Humorvolle Erlebnisse von Crew-Mitgliedern auf Luxus-Kreuzfahrtschiffen

Humorvolle Erlebnisse von Crew-Mitgliedern auf Luxus-Kreuzfahrtschiffen

Angelika Daberer & Alfred Szinowatz


EUR 15,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 62
ISBN: 978-3-99048-968-0
Erscheinungsdatum: 27.07.2017
Zwei Crew-Mitglieder von Luxus-Kreuzfahrtschiffen erzählen unterhaltsam und charmant von Dingen, die die Passagiere eigentlich gar nicht mitbekommen sollen, auch wenn es ungewollt doch mal passiert. Da hilft nur ganz viel Humor … Kommen sie mit an Bord!
VORWORT

Die Autoren: Angelika Daberer, Boutique und Friseurmanagerin auf Kreuzfahrtschiffen, Besitzerin eines eigenen Friseursalons in Rankweil in Vorarlberg und Beraterin im Friseurfach, und Alfred Szinowatz, ehemaliger Koch und Küchenchef auf Kreuzfahrtschiffen, kulinarischer Direktor, selbstständiger kulinarischer Berater.
Die Idee zu diesem Buch kam uns schon an Bord der Kreuzfahrtschiffe, auf denen wir arbeiten durften, da wir fast täglich mit lustigen – und für uns damals durchaus auch seltsamen Erlebnissen konfrontiert waren.
Es waren neben den lustigen Erlebnissen leider auch traurige Ereignisse, die wir erlebten, das bestärkte uns aber noch mehr in unserer ohnehin schon positiven Grundeinstellung das Leben zu genießen, das wir verbinden mit GESUNDHEIT, HUMOR, NEUGIERDE, FREUDE, SPASS, die ARBEIT LIEBEN, das LEBEN GENIESSEN und vor allem MENSCHLICHKEIT!
Versuchen auch Sie danach zu leben und nicht zu verbissen durchs Leben zu gehen. Diese Einstellung beschenkt Sie neben einem angenehmen und harmonischen Umfeld, das Sie sich ja selber schaffen, auch mit Gelassenheit und Entspannung in fast allen Ihren Lebenslagen.
Die Erlebnisse im Buch fangen sich eher milde an zu lesen, und entwickeln sich mit jedem erzählten Kapitel zu nie für möglich gehaltenen Ereignissen, ja sogar Spektakeln.
Aufgrund der Brisanz einiger Kapitel im Buch, sind die Namen einzelner Personen und Kreuzfahrtschiffen geändert worden. Jede Ähnlichkeit zu Personen oder Kreuzfahrtschiffen ist zufällig!



BIOGRAFIE
Angelika Daberer

Angelika Daberer, geboren in Bregenz Vorarlberg und aufgewachsen in Rankweil, lernte hier auch ihren Traumberuf Friseurin, der sie schon als junges Mädchen faszinierte.
Das Schlüsselerlebnis, das in ihr den Wunsch weckte in die weite Welt zu gehen, war, als sie als die tollen Kreuzfahrtschiffe im Fernseher sah, die viele verschiedene Länder und Kulturen bereisten.
Da dachte sie, es wäre doch eine Möglichkeit DIESEN TRAUM zu verwirklichen, was sie dann ehrgeizig verfolgte.

Nach der Lehre ging es dann in die Nachbarländer Liechtenstein, für zwei Jahre nach Vaduz, wo Sie schon interessante KUNDEN WIE DIE FÜRSTIN VON LIECHTENSTEIN bedienen durfte.
Anschließend, um weitere Erfahrungen zu sammeln, ging sie von 1986–1992 in die Schweiz nach Buchs im Kanton St.Gallen. Danach kurzfristig in die Modebranche, ebenfalls in der Schweiz in Haag, in die Modeboutique Trinidad als Modeberaterin.

Um auch sprachlich weiter zu kommen, entschied Angelika Daberer ein Jahr in die USA nach Miami zu reisen, wo sie als Au-pair Mädchen Erfahrungen sammelte und auch die Möglichkeit hatte ihr Englisch zu verbessern, das man auf den Schiffen benötigte, und um herauszufinden, ob sie es auch so lange von zu Hause weg aushielt.

Als Wiederholungstäterin, kam sie nach einem Jahr USA nochmals in den gleichen Salon in der Schweiz, aber vom Fernweh infiziert, bewarb sie sich bei Firma Jumel in München, um als Friseurin auf Kreuzfahrtschiffen anzuheuern, was ihr auch gelang.
Daraufhin heuerte sie nach drei Monaten Aufenthalt in München auf der MS-Europa, dem nach wie vor besten Kreuzfahrtschiff der Welt, von der Reederei Happag Loyd für sechs Monate eben als Friseurin an. Der Traum war somit in Erfüllung gegangen und sie ist auf den Geschmack gekommen!

Nach privaten Ereignissen, kurzfristig wieder an Land nach Kärnten übergesiedelt, aber immer noch mit sehnsüchtigem Fernweh, heuerte sie bei der Peter Deilmann Reederei in Neustadt im Holstein an, aber diesmal auf einem Flussschiff – der „Princess de Provence“, als Boutiquemanagerin und Friseurin, wo sie dann Alfred Sinowatz kennenlernte und der sie auf die „MS-Berlin“, bestens bekannt aus der ZDF-Fernsehserie „Das Traumschiff“, vermittelte.

Zielgerichtet, nach ein paar Verträgen an Bord, wurde Angelika Daberer Geschäftsführerin vom Friseursalon und der Boutique, also genau das was sie sich immer gewünscht hatte, mit vielen verschiedenen Nationalitäten und internationalen Gästen zu arbeiten.
Die MS Berlin war dann „Ihr“ Schiff für mehrere Jahre.

Zwischen den Verträgen, um noch einmal eine andere Erfahrung zu sammeln, arbeitete Angelika für zwei Wintersaisons im international bekannten Skiort Oberlech am Arlberg im Hotel Bergkristall, um dann wieder auf die Schiffe zurückzukehren …

Abwechselnd wurde Angelika als Urlaubsvertretung im Friseursalon und in der Boutique auf verschiedenen internationalen Kreuzfahrtschiffen eingesetzt, was immer eine anspruchsvolle und ereignisreiche Arbeit war und den Erfahrungsschatz enorm förderte.

Nach Jahren der häufigen Aufenthaltswechsel, war dann die MS-Vistamar, ein spanisches Kreuzfahrtschiff, bis jetzt ihr letztes Schiff, auf dem sie allerdings als Beraterin tätig war.
Zu guter Letzt, um sesshaft zu werden, gründete Angelika Daberer 2005 ihren eigenen Friseursalon und erfüllte sich damit einen weiteren Traum.
Sie war somit wieder an den Ursprung, in Ihre Heimat Vorarlberg, wo alles begann, zurückgekehrt, um ihren großartigen Erfahrungsschatz zu genießen.



BIOGRAFIE
Alfred Szinowatz

Alfred Szinowatz, 1961 in Wr. Neustadt in Österreich geboren und im niederösterreichischen Ebenfurth aufgewachsen, war fasziniert davon, den Beruf des Kochs zu erlernen. Sein großes Vorbild und die beste Lehrerin war seine Großmutter: „Eine wundervolle Frau“.

Dieser Entschluss führte ihn in die ganze Welt. Seit 1986 ist sein Leben vom häufigen Wechsel der Aufenthaltsorte geprägt: Passagierschiffe, Amerika, Frankreich, Schweden, Italien und der Schweiz.

Auf einem Schiff als Koch zu arbeiten war das erste Ziel. So fuhr er im Februar 1981 als Beifahrer in einem Lastwagen durch die damalige Deutsche Demokratische Republik nach Hamburg, um für ein Jahr als Koch auf einem Frachtschiff Erfahrungen zu sammeln. Danach folgte eine Zeit in Österreich; er arbeitete im Hotel Corvinus in Wr. Neustadt als Saucier und in der Rauchkuchl in Schladming als Küchenchef.

1986 im Juli kam die Chance, auf der „MS Vistafjord“ zu kochen, dem damals wohl besten Passagierschiff der Welt, wo er letztendlich zum Sous-Chef ernannt wurde.
1990, nach bestandener Konzessionsprüfung in Österreich, einigte sich Alfred Szinowatz mit Celebrity Cruiseline, für sie als Küchenchef zu arbeiten. Nach nur wenigen Monaten auf der „MS Meridian“ gelang es, das weltweit beste Essen auf Hochsee zu bieten.
Im Dezember 1991 folgte schließlich ein Angebot von Ligabue Catering aus Venedig, als Küchendirektor die Verantwortung für alle Passagierschiffe zu übernehmen. Auch hier gelang es 2002, eine Auszeichnung für das weltweit beste Essen auf Hochsee zu erhalten. Zum Catering von Ligabue Catering gehörte bis Saisonende 2004 die „MS Mozart“ auf der Donau und bis Ende August 2006 die „MS Deutschland“, bekannt aus der ZDF-Fernsehserie „Das Traumschiff“.

Bis Jänner 2014 leitete Alfred Szinowatz die gastronomischen Abläufe auf 19 Hochseeschiffen und 14 Flussschiffen einschließlich der jeweiligen Küchenchefs und Bordküchenteams.

Im Oktober 2015 gründete er sein eigenes Unternehmen „alsino – Cruise Ship Consulting“ und arbeitet nun als selbstständiger kulinarischer Berater für Kreuzfahrtschiffe, Frachtschiffe, Fähren, Restaurants und Hotels. Ebenso ist er auch für private Feiern als Gastkoch wie auch für private Kochkurse zu buchen.
Nähere Informationen unter www.alfredszinowatz.com



KAPITEL 1
Fragen an die Friseurin
Angelika Daberer

Als Friseurin hat man mit vielen verschiedenen Menschen zu tun!
MEIN SPRUCH LAUTET: Gottes Garten hat viele Blumen.

Dass Gäste viele Fragen haben, ist verständlich … ABER, zum Teil habe ich mich schon wundern müssen über die Fragen, die durchaus Kindergarten-Qualität hatten!

Zum Beispiel: Bekommt „ihr“ (die Crew) das Essen, das bei „uns“ übrig bleibt?
Oder anderes Beispiel: Schlaft „ihr“ (die Crew) auch an Bord?

Na, jetzt einmal sarkastisch meinerseits: Wollte ich dann antworten: Hmmmh, nein, wir schlafen nicht an Bord, wir werden nämlich jeden Abend nach Dienstschluss, einzeln, nicht alle zusammen (weil wir ja verschiedene Dienstzeiten haben) mit dem Helikopter oder mit dem U-Boot abgeholt und am nächsten Morgen pünktlich zu Dienstbeginn wieder mit denselben Transportmitteln sicher und wohlbehütet an Bord gebracht. (DU DUMPFBACKE!!!) Gedanken sind ja zollfrei und man möchte ja auch nicht unfreundlich sein!



KAPITEL 2
Die Golfausrüstung vom Hoteldirektor
Alfred Szinowatz

Anfang der 1990er Jahre war ich als Corporate Chef (kulinarischer Direktor) für eine der damals größten Cateringfirmen der Welt, die Kreuzfahrtschiffe kulinarisch betreut, tätig.

Eines Tages erreichte mich in unserem Hauptquartier in Italien ein Fax vom Hoteldirektor eines unserer Kreuzfahrtschiffe (Handy und Email gab es noch nicht), dass es Probleme mit dem Küchenchef gibt und ich sofort an Bord kommen sollte, um ihn zu entlassen?!!

Genauer gesagt, warf der Hoteldirektor dem Küchenchef vor, kein guter Koch zu sein und keine Erfahrung auf Kreuzfahrtschiffen zu haben und so ein Küchenchef müsse sofort das Schiff verlassen und ersetzt werden, da die Passagiere mit dem Essen nicht zufrieden sind und an Bord bereits rebellierten?!?!?! (In diesem Moment dachte ich, dass dieses Ereignis bereits alle nur denkbaren Medien, von Fernsehanstalten bis Presse, erreicht hat und der Notstand an Bord ausgerufen wurde).
Am besten, so der Hoteldirektor, sollte ich, der Corporate Chef persönlich, an Bord kommen, um den Küchenchef zu ersetzen, bis ein von ihm akzeptierter Küchenchef angeheuert worden ist.

Der am nächsten gelegene Hafen um das Schiff zu erreichen, war Alexandria in Ägypten, wo das Schiff am folgenden Tag war.

Zu dieser Geschichte muss man wissen, dass der Hoteldirektor nicht bei unserer Cateringfirma angestellt war, sondern vom Eigner/Reeder (Besitzer) des Kreuzfahrtschiffes selber, um uns, die Cateringfirma, zu kontrollieren. Das ist bei manchen Geschäftsbeziehungen durchaus so üblich.

Man muss auch wissen, dass der Hoteldirektor ein klein wenig narzisstisch veranlagt war, um es höflich zu formulieren, und er sich gleichzeitig als unvollkommen sah, mit einem Wort: Minderwertigkeitskomplexe hatte, die er mit seinem Machtgehabe zu kompensieren versuchte und dadurch sehr oft seine Mitarbeiter oder Untergebenen in äußerst unnötige Stresssituationen bringen konnte.

Ein sehr unangenehmer zum Teil auch peinlicher Zustand für ihn und alle Beteiligten, die mit ihm zu tun hatten. Aber ich nahm es mit Humor und war immer, bis zu dem Tag, als ich nach Alexandria reiste, respektvoll zu ihm.

Nach Rücksprache mit meinem Vorgesetzten in der Firma, nach Telefonaten mit unserem Food-Manager (der Wirtschaftsdirektor eines Kreuzfahrtschiffes oder Hotels ist für die Organisation, Planung, Logistik und Durchführung der Speisen und Getränke verantwortlich) an Bord, und dem Küchenchef die beide die Situation anders dargestellt hatten, nämlich das der Hoteldirektor chronisch cholerisch sei, reiste ich also am nächsten Tag nach Alexandria in Ägypten, um diesen schwerwiegenden Beschuldigungen durch den Hoteldirektor nachzugehen.

Da die Reise nach Alexandria ein gewisser Notfall war und ich mir nicht die optimalste Verbindung aussuchen, sondern die schnellste nehmen musste, flog ich zuerst nach Kairo und fuhr dann als Gast in einem Taxi etwa acht abenteuerliche Stunden lang, mit einigen Zwischenstopps bei Beduinen –, um uns mit Wasser zu erfrischen und mit demselben zu erleichtern, durch die Wüste nach Alexandria zum Hafen, wo unser Kreuzfahrtschiff lag. Die Erlebnisse auf dieser Fahrt alleine würden schon ein Buch füllen.
Nach einer angenehmen Fahrt unter stechender Sonne bei 45 °C, in einem nach Kamel und Ziegen duftendem Innenraum des Taxis ohne Klimaanlage, der Präsenz aller in Ägypten beheimatenden Insekten, gemischt mit einer Note aus dem Schweiß des Taxifahrers – und meinem eigenen, erreichte ich nach gefühlten zwei Wochen Fahrt das wunderschöne Kreuzfahrtschiff. Als ich dachte, das Schlimmste sei überstanden, sah ich schon den Hoteldirektor mit einem schelmischen Grinsen an der Gangway (eine Gangway ist eine Zugangsbrücke oder Zugangstreppe zum Besteigen oder Verlassen eines Schiffes oder Flugzeuges) stehen, in freudiger Erwartung mich zu begrüßen.

Nachdem ich mich nach dieser doch längeren Fahrt aus dem Taxi gequält hatte und endlich wieder geradestehen konnte, ist der Hoteldirektor schon vor mir gestanden, um mir freudigst zu sagen, dass er mich sehr willkommen heißt und er sich freut, mich zu sehen.

Selbstverständlich erwiderte ich seine freundliche Begrüßung.

Bevor er mich jedoch mit einem Monolog zuschütten konnte, hab ich ihm gesagt, dass ich zuerst mit unserem Food & Beverage-Manager und dem Küchenchef über die schwerwiegenden Beschuldigungen reden möchte und wir dann alle zusammen in sein Büro kommen, um die äußerst prekäre Situation zu besprechen, zu bewerten und dann danach zu handeln.

Wie aus heiterem Himmel sagt er auf einmal zu mir, dass er doch bitte zuerst mit mir reden möchte, da sich in der Zwischenzeit die Dinge wieder zum Guten geändert hätten und eine Kündigung des Küchenchefs nicht nötig wäre. Er hat in seiner Position als Hoteldirektor schlicht überreagiert, weil ihn der Küchenchef aus seiner Sicht nicht respektiert hat. In Wahrheit sind die Gäste sehr zufrieden und es gäbe keine Probleme an Bord.

Im ersten Moment hab ich gedacht, der Herr Hoteldirektor hat entweder ein Schwammerlgulasch mit giftigen Schwammerln genossen oder für seine Begriffe viel zu viel Alkohol getrunken oder was überdurchschnittlich schlechtes geraucht und erzählt mir deshalb so einen Blödsinn …

Ich sagte zu ihm: „Herr Direktor, bitte wiederholen Sie das, was Sie jetzt gesagt haben noch einmal ganz langsam zum Mitschreiben, weil ich das geistig und akustisch nicht ganz verstanden habe.
WOLLEN SIE MICH VERARSCHEN Herr Direktor?“, hab ich in ruhigem Ton gesagt. „Zwischen meiner Abreise und meiner Ankunft hier sind etwa 21 Stunden vergangen, und in dieser Zeit ist eine Situation, die sehr, sehr prekär und eigentlich schon eskaliert ist, wieder gut?

Wenn das so ist, bin ich überaus erfreut Herr Direktor, jedoch zweifle ich an Ihrer geschätzten Kompetenz, Ihrem Charakter und auch an Ihrem Verstand.
Es ist unverantwortlich und eine Schande, dass Sie in ihrer Position nicht in der Lage sind die Situation richtig einzuschätzen und Ihre Firma wie auch unsere Firma so zu beunruhigen und sich dabei auch noch der Lächerlichkeit preisgeben.“

Ich sagte: „Herr Direktor, wenn Sie sich öfter so aufführen, wird sie auch niemand respektieren!“

Er sagte: „Na, na, das ist ja nicht so schlimm, also bitte, sagen Sie dem Food & Beverage-Manager und dem Küchenchef, dass wir die Situation bereinigt haben.
Ich für meinen Teil“, sagt er, „gehe jetzt Golf spielen! Spielen sie auch Golf Herr Szinowatz?“, fragte er mich.

„Herr Direktor“, hab ich gesagt, „zuerst werde ich meine Firma verständigen, was da abgeht, und dasselbe sollten Sie auch tun, denn das, was Sie getan haben, ist unprofessionell und gemein.

Und um Ihre Frage zu beantworten“, sagte ich, „habe ich außer Minigolf am Neufeldersee noch kein Golf gespielt und ich bin sicher das Sie heute auch kein Golf mehr spielen werden.“
Nachdem ich das zu ihm gesagt habe, bin ich gleich in sein Büro gegangen, das direkt im Eingangsbereich des Schiffes ist und wo er immer seine Golftasche stehen hat – at any time ready to play Golf – sozusagen.
Ich habe die Golftasche an mich genommen, habe mich mit derselben zur Gangway beim Haupteingang begeben, der etwa zehn Meter oberhalb der Wasseroberfläche liegt, habe die Golftasche auf den Kopf gedreht und unter leichtem, eleganten Rütteln sämtliche Golfschläger samt dazugehörender Golftasche im Hafen von Alexandria im Mittelmeer versenkt und zu ihm gesagt: „Sehen Sie Herr Direktor, wie ich schon eingangs erwähnt habe, werden Sie heute sicher kein Golf mehr spielen.“

Im ersten Moment war er baff, hat sich aber dann gefangen und zu mir gesagt: „Szinowatz, also eines muss ich Ihnen lassen, Sie haben genau gewusst, dass ich heute nicht Golf spielen gehe. Respekt“!

Die Lage hat sich dann schnell beruhigt und ich habe, ohne das der Hoteldirektor sein Gesicht verliert (man hat in meiner und seiner Firma ohnehin gewusst, dass er etwas eigen ist, um es anständig zu sagen) meiner Firma mittgeteilt, dass die Situation an Bord nicht so dramatisch ist, wie vom Hotel Direktor angemahnt und dass der Hoteldirektor auch einen dementsprechenden Bericht an seine Firma schreibt.

Da ich nun schon einmal in Alexandria war und diese „angenehme“ Fahrt in einem Taxi nicht noch einmal erleben möchte, bin ich für eine ganze Kreuzfahrt an Bord geblieben, um zu sehen wie die Qualität und der Standard unseres kulinarischen Angebotes an Bord wirklich ist.
Eigentlich war das gar nicht nötig, denn wir hatten einen sehr guten Küchenchef.

Natürlich war dieses Arrangement, dass ich den Hoteldirektor nicht allzu peinlich aussehen lasse (er war ohnehin schon peinlich genug) an eine Bedingung geknüpft. Ich habe darauf bestanden, dass er sich zuerst bei unserem Food-Manager und dem Küchenchef für seine unprofessionelle Aktion entschuldigt und dann an seine Firma einen Bericht schreibt, in dem er sagt, dass er überreagiert hat und dass die Passagiere sehr wohl mit dem Essen an Bord zufrieden sind.
Ich habe gar nicht wissen wollen, wie er das macht, es war mir nur wichtig, dass er es macht. Was er auch getan hat.

Mit dieser Entscheidung waren wir alle glücklich, und ich hatte auch noch 14 Tage unverhofften aber sehr schönen Urlaub an Bord eines großartigen Kreuzfahrtschiffes.
5 Sterne
Humorvoll, witzig, spannend, würzig, gesalzen... - 22.07.2018
Rolf Kessler

Was "Mann" und "Frau" auf Luxus-Kreuzfahrtschiffen als jahrelange Crew-Mitglieder alles so erleben, kann wohl durch den nicht Seefahrer nur erahnt werden.Aus dem Leben gegriffene, humorvolle Seefahrergeschichten von Köchen, Kellnern und Hoteldirektoren in Kombination mit Witz und Humor in der Art des Wienerschalks bringen jeden zum Lachen.Gratulation den Autoren Angelika Daberer und Alfred Szinowatz

5 Sterne
lustige Kost für zwischendurch - 19.09.2017
Severus09

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