Liaison Amoureuse Exceptionnelle
Band 2
EUR 28,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 466
ISBN: 978-3-99130-322-0
Erscheinungsdatum: 29.10.2024
Das Leben mit einer Sexarbeiterin ist alles andere als eintönig. Stattdessen muss Günter Martin im zweiten Band seines Erlebnisberichts erfahren, dass Caroline jeden Tag neue Überraschungen für ihn bereithält …
Wasserspiele.
Es folgte wieder das bekannte Prozedere, nur waren dieses Mal alle außer Claudia beschäftigt. Sie kam auch nicht mehr zurück in die Küche.
Nun waren alle glücklich beschäftigt und ich konnte mich auf den Weg machen, das Abendessen zu besorgen. Also zog ich mir den Mantel an, es war ja noch Winter, und marschierte zu dem Büdchen. Nein, nicht so ohne Weiteres, unten an der Haustür kam mir in den Sinn, dass es nicht schaden könnte, wenn ich wüsste, welcher der zwei Schlüssel, die mir Caro gegeben hatte, zu welcher Tür passt. Bei zwei Schlüsseln hat man zwar eine Erfolgschance von 50 %, aber irgendwie sieht es blöd aus, wenn man an der Haustür die Schlüssel durchprobiert, und dann sind das nur zwei. Also habe ich geschaut, welcher Schlüssel in das Schlüsselloch der Haustür passt. Es war ganz einfach, es war der Kürzere. Dann habe ich mich auf den Weg gemacht.
Dort angekommen, betete ich mein Sprüchlein herunter, setzte mich an einen Tisch und wartete. Die Zeit wollte ich nutzen, um mir einige Gedanken darüber zu machen, was mir an diesem ganz besonderen Tag bisher alles widerfahren war. Die männliche Buffetkraft hatte jedoch was dagegen und verwickelte mich in ein Gespräch. Die Themen will ich hier nicht anschneiden, zum allergrößten Teil habe ich sie auch schon vergessen. Nur eines halte ich für sinnvoll zu erwähnen. Ich bin ein sehr zurückhaltend agierender Mensch, wenigstens war ich das. Bis ich Caroline näher kennenlernen durfte. Seitdem habe ich keine Probleme, mit wildfremden Menschen Kontakt aufzunehmen, und auch sehr oft den Eindruck, dass andere Menschen auf mich zugehen. Natürlich jetzt nicht unbedingt ein Hähnchenbrater, aber immerhin.
Mit den Hähnchen, den Pommes und dem Salat in der Tasche und dem Wissen über seine Familienverhältnisse und seine Einschätzung der politischen Lage im Kopf war ich auf dem Rückweg in die Wohnung. Eingedenk dessen, was mir Claudia über das Verhalten bestimmter Freier beim vorsichtigen Herantasten an die Haustür eines bestimmten Hauses in dieser Straße nahegebracht hatte, nahm ich mir vor, die männlichen Passanten mal etwas intensiver zu beobachten. Also verlangsamte ich meinen Schritt und wechselte, als sich die Gelegenheit bot, die Straßenseite, ging also auf die Seite, die dem Haus gegenüberliegt. Es kamen mir schon einige Männer entgegen oder überholten mich und auch auf der anderen Seite konnte ich kein außergewöhnliches Verhalten von irgendjemandem feststellen, alle eilten am Haus vorbei. Da hast du kein Glück mit deinem Privatfernsehen, dachte ich bei mir, und weil gerade kein Auto fuhr, überquerte ich wieder die Straße, und zwar genau auf der Höhe des Hauses und ging schnurgerade auf die Haustür zu. Ich hatte bereits die Hand in der Hosentasche, um nach den Schlüsseln zu angeln, und sah dabei die Straße hinunter zur selben Zeit zwei junge, für meine Begriffe fremdländisch aussehende Männer, die sich miteinander unterhielten und mich passierten. Plötzlich drehte sich der Größere von beiden um und kam auf mich zu. Er kam gleich zur Sache: „Mein Kumpel hat mir eben gesagt, dass sich in diesem Haus ein Puff befindet, stimmt das?“, wollte er von mir wissen. „Leider, aber es ist richtig, hier im Haus arbeiten Nutten“, gab ich ihm Antwort. „Wieso leider“, wollte der Kleinere der beiden wissen, „das muss doch toll sein, wenn man zum Ficken nicht aus dem Haus braucht? Weißt du, was die Weiber so verlangen?“ – „Das ist nicht so einfach, wie es aussieht, ich möchte ja nicht von meinen Nachbarinnen schief angesehen werden, wenn ich sie besuche, deshalb war ich noch nie bei den Damen hier im Haus. Was die Preise angeht, denke ich, die werden so sein wie sonst auch in der Stadt“, antwortete ich den beiden. „Kannst du uns keinen Betrag nennen?“, bohrte einer nach. „Wie gesagt, was die Huren hier verlangen, weiß ich nicht, so seltsam es auch klingen mag, in dem Puff in einem anderen nördlichen Stadtteil bin ich immer um 100 € leichter, wenn ich eine Hure nach einer halben Stunde verlasse“, klärte ich die zwei auf. „Ich denke, hier wird es auch nicht anders sein.“ Das schien den zwei doch zu teuer zu sein und sie verabschiedeten sich.
So, jetzt konnte ich ohne jegliche Befürchtung die Haustür öffnen und hoch zu meiner Caroline gehen. Nicht gehen, ich musste eilen, denn mir fiel ein, dass ich viel zu lange in der Kälte gestanden hatte. Nicht dass mir kalt war, aber womöglich den halben Hähnchen. Bevor ich jedoch hochging, klingelte ich den vereinbarten Code, um meine Ankunft anzukündigen. Als ich oben ankam, stand schon Caroline unter der Tür: „Wo bleibst du denn? Wir haben schon gedacht, dass dir was zugestoßen ist.“ So liebevoll wurde ich empfangen.
Erstaunlicherweise waren die halben Hähnchen noch richtig warm, auch die Pommes. „Hast du was dagegen, wenn wir heute alle zusammen in der Küche essen, wir zwei und Claudia und Josie?“, wurde ich von Caroline gefragt, während sie schon die Portionen auf dem Tisch verteilte. „Lieber wäre es mir gewesen, nur wir zwei, aber ich denke, du hast einen Grund dafür“, signalisierte ich meine Zustimmung zu diesem kleinen Dinner zu viert. „Wo bleiben nur die zwei“, regte sich Caro auf, „Claudia, Josie, beeilt euch bitte, das Essen wird kalt.“ Schon kamen die zwei durch die Tür, beide leider nicht mehr in ihrer aufreizenden Arbeitskleidung, sondern angezogen wie andere moderne junge Frauen auch. Sie bedankten sich bei Caro für die Einladung und bei mir für die Besorgung. Wir setzten uns und begannen zu essen. Zuerst waren wir mit den Hähnchen plus Beilagen beschäftigt, bis Josie anmerkte, dass es schon gut sei, dass Paula heute früher gegangen sei. Warum wollten die zwei anderen und auch ich wissen. „Ganz einfach“, meinte Josie, „bei den vier Stühlen hätte sie Ginn auf seinen Schoß nehmen müssen.“ Da mussten alle lachen. Nach dem Heiterkeitsausbruch wurde Caro ernst und meinte, ihre Chefin müsse unbedingt etwas gegen ihr Übergewicht tun. Dem stimmten die zwei anderen vorbehaltlos zu.
Bevor es zu einer Diskussion über Diäten und Nebenwirkungen kommt, dachte ich bei mir, enthältst du dich eines Kommentars und erzählst den drei, was du gerade eben vor der Haustür mit den zwei jungen Männern erlebt hast. „Aha, deswegen hast du dich verspätet“, stellte Caroline fest. „Dass du den beiden weis gemacht hast, du würdest deine ‚Nachbarinnen‘ hier im Haus nicht poppen, ist doch ein starkes Stück.“ – „Die sind bestimmt traurig, weil es nicht so ist, gab ich mich siegessicher“, um die Reaktion von Caro zu sehen. Die ging nur oberflächlich darauf ein, indem sie sagte: „Warum nicht, wenn es dir Spaß macht.“ Sie setzte aber den Blick auf, der bedeutete: Warte, wenn wir allein sind …
„Sag mal“, machte Claudia den Mund auf, „was hättest du getan, wenn die zwei es darauf angelegt hätten und mit dir zusammen hochgekommen wären?“ – „Das möchte ich auch wissen“, meldete sich Josie und auch Caroline sah mich fragend an. „Es ist nicht einfach zu beantworten“, zögerte ich, „ach was, ich hätte die zwei vor eure Tür gebracht. Hätte gesagt, ich pfeife auf meinen guten Ruf und die blöden Nachbarinnen und gönne mir jetzt und heute mal einen ganz besonderen Fick. Jetzt meine Frage an euch: Hättet ihr damit Probleme gehabt?“ – „Nein, überhaupt nicht“, grinste mich Caro an, „wenn du mich dann gewählt hättest. Außerdem sind wir doch alle gute Schauspielerinnen.“ Josie und Claudia nickten mit den Köpfen. Das mit den Preisen ließ ich unerwähnt. Eines jedoch nicht, dass ich sehr angetan gewesen sei vom Benehmen der beiden, die so gar nicht den landläufigen Vorstellungen von nicht deutschstämmigen Mitbürgern entsprochen hätten.
Das Essen hatten wir beendet. Claudia und Josie boten sich an, die Küche sauber zu machen und uns schickten sie mit den üblichen Wünschen in unser Lieblingszimmer. Damit wir endlich das tun, zu dem wir nicht gekommen waren. Im Zimmer angekommen, machten wir die Tür zu und befreiten uns von den Kleidern. Wie ich nun so dastand und die weiblichen Formen von Caroline bewunderte und der kleine Ginn es dem großen Ginn nachmachte, näherte sich mir mit katzenhaften Bewegungen mein Liebling und begann, mit ihrem Näschen an meinem Körper zu schnuppern. „Du duftest, um nicht sagen zu müssen, du stinkst nach Hähnchenbraterei“, stellte sie lakonisch fest. „Wie wäre es, wenn du mich unter die Dusche begleitest, ich denke, ich habe es auch nötig, aber aus anderen Gründen.“ Konnte ich einen Grund haben, das Angebot nicht anzunehmen? Ich hätte bescheuert sein müssen, darauf zu verzichten. So standen wir eine Minute später unter der Dusche und ich durfte das Duschgel von Caro benutzen. Aber nicht um mich einzuschäumen, sondern sie machte es bei mir und ich bei ihr. Wir beide taten es mit viel Gefühl und Zärtlichkeit.
So mittendrin in den liebevollen Berührungen stellte ich plötzlich fest, dass es wohl besser gewesen wäre, ich hätte mich zuvor noch ganz in der Nähe hingestellt. Dafür war es zu spät und es ohne Vorwarnung einfach laufen zu lassen, verbot mir meine Achtung vor Caro.
Also habe ich sie gefragt, ob sie etwas dagegen hätte, wenn ich das Leitungswasser kurzfristig mit ganz leicht gefärbtem eigenem Wasser mische. „Das habe ich dir doch angesehen“, prustete sie, „soll ich ihn dir dabei halten, es wäre mir ein Vergnügen? Übrigens, ich muss auch mal.“ Wieso sie mich gefragt hat, kann ich nicht sagen, denn bevor ich dazu ja sagen konnte, hatte sie mein edles Teil schon in die Hand genommen und spornte mich an: „Los, lass es laufen.“ Ich ließ es laufen und gleichzeitig verirrte sich eine Hand von mir in die Carolinischen Gefilde, wo sich bei ihr das Gleiche tat und zwei Wasser sich mischten. Wir hatten ja noch was vor, besonders Caro, deshalb meinte sie, ich rieche jetzt nicht mehr nach Hähnchenbraterei, wir könnten also endlich beginnen. Ich schlug ihr darauf vor, bevor wir aus der Dusche gingen, zum Schluss noch kurz das Wasser auf kalt zu stellen. „Ohne mich“, sträubte sie sich und verschwand aus der Dusche.
Was dann noch geschah, war einfach zu schön, um es in schnöde Worte zu fassen.
Zwischen zwei Besuchen.
Dienstag, ich bin gerade von Caro nach Hause gekommen und noch nicht richtig zur Wohnungstür rein, läutet schon das Telefon.
Ich nehme ab und melde mich mit: „Guten Abend, mit wem habe ich denn das Vergnügen?“
Caroline, die am anderen Ende ist: „Mit deinem lieben Schatz, bist du gut angekommen?“
I: „Es gab keine Probleme, vielen Dank. Schön deine Stimme zu hören. Sag mal, erkundigst du dich bei allen deinen Gästen, ob sie heil zu Hause angekommen sind?“
C: „Nein, nur bei einem einzigen und das ist mein Ginn. Seine Telefonnummer ist auf meinem Handy gespeichert und er tief in meinem Herzen.“
I: „Dafür liebe ich dich, du bist das Beste, das mir passieren konnte.“
C: „Du bist auch das Beste für mich, es war heute eine wunderbare Zeit mit dir. Du fehlst mir jetzt schon.“
Im Hintergrund sind Stimmen zu hören.
C: „Ich rufe dich später noch mal an, ich habe jetzt noch ein paar Termine hintereinander.“
I: „Dann wünsche ich dir gutes Gelingen und viel Spaß.“
C: „Danke, mein Liebling, ich hab dich so lieb.“
Immer noch Dienstag, aber jetzt kurz nach 23 Uhr, klingelt wieder das Telefon.
I: „Hallo Caroline, hast du alle deine Freier zufriedengestellt? Du Beste aller Prostituierten.“
C: „Ich denke, die waren mit mir zufrieden, das waren fast alles Stammgäste.“
Ich warte darauf, dass Caro weiterredet.
C: „Wir werden jetzt noch aufräumen und sauber machen, ich melde mich noch mal, um dir eine gute Nacht zu wünschen.“
Es ist eine Viertelstunde nach Mitternacht, das Telefon bimmelt.
I: „Wer ruft mich an zu so später Stunde?“
C: „Deine Caro ist es. Ich wünsche dir eine gute Nacht und träume was Schönes von mir.“
Mittwoch am frühen Morgen und wieder läutet das Telefon.
I: „Guten Morgen, wer hat denn da so früh schon ausgeschlafen?“
C: „Dein lieber Schatz, ich wünsche dir einen entspannten Arbeitstag.“
I: „Danke, ich werde mich anstrengen und dabei an dich denken.“
C: „Ich möchte aber nicht, dass ich dich von deiner Arbeit ablenke und deshalb lasse ich dich jetzt in Ruhe.“
Am selben Tag, so gegen 11 Uhr, läutet das Telefon, ich nehme ab und melde mich mit meinem Nachnamen und den üblichen Floskeln.
C: „Hier ist deine Schöne, wie geht es dir, mein Liebling?“
I: „Caro, wer dich hat, dem kann es nur gut gehen und deswegen geht es mir blendend. Caroline, ich höre da eigenartige Geräusche im Hintergrund, was macht ihr denn da?“
C: „Das habe ich dir doch gestern gesagt, dass ich heute zum Friseur gehe und im Augenblick rufe ich dich von meinem Friseur aus an.“
Dann bedeutend leiser: „Mir gehen die Haare doch schon über meinen Busen.“
I: „Also mir gefällt es, du siehst damit so verrucht aus.“
C: „Aber mir gefällt es nicht, ich bin eine ganz normale Frau und keine Bordsteinschwalbe.“
I: „Eine ganz normale Frau, die einer ganz aparten Tätigkeit nachgeht.“
C: „Ich bin froh, dass ich dich habe.“
Immer noch am Mittwoch, so nach 22 Uhr, das Telefon klingelt, ich nehme ab und melde mich.
C: „Guten Abend, lieber Ginn, wie geht es dir, was machst du gerade?“
I: „Du geliebtes Wesen, hast du das mich nicht schon einmal heute gefragt, wie es mir geht? Ich möchte doch nur, dass es dir gut geht, weil es mir nur dann wirklich gut geht, wenn ich weiß, es geht meinem geliebten Schatz gut. Und geht es dir gut?“
I: „Wie kann es mir schlecht gehen, ich werde ja von dir geliebt.“
C: „Das hast du schön gesagt.“
I: „Du wolltest doch wissen, was ich gerade mache. Ich bin im Internet und lese in einem Freier Forum über die Probleme, die andere mit deinen Kolleginnen und sich selbst haben.“
C: „Da bist du wohl sehr froh, dass du mich hast.“
Im Hintergrund ist eine Stimme zu hören.
C: „Ich soll dir einen Gruß von Josie ausrichten.“
I: „Gruß mit Dank zurück, ich habe gedacht, dass du heute nicht arbeitest.“
C: „Ich hatte einige Termine zu absolvieren, in ein paar Minuten erwarte ich meinen nächsten Gast. Ich rufe dich an, bevor ich heimfahre, um dir eine gute Nacht zu wünschen.“
…
Es folgte wieder das bekannte Prozedere, nur waren dieses Mal alle außer Claudia beschäftigt. Sie kam auch nicht mehr zurück in die Küche.
Nun waren alle glücklich beschäftigt und ich konnte mich auf den Weg machen, das Abendessen zu besorgen. Also zog ich mir den Mantel an, es war ja noch Winter, und marschierte zu dem Büdchen. Nein, nicht so ohne Weiteres, unten an der Haustür kam mir in den Sinn, dass es nicht schaden könnte, wenn ich wüsste, welcher der zwei Schlüssel, die mir Caro gegeben hatte, zu welcher Tür passt. Bei zwei Schlüsseln hat man zwar eine Erfolgschance von 50 %, aber irgendwie sieht es blöd aus, wenn man an der Haustür die Schlüssel durchprobiert, und dann sind das nur zwei. Also habe ich geschaut, welcher Schlüssel in das Schlüsselloch der Haustür passt. Es war ganz einfach, es war der Kürzere. Dann habe ich mich auf den Weg gemacht.
Dort angekommen, betete ich mein Sprüchlein herunter, setzte mich an einen Tisch und wartete. Die Zeit wollte ich nutzen, um mir einige Gedanken darüber zu machen, was mir an diesem ganz besonderen Tag bisher alles widerfahren war. Die männliche Buffetkraft hatte jedoch was dagegen und verwickelte mich in ein Gespräch. Die Themen will ich hier nicht anschneiden, zum allergrößten Teil habe ich sie auch schon vergessen. Nur eines halte ich für sinnvoll zu erwähnen. Ich bin ein sehr zurückhaltend agierender Mensch, wenigstens war ich das. Bis ich Caroline näher kennenlernen durfte. Seitdem habe ich keine Probleme, mit wildfremden Menschen Kontakt aufzunehmen, und auch sehr oft den Eindruck, dass andere Menschen auf mich zugehen. Natürlich jetzt nicht unbedingt ein Hähnchenbrater, aber immerhin.
Mit den Hähnchen, den Pommes und dem Salat in der Tasche und dem Wissen über seine Familienverhältnisse und seine Einschätzung der politischen Lage im Kopf war ich auf dem Rückweg in die Wohnung. Eingedenk dessen, was mir Claudia über das Verhalten bestimmter Freier beim vorsichtigen Herantasten an die Haustür eines bestimmten Hauses in dieser Straße nahegebracht hatte, nahm ich mir vor, die männlichen Passanten mal etwas intensiver zu beobachten. Also verlangsamte ich meinen Schritt und wechselte, als sich die Gelegenheit bot, die Straßenseite, ging also auf die Seite, die dem Haus gegenüberliegt. Es kamen mir schon einige Männer entgegen oder überholten mich und auch auf der anderen Seite konnte ich kein außergewöhnliches Verhalten von irgendjemandem feststellen, alle eilten am Haus vorbei. Da hast du kein Glück mit deinem Privatfernsehen, dachte ich bei mir, und weil gerade kein Auto fuhr, überquerte ich wieder die Straße, und zwar genau auf der Höhe des Hauses und ging schnurgerade auf die Haustür zu. Ich hatte bereits die Hand in der Hosentasche, um nach den Schlüsseln zu angeln, und sah dabei die Straße hinunter zur selben Zeit zwei junge, für meine Begriffe fremdländisch aussehende Männer, die sich miteinander unterhielten und mich passierten. Plötzlich drehte sich der Größere von beiden um und kam auf mich zu. Er kam gleich zur Sache: „Mein Kumpel hat mir eben gesagt, dass sich in diesem Haus ein Puff befindet, stimmt das?“, wollte er von mir wissen. „Leider, aber es ist richtig, hier im Haus arbeiten Nutten“, gab ich ihm Antwort. „Wieso leider“, wollte der Kleinere der beiden wissen, „das muss doch toll sein, wenn man zum Ficken nicht aus dem Haus braucht? Weißt du, was die Weiber so verlangen?“ – „Das ist nicht so einfach, wie es aussieht, ich möchte ja nicht von meinen Nachbarinnen schief angesehen werden, wenn ich sie besuche, deshalb war ich noch nie bei den Damen hier im Haus. Was die Preise angeht, denke ich, die werden so sein wie sonst auch in der Stadt“, antwortete ich den beiden. „Kannst du uns keinen Betrag nennen?“, bohrte einer nach. „Wie gesagt, was die Huren hier verlangen, weiß ich nicht, so seltsam es auch klingen mag, in dem Puff in einem anderen nördlichen Stadtteil bin ich immer um 100 € leichter, wenn ich eine Hure nach einer halben Stunde verlasse“, klärte ich die zwei auf. „Ich denke, hier wird es auch nicht anders sein.“ Das schien den zwei doch zu teuer zu sein und sie verabschiedeten sich.
So, jetzt konnte ich ohne jegliche Befürchtung die Haustür öffnen und hoch zu meiner Caroline gehen. Nicht gehen, ich musste eilen, denn mir fiel ein, dass ich viel zu lange in der Kälte gestanden hatte. Nicht dass mir kalt war, aber womöglich den halben Hähnchen. Bevor ich jedoch hochging, klingelte ich den vereinbarten Code, um meine Ankunft anzukündigen. Als ich oben ankam, stand schon Caroline unter der Tür: „Wo bleibst du denn? Wir haben schon gedacht, dass dir was zugestoßen ist.“ So liebevoll wurde ich empfangen.
Erstaunlicherweise waren die halben Hähnchen noch richtig warm, auch die Pommes. „Hast du was dagegen, wenn wir heute alle zusammen in der Küche essen, wir zwei und Claudia und Josie?“, wurde ich von Caroline gefragt, während sie schon die Portionen auf dem Tisch verteilte. „Lieber wäre es mir gewesen, nur wir zwei, aber ich denke, du hast einen Grund dafür“, signalisierte ich meine Zustimmung zu diesem kleinen Dinner zu viert. „Wo bleiben nur die zwei“, regte sich Caro auf, „Claudia, Josie, beeilt euch bitte, das Essen wird kalt.“ Schon kamen die zwei durch die Tür, beide leider nicht mehr in ihrer aufreizenden Arbeitskleidung, sondern angezogen wie andere moderne junge Frauen auch. Sie bedankten sich bei Caro für die Einladung und bei mir für die Besorgung. Wir setzten uns und begannen zu essen. Zuerst waren wir mit den Hähnchen plus Beilagen beschäftigt, bis Josie anmerkte, dass es schon gut sei, dass Paula heute früher gegangen sei. Warum wollten die zwei anderen und auch ich wissen. „Ganz einfach“, meinte Josie, „bei den vier Stühlen hätte sie Ginn auf seinen Schoß nehmen müssen.“ Da mussten alle lachen. Nach dem Heiterkeitsausbruch wurde Caro ernst und meinte, ihre Chefin müsse unbedingt etwas gegen ihr Übergewicht tun. Dem stimmten die zwei anderen vorbehaltlos zu.
Bevor es zu einer Diskussion über Diäten und Nebenwirkungen kommt, dachte ich bei mir, enthältst du dich eines Kommentars und erzählst den drei, was du gerade eben vor der Haustür mit den zwei jungen Männern erlebt hast. „Aha, deswegen hast du dich verspätet“, stellte Caroline fest. „Dass du den beiden weis gemacht hast, du würdest deine ‚Nachbarinnen‘ hier im Haus nicht poppen, ist doch ein starkes Stück.“ – „Die sind bestimmt traurig, weil es nicht so ist, gab ich mich siegessicher“, um die Reaktion von Caro zu sehen. Die ging nur oberflächlich darauf ein, indem sie sagte: „Warum nicht, wenn es dir Spaß macht.“ Sie setzte aber den Blick auf, der bedeutete: Warte, wenn wir allein sind …
„Sag mal“, machte Claudia den Mund auf, „was hättest du getan, wenn die zwei es darauf angelegt hätten und mit dir zusammen hochgekommen wären?“ – „Das möchte ich auch wissen“, meldete sich Josie und auch Caroline sah mich fragend an. „Es ist nicht einfach zu beantworten“, zögerte ich, „ach was, ich hätte die zwei vor eure Tür gebracht. Hätte gesagt, ich pfeife auf meinen guten Ruf und die blöden Nachbarinnen und gönne mir jetzt und heute mal einen ganz besonderen Fick. Jetzt meine Frage an euch: Hättet ihr damit Probleme gehabt?“ – „Nein, überhaupt nicht“, grinste mich Caro an, „wenn du mich dann gewählt hättest. Außerdem sind wir doch alle gute Schauspielerinnen.“ Josie und Claudia nickten mit den Köpfen. Das mit den Preisen ließ ich unerwähnt. Eines jedoch nicht, dass ich sehr angetan gewesen sei vom Benehmen der beiden, die so gar nicht den landläufigen Vorstellungen von nicht deutschstämmigen Mitbürgern entsprochen hätten.
Das Essen hatten wir beendet. Claudia und Josie boten sich an, die Küche sauber zu machen und uns schickten sie mit den üblichen Wünschen in unser Lieblingszimmer. Damit wir endlich das tun, zu dem wir nicht gekommen waren. Im Zimmer angekommen, machten wir die Tür zu und befreiten uns von den Kleidern. Wie ich nun so dastand und die weiblichen Formen von Caroline bewunderte und der kleine Ginn es dem großen Ginn nachmachte, näherte sich mir mit katzenhaften Bewegungen mein Liebling und begann, mit ihrem Näschen an meinem Körper zu schnuppern. „Du duftest, um nicht sagen zu müssen, du stinkst nach Hähnchenbraterei“, stellte sie lakonisch fest. „Wie wäre es, wenn du mich unter die Dusche begleitest, ich denke, ich habe es auch nötig, aber aus anderen Gründen.“ Konnte ich einen Grund haben, das Angebot nicht anzunehmen? Ich hätte bescheuert sein müssen, darauf zu verzichten. So standen wir eine Minute später unter der Dusche und ich durfte das Duschgel von Caro benutzen. Aber nicht um mich einzuschäumen, sondern sie machte es bei mir und ich bei ihr. Wir beide taten es mit viel Gefühl und Zärtlichkeit.
So mittendrin in den liebevollen Berührungen stellte ich plötzlich fest, dass es wohl besser gewesen wäre, ich hätte mich zuvor noch ganz in der Nähe hingestellt. Dafür war es zu spät und es ohne Vorwarnung einfach laufen zu lassen, verbot mir meine Achtung vor Caro.
Also habe ich sie gefragt, ob sie etwas dagegen hätte, wenn ich das Leitungswasser kurzfristig mit ganz leicht gefärbtem eigenem Wasser mische. „Das habe ich dir doch angesehen“, prustete sie, „soll ich ihn dir dabei halten, es wäre mir ein Vergnügen? Übrigens, ich muss auch mal.“ Wieso sie mich gefragt hat, kann ich nicht sagen, denn bevor ich dazu ja sagen konnte, hatte sie mein edles Teil schon in die Hand genommen und spornte mich an: „Los, lass es laufen.“ Ich ließ es laufen und gleichzeitig verirrte sich eine Hand von mir in die Carolinischen Gefilde, wo sich bei ihr das Gleiche tat und zwei Wasser sich mischten. Wir hatten ja noch was vor, besonders Caro, deshalb meinte sie, ich rieche jetzt nicht mehr nach Hähnchenbraterei, wir könnten also endlich beginnen. Ich schlug ihr darauf vor, bevor wir aus der Dusche gingen, zum Schluss noch kurz das Wasser auf kalt zu stellen. „Ohne mich“, sträubte sie sich und verschwand aus der Dusche.
Was dann noch geschah, war einfach zu schön, um es in schnöde Worte zu fassen.
Zwischen zwei Besuchen.
Dienstag, ich bin gerade von Caro nach Hause gekommen und noch nicht richtig zur Wohnungstür rein, läutet schon das Telefon.
Ich nehme ab und melde mich mit: „Guten Abend, mit wem habe ich denn das Vergnügen?“
Caroline, die am anderen Ende ist: „Mit deinem lieben Schatz, bist du gut angekommen?“
I: „Es gab keine Probleme, vielen Dank. Schön deine Stimme zu hören. Sag mal, erkundigst du dich bei allen deinen Gästen, ob sie heil zu Hause angekommen sind?“
C: „Nein, nur bei einem einzigen und das ist mein Ginn. Seine Telefonnummer ist auf meinem Handy gespeichert und er tief in meinem Herzen.“
I: „Dafür liebe ich dich, du bist das Beste, das mir passieren konnte.“
C: „Du bist auch das Beste für mich, es war heute eine wunderbare Zeit mit dir. Du fehlst mir jetzt schon.“
Im Hintergrund sind Stimmen zu hören.
C: „Ich rufe dich später noch mal an, ich habe jetzt noch ein paar Termine hintereinander.“
I: „Dann wünsche ich dir gutes Gelingen und viel Spaß.“
C: „Danke, mein Liebling, ich hab dich so lieb.“
Immer noch Dienstag, aber jetzt kurz nach 23 Uhr, klingelt wieder das Telefon.
I: „Hallo Caroline, hast du alle deine Freier zufriedengestellt? Du Beste aller Prostituierten.“
C: „Ich denke, die waren mit mir zufrieden, das waren fast alles Stammgäste.“
Ich warte darauf, dass Caro weiterredet.
C: „Wir werden jetzt noch aufräumen und sauber machen, ich melde mich noch mal, um dir eine gute Nacht zu wünschen.“
Es ist eine Viertelstunde nach Mitternacht, das Telefon bimmelt.
I: „Wer ruft mich an zu so später Stunde?“
C: „Deine Caro ist es. Ich wünsche dir eine gute Nacht und träume was Schönes von mir.“
Mittwoch am frühen Morgen und wieder läutet das Telefon.
I: „Guten Morgen, wer hat denn da so früh schon ausgeschlafen?“
C: „Dein lieber Schatz, ich wünsche dir einen entspannten Arbeitstag.“
I: „Danke, ich werde mich anstrengen und dabei an dich denken.“
C: „Ich möchte aber nicht, dass ich dich von deiner Arbeit ablenke und deshalb lasse ich dich jetzt in Ruhe.“
Am selben Tag, so gegen 11 Uhr, läutet das Telefon, ich nehme ab und melde mich mit meinem Nachnamen und den üblichen Floskeln.
C: „Hier ist deine Schöne, wie geht es dir, mein Liebling?“
I: „Caro, wer dich hat, dem kann es nur gut gehen und deswegen geht es mir blendend. Caroline, ich höre da eigenartige Geräusche im Hintergrund, was macht ihr denn da?“
C: „Das habe ich dir doch gestern gesagt, dass ich heute zum Friseur gehe und im Augenblick rufe ich dich von meinem Friseur aus an.“
Dann bedeutend leiser: „Mir gehen die Haare doch schon über meinen Busen.“
I: „Also mir gefällt es, du siehst damit so verrucht aus.“
C: „Aber mir gefällt es nicht, ich bin eine ganz normale Frau und keine Bordsteinschwalbe.“
I: „Eine ganz normale Frau, die einer ganz aparten Tätigkeit nachgeht.“
C: „Ich bin froh, dass ich dich habe.“
Immer noch am Mittwoch, so nach 22 Uhr, das Telefon klingelt, ich nehme ab und melde mich.
C: „Guten Abend, lieber Ginn, wie geht es dir, was machst du gerade?“
I: „Du geliebtes Wesen, hast du das mich nicht schon einmal heute gefragt, wie es mir geht? Ich möchte doch nur, dass es dir gut geht, weil es mir nur dann wirklich gut geht, wenn ich weiß, es geht meinem geliebten Schatz gut. Und geht es dir gut?“
I: „Wie kann es mir schlecht gehen, ich werde ja von dir geliebt.“
C: „Das hast du schön gesagt.“
I: „Du wolltest doch wissen, was ich gerade mache. Ich bin im Internet und lese in einem Freier Forum über die Probleme, die andere mit deinen Kolleginnen und sich selbst haben.“
C: „Da bist du wohl sehr froh, dass du mich hast.“
Im Hintergrund ist eine Stimme zu hören.
C: „Ich soll dir einen Gruß von Josie ausrichten.“
I: „Gruß mit Dank zurück, ich habe gedacht, dass du heute nicht arbeitest.“
C: „Ich hatte einige Termine zu absolvieren, in ein paar Minuten erwarte ich meinen nächsten Gast. Ich rufe dich an, bevor ich heimfahre, um dir eine gute Nacht zu wünschen.“
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