Cover: Zwischen Traum und Begehren

Zwischen Traum und Begehren
Leylas Wege zur Liebe


EUR 18,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 120
ISBN: 978-3-7116-0528-3
Erscheinungsdatum: 12.06.2025
Ein sinnlicher, intensiver Roman über Sehnsucht, Einsamkeit und Verlangen. Leyla hat zwei Affären, doch Erfüllung bleibt ihr verwehrt. Gefangen zwischen Lust und Leere spricht sie offen über ihre Gefühle – ohne Happy End, aber voller Tiefe.
Vorwort


Dieses Buch ist mehr als eine fiktive Geschichte. Es ist der Ausdruck meiner inneren Welt – ein Mosaik aus Erfahrungen, Träumen, Sehnsüchten und Schmerz. Schreiben bedeutet für mich, frei zu sein, ohne Grenzen oder Urteile. Diese Freiheit spiegelt sich in jeder Zeile dieses Buches wider.
Es ist mir wichtig zu betonen, dass ich durch das Schreiben meiner Geschichte nicht beabsichtige, jemanden zu verletzen oder zu schockieren. Ich möchte vielmehr Emotionen freisetzen, Fragen stellen und die Leser dazu einladen, sich auf ein sinnliches Abenteuer einzulassen, das über die Grenzen der Konvention hinausgeht.
Falls Sie als Leser bereit sind, mit offenem Geist und Herz einzutauchen, werden Sie vielleicht entdecken, dass es nicht nur um Erotik oder Leidenschaft geht, sondern um etwas Tieferes – um die Freiheit, sich selbst zu finden und auszudrücken.
Allen wünsche ich viel Freude beim Eintauchen in diese Welt!


Herzlichst,
Beatrix Bunn




1.
Über mich


Ich heiße Alina Czerwińska, aber alle rufen mich Leyla. Ich komme aus Polen und wohne schon eine Weile in Deutschland. Ich bin 37, ausgebildete Künstlerin mit Magistertitel. Nach dem Studium habe ich ein Praktikum in einem Theater gesucht und monatelang auf eine Antwort gewartet, bis ich mich entschlossen habe, mein Land zu verlassen. Ich nahm einen saisonalen Job an, um mein Deutsch zu verbessern, ein bisschen Geld zu verdienen und noch mal zu versuchen, mich an einem Theater zu bewerben, in Berlin oder Köln. So habe ich als Kellnerin an der Mosel angefangen, später habe ein Atelier gegründet und als selbstständige Künstlerin international Bilder ausgestellt. Es war wohl meine Bestimmung, weil ich schon seit 12 Jahren hier bin …
Ich wohne in einem kleinen Häuschen mit 2 Schlafzimmern, Wohnzimmer, Küche, Bad. Ich stehe morgens um 05:00 Uhr auf und gehe joggen oder mache Pilates an der Wand. Dann dusche ich mich, schminke mich, zieh mich an und trinke 2, 3 Tassen Kaffee. Dann fahre ich einkaufen und ins Atelier arbeiten. Aussehen ist für mich sehr wichtig, deswegen kleide ich mich sexy und schminke mich manchmal sehr auffällig. Ich mag Make-up und meine kleine Morgenrituale. Ich bin164 cm groß, wiege 73 Kilo und versuche seit Monaten noch 7 Kilo abzunehmen, es geht aber sehr langsam: 3 Kilo runter und 3 Kilo wieder drauf. Eine Hölle! Meine Figur ist aber noch in Ordnung, leicht kurvig, aber nicht übergewichtig. Ich trage gerne Jumpsuits. Ich fühle mich wie in einem Fantasiefilm und denke, dass das zu meiner Arbeit passt. Ich mag es zu gehen und zu spüren, wie mein Körper sich eng angezogen bewegt. Das betont meinen großen Busen und runden, festen Po. Sonst mag ich auch kurze Kleider und absolut alles, was eng an mir liegt. Ich habe dunkle braune Haare mit bisschen Kupferglanz und blaugraue Augen. Ich mag, wie ich aussehe. Ich fotografiere mich selbst auch gerne, am besten in verschiedenen Dessous, Latex oder Spitzenwäsche. Ich möchte später auch schöne Erinnerungen haben. Das ist noch eine kreative Beschäftigung, die ich ausübe. Sonst male ich Bilder. Ich habe ein Gefühl für Licht, Farben und Formen. Meine märchenhaften Fotos klebe ich in Alben. Ich habe das aber nicht immer gemacht. Eines Tages hat ein Mann mein erotisches Gespür geweckt. Meine Sexualität explodierte und seitdem habe ich mich in frivole Posen verliebt. Sie waren leicht erotisch und hatten mit Porno nichts zu tun. Außerdem habe ich sie auch als Kunst betrachtet. Ich kaufte mir ein 2 Meter langes Selfie-Stativ mit Auslöser und fotografierte mich selber in meinem Zimmer einmal, zweimal die Woche, wenn ich neue Ideen hatte. Natürlich habe ich die Bilder mit vertrauten Personen geteilt. Ich wollte die Männer erregen, zeigen, wie ich mich verwandeln und spielerisch auf sie wirken kann. Das war für mich ein Weg, um meine eigene Sexualität zu erleben, machte riesig Spaß und war ein unschuldiges Spiel … So dachte ich, bis ein paar von meinen Bildern in die falschen Hände geraten sind, und das nur wegen meiner Naivität, Gutgläubigkeit und wegen einer Person, die sich das abfotografiert hat. Clemens, mein alter Freund, von dem ich dachte, dass ich ihm vertrauen konnte, obwohl er schon mal in meine Wohnung eingebrochen ist …




2.
Clemens und der Anfang


Clemens ist 51 Jahre alt, wiegt 57 Kilo und ist sehr dünn, trägt eine Brille so schmal wie er selbst, hat keine Haare und ein noch ziemlich junges Gesicht. Er trägt sorgfältig gebügelte Hemden, meistens braune Hosen und Schuhe aus Leder. Er war schon immer in mich verliebt, ist aber total nicht mein Typ. Ich habe ihn jedes Mal abgelehnt. Es hat angefangen, als ich gerade nach Deutschland gezogen war. Ich war mit meiner Freundin Leonie Essen gefahren, ins Lokal am Flughafen, wo Clemens arbeitete. Das war ein großer Raum mit dunklem Teppichboden, Holztischen und -stühlen, Pflanzen. Es gab da große, alte Gemälde und riesige Fenster, durch welche man den ganzen Flughafen sehen konnte. Wir waren dort oft Kaffee trinken oder zum Mittagessen. Es gab klassische Gerichte wie Schnitzel, Steak oder Tafelspitz.
Leonie war damals eine hübsche 25-jährige Frau. Sie hatte lange, dunkelbraune Haare. Sie ist mit ihren 174 cm ziemlich groß und hat lange Beine. Sie kleidete sich schön, trug bunte, kurze Kleider, aber auch enge Sportklamotten, manchmal auch breite Jogginghosen und natürlich ihr Dienst-Outfit. Sie arbeitete am Schalter am Flughafen und wohnte paar Häuser weiter von mir. Sie ist sehr korrekt und klug. Wir haben uns da, wo wir wohnen, in einem Lokal kennengelernt, ein paar Drinks zusammen getrunken und waren seitdem befreundet. Später traf ich sie oft am Flughafen, wenn ich zu Ausstellungen geflogen bin, und als ich noch Kellnerin war, trafen wir uns oft dort bei einer Tasse Kaffee oder im Restaurant. Ich saß vor 10 Jahren mit Leonie bei einem Teller Salat mit Hähnchenstreifen. Clemens hat uns bedient, er war komisch; sprach oft in Form eines Gedichtes, womit er uns bestimmt beeindrucken wollte. Am Anfang fand ich ihn interessant; er war auch mal ein Kunststudent, genau wie ich vor Jahren. Er war intelligent. Wir haben interessante Gespräche gehabt und wollten uns treffen. Er sagte, er hatte dienstags immer frei. So habe ich mich mit ihm im Restaurant vor meinem Haus verabredet. Es war schon dunkel. Das Restaurant gegenüber meinem Haus war schön beleuchtet. Wir setzten uns an einen rechteckigen Tisch. Clemens hatte einen hellen Anzug an mit dunkelblauer Krawatte. Er nahm ein Taschentuch und wischte seine Stirn ab. Dann hat er einen gefalteten Zettel rausgeholt und mir gegeben. Das war eine Liste. Er hatte eine Vorstellung davon gehabt, was ich noch mit meinem Leben machen kann. Ja genau. Ungefragt hatte er mir eine Liste von Forderungen vorgelegt:

1. Ich soll abnehmen
2. Ich soll aufhören zu rauchen
3. Ich soll mit ihm Schach spielen

Ich habe es lächerlich empfunden. Wie kann jemand solche Anforderungen stellen? Ich habe das Tomek, meinem Kumpel, erzählt und er hat mich gefragt, ob ich ihn nicht rausgeschmissen habe? Nein, das habe ich nicht getan, aber eigentlich wollte ich das nach dieser Erfahrung. Aber nein, ich war naiv und vertraute Clemens weiter. Ab jetzt nahm ich ihn nicht ernst. Es ist nicht seine Sache, was ich mit meinem Körper mache. Das Rauchen habe ich sowieso bald aufgehört und 3 Kilo verloren, aber das hat nichts mit Clemens und seiner blöden Liste zu tun! Das war nicht normal. Er konnte nicht einschätzen, was sich zwischenmenschlich gehört und was nicht. Aber das war noch harmlos. Ich habe ihm das verziehen.
Wir waren oft bei Clemens zum Mittagessen. Er schien damit zufrieden zu sein. Aber in Wahrheit hat er vor Wut gekocht. Ich habe ihn nicht ernst genommen und er hat immer versucht, an mich ranzukommen. Er kam mir zu nah, ich musste immer 2 Schritte zurück machen. Ich mag nicht, wenn jemand meine persönliche Distanzgrenze überschreitet. Clemens machte das immer und ich musste ständig den Abstand wiederherstellen. Eines Tages, als wir im Restaurant saßen und nichts los war, setzte er sich zu uns und erzählte, dass er sich ab und zu mit seinen Kollegen trifft und sie bei einer Platte voller Fleisch über Frauen und Sex reden. Meistens waren das die Abenteuer von seinem Freund Udo, mit pikanten Details. Seine Frau akzeptierte es, dass er fremdging. Er fickte regelmäßig eine Frau, die in der Nähe von seiner Schreinerei wohnte. Ich bin so gespannt, worüber sie noch geredet haben; alle Einzelheiten, Beschreibungen von geilem Sex und davon, wie eine Frau blasen kann … Die Männer konnten sich schon scharfe Sachen erzählen. Clemens war auf jeden Fall neugierig und eifersüchtig, weil er schmal ist und keine Frau findet, die mit ihm ins Bett gehen würde. Er war ein Pilot von kleinen Flugzeugen. Einmal ist er eine Runde über die Mosel geflogen und hat Bilder von oben gemacht. Auf den Fotos sieht man wunderschöne Weinberge und den Fluss. Das könnte ein schönes Motiv zum Malen sein. Ich würde aber nie mit ihm ins Flugzeug steigen. Ich möchte überhaupt nicht fliegen und ein leichtes Flugzeug ist mir zu gefährlich. Einmal schenkte ich Clemens eine Spardose in Form eines kleinen Flugzeugs. Ich wollte, dass er Geld sammelt, um eine eigene Maschine zu erwerben. Ich meinte es gut. Eines Tages habe ich ihn auf einen italienischen Abend zu mir eingeladen. Ich wollte, dass er nicht mit einem besonderen Datum beschäftigt war, das mit dem Tod zu tun hatte. Clemens hat ein gutes Gedächtnis und behielt alle Daten und Ereignisse. Ich wollte ihm dabei helfen, dieses Muster zu brechen, dass ein Tag im Winter nicht mehr zu den grauen Tagen gehören sollte. Ich habe eine rot-weiß karierte Tischdecke hingelegt, eine Basilikumpflanze draufgestellt, Olivenöl, Balsamico-Essig und Kerze. Ich hatte auch eine Lichterkette über dem Tisch. Es sollte eine angenehme Atmosphäre schaffen, aber nicht zu romantisch. Ich servierte Caprese-Salat, selbstgemachte Pizza und Tiramisu. Der Abend war schön, aber Clemens war in Gedanken. Er war geprägt von klassischer Musik und Literatur. Das waren seine Welten. Er hat mir gesagt, dass er eine Waffe besitzt. Diese hat er von seinem Vater geerbt. Clemens sagte, dass er diese Waffe schon im Mund gehalten hatte, aber ohne Munition. Für mich klang das aber trotzdem heftig, sodass ich nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Aber Clemens wollte mit mir zu tun haben und er wollte alles über mein Liebesleben wissen …




3.
Vernissage


Nach 2 Jahren Arbeit als Kellnerin habe ich ein Atelier gemietet. Das waren 2 Räume: Vorne war ein Raum mit großem Fenster und hinten einer mit dem Fenster an der Zimmerdecke. Vorne hatte ich meine Galerie und hinten war der Ort, wo ich malte. Alles war weiß: die Wände, die Tische, die Regale und die Aufbewahrungskisten. Ich liebte mein kleines Atelier. Ich habe eine Vernissage organisiert. Viele Menschen kamen. Später habe ich regelmäßig Ausstellungen dort gemacht. Eine Ausstellung in Frühling dieses Jahr war besonders erfolgreich. Ich war an dem Tag sehr ruhig und habe mich gefreut über meine zahlreichen Gäste. Ich hatte schwarze Leggins an, ein enges schwarzes Korsett und Schuhe mit hohen Absätzen. Der Abend war sehr angenehm. Auf dem großen, runden, weißen Tisch habe ich Essen vorbereitet, Käse- und Schinkenplatten, Obst, Kuchen und viel Sekt und Wein. Auf dem Tisch stand eine weiße rustikale Vase mit Pinseln und weißen Blumen. Leonie kam von der Arbeit, ein bisschen müde und hungrig. Sie wollte an dem Abend bei mir sein. Sie hatte jetzt blondgefärbte Haare und trug ein einfaches rosa Kleid. Sie musste sich noch am Flughafen umziehen. Sie kam verspätet und war nicht alleine. Ein Flugzeugtechniker namens Lars war dabei. Er fuhr nach Hause und hat Leonie mitgenommen. Sie waren nach der Arbeit und machten Halt, um mich zu besuchen und gleichzeitig etwas essen. Lars war ein großer Norweger mit langen braunen Haaren. Sehr sympathischer Typ. Er war 180 cm groß und kräftig gebaut, hatte ein enges, schwarzes T-Shirt, Jeans-Hosen und sportliche Schuhe an. Er hatte eine sehr sexy Stimme, ein breites, hypnotisches Lächeln und grüne Augen. Er war leider schon vergeben, aber hat mir trotzdem gut gefallen. Ich war Single und war auf Männer sehr aufmerksam. Clemens konnte nicht fehlen, er interessierte sich für mein Schaffen. Die Bilder, die ich gemalt habe, waren abstrakt. Ich hatte schon immer das Bedürfnis, kreativ zu sein und mich auf symbolische Weise auszudrücken. Ich spielte mit Farben und Strukturen. Die Gemälde haben eine düstere, mysteriöse Atmosphäre. Ich habe viele positive Kommentare gehört. Ein Manager aus Trier suchte neue Künstler für seine noch nicht eröffnete Galerie und er wollte, dass ich dabei bin. Er organisierte eine Ausstellung in London, sagte er, und würde sich sehr freuen, wenn ich teilnehmen würde. Ich habe direkt ja gesagt, das konnte eine Chance sein, ein bisschen weiter bekannt zu werden. Und nach London wollte ich schon immer … nur meine Flugangst musste ich irgendwie überwinden …




4.
London


Um 7 Uhr saßen Leonie und ich in einem Café am Flughafen. Ich hatte schwarze Leggings, ein graues Top und einen langen, schwarzen Pullover an, Leonie trug ihre Dienstuniform: einen dunkelblauen Rock und ein weißes Hemd.
„Ich drücke dir die Daumen für London“, sagte sie.
„Hey Leonie, wäre es nicht besser, wenn ich die Bilder als Handgepäck mitnehme? Sie sind nicht groß. Ich habe Angst, dass im Laderaum etwas kaputtgeht.“
„Ja, du kannst es versuchen, die werden es dir beim Check-in bestimmt sagen. Mach dir keine Gedanken.“
„In 3 Tagen bin ich wieder da, gehen wir dann was trinken? Ich werde dir alles erzählen.“
„Ja klar! Gut, ich muss gehen. Ich fange gleich an. Guten Flug Schatzi!“
„Danke. Ciao.“
Ich nahm meine verpackten Bilder und ging einchecken. Ich legte mein Gepäck auf das Band und wartete, was die Sicherheitsbeamten sagen würden.
„Kommen Sie bitte her.“ Ein attraktiver Mann nahm mich zur Seite. „Das dürfen Sie nicht mitnehmen.“
„Oh entschuldigen Sie, das sind drei Bilder, sie sind nicht groß, 20x20 cm. Ich hatte Angst, dass sie im Laderaum kaputtgehen.“
„Sie enthalten scharfe Metallteile. Das ist verboten. Sie müssen wieder zum Schalter gehen und sie leider dort abgeben. Sie werden markiert, dass man damit vorsichtig umgehen muss. Keine Sorge“, sagte der Mann mit strenger, aber angenehmer Stimme.
„Ok, mein Flug dauert noch, aber könnten Sie mich nachher vorbeilassen ohne Wartezeit?“
„Ja, ich weiß Bescheid. Sind Sie eine Künstlerin?“
„Ja, ich mache eine Ausstellung in London.“
„Wow, London, dann beeilen Sie sich. Es sind noch 40 Minuten Zeit. Ich lasse Sie gleich wieder rein.“
„Danke.“ Ich ging schnell wieder zurück. Als ich wiederkam, sah ich ihn aus der Entfernung und habe gewunken.
Er hatte schon graue Haare und war immer noch sehr attraktiv für sein Alter, 176 cm groß und sportlich gebaut. Er hatte eine schwarze Dienstuniform und eine goldene Kette mit einem Kreuz. Er bewegte sich sehr sexy, die Frauen mussten auf ihn aufmerksam sein. Auf der Plakette sah ich den Namen Hans. Also der Hans … Er war so nett und ließ mich wieder rein. Er wünschte mir einen guten Flug und ich habe mich noch mal herzlich bedankt.
...

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