarantie!
Für Marlene,
Kaito und Minato


1

Ich habe mich entschlossen, eine Kur zu machen.
Oder eigentlich hat mein Hausarzt mich entschlossen.
„Alter Freund“, hat er gesagt und seinen Kopf geschüttelt, „du solltest deinen chronischen Rückenproblemen endlich nachhaltig etwas entgegensetzen. Das mit den Betäubungsspritzen ist doch keine Dauerlösung. Mach eine Kur, solange es noch Sinn macht.“
„Was soll das heißen, ‚solange es noch Sinn macht‘?“, entgegnete ich erstaunt.
„Na ja“, sagte mein Arzt; „du gehst stramm auf die späteren Semester zu. Wann, glaubst du, wäre ein guter Zeitpunkt für eine gesundheitliche Auszeit? Wenn du 80 bist und wegen deiner kaputten Bandscheiben schon zehn Jahre am Stock gehst?“
Da war was dran. Ich stellte also einen Antrag bei der zuständigen Stelle und – siehe da – nur ein paar Tage später war ein dreiwöchiger Kuraufenthalt bewilligt. Ich solle mich, so stand da in lupenreinem Amtsdeutsch zu lesen, zum nächsten Turnus in Bad Urquell einfinden.
Bad Urquell! Ich kannte diesen Kurort aus dem Fernsehen. In meiner Kindheit – also vor gar nicht allzu langer Zeit – lief eine beliebte TV-Serie, die dort spielte. Sofort kam mir das palastartige Kurhotel in den Sinn. Das mondäne Terrassen-Café, der große Kurpark, die noblen Livreen der Dienerschaft! Und ich erinnerte mich an die vielen bunten Geschichten rund um die Kurgäste aus aller Welt. Wobei bunt eigentlich nur die erzählten Geschichten waren. Die Fernsehserie wurde nämlich noch in Schwarz-Weiß ausgestrahlt. Ob wohl irgendeiner der beteiligten Schauspieler noch lebte?

Schon Tage vor der Anreise begann ich zu packen. Drei Wochen sind schließlich eine lange Zeit. Außerdem musste man für alle Eventualitäten gerüstet sein. Für noble Abendempfänge legte ich drei Anzüge samt einer Auswahl Krawatten zur Seite. Dazu kamen mehrere blütenweiße Hemden, ein Kilo Socken und natürlich meine schönen, schwarzen Ausgehschuhe. Sinnvoll erschien mir ebenso, Kleidung für jede Art von Freizeitaktivität bei unterschiedlichen Wetterlagen mitzunehmen. Der Frühherbst nahte mit großen Schritten. So holte ich sämtliche acht Jeans aus meinem Kasten und garnierte den „Freizeit-Stapel“ mit ein paar salopp-eleganten Chinos, zwölf T-Shirts, fünf Pullovern, zwei kurzen Hosen und acht Paar festen Schuhen. So in Fahrt gekommen, glich die Wahl der richtigen Überbekleidung einem Kinderspiel. Je zwei dünnen und dicken Jacken folgten ein Trenchcoat, zwei Hüte und eine Kappe.
Die zu erwartenden Kuranwendungen machten darüber hinaus einen exklusiven Bademantel nötig. Am besten einen mit irgendeinem Wappen auf der Brust. Ich kaufte sicherheitshalber gleich drei davon und platzierte sie neben dem „Abend-Stapel“.
In leichte Turbulenzen geriet ich lediglich beim Stapel „Unterbekleidung/Diverses“. Die veranschlagte Zahl von 25 Unterhosen und ebenso vielen Unterleibchen in verschiedenen Farben gab mein Kasten nicht einmal annähernd her. Von schönen, modernen Badehosen ganz zu schweigen. Das war natürlich ärgerlich, denn ich musste nochmal einkaufen gehen. Zum Glück lag mein Lieblingskaufhaus ganz in der Nähe und schnell hatte ich auch diese Fehlbestände aufgestockt. Vier neue Pyjamas und ein paar schöne Hausschuhe lagen als willkommener Beifang ebenso im Einkaufswagen.
Zwei Tage vor der Abfahrt zog ich eine zufriedenstellende Zwischen-Pack-Bilanz. Ich hatte meisterhaft alle Anlässe und Aspekte einer Kur bedacht. Bis auf … Oh nein! Siedend heiß erkannte ich den Ernst der Lage: Ich hatte noch keinerlei Toilette-Artikel gesichtet! Sofort plünderte ich im Badezimmer alle Laden und Kästen. Die zusammengetragenen Funde ergaben natürlich eine gute Basis – schließlich bin ich ein Mann von Welt. Trotzdem war es notwendig, einige Bestände aufzustocken, speziell im Bereich Deos, Rasierschaum, Cremes und Herrendüfte. Schnell eilte ich zu einem Drogeriemarkt zwei Straßen entfernt und erstand sinnvollerweise gleich auch noch zwei zusätzliche Herren-Kulturbeutel. Wenig später ergänzte der Stapel „Badezimmer“ das Gesamtbild.

Exakt 24 Stunden vor der Abreise begann ich, alles einzupacken. Dank meiner tollen Planung konnte ich meinen großen Reisekoffer jetzt bestücken, ohne weiter nachdenken zu müssen. Etwas nachdenklich machte mich allerdings, dass mein großer Reisekoffer nicht einmal annähernd genug Platz bot. Selbst als auch mein kleiner Reisekoffer und die elegante Hipster-Ledertasche prallvoll waren, war kaum die Hälfte aller Stapel verschwunden. Jeder andere hätte nun vielleicht Nerven gezeigt – nicht aber einer wie ich. Schnell waren zwei weitere große Reisekoffer erstanden, die gerade genug Platz für den großen Rest boten. Zufrieden betrachtete ich das Gesamtbild und trank dabei einen kleinen Whisky. Die vier Koffer und (dann
doch) zwei Reisetaschen in Reih und Glied sprachen Bände. Hier kommt ein Kurgast von internationalem Format, ein Mann mit Stil und Geschmack.
Leider brachte der Anreisetag eine böse Überraschung. Der Kofferraum meines Wagens war für mein Gepäck nie und nimmer groß genug. Verdammter Mist! Die Zeit reichte jetzt natürlich nicht mehr, ein passendes neues Auto zu kaufen. Also musste ich auch die Rückbank und den Beifahrersitz als Stauraum nützen. Ein kurzer Anflug von Nervosität war schnell verflogen. Auch jetzt hatte mich mein Organisationstalent nicht verlassen. Alle Gepäckstücke fanden einen würdigen Platz. Die leichten Einschränkungen bei der Fahrer-Sitzposition und die Erreichbarkeit der Gangschaltung nur von schräg oben waren kaum der Rede wert. Ich musste jedoch hoffen, dass die Straßen bis zum Kurhotel nicht allzu schlecht sein würden. Denn mein Wagen hing schon jetzt, ohne mich, bedenklich tief in der Federung.

Die drei Stunden Anfahrt absolvierte ich mit dem Fingerspitzengefühl eines erfahrenen Rallyefahrers. Einige Drifts und mehrere ungewollte, interne Gepäckumschichtungen steuerte ich perfekt aus und kam unverletzt vor dem Kurhotel an. Auf Anhieb erfüllte Bad Urquell alle meine Erwartungen. Die extravagante Zufahrt durch eine Pappelallee, die altehrwürdige Bausubstanz des Kurhotels, die sonnige Café-Terrasse, der Springbrunnen vor dem Gebäude, die blumengeschmückten Balkone!
Als kleinen Mangel empfand ich lediglich, dass der Lift gerade steckte und ich das ganze Gepäck selbst drei Stockwerke hinauf zu meinem Zimmer schleppen musste. Meine Frage nach einem Hausdiener wurde vom Portier nur achselzuckend mit einem „Leider …“ beantwortet. Natürlich schaffte ich den Koffertransport trotzdem mit Bravour und gönnte mir schweißgebadet eine halbe Stunde später die erste heiße Dusche mit dem sagenhaften Heilwasser von Bad Urquell. Dass es rund eine Minute dauerte, bis endlich ein wenig heißes Wasser aus dem verkalkten Duschkopf tropfte, lag in der Natur der Sache. Schließlich verströmten auch die offen verlegten Wasserzuleitungen den Charme der frühen 60er-Jahre. Doch weil das alte Bad samt WC kaum fünf Quadratmeter maß, entstand bei geschlossener Tür schnell eine behagliche, feuchte Wärme.
Mein Zimmer selbst war nach Nordosten ausgerichtet. Ich durfte also damit rechnen, zumindest für ein paar Minuten ein wenig Morgensonne zu bekommen. Sofort wusste ich, dass ich diese wertvollen Momente stets auf meinem Balkon genießen wollte. Der war allerdings ebenfalls sehr knapp bemessen. Gerade einmal ein kleiner Eisenstuhl und ein charmant angerosteter Bistrotisch aus Gusseisen fanden darauf Platz. Nur wenn man den Tisch ganz in eine Ecke schob und dann ein Bein über die Sitzfläche des Stuhls einfädelte, konnte man sich halbwegs bequem niederlassen.
Etwas gespart hatte man leider auch beim Stauraum für mein Gepäck. Der kleine, alte Kasten bot nicht annähernd genug Platz für alle meine Kleidungsstücke. Von den Schuhen ganz zu schweigen. Natürlich war das nachvollziehbar, denn bei einer Zimmergröße von geschätzten vierzehn Quadratmetern kam ein größerer Kasten kaum infrage. Schon jetzt begrenzte ja eine Bettkante den Spielraum der linken Flügeltür, während die rechte nur geöffnet werden konnte, wenn die Tür zum Bad geschlossen war. Zum Glück stand das antike Bett ungewöhnlich hoch. So konnte ich drei Koffer darunter verstauen. Nicht ausgeräumt, versteht sich.

Eine Stunde nach meiner Ankunft machte ich mich schließlich für meinen Antrittsbesuch beim Kurarzt fertig. Vorsichtshalber schlüpfte ich in einen dunklen Anzug, verzichtete jedoch auf eine Krawatte. Und wie ich erwartet hatte, machte ich damit Eindruck. Der erfahrene Kurarzt, den ich – wie auch die bisher gesehenen Hotelbediensteten – auf 60 plus schätzte, zog anerkennend seine rechte Augenbraue hoch. „Nehmen Sie Platz“, schnarrte er und skizzierte mir dann professionell-monoton die Bedingungen, den Ablauf und die einzelnen Anwendungen meiner dreiwöchigen Kur. „Sie sehen also“, schloss er seine Ausführungen, „dass Sie ab jetzt Ihren Anzug ablegen können. Sie brauchen eigentlich während Ihres gesamten Aufenthalts nichts anderes mehr als viel atmungsaktive Sportbekleidung.“
In diesem Augenblick umfing mich ein leichter Schwindel. Ja, mein Hausarzt hatte schon recht. Meine Gesundheit war doch ein wenig angegriffen.


2

Zum ersten Abendessen solle ich mich pünktlich um 18 Uhr im Restaurant einfinden, hatte mir der Chefportier mitgeteilt. Der sah übrigens ein wenig aus wie der längst verstorbene Schauspieler Fritz Eckhardt nach einem leichten Schlaganfall. Natürlich tat ich wie befohlen und wurde gleich an der Lokaltür vom hager-faltigen Restaurantleiter begrüßt.
„Folgen Sie mir jetzt bitte zu Ihrem Platz“, sagte er distinguiert und schritt steif zu einem Tisch in der Mitte des riesigen Speisesaals. „Hier, bitte“, wies er mich schließlich an, zwischen zwei älteren Damen Platz zu nehmen. „An diesem Platz nehmen Sie alle Mahlzeiten ein, die während Ihrer Kur gereicht werden. Es ist nicht zulässig, sich woanders niederzulassen. Zur besseren Orientierung finden Sie hier am Tisch ein kleines Kärtchen mit Ihrem Namen und Ihrer Zimmernummer. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt.“
Minutenlang hatte ich das unangenehme Gefühl, als ob mich dutzende Augenpaare aus allen Richtungen von oben bis unten musterten. Ganz sicher aber durchbohrten mich unverhohlen die Blicke meiner neuen Tischnachbarinnen. „Alle nicht mehr ganz taufrisch“, dachte ich. „Wähle also deine ersten Worte sorgfältig und vermeide jede Aussage zu Alter, Körpermaßen oder Haartönungen.“ Denn in diesem Bereich hatten die Damen ein Übermaß zu bieten. In Kombination mit ihren grellbunten Jogginganzügen ergaben sie ein Gesamtbild, das van Gogh zu einem Gemälde inspiriert hätte.
„Guten Abend. Angenehm, Sie kennenzulernen“, sagte ich schließlich und bemühte mich um eine tiefe, sonore Stimme.
„Genauso vui“, antwortete die Dame rechts neben mir, was die Dame links mit einem „auch“ ergänzte. Von gegenüber hörte ich ein zweifaches „Griaß di“ sowie ein „Seavas“ mit wieder anderer Dialektschattierung.
Das Eis war gebrochen. Im weiteren Verlauf des Abendessens prasselten von allen Seiten Informationen auf mich ein.
Erni am Tisch rechts neben mir stammte aus dem Norden unseres Landes und erwartete von der Kur eine Entlastung des oberen Rückens. „Warat bei mein Vorbau ja a Wunder, wenn i des net irgendwann hinten gspirat“, meinte sie und zeigte ein in der Backenzahnsektion lückenhaftes Lächeln.
Anni zu meiner Linken kam aus südlicheren Regionen und fand, ihr unterer Bewegungsapparat müsse neu eingestellt und vielleicht auch geschmiert werden.
Ich ließ diese Aussage gerne erst einmal im Raum stehen.
Die Dame gegenüber, eine gewisse Elke aus der Großstadt, quittierte diese Ansagen jedoch mit einem dreckigen Gekicher. Sie hatte ganz ähnliche körperliche Beschwerden und dementsprechende Erwartungen. Nur sollte halt auch noch ein wenig menschliche Ansprache dabei sein – vorzüglich von verständnisvollen Therapeuten – gerne aber auch von Kurgästen des anderen Geschlechts.
Ich wartete nicht mehr auf die Nachspeise und zog mich ermattet auf mein Zimmer zurück.

Der erste richtige Kurtag begann in doppelter Hinsicht hektisch. Zum einen musste ich das alte Bett reparieren, das sich in der Nacht laut quietschend von einem Rahmenbrett befreit hatte. Zum anderen musste ich noch schnell in die nächste Stadt, um Sportkleidung in allen Farben und Variationen zu besorgen. Dass ich beides rechtzeitig vor dem ersten Kurtermin schaffte, war allein der Tatsache zu verdanken, dass diese Anwendung erst für 10.30 Uhr anberaumt war.
„Unterwassergymnastik, Gruppe, Kurhausbecken 2“ war angesagt. Fünf Minuten vor Beginn stand ich parat und befolgte erst einmal die schriftliche Anweisung auf einem großen Schild. „Vor Betreten der Thermalbecken DUSCHZWANG!“ stand da unmissverständlich zu lesen.
Schnell tat ich wie geheißen und war froh, dass die Herrenduschen weit von den Damenduschen entfernt lagen. Anschließend glitt ich so unauffällig wie möglich in den Pool Nummer zwei, wo bereits vier Männer und zwei Damen oszillierten. Die Wassertemperatur betrug 35 Grad und erzeugte in Verbindung mit den sechs anderen Teilnehmern eher fragwürdige Badewannen-Gefühle.
Das Becken selbst sowie das gesamte Ambiente dieser Kurhaus-Sektion passten aber harmonisch ins Gesamtbild von Bad Urquell. Diverse alte Marmor-Intarsien-Kunstwerke an den Wänden fingen das Auge und lenkten gekonnt von vielen Fliesen ab, denen die Zeit schon übel mitgespielt hatte. Eine große Glaskuppel hoch darüber wirkte im ständig aufsteigenden Wasserdunst wie eine Lichterscheinung ohne erkennbare Konturen. Und das war sicher besser so.
Weiter konnte ich mich vorerst aber nicht umsehen, denn ein ganz in Weiß gekleideter Herr hatte sich am Beckenrand postiert.
„Unterwassergymnastik-Gruppe, guten Tag!“, begrüßte er uns so herzlich, wie er eben sein konnte. „Unterschriftenmappen bitte alle hier auf den Tisch links!“
Natürlich hatten wir alle unsere Unterschriftenmappen dabei. Der Kurarzt hatte uns ja klipp und klar gesagt, dass diese Mappe das Herzstück unserer Kur darstellte. Jeder einzelne der mehr als 60 Behandlungstermine sei darin aufgelistet und müsse von den jeweiligen Therapeuten abgezeichnet werden. „Mehr als eine Unterschriftenlücke bedeutet für den Kurgast den sofortigen Behandlungsabbruch verbunden mit der Überantwortung aller bis dato angefallenen Kosten!“, hallte die strenge ärztliche Stimme noch immer in meinem Kopf.
Also: Natürlich hatten wir alle unsere Mappen dabei. Nur sie lagen überall auf diversen Stühlen und Liegen, nicht aber auf dem Tisch links.
„Bitte, das schnell zu ändern!“, befahl der weiße Mann am Beckenrand.
Was er damit auslöste, war absehbar und etwas entwürdigend. Sämtliche Gruppenteilnehmer mussten aus dem Becken steigen. Den meisten gelang es nur mit Mühe, ihre Badekleidung an den richtigen Stellen zu belassen. Vielfach war der Sog des vom Körper triefenden Heilwassers in Verbindung mit mangelndem Halt der Gummizüge an großzügigen Fettreserven leider zu groß.
Ich konzentrierte mich ganz auf die Marmor-Intarsien an den Wänden und überstand diese Gegebenheit zum Glück recht unbeschadet. Unsere „heiligen“ Unterschriftenmappen kamen jedoch weniger glimpflich davon. Weil jeder sie hektisch geholt hatte, ohne sich extra abzutrocknen, wurden sie klitschnass und warfen für den Rest des Aufenthalts hässliche Wellen.
Wellen warfen gleich danach aber auch wir. Angeleitet vom Beckenrand verschoben wir mit den Händen minutenlang Wasser von unten nach oben und dann von oben nach unten. Weil dadurch womöglich ein Ungleichgewicht im Gesamtwasserhaushalt des Beckens entstand, folgte ein Verschieben des Wassers von vorne nach hinten und von hinten nach vorne. Ein Ein-Bein-Stand verbunden mit Kreiselbewegungen des anderen Beins brachte im Anschluss auch die unteren Wasserschichten in Bewegung. Schließlich war auch diese Übung beidseitig rückwärts und vorwärts absolviert und der Mann in Weiß verkündete das Ende meiner ersten H2O-Gymnastik-Einheit.

Froh, den Wasserspielen heil entkommen zu sein, nützte ich die nunmehr angesagte kurze Behandlungspause für einen ersten Cappuccino auf der exklusiven Café-Terrasse des Kurhotels. Ein hochnäsiger Oberkellner nahm gnädig meine Bestellung auf. Dass der Kaffee dann kälter serviert wurde, als es das Wasser im Thermalbecken war, war mir in diesem Moment egal.
Hauptsache, einmal ein paar Minuten allein.
Hauptsache, Entspannung für die Augen.
Wäre da nur die leise Stimme in meinem Hinterkopf nicht gewesen.
„Das war längst noch nicht alles“, flüsterte sie. „Das wird noch viel schlimmer!“
Leider hatte sie völlig recht.
5 Sterne
Unglaublich lustig geschrieben! - 26.09.2022

Das Buch zu lesen hat viel Spaß gemacht! Auf jeden Fall sehr zu empfehlen!

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