Gene einer Mörderin II

Gene einer Mörderin II

Francesca Gordoni


EUR 21,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 316
ISBN: 978-3-99131-779-1
Erscheinungsdatum: 19.01.2023
Susannes Welt bricht zusammen: gerade hat sie ihr erstes Kind geboren und schon wurde es ihr genommen. Entführt von dem Mann, der vor drei Jahren versucht hat, sie zu ermorden. Jetzt setzt sie alles daran, ihren kleinen Julian wiederzubekommen.
1.
Ich sehe seine funkelnden Augen hinter einer abgedunkelten Windschutzscheibe. Sie leuchten wie zwei Smaragde. Wie angewurzelt stehe ich da. Lauf Susanne, lauf weg!, befiehlt mein Kopf, aber meine Füße sind in einen Betonklotz eingegossen. Er gibt Gas, das Augenpaar kommt näher, noch näher. Mein Mund öffnet sich zum Schrei, aber ich bleibe stumm. Hunderte Leute stehen am Straßenrand und beobachten das Spektakel. Sie lachen, schwatzen und stoßen mit den Bierflaschen, die sie in ihren Händen halten, an. Wieso greift keiner ein? Warum hilft mir niemand? Das Motorengeräusch hämmert an mein Trommelfell, das Quietschen der Reifen schmerzt in den Ohren. Jetzt, genau jetzt! Bumm!
Schweißgebadet schrecke ich auf. Wo bin ich? Alles um mich herum ist weiß. Die Wände, der Fußboden, die Türen. Da! Ein Fenster! Ein durchsichtiger Store bauscht sich nach innen. Ganz sanft. Eine leichte Brise streicht über meinen Kopf hinweg, die Sonne lächelt mir freundlich ins Gesicht.
Ein Traum, es war nur ein böser Traum! Ich liege in einem Krankenbett. Krankenhaus? Verdammt, was mache ich hier? Meine Hand tastet nach meiner Kehle. Sie schmerzt nicht. Sie ist frei, ich kann atmen, kein Druck, der die Gurgel abschnürt. Langsam, ganz langsam komme ich im Heute an. Ich lächle erleichtert. Ja, ich liege in einem Krankenbett, besser gesagt im Wochenbett. Gestern habe ich einen Sohn zur Welt gebracht. Mühevoll, qualvoll. Doch die Schmerzen sind vergessen. Julian ist geboren. Drei Wochen zu früh. Er hatte es eben eilig. Aber er ist gesund und kräftig. Ich versuche mich zu bewegen. Vorsichtig. Noch bekomme ich Infusionen und mein Unterleib ist verbunden. Julian kam per Kaiserschnitt.
Meine Blase fordert, entleert zu werden. Kurz überlege ich, einfach die Füße auf den Boden zu stellen, den Ständer mit der Infusionsflasche zu schnappen und loszutraben. Hatte die freundliche Schwester aber nicht genau davor gewarnt? Ich solle läuten, wenn ich aufstehen müsse. Oder war das schon gestern gewesen? Das Zeitgefühl hat mich verlassen. Ich suche nach der roten Glocke mit dem Schwesternsymbol und drücke drauf. Das Rot beginnt zu blinken. Bald höre ich Schritte am Gang und die Türe zu meinem Zimmer öffnet sich. Schwester Nina tritt ein.
„Ah, Frau Kramer, wieder munter?“
„Ja. Ich muss mal.“
Sie schaut mich freundlich an.
„Warten Sie, ich helfe Ihnen.“
Sie kommt auf mein Bett zu. Ich setze mich auf und schwinge meine Beine heraus. Im gleichen Moment spüre ich, wie sich das Zimmer im Kreis zu drehen beginnt.
„Uch.“
Ich brauche meine ganze Kraft, um nicht rücklings wieder in die weiche Matratze zu plumpsen.
„Ja, das kann schnell gehen, dass einem schwindlig wird“, stellt Schwester Nina lapidar fest.
Sie ist eine kräftige Person. Ich mutmaße, dass ihr Pensionsantrittsalter in nicht allzu weiter Ferne liegt. Gekonnt hilft sie mir auf die Beine und ich kann mich bei ihr unterhaken. In die andere Hand nehme ich mein fahrendes Gestell. Vorsichtig setze ich einen Fuß vor den anderen. Es kostet mich viel Mühe und Konzentration. Endlich erreichen wir die Toilette. Diskret verzieht sich Schwester Nina aus dem Badezimmer. Sie wartet vor der Türe. Nach etwa zwei Minuten höre ich sie.
„Alles in Ordnung, Frau Kramer?“
„Ja“, antworte ich matt.
Als sie die Spülung hört, öffnet sie wieder die Tür und wir gehen Hand in Hand zurück. Erschöpft lasse ich mich in mein Bett fallen.
„Wo ist Julian?“, frage ich, während ich mir die Decke wieder über meinen Körper ziehe.
„Er ist im Säuglingszimmer und schläft. Ich denke, in etwa zwei Stunden wird er wiederkommen. Dann wird er hungrig sein. Wie geht es Ihnen beim Stillen?“
„Gut.“
Ein bisschen schwindle ich. Der Kleine trinkt brav, aber er ist sehr ungestüm und meine Brustwarzen sind außerordentlich empfindlich. Ich werde über kurz oder lang Stillhütchen verwenden müssen, wenn ich nicht schon nach drei Tagen aussehen will, als ob die Ratten an mir genagt hätten.
Eine andere Schwester hatte diesen Umstand bereits im Blick und mir vorsorglich zwei von diesen Dingern in meinen Nachtkasten gelegt.
Schwester Nina geht zum Fenster.
„Ein herrlicher Frühlingstag, nicht wahr?“
Ich nicke, obwohl sie mit dem Rücken zu mir steht und ich den Himmel gar nicht sehen kann.
„Soll ich das Fenster schließen?“
„Nein, bitte nicht. Die frische Luft tut mir gut.“
Sie dreht sich um, lächelt mich zustimmend an und geht aus dem Zimmer. Ich inhaliere den frischen Frühlingsduft und schließe meine Augen. Mein Gott, was habe ich für ein Glück, dass ich noch lebe und dass ich Mutter werden durfte!
Seit Manuel versucht hat mich umzubringen, sind drei Jahre vergangen. Das erste Jahr nach dem Vorfall war die Hölle. Zuerst lag ich über zwei Monate im Krankenhaus. Die Ärzte wussten nicht, ob ich je wieder gesund werden würde. Zwei Wochen lag ich im Koma, meine Motorik war von der Sauerstoffunterversorgung durch das Würgen ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Als ich endlich wieder wach war und aus dem Spital entlassen wurde, begannen unzählige Therapien. Physiotherapie, kinetische Übungen, Koordinationsgymnastik, Gedächtnisübungen. Eine Psychotherapie, um die Todesangst, die ich ausgestanden hatte, zu verarbeiten. Manchmal hatte ich mir gewünscht, Manuel hätte seine Tat zu Ende geführt. Aber meine gute körperliche Konstitution und mein Wille, mich irgendwann an Manuel zu rächen, hielten mich wohl am Leben. Den einzigen Schaden, den ich von diesem Ereignis behalten habe, ist, dass auf dem rechten Auge meine Sehkraft eingebüßt hat und mich gelegentlich migräneartige Kopfschmerzen für ein bis zwei Tage ans Bett fesseln.
Nach dieser ganzen Tortur musste ich auch noch damit leben, dass Manuel mich bei den Gerichtsverhandlungen schwer belastete und behauptete, dass ich Herbert und davor Marie getötet hätte. Hunderte von Befragungen durch die Kriminalpolizei musste ich über mich ergehen lassen. Unzählige Male musste ich auf ein Polizeipräsidium zur Einvernahme. Zweimal wurde mein Haus gründlich durchsucht. Kein Beweis, nicht einmal irgendein Hinweis, der wenigstens als Indiz brauchbar gewesen wäre, war zu finden.
Fast hätte man Herberts Leiche exhumiert. Aber jener Arzt, der nach Herberts Tod die Obduktion durchgeführt hatte, war ausgesprochen überzeugend gewesen. Herbert war demnach den Verletzungen, die er sich beim Sturz über die Kellertreppe zugezogen hatte, erlegen.
Einzig meine damalig beste Freundin Nathalie war eine unberechenbare Komponente. Sie hatte die letzten Worte Manuels gehört, die er an mich richtete, bevor ich die Besinnung verloren hatte. In ihr keimten Zweifel auf, ob ich nicht doch meine Hand bei Herberts Unfall im Spiel gehabt hatte. Oft versuchte sie, mich aus der Reserve zu locken und einmal hätte sie es fast geschafft, dass ich mich ihr anvertraut hätte. Sie besuchte Manuel sogar in der Untersuchungshaft. Was die beiden dort gesprochen hatten, erfuhr ich nie. Sie hatte ihn nie besonders gemocht, deswegen war ich umso überraschter, als ich davon erfuhr. Sie war meine Freundin, meine einzige Vertraute, aber ihr unbändiger Gerechtigkeitssinn ließ sie ihre Nase in Dinge stecken, die sie nichts angingen. Sie war die Einzige, die mich je nach den Schuhen fragte, mit denen Herbert ausgerutscht war. Nicht einmal der Polizei war dieser Umstand aufgefallen.
Das hätte sie nicht tun sollen. Woher sie davon Wind bekommen hatte, kann ich nur erahnen. Von Manuel. Sie war für mich zu einer tickenden Zeitbombe geworden. Ich konnte nicht einschätzen, wann und ob sie je explodieren würde.
Tja, Nathalie! Sie fehlt mir wirklich. Wie würde sie sich, unter normalen Voraussetzungen gedacht, freuen, wenn sie wüsste, dass ich Mama geworden bin! Schade! Wir waren seit unserer Schulzeit eng befreundet gewesen, auch wenn sie nicht jedes Detail von mir wusste.
Vier Monate nach dem grässlichen Attentat Manuels auf mich wurde Nathalie auf einem Zebrastreifen in Wien von einem Autofahrer niedergestoßen und dabei getötet. Der Lenker stand unter Drogeneinfluss, sagt man. Ihm wurde der Prozess gemacht, in dem er allerdings immer wieder beteuerte, dass er sich nicht entsinnen könne, jemals das Unglücksfahrzeug gesteuert zu haben. Er erzählte stets die gleiche Geschichte. Er sei von einem Unbekannten für unmäßig viel Geld angeheuert worden, ein Fahrzeug zu mieten und sich zur Unglückszeit genau an der Kreuzung einzufinden, an der Nathalie zu Tode kam. An mehr konnte er sich beim besten Willen nicht erinnern. Es gab keine Augenzeugen. Für die Staatsanwaltschaft war der Fall allerdings sonnenklar. Ein durchgeknallter Junkie, der in seinem Rausch ein Auto lenkte und dabei unglücklicherweise eine junge Frau und Mutter überfuhr. So wurde er wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr Haftstrafe und zu einem Zwangsentzug verurteilt.
So furchtbar ich damals den Verlust meiner Freundin empfunden hatte, so froh war ich gewesen. Ich war mir nicht sicher gewesen, ob Nathalie es nicht irgendwann geschafft hätte, die Wahrheit aus mir herauszubekommen. Womöglich wäre es ihr sogar gelungen eine dichte Indizienkette zu stricken, die mir zum Verhängnis hätte werden können.
So blieben nur noch Manuel und ich. Er ahnte und ich wusste, was geschehen war. Dass man vor Gericht einem potenziellen Mörder weniger Glauben schenken würde, hatte ich gehofft. Ein Jahr lang hatte sich der Prozess gezogen und am Ende wurde Manuel wegen versuchten Mordes zu vier Jahren Haft verurteilt. Sämtliche Ermittlungen gegen mich wurden eingestellt.
Herberts Vater setzte, unmittelbar nachdem er hatte erfahren müssen, dass sein Sohn schwul war, seinem Leben mit einem Jagdgewehr ein Ende. Er wollte sich nicht der vermeintlichen Schmach aussetzen, der Vater eines Homosexuellen zu sein. Nicht in dem biederen und streng traditionellen Umfeld, in dem er zu leben gewohnt war. Herberts Mutter ging zurück nach Frankreich und lebte fortan bei ihrer Schwester in Grenoble.
Was Manuels Eltern betrifft, weiß ich nichts Genaueres. Ich sah sie zum ersten und letzten Mal bei seiner Urteilsverkündung. Als wir damals das Gerichtsgebäude verließen, spuckte mir sein Vater verächtlich vor die Füße. Seine Mutter blickte mich mit rot verweinten, bittenden Augen an. Hatte sie etwa erwartet, dass ich umdrehe, zurück in den Gerichtssaal gehe und einen oder zwei Morde gestehe? Das hätte nichts an der Verurteilung Manuels geändert, er war eben ein potenzieller Mörder.
Nachdem der Prozess endlich vorbei war, gab es für mich in Wien nichts mehr zu tun. Ich verkaufte mein Haus südlich der Stadt, kündigte meinen Job und zog nach Strasbourg. Selbst den Kontakt zu meiner zweiten Freundin Christine sowie zu Nathalies Mann Gernot und seinen Kindern brach ich endgültig ab. Meinen Nachnamen ließ ich auf Kramer ändern. Ich wollte meine ganze Vergangenheit hinter mich wissen und ein neues Leben beginnen.
Durch den Verkauf des Hauses hatte ich genug Rücklagen. In Strasbourg erstand ich ein nettes Apartment im letzten Geschoss eines stilvollen Fachwerkbaus und richtete es mir gemütlich ein. Ich wollte mich nicht mehr binden und wählte bewusst eine kleine, aber feine Wohnung, die für einen Single optimal und für mehr als eine Person einfach zu beengend war.
Mein Körper hatte sich von all den Strapazen gut erholt, nur mein Kopf spielte mir immer wieder Streiche. Ganz plötzlich und ohne Vorwarnung bekam ich Schwindelanfälle oder starke Schmerzen, sodass ich mich augenblicklich hinsetzen oder ins Bett legen musste. Die Ärzte hatten gesagt, dass sich diese Anfälle im Laufe der Jahre bessern würden, was tatsächlich stimmte. Vor allem während der Schwangerschaft durfte ich mich freuen, dass mich keine einzige Migräneattacke heimsuchte.
Als ich mich gut in diesem französischen Städtchen eingelebt hatte, begab ich mich auf Arbeitssuche. Es dauerte keine zwei Monate und ich bekam eine fixe Anstellung als Co-Unterrichtende in Deutsch an einer Schule für angehende Modedesigner. Als alleinstehende Frau ohne Kinder war ich willkommen auch am Nachmittag als Lernbetreuung eingeteilt zu werden. Die Arbeit mit den Schülern machte mir Spaß und ich ging förmlich darin auf.
Lange Zeit vermied ich es, wieder engeren Kontakt zum anderen Geschlecht zu suchen. Zu tief saß die Enttäuschung und vor allem hatte ich Herbert über alles geliebt, obwohl ich schändlich hintergangen und benutzt worden war. Immer wenn ich mit einem Kollegen ausging, stellte ich im Unterbewusstsein Vergleiche mit Herbert an, und jedes Mal scheiterte der Beginn einer Beziehung an einer Kleinigkeit. Einmal fand ich, dass ein potenzieller Kandidat zu wenig sportlich wirkte, ein anderer hatte in meinen Augen keinen guten Geschmack, was die Kleiderwahl betraf, und ein Dritter schied aufgrund seiner unkonventionellen Tischmanieren aus. Keiner konnte es mit Herbert aufnehmen, obwohl gerade er mich zutiefst verletzt hatte.
Als vor etwa eineinhalb Jahren im Rahmen eines Projektes ein neuer Designer an die Schule kam, erwachte mein Interesse an Männern wieder. Er hätte vom Aussehen, von Mimik und von der Gestik Herberts Zwillingsbruder sein können. Seine dunklen Locken und die stechend blauen Augen hatten es mir angetan. Seine sportliche Figur und die langen Beine betonte er mit eng geschnittenen Hosen. Meist trug er ein helles Leinenhemd, das er nicht in den Hosenbund steckte, und einen Pulli, den er lässig um seine Schultern gehängt hatte. Seine an Arroganz angelehnte Körperhaltung, sein bisweilen laszives Lächeln und seine ungemein gewählte Ausdrucksweise ließen meinen Puls, wenn er in der Nähe war, um einen Zacken schneller schlagen. Ich musste mich jedes Mal beherrschen, ihn nicht wie ein verliebter Teenager anzuhimmeln, wenn wir uns im selben Raum befanden. Er verströmte eine Aura, der man sich nur sehr schwer entziehen konnte. Auch so manche Kollegin schien sowohl von seinem über die Maßen gepflegten Äußeren als auch von seinem Verhalten, das so manchen britischen Gentleman vor Neid hätte erblassen lassen, zutiefst beeindruckt zu sein. Im Konferenzzimmer war er stets von einer Schar Frauen umgeben, die, wenn er gerade wieder einmal über die Welt der Schönen und Reichen referierte, an seinen Lippen hingen. Jede Lehrerin wollte diesen Mann für ihre Klasse in Projektarbeiten eingebunden wissen.
Selbst die Schülerinnen der höheren Klassen hatten Gefallen an ihm. Sie drehten ihre Köpfe reihenweise nach ihm um, tuschelten und grinsten, wenn er an ihnen vorbeiging. So manche frühreife Dame versuchte ihn anzumachen und änderte flugs ihren Kleidungsstil und ihre Schminkgewohnheiten, wenn er an der Schule tätig war.
Dass er sich für mich interessieren könnte, daran hatte ich nicht im Traum gedacht. In meinem Kopf war er entweder bereits vergeben, ein ausgepuffter Frauenheld oder noch schlimmer: homosexuell.
Als Lucca, so hieß er, mich nach der Schule auf einen Kaffee einlud, hielt ich das Ganze für einen freundschaftlich-kollegialen Akt. Ich nahm die Einladung an und erwartete mir, dass er sich eher für mich als Lehrerin als für meine Weiblichkeit interessierte. Wir plauderten über Belanglosigkeiten und meine anfängliche Skepsis ihm gegenüber schwand rasch. Er entpuppte sich als ein scheuer, freundlicher und sehr zurückhaltender Zeitgenosse. Seine Ernsthaftigkeit und seine korrekte Art, die manchmal so gar nicht im Einklang mit seiner Erscheinung standen, gefielen mir zusehends. Es dauerte nicht allzu lange und Lucca und ich wurden ein Paar. Nicht dass ich diese Beziehung unbedingt eingehen wollte, aber es ergab sich an einem lauen Sommerabend, nach einem exquisiten Abendessen bei meinem Lieblingsitaliener. Ohne Vorwarnung legte Lucca seine Hand auf meinen Arm, beugte sich über den Tisch und küsste mich einfach auf den Mund. Ich war auf diesen Überfall nicht vorbereitet, aber im Grunde hatte ich nichts dagegen. Am selben Abend landeten wir in meiner Wohnung und schließlich in meinem Bett. Wider Erwarten war Lucca ein zärtlicher bisweilen beinahe langweiliger Liebhaber, ganz anders als Herbert. Aber gerade seine Art, mich anzufassen, mich zu lieben, gaben mir Vertrauen und Sicherheit. Ich fühlte mich geborgen wie schon lange nicht mehr und hegte keinen Zweifel daran, dass Lucca und ich gemeinsam alt werden könnten.


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