Cover: BlueEyed DreamBoy

BlueEyed DreamBoy


EUR 19,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 206
ISBN: 978-3-7116-1885-6
Erscheinungsdatum: 23.09.2026
Eine leidenschaftliche Geschichte zwischen Traum und Wirklichkeit: Liebe, Sehnsucht und Magie verbinden Fantasy, Romantik und Familiendrama zu einer emotionalen Reise voller Geheimnisse, Hoffnung und verborgener Gefühle.
Prolog


„Mami, wer ist dieser Raphael?“, frage ich meine Mutter Claire, als sie mich in die Badewanne hebt. Sie lässt mich abrupt los und ich plumpse ins warme Wasser. „Auwa. Mami, warum lässt du mich ins Wasser fallen?“ „Wo hast du diesen Namen gehört, Josi?“, sieht sie mich fragend an. „Ich weiß nicht, von dir, glaube ich, du hast ihn im Schlaf gesagt, als ich gestern zu euch ins Bett gekrochen bin. Wo ist Daddy? Er war gar nicht da.“ „Schatz, dein Vater Charles ist auf einer Geschäftsreise, er wird …“ „Schon wieder“, unterbreche ich meine Mutter Claire. „Er arbeitet so viel, damit es uns an nichts fehlt. Er will, dass du, Josi, alles bekommen kannst, was du dir wünschst.“ Lächelt sie mich schwach an und rubbelt mich mit dem Waschlappen ab. „Ich wünsche mir nur, dass er mehr Zeit für mich hat“, murmele ich vor mich hin. „Warum muss ich jeden Tag baden, ich bin doch gar nicht dreckig, ich war heute nicht mit Struppi im Hyde Park, stimmts Rose“, sehe ich die Haushälterin hilfesuchend an. Die beiden sehen sich an und lachen. „Es spielt keine Rolle, ob du dreckig bist, Schatz, bevor man ins Bett geht, wird gebadet.“ Sagt meine Mutter zu mir und dreht sich zu Rose um. „Danke Rose, du kannst jetzt nach Hause gehen, den Rest schaffe ich allein.“ „Gute Nacht Josi, hab süße Träume“, lächelt Rose mich an, als sie das Badezimmer verlässt. „Claire, ich gehe morgen früh zuerst zum Arzt und dann einkaufen. Soll ich dir und Charles etwas Besonderes mitbringen?“, ruft sie nochmal von vor der Badezimmertür. „Nein danke Rose, Charles wird nicht vor dem Wochenende nach Hause kommen“, antwortet meine Mutter und hebt mich aus der Wanne, wickelt mich in ein riesiges flauschiges Handtuch und drückt mich an sich. „Ich habe dich lieb, mein Schatz, und jetzt ab ins Bett!“

***

„Raphael, meine Tochter Josi kennt deinen Namen, wir müssen vorsichtiger sein“, sehe ich ihn flehend an. „Was hast du ihr gesagt, wer ich bin, Claire?“ Entgegnet er mit sanfter Stimme. „Nichts, ich habe sie vor Schreck in die Badewanne rutschen lassen. Zum Glück plappert sie immer weiter und hatte dann andere Fragen. Ich hoffe nur, sie fragt Charles nicht irgendwann danach“. Er zieht mich in seine kräftigen Arme. „Claire, mach dir keine Sorgen. Kinder in dem Alter von fünf Jahren schnappen ständig etwas auf und vergessen es wieder. Aber ich werde mich darum kümmern, dass sie meinen Namen vergisst. Ich liebe dich. Wir müssen nur noch ein bisschen durchhalten. Ich bin ganz nah an einem Ausweg, mi Amore.“ Ich setze mich auf und sehe in Raphaels haselnussbraune Augen. „Raphael, ich weiß nicht, wie lange ich das noch durchstehe. Es wird immer schlimmer mit Charles. Ich mache ständig gute Miene zum bösen Spiel, damit Josi nichts davon erfährt. Aber ich sehne mich so nach dir. Ich will dich nicht nur in meinen Träumen. Ich will, dass wir immer zusammen sein können. Dann kann ich Charles endgültig verlassen und endlich wieder glücklich sein.“ Tränen laufen mir über das Gesicht. „Glaube mir, Claire, es dauert nicht mehr lange!“ Flüstert er leise, während er mir die Tränen vom Gesicht küsst.

***

„Eure erste Übung besteht darin, den Traum eines Kindes zu beherrschen. Taucht ein, bleibt so lange, bis ihr das Problem behoben habt, und verlasst das Kind wieder, ohne Spuren zu hinterlassen. Bei Kindern ist das leicht. Sie sind noch so unbestimmt.“ Höre ich den Ausbildungsleiter Gabriel sagen. Ich habe Josis Namen, mit dem Problemfall, ‚lass sie einen Namen vergessen‘ mit in die Traumschale geschmuggelt. „So, jeder nimmt sich einen Problemfall aus der Traumschale und versucht sein Glück. Bei Kindern müsst ihr nicht darauf warten, gerufen zu werden, die wissen in den meisten Fällen ja noch nicht, was sie wollen oder brauchen. Also los und keine Sorge, ich bin immer in der Nähe und kann eingreifen, falls etwas schiefläuft.“ Höre ich wieder den Ausbilder Gabriel und will gerade den Ort verlassen, als er mich erblickt. „Raphael, was führt dich zurück in die Ausbildungshallen. Mein ehemaliger bester Absolvent braucht doch nicht etwa meine Hilfe“, sah er mich fragend an. „Nein, Gabriel, ich wollte nur mal einen Blick auf die angehenden Traumwächter werfen. Die Neuen werden ja noch lange an Kindern üben, bevor sie dann irgendwann bei Einsätzen von Erwachsenen dabei sein dürfen, und noch länger wird es dauern, bis sie jemals einen eigenen Soloaußeneinsatz übernehmen dürfen.“ Flunkerte ich ihn an. „Falls du hier bist, Raphael, um herauszufinden, ob dir jemand deinen Platz als bester und schnellster Absolvent streitig macht, bist du noch zu früh. Aber ich denke, dass Lucas das Zeug dazu hat. Warten wir es ab.“ Grinste Gabriel mich an. Ich nickte ihm zu und verschwand.

***

„Claire, ich habe dir gesagt, ich lasse dich nicht gehen. Du bist meine Frau und wirst es auch bleiben“, faucht Charles mich an. „Charles, bitte, wir lieben uns doch gar nicht mehr. Du bist ständig auf Geschäftsreise mit Gott weiß wem, und ich sitze hier mit Josi und warte auf deine Rückkehr. Ich weiß nicht, was ich ihr noch sagen soll, warum du ständig weg bist. Sie ist jetzt mit vierzehn Jahren schon in einem Alter, um zu verstehen, warum Menschen sich trennen“, sage ich mit sanfter Stimme zu ihm. Ich will nicht, dass er wütend wird. Das kenne ich mittlerweile nur allzu gut. „Ja vielleicht, aber nicht ihre Eltern. Was auch immer du glaubst, vor mir verbergen zu können, lass es. Ich weiß genau, dass du dich von einem anderen ficken lässt. Mir zeigst du die kalte Schulter und ihn lässt du in unser Bett. Du bist doch froh, wenn ich auf Geschäftsreise bin“, schreit er mich an. „Charles, bitte, du weckst Josi noch auf. Und ich weiß nicht, was du meinst. Ich habe keinen anderen Mann.“ Entgegne ich leise. Und das ist die Wahrheit, denn Raphael ist kein Mensch, immerhin nicht im herkömmlichen Sinn. Er ist ein Traumwächter. Zumindest noch. Bis dass er endlich einen Weg aus dieser Welt findet und ganz zu mir kommt. Charles Gesicht färbt sich rot. Er packt mich an den Oberarmen und schüttelt mich. „Wenn du glaubst, ich wäre ein Trottel, dem du Hörner aufsetzen kannst, hast du dich geirrt, meine Liebe. Ich habe euch gehört. Wie du seinen Namen, Raphael, gestöhnt hast, als du dachtest, ich wäre in Paris“, zischt er leiser. „Das nächste Mal, Claire, werde ich euch erwischen und dann bringe ich erst ihn und dann dich um.“ Spricht er mit gepresster Stimme, rasend vor Wut, und schleudert mich auf unser Bett. Ich krieche sofort zum Kopfende, kauere mich zusammen und schließe die Augen. Ich habe Angst, aber ich höre, wie er das Zimmer verlässt. Und etwas später höre ich unser Auto mit quietschenden Reifen losfahren.

***

„Raphael, ich kann nicht mehr. Ich halte das nicht mehr aus. Seit Jahren sagst du mir, es dauert nicht mehr lange. Vielleicht sind zehn Jahre in deiner Welt keine lange Zeit, hier auf Erden aber schon. Und fünfzehn Jahre mit diesem Despoten waren unerträglich.“ Sage ich mit tränenerstickter Stimme. „Claire, mi Amor, es tut mir so leid, hat er dich schon wieder geschlagen? Ich würde ihn am liebsten umbringen, für das, was er dir antut.“ Zieht Raphael mich sanft in seine Arme. „Nein, diesmal nicht. Aber er hat mir gedroht, dass, wenn er uns erwischt, er uns umbringt.“ Schluchze ich an seine breite Brust. „Zum Glück kann das ja nicht passieren, Claire.“ Sagt er und zieht mich enger an sich. „Raphael, ich habe Angst, dass er mir etwas Schlimmeres antut. Bitte, bitte, du musst einen Ausweg finden.“

***

„Raphael, mein Liebster. Ich kann nicht mehr länger mit diesem Mann in einem Haus leben und ich kann nicht länger darauf warten, dass du endlich einen Weg zu mir findest. Ich werde Charles verlassen.“ Sage ich zu Raphael. „Claire, mi Amore, er wird dich nicht einfach gehen lassen. Du weißt, wie er ist. Ich habe jetzt endlich die Schriften gefunden. Es gibt einen Weg und es dauert nun wirklich nicht mehr lange.“ Antwortet Raphael besorgt. „Doch, und ich werde Josi alles erzählen. Sie ist mit fast achtzehn Jahren alt genug, um es zu verstehen. Außerdem geht sie bald aufs College.“ Beharre ich. „Claire, mi Amore, ich werde dich diesen Mistkerl zumindest für ein paar Stunden vergessen lassen.“ Hauchte Raphael, während er sich an meinem Körper abwärts küsste. „Raphael“, stöhnte ich.

„Ich wusste es, Claire, du Hure, wo ist der Mistkerl. Ich habe dir gesagt, wenn ich euch erwische, bringe ich euch um. Raphael, komm raus. Du fickst meine Frau in meinem Haus und dann hast du nicht den Schneid, dich mir zu stellen.“ Dröhnte die grollende Stimme von Charles durch das Schlafzimmer. Dann schlug er mich und ich schrie vor Schmerz. Bei seinem zweiten Schlag stolperte ich gegen die Nachttischlampe, die klirrend zu Boden fiel. Ich flehte ihn an aufzuhören. „Charles, du bist derjenige, der mich schon seit unserer Hochzeit mit wer weiß wie vielen Frauen betrogen hat. Und was ist mit deiner Sekretärin? Misshandelst du sie auch, wenn du dich mal wieder nicht beherrschen kannst. Du bist ein brutaler Schläger, ein notorischer Fremdgänger und hast eine Tochter wie Josi gar nicht verdient. Sie wird die Wahrheit über dich erfahren und wir werden dich beide verlassen.“ Schrie ich wutentbrannt. „Du wirst nirgendwo hingehen, Claire. Ich habe alles auf Band aufgenommen, wenn du mich verlassen willst, wirst du nichts bekommen, ich werde dich ruinieren und Josi werde ich auch enterben, wer weiß, ob sie überhaupt von mir ist, und jetzt sag mir, wo sich dieser Mistkerl versteckt.“ Brüllt Charles und reißt alle Türen im Schlafzimmer auf. „Wo. Wo steckst du, Mistkerl. Ich bring dich um! Und dann ist deine Hure dran!“ brüllt er weiter.




Kapitel 1
Josi


Es war ein langer und anstrengender Tag im Büro, wie sie in der letzten Zeit öfter vorkamen, als mir lieb war. Ich beschloss, ein entspanntes Bad mit meinem Lieblingswein zu nehmen. Als ich in das heiße Wasser eintauchte, spürte ich ein Kribbeln im ganzen Körper, was mich mehr erregte als entspannte. Ich schloss meine Augen und atmete den wohltuenden Lavendelduft meines Badewassers ein. Langsam entspannten sich meine Glieder und ich rutschte tiefer ins Schaumbad.

Als ein großer, muskulöser, dunkelhaariger Mann mit Augen so hellblau wie Stahl plötzlich in meinem Badezimmer stand, fuhr ich erschrocken aus der Wanne hoch und überflutete den Boden. Ich sah mich um, aber ich war allein. Natürlich war ich allein, denn ich lebte seit dem Tod meiner Eltern Claire und Charles vor fast zehn Jahren allein in dem großen Haus in Mayfair, einem exklusiven Stadtteil in der Nähe vom Londoner West End. Ich hasste dieses leere Haus und die Stadt, aber ich war nicht in der Lage, es zu verkaufen und von hier wegzuziehen. Es war alles, was ich noch von meinen Eltern und dem alten Leben hatte.

Ich stieg aus der Wanne, trocknete mich ab und betrachtete mein Spiegelbild. Meine langen gewellten rostroten Haare hatte ich eindeutig meinem Vater zu verdanken. Die moosgrünen Augen und die helle Haut hingegen stammten von meiner Mutter. Meine irische Herkunft konnte ich definitiv nicht verleugnen. Ich war für eine Frau recht groß mit meinen 1,75 m, was mir allerdings ein paar ziemlich lange und wohlgeformte Beine bescherte. Das war auch so ziemlich alles, was ich an mir mochte. Natürlich war meine Brust mit den kleinen rosa Knospen hübsch, aber wegen mir könnte sie etwas mehr als nur eine gute Handvoll sein. Ich schüttelte den Kopf, wickelte mich in ein Handtuch und ging ins Bett. Rose, meine gute Seele von einer Haushälterin, würde morgen das Chaos beseitigen, das ich hinterlassen hatte.

Im Bett kam mir der Typ von vorhin wieder in den Sinn, von dem ich offensichtlich nur geträumt haben konnte. Natürlich, es musste ein Traum gewesen sein, wie sollte ich sonst an so einen Mann kommen. Mehr göttlich als menschlich, so was gibt es nur im Traum. Ich löschte das Licht und kuschelte mich in meine Kissen.

„Babe, hey, du solltest nicht so viel arbeiten, du bist ja völlig erschöpft, wenn du aus dem Büro kommst. Wer kümmert sich um mich. Ich brauche auch ein bisschen Zuneigung und ich bin mir sicher, deine feuchte …“

„Josi, Josi, bist du wach? Es ist Zeit zum Aufstehen, und warum ist alles feucht im Bad?“, hörte ich Rose rufen.

Ich blinzelte auf meinen Wecker. 8 Uhr. Mist, schon wieder vergessen, den verdammten Wecker zu stellen. Ich sprang aus dem Bett. „Ja Rose, ich bin wach. DANKE“, rief ich noch im Halbschlaf. „Ich hatte einen kleinen Unfall im Bad. Tut mir leid. Ich muss mich beeilen, bin spät dran.“ „Wie immer, Schatz“, kam die warme vertraute Stimme aus der Küche. „Dein Frühstück ist fertig und dein Handy klingelt ununterbrochen.“

Mist, ich beeilte mich, zog mich an, lief hinunter in die Küche und trank schnell das Glas Orangensaft, das Rose mir neben mein Frühstück gestellt hatte. Keine Zeit für mehr. Ich schnappte mir mein Handy und meine Schlüssel und rannte zur U-Bahn. Den Fahrdienst hatte ich auf Eis gelegt, mit der U-Bahn war ich schneller im Büro als mit diesem protzigen Wagen, der ständig im Stau von London stecken blieb. Jetzt allerdings wünschte ich mir, ich hätte ihn nicht abbestellt, denn wie so oft öffnete der Himmel über der Stadt wieder seine Schleusen und ich hatte in der Eile meinen Schirm vergessen. Zum Glück war ich schon fast an der U-Bahn-Station, womit ich nur ein paar Tropfen des jetzt richtig prasselnden Regens abbekommen hatte. Ich war kein typisches Büropüppchen. Stunden die Haare glätten und eine Schminkorgie veranstalten war nicht mein Ding. Meine Locken fielen, wie sie fielen, zum Glück in sanften Wellen über meinen Rücken, und dank meiner vornehmen Blässe, wie es mein Vater immer zu sagen pflegte, wenn ich mich beschwerte, dass alle im Sommer braun wurden, nur ich immer aussah wie eine Nachteule, strahlten meine Augen mit nur ein wenig Mascara von selbst, und da ich ständig in Anspannung war, hatte ich auch immer leicht roséfarbene Wangen.

Meine Assistenten im Büro überschlugen sich mit Nachrichten, als ich ankam. Und da war er wieder, der Wahnsinn. Und wie jeden Tag begann er wieder von vorne. Gegen Mittag hatte ich endlich einmal Zeit, um durchzuatmen und einen kleinen Salat zu mir zu nehmen. Ich musste unbedingt meine Essgewohnheiten ändern. Ich hatte schon wieder ein Pfund verloren. Das musste aufhören. Und die ständige Zufuhr von Schokolade, um überhaupt was zu essen, konnte auch nicht der richtige Weg sein. Ich lehnte mich in meinem Bürosessel zurück und schloss kurz die Augen. Und schon wieder kam mir als Erstes der Typ aus meinem Badezimmertraum in den Sinn und was zum Teufel war das, bevor Rose mich geweckt hatte. Es fühlte sich so echt an, genauso wie im Badezimmer. Vielleicht sollte ich mal wieder ausgehen und einen realen Mann kennenlernen. Aber wer hat dazu schon Zeit. Ich auf jeden Fall nicht. Die Übernahme der Konkurrenz stand kurz bevor und der Aufsichtsrat verlangte wie immer Höchstleistungen von ihrer CEO. Also Privatleben ade und Schlaf wird ja auch überbewertet. Aber ich habe mir fest vorgenommen, wenn das hier über die Bühne gebracht ist, mache ich Urlaub. Egal, was die grauen Herren dann schon wieder von mir wollen. Auch wenn ich die jüngste CEO in der Geschichte des Unternehmens bin und wohl auch die erfolgreichste, wollte ich im Alter von fast siebenundzwanzig nicht nur Gast in meinem Leben sein. Ja, ich lebte den Wunsch und Traum meines Vaters, der das Unternehmen aufgebaut hatte und immer wollte, dass ich es später einmal weiterführe. Dass es so schnell passierte, konnte keiner ahnen, und ich wollte sein Andenken nicht beschmutzen, also tat ich das, was von mir erwartet wurde, aber ich musste mir Gedanken über meine Wünsche und Träume machen und das in naher Zukunft.

Da es Freitagabend war, beschloss ich, nicht direkt nach Hause zu fahren, sondern ging in mein Lieblingsrestaurant. Da ich meistens allein dort aß, kannten die Kellner bereits meine Vorlieben und brachten mir unaufgefordert ein Glas Syrah. Heute hatte ich Lust auf Pasta. Der Chefkoch hatte wie immer eine ganz besondere Empfehlung für mich und ich ließ mich überraschen. Und wie immer wurde ich nicht enttäuscht. Nach einem fantastischen Essen fuhr ich mit dem Taxi nach Hause. Um diese Uhrzeit vermied ich es, allein mit der U-Bahn zu fahren. Ich hatte zwar mehrere Selbstverteidigungskurse absolviert und konnte mich auch ganz gut zur Wehr setzen, aber darauf anlegen wollte ich es nicht.

Zu Hause angekommen, schlüpfte ich in meine Wohlfühlleggins, einen übergroßen Pulli und in meine kuschelweichen rosafarbenen Lieblingssocken. Auf der Couch vor dem Kamin las ich noch ein paar Berichte, bevor ich mich entschloss, meine Augen zu schonen und ein Hörbuch einzuschalten. Leichte Lektüre, irgendwas von einem einsamen Leuchtturmwärter, der per Zufall seine große Liebe fand. So stand es zumindest im Text.

„Josi, da bist du ja endlich. Ich warte schon so lange auf dich. Was hat dich aufgehalten?“ Ich drehte den Kopf und blickte wieder in diese stahlblauen Augen. Verdammt. Ein verführerisches Lächeln umspielte seinen Mund und ließ seine Augen noch mehr strahlen. Verdammt, verdammt. Warum träumte ich immer wieder von diesem Mann. Also nicht, dass ich mich beschweren wollte, aber es fühlte sich wieder so verdammt echt an. War es etwa doch kein Traum. Ich setzte mich auf und sah ihn genauer an, ohne ein weiteres Wort setzte er sich neben mich und zog mich in seine muskulösen Arme. Ich lehnte mich, wie selbstverständlich, an seine ebenso muskulöse Brust und sog seinen unwiderstehlichen Duft von frischem Gras nach einem typischen englischen Regenschauer ein. Oh Mann, ich könnte schwören, das ist echt. Aber ich war völlig ruhig und entspannt und es fühlte sich vertraut an. Es konnte nur ein Traum sein. Unsere Blicke trafen sich erneut und sein Mund senkte sich langsam auf meinen. Seine weichen warmen Lippen bescherten mir eine Gänsehaut über den gesamten Körper und mein Mund öffnete sich automatisch, damit seine Zunge eindringen konnte. Der anfänglich zärtliche liebevolle Kuss wurde intensiver und unsere Zungen tanzten den Tanz des unnachgiebigen Verlangens. Er zog mich auf seinen Schoß und ich spürte sofort, dass seine Erregung nicht minder war als meine. Seine Hände fuhren unter meinen Pulli und liebkosten meine Brüste. Ich konnte mich nicht mehr zurückhalten. Ich fuhr mit meinen Händen durch seine dunklen Locken und zog seinen Kopf zurück, sodass er mich ansah. „Babe“, keuchte er, „du machst mich völlig wahnsinnig, mein Schwanz explodiert noch, wenn du mich weiter auf Abstand hältst“. Nun, ich musste zugeben, dass sich mein Höschen auch ziemlich nass anfühlte, aber wer war dieser Mann. „Wer bist du?“, hörte ich mich flüstern. „Babe, ich bin der Mann deiner Träume, spürst du das nicht?“ Und weiß Gott, spürte ich ein heißes Verlangen nach diesem unglaublichen Abbild eines Mannes. Ich gab mich meinem augenscheinlichen Traum hin und hoffte gleichzeitig, dass ich nicht aufwachte.

Ich zog ihm sein enges schwarzes T-Shirt über den Kopf und sah erst jetzt die ganze Pracht dieses adonisartigen Geschöpfes. Sein Sixpack oder besser Eightpack war nichts gegen seine gestählten Brustmuskeln, über die sich ein dunkles mir unbekanntes Muster bis hinunter zu seiner Armbeuge zog. Seine Haut schimmerte goldfarben und fühlte sich an wie ein Seidentuch, das über einen runden Felsen gezogen war. Hart und weich zugleich. Seine stahlblauen Augen wurden von Sekunde zu Sekunde dunkler und in einer fließenden Bewegung zog er mir meinen Pulli aus und drehte mich gleichzeitig auf den Rücken. Sein Mund eroberte wieder den meinen und langsam glitt seine Zunge meinen Hals hinunter bis zu meinen Brüsten. Er widmete sich zuerst der einen, dann der anderen Brust, bis meine Knospen dunkelrot und steinhart nach vorne ragten. Gleichzeitig spürte ich, wie sein harter großer Schwanz an meinem Oberschenkel pulsierte und mich beinahe zum Orgasmus brachte. Ich stöhnte vor lauter Erregung und drückte ihn weiter nach unten in Richtung meiner jetzt völlig durchnässten Leggins. Er sah kurz zu mir hoch, grinste und sagte: „Wenn ich mit dir fertig bin, Babe, wirst du zwei Tage nicht mehr …“

„Sie können das Hörbuch jederzeit pausieren, wenn Sie fertig …“ Verdammt, ich zog die In-Ear-Kopfhörer heraus und sah mich schwer atmend um. Mein Pulli lag auf der Erde. Meine Brustwarzen waren dunkelrot und immer noch hart und meine Leggins triefte fast. Was zum Teufel war hier los. Das konnte unmöglich in einem Traum passiert sein. Oder etwa doch. Aber warum fühlte es sich so verdammt echt an und die roten Brustwarzen und die nassen Leggins waren auch echt. Also was ging hier vor sich.
...

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