Harry in love

Harry in love

Christina Masch


EUR 23,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 634
ISBN: 978-3-99130-059-5
Erscheinungsdatum: 24.02.2022
Aschenputtel einmal anders: Das moderne Märchen eines Prinzen, der seiner Traumfrau begegnet. Um ihr Herz zu erobern, hat er viele Hürden zu nehmen; nicht nur wegen des Vaters seiner Auserwählten, der ihn abgrundtief hasst, …
In Erinnerung an
Karl-Heinz Stelzer

Meinem ehemaligen Deutschlehrer & Tutor,
der es in seiner ganz eigenen Art und Weise geschafft hat,
nicht nur mein Interesse an der deutschen Sprache zu wecken,
sondern dem Reiz zu erliegen,
mit ihr in ihrer ganzen Vielfältigkeit zu spielen.

Danke, ich werde Sie nie vergessen!


Prolog
Buckingham Palast, Ende Oktober 2010

Prinz William, der mit der Diplomatentochter Jane Miller seit gut vier Jahren verheiratet war, saß mit seiner kleinen Tochter Marybeth, die alle nur liebevoll Marie nannten, in ihrem Kinderzimmer. Während er aus einem dicken Märchenbuch Dornröschen vorlas, spielte Marybeth mit ihrem Teddy und gähnte herzzerreißend. „Na, ich glaube, es wird Zeit für Deinen Mittagsschlaf“, sagte William.
Marie verzog ihren Mund zu einer Schnute und sah ihren Vater mit großen dunklen Kulleraugen an. „Ich mag aber nicht, bin nicht müde!“
„So, so. Und was war das eben gerade: Wolltest Du mich etwa mit Deinem großen Mund auffressen?“, witzelte William, während er seine Tochter zu sich auf den Schoß zog und in die Arme nahm.
Marybeth strahlte. „Au ja, Papi auffressen; ich bin der Wolf!“, schrie Marybeth und drückte ihrem Vater einen feuchten Schmatz auf die Wange. William verzog das Gesicht.
Langsam liefen seine Finger über Maries Bein und wanderten dabei zu ihrem Bauch, den William nun kitzelte. Seine Tochter lachte aus vollem Herzen. William lachte mit, ehe er wieder ernst wurde: „Trotzdem muss auch ein kleiner Wolf Mittagsschlaf halten. Sonst hat er zum Kaffee Bauchweh und kann kein Stück von Uromis leckerem Kuchen stibitzen.“
„Doch!“, widersprach Marybeth. William schüttelte mit trauriger Miene den Kopf und sah seine Tochter dabei eindringlich an. Marybeth machte einen Schmollmund und wollte erneut widersprechen, als es plötzlich klopfte. Überrascht schauten beide zur Zimmertür.
„Ja, bitte.“
Prinz Harry betrat den Raum. „Was denn, schläft unsere kleine Prinzessin etwa noch immer nicht?!“
William seufzte lang und anhaltend. „Nein, Marybeth ist überhaupt nicht müde.“
„Aber ihr Vater dafür umso mehr“, scherzte Harry, da William just in diesem Moment selbst gähnen musste.
„Papi schlafen! Papi schlafen!“, schrie Klein Marie putzmunter.
„Also, ich weiß zwar nicht, was Du falsch machst, aber Jane hat keine Probleme Marie flink ins Bett zu stecken“, stellte Harry trocken fest.
„Danke für die Blumen, Brüderchen“, erwiderte William. „Aber wenn Du der Meinung bist, Du kannst es besser, dann bitte schön! – Marie, heute bringt Dich Dein Onkel ins Bett! Wie findest Du das?“
„Au ja; aber ich bin doch gar nicht müde!“
William lachte.
Harry knurrte.
William grinste seinen Bruder provozierend an, welcher darauf natürlich sofort ansprang. Er nahm die Herausforderung an und wandte sich nun an seine kleine Nichte, die er liebte als sei sie seine eigene Tochter: „Aber Du musst doch schlafen, damit Du morgen auch durchhältst.“
Fragend sah Marybeth ihren Onkel an.
„Weißt Du denn nicht, was morgen ist?“
„Geburtstag!“, schrie Marie begeistert.
„Richtig. Und weißt Du schon, was Du Dir wünscht; was möchtest Du geschenkt bekommen?“, fragte Harry weiter und setzte sich in einen Sessel.
„Harry!“, brummte William ernst.
„Was? Ich habe noch kein Geschenk und da wollte ich meine Nichte einfach einmal fragen, was sie gerne hätte.“
William verdrehte die Augen, da er genau wusste, was seine Tochter jetzt darauf antworten würde. „Ein Pferd!“
Überrascht sah Harry in die Runde. „Du wünscht Dir also ein Pferd? Aber dafür bist Du doch noch viel zu klein!“, versuchte Harry seine Nichte zu beschwichtigen.
„Gar nicht, werde vier!“, gab Marybeth erhobenen Hauptes von sich und zählte vier Finger an ihrer rechten Hand ab und zeigte sie ihm dann. Harry musste unweigerlich schmunzeln.
„Na schön, komm mal her, kleine Prinzessin! Ich verspreche Dir, wenn Du jetzt ganz schnell einschläfst, dann bekommst Du morgen ein Pferd, das Dir ganz alleine gehört. Na, wäre das was?“, fragte Harry begeistert. Marybeth bekam ganz große Augen, strahlte über das ganze Gesicht und lief schnell zu ihrem Onkel herüber.
Er nahm sie auf den Arm und wollte sie nun zu ihrem Bettchen bringen, doch schon protestierte Marie von Neuem. „Vorher fliegen!“
William musste kichern, denn seine Tochter konnte wirklich hartnäckig sein, und das mit ihren kaum vier Jahren. Währenddessen zuckte Harry nur mit den Schultern, hob seine Nichte hoch über den Kopf und ließ sie durchs Zimmer fliegen. Marybeth lachte abermals aus vollem Herzen.
„Achtung, Papa, weg da! Der Düsenjet Marie setzt zur Landung an!“, rief Harry und ließ Marie sogleich aufs Kinderbett plumpsen und griff nach der Tagesdecke.
Abermals protestierte Marybeth. „Bin nicht müde! Ich will zu meiner Mama!“, jammerte sie. Harry seufzte.
„Na, den Mund wohl zu voll genommen, was?“, piesackte William seinen Bruder.
Doch Harry grinste bereits schon wieder, denn er hatte eine Idee: „Okay, kleine Prinzessin, wir gehen jetzt zu Deiner Mama und schauen, was sie macht. Wenn Deine Mutti schläft, legst Du Dich neben sie und schläfst auch, einverstanden?“ Marybeth sah ihren Onkel stirnrunzelnd an. „Und wenn Deine Mum nicht schläft, dann brauchst Du heute keinen Mittagsschlaf machen. Na, wäre das was?“
Marybeth’ Augen fingen sogleich vor Freude wieder an zu strahlen. William sah derweil entsetzt seinen Bruder an. Doch dieser nickte nur wissend. „Wir müssen jetzt aber ganz leise sein, falls Deine Mami schläft. Also psssst!“
Marybeth legte sich beide Hände auf den Mund, während Harry sie wieder auf den Arm hob. Gemeinsam gingen sie auf leisen Sohlen ins angrenzende Schlafgemach von William und Jane. Und wie sollte es auch anders sein, lag Jane auf dem Bett und schlief. Prompt wollte Marybeth protestieren und zog abermals den Mund zu einer Schnute.
„Hey! Wer wird denn da weinen wollen? Mami schläft und jetzt schläfst auch Du, kleine Lady!“, sagte Harry bestimmend.
Widerwillig krabbelte Marybeth auf das große Ehebett ihrer Eltern und kuschelte sich an ihre Mutter, die instinktiv einen Arm beschützend über ihre Tochter legte. Sanft strich Harry seiner Nichte noch einmal übers Haar und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn. William tat es ihm gleich; noch bevor sich seine Tochter in irgendeiner Form beschweren konnte. Auf leisen Sohlen verließen sie anschließend das Zimmer.
„Mann, war das ein hartes Stück Arbeit!“, seufzte Harry erleichtert.
William nickte zustimmend. „Woher hast Du eigentlich gewusst, dass Jane schläft? Ich dachte eben, ich verhör mich, als Du Marybeth Deinen genialen Vorschlag unterbreitet hast!“
„Jane, war bereits auf der Couch unten im Salon eingenickt. Als ich das sah, habe ich ihr vorgeschlagen, dass sie sich lieber oben ins Bett legen sollte, da unten die ganzen Vorbereitungen für morgen laufen und Jane dort keine wirkliche Ruhe finden würde“, erklärte Harry gelassen. „Außerdem kann sie so auch viel besser neue Energie tanken.“
„Die werden wir wohl auch brauchen, wenn Du vorhast, Marybeth ein Pferd zu schenken! Sag mal, was hat Dich denn geritten?“, schimpfte William auch sogleich.
„Bleib cool, Brüderchen. Als ich sagte, dass ich ihr ein Pferd schenke, habe ich nicht eine Minute an ein echtes gedacht. – Für wie blöd hältst Du mich eigentlich?“, beschwerte sich Harry.
„Bei Dir weiß man nie! Auch mit Deinen sechsundzwanzig Jahren hast Du täglich neue Flausen im Kopf“, stellte William schmunzelnd fest.
Harry grinste und zuckte gelassen mit den Schultern.
„Und an was für ein Pferd hast Du nun gedacht?“, nahm William das Gespräch wieder auf.
„An ein Schaukelpferd aus Holz natürlich; was denn sonst???“, war Harrys knappe Antwort. „Obwohl, wenn Du Dich daran erinnern möchtest, haben wir in Marybeth’ Alter schon regelmäßig auf dem Rücken eines Ponys gesessen.“
Entsetzt blickte William seinen Bruder an. „Wir müssen aber nicht unbedingt in die Fußstapfen unserer Eltern treten!“
„William, beruhige Dich, ich weiß sehr wohl, dass Marybeth gesundheitlich eingeschränkt ist. Ich werde sie schon keiner Gefahr aussetzen!“, beschwichtigte Harry seinen Bruder. „Und wenn Du mich jetzt bitte entschuldigen möchtest? Ich habe noch ein Geschenk zu besorgen und es ist bereits halb drei; ich möchte pünktlich zum Nachmittagstee wieder hier sein.“ William nickte und schon war Harry weg und ließ seinen Bruder allein im Flur stehen.

Hastig wollte Prinz Harry in den – nun schon bereits fünften – Spielzeugladen, in der Hoffnung, endlich sein versprochenes Geburtstagsgeschenk für Marybeth zu bekommen. In allen vorherigen Spielzeugläden gab es zwar Schaukelpferde, doch keines war aus Holz, sondern nur aus schäbigem Plastik! In seiner Eile sah er nicht, dass zur gleichen Zeit jemand anderes aus dem Laden treten wollte und so rannte er frontal und mit aller Wucht in eine junge Frau. Alles, was sie auf dem Arm getragen hatte, verstreute sich nun auf dem Bürgersteig.
„Sie verdammter Idiot! Haben Sie keine Augen im Kopf? Wieder mal typisch!“, wütete die junge Dame auch sofort. Abrupt blieb Harry stehen und wandte sich, überrascht von der Heftigkeit der Worte, der am Boden hockenden Frau zu. Sie war ungefähr im gleichen Alter wie er, hatte rappelkurzes, rabenschwarzes Haar und einen perfekten, jedoch zierlichen Körper. Harry hatte das Gefühl, als sei er einer Erscheinung seiner Träume begegnet.
„Was starren Sie mich so an? Statt zu glotzen könnten Sie sich wenigstens entschuldigen!“, schimpfte die Dame heftig weiter, ohne wirklich nach oben geschaut zu haben. Harry schüttelte den Kopf, um wieder klar denken zu können. Hatte er sich gerade verhört? Nein, sie konnte keine seiner Wunschvorstellungen von einer Frau sein. Denn so würde sie sonst nicht mit ihm sprechen. Außerdem, was erlaubte sie sich eigentlich? Es war zwar nicht nett von ihm gewesen, sich nicht zu entschuldigen, doch so eine heftige Reaktion gegenüber einem Mitglied der englischen Königsfamilie war zu viel des Ganzen!
Prompt wollte sich auch sein Bodyguard mit einmischen. Doch Harry winkte ab. Stattdessen richtete er nun selbst eigene Worte an die junge Frau: „Ich entschuldige mich, dass ich Sie nicht gesehen habe und in Sie hineingerannt bin. Doch nichtsdestotrotz könnten Sie Ihre Worte auch etwas weniger zynisch äußern!“
„Warum sollte ich, schließlich stehen Sie doch noch immer nur herum, statt eventuell so viel Anstand zu haben und mir zu helfen!“, schleuderte sie ihm erneut ihre Schimpftirade entgegen.
„Sie scheinen nicht zu wissen, wen Sie vor sich haben!“, konterte nun auch Harry gereizt.
Kurz vor einer Explosion stehend, erhob sich die Frau vom Boden und schmetterte Harry erneut sarkastisch ihre Worte entgegen: „Und wenn Sie der Englische Prinz höchstpersönlich wären, wäre es mir …“ Entsetzt hielt sie in ihren Worten inne.
„Ja, was wäre es Ihnen???“, fragte Harry provozierend.
Die junge Frau starrte entsetzt, mit großen Augen und offenem Mund die Königliche Hoheit an. Erwartungsvoll sah Harry ihr ins Gesicht und grinste dabei selbstgefällig. Daraufhin drehte sich das Mädchen abrupt auf dem Absatz um und rannte die Straße hinunter. Harry stand da und schaute ihr mit gemischten Gefühlen hinterher. Fragend sah sein Bodyguard ihn an. „Soll ich eine Überwachung der flüchtigen Person veranlassen?“ Harry schaute überrascht zu seinem Wachhündchen. Doch plötzlich grinste er verschmitzt und nickte.
Während sein Befehl ausgeführt wurde, betrat Harry nun in aller Ruhe den Spielzeugladen. Da es eh schon nach vier war, konnte er sich jetzt auch Zeit lassen. Und er hatte Glück! In dem Spielzeugladen bekam er das, was sein Herz begehrte: Ein wunderschönes, aus Eiche geschnitztes Schaukelpferd. Aber nicht solch ein steifes, plattes, wie er es früher einmal hatte. Nein, es sah mit seinem schwarzen Fellüberzug sogar aus wie ein echtes Pferd. Dazu passend hatte es einen knallroten Ledersattel und rotes Lederzaumzeug. Harry lächelte, als er den Laden verließ. Er konnte sich seine Nichte schon bildhaft darauf sitzend vorstellen.
Als er zum Auto hinüberlief, blendete ihn auf einmal ein greller Lichtstrahl, der jedoch von unten herkam. Sein Blick fand auf dem Bürgersteig einen runden Holzsockel, auf dem eine silberne Plakette befestigt war. Er hob ihn auf und las die darauf eingravierten Worte: Möge der kleine weiße Schwan meine Enkelin stets treu begleiten. Egal, wohin der Weg sie führt! In Erinnerung, Nanni. Ganz automatisch ließ Harry seinen Blick erneut über das Gehwegpflaster schweifen. Um ihn herum lagen mehrere kleine Glas- und Keramiksplitter und eine Walze mit mehreren Vertiefungen und Erhöhungen aus Metall. Zu seinen Füßen befand sich eine zerbrochene Spieluhr. Harry ahnte, wem diese Spieluhr gehört hatte: Zwei faszinierend dunkelgrün funkelnde Augen, die ihm nicht wieder aus dem Kopf gehen sollten. Wehmütig hob er die Musiktrommel auf und steckte sie neben den Holzsockel in seine Jackentasche.


Kapitel 1

Seit einer geschlagenen Woche hatte Isabel das Gefühl, dass sie verfolgt wurde. Egal, wo sie auch hinging, der schwarze Mercedes mit dem amtlichen Kennzeichen BY–47 FGH war auch dort. Erst dachte sie, sie bilde es sich nur ein. Doch heute Morgen gab es keinen Zweifel mehr daran. Denn seit gestern Abend, als sie nach Hause gekommen war, konnte sie den Mann in dem Wagen auf der gegenüberliegenden Straßenseite von ihrem Schlafzimmerfenster aus gut beobachten. Er hatte nicht einmal in der ganzen Nacht das Fahrzeug verlassen und sein Blick war stets auf ihre Tür gerichtet. Isabel wurde wütend, denn sie vermutete, wer der Auftraggeber war. Prompt konfrontierte sie ihren Beobachter mit ihrer Erkenntnis: „Sagen Sie mal, sind Sie es nicht langsam leid, mir überallhin zu folgen? Sie können Ihrem Boss mitteilen, dass er Sie wieder abziehen kann. Sie wissen ja nun, wo ich wohne und wo ich arbeite. Also verschwinden Sie endlich! Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen. Das, was ich gesagt habe, habe ich auch so gemeint!“ Dann machte Isabel auf dem Absatz kehrt; drehte sich aber sogleich noch einmal kurz um und sagte: „Ach übrigens, ich gehe jetzt zur Arbeit …“ Irritiert sah sie der Wachposten an, doch er sagte nichts.
Als sie zurück zum Haus lief, konnte sie sehen, wie der Mann den Wagen startete und fortfuhr. Mit einem selbstgefälligen Lächeln machte sich Isabel auf den Weg zu ihrer Arbeitsstelle. Doch sie hatte sich zu früh gefreut. Denn kaum bog sie auf dem Heimweg in die Straße zu ihrer Wohnung ein, konnte sie schon von weitem den schwarzen Mercedes stehen sehen. All ihre verflogene Wut kam sofort wieder zurück und mit großen, harten Schritten ging sie schnurstracks auf das Auto zu. „Entweder haben Sie oder Ihr Chef etwas an den Ohren; das grenzt ja schon fast an Nötigung! Machen Sie, dass Sie wegkommen oder ich rufe die Polizei!“, schrie Isabel den jungen Mann am Steuer an. Doch er verzog noch nicht einmal eine Miene. Stattdessen hob er nur fragend eine Augenbraue und sah Isabel ungläubig ins Gesicht.
Leicht irritiert erwiderte sie sein fragendes Gesicht.
„Glauben Sie wirklich, die Polizei würde etwas dagegen unternehmen, dass ich hier stehe?“, richtete der Wachposten ruhig und offen seine Worte an Isabel. Entsetzt starrte sie ihn an. „Es tut mir leid, aber ich tue auch nur meinen Job und befolge die mir aufgetragenen Befehle.“
Isabel schloss die Augen und seufzte tief. „Na schön, Sie scheinen wirklich der falsche Ansprechpartner für mich zu sein. Dann, bitte, fahren Sie mich zu Ihrem Auftraggeber!“, sagte Isabel bestimmend und setzte sich spontan in das Auto hinter den Fahrer.
Überrascht drehte er sich zu ihr um. „Was, jetzt?!“
„Nein, morgen; sofort natürlich!“, schrie Isabel den armen Mann erneut an. Verunsichert startete er den Wagen.
Am Buckingham Palast angekommen, bat der junge Mann Isabel, so lange im Auto zu warten, bis man sie holen komme würde. Und noch ehe sie dem widersprechen konnte, machte sich der Herr schleunigst auf den Weg zum Prinzen.
Nach geschlagenen zehn Minuten wurde Isabel von einem Bediensteten in einen Raum geführt. Doch auch dort wurde sie noch eine ganze Weile sich selbst überlassen. Sie hatte somit genug Zeit, sich in dem Raum umzusehen: Zu ihrer Rechten befand sich an der Wand der Eingangstür ein Kamin. An der rechten Wand ging dann eine zweite schmale Tür ab. Isabel nahm an, dass sie zu einem Nebenzimmer führte. Geradeaus, ihr gegenüber, stand ein großer, schwerer, mahagonifarbener Schreibtisch, auf dem sich neben verschiedenen Schreibutensilien auch ein Computer befand. Vor dem Tisch standen zwei breite schwarze Ledersessel und linkerhand im Zimmer gab es drei große Fenster, die vom Boden bis zur Decke reichten. Vor der Fensterfront gab es eine kleine Sitzecke, an der gut sechs Personen für eine Besprechung Platz hatten. Als Isabel diese Fakten bewusstwurden, dachte sie, sie sei in das Arbeitszimmer der Queen geführt worden. Prompt verflog ihre Wut und dafür traten Panik und Angst an deren Stelle. Was sollte sie sagen, wenn die Queen plötzlich ihr gegenüberstand und zu wissen wünschte, was sie von Prinz Harry wollte??? Unsicher sah sich Isabel um. Sollte sie, solange sie noch Zeit dafür hatte, wieder verschwinden?

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