Alltag & Lebensführung

Die Ehe ist tot – es lebe die Ehe/Die Liebe ist tot – es lebe das Lieben

Gertrud In-Albon & Andreas Henzen

Die Ehe ist tot – es lebe die Ehe/Die Liebe ist tot – es lebe das Lieben

Leseprobe:

DIE EHE IST TOT – ES LEBE DIE EHE


DIESES BUCH IST

KEIN FACHBUCH,
KEINE WISSENSCHAFTLICHE ABHANDLUNG,
KEINE WAHRHEITSBIBEL.

ES IST EIN LUSTVOLLES BUCH ÜBER EIN LEIDVOLLES THEMA MIT POINTIERTEN AUSSAGEN, ERZÄHLT IN EINER EINFACHEN UMGANGSSPRACHE UND ILLUSTRIERT MIT VIELEN WITZIGEN BILDERN.




Lass uns durch diesen Kontinent ‚Liebesehe‘ weiterwandern.
„Liebe, Liebe, Liebe.“ Überall steht dieses Wort geschrieben, aber findest du auch irgendwo eine Definition?

Ich sehe nur, dass Frauen und Männer darunter etwas anderes verstehen.

Wie meinst du das?

Die Frauen haben ganz romantische Vorstellungen von Liebe: Zärtlichkeiten, kleine Geschenke, Gespräche, Verständnis (im Sinne von: „Du verstehst meine Welt“) und alles gespickt mit Gefühlen. Die Männer denken da viel einfacher. Für die meisten bedeutet ‚Liebe‘: Sex.

Aber in der Verliebtheit sind doch die Männer auch sehr gefühlvoll und romantisch! Betrachte mal dieses verliebte Paar „Anna und Florian“.

Sobald sich jedoch zwei Menschen gefunden haben und im Alltag landen, stellt der Körper diese Hormonausschüttung leider wieder ein. Dann wird geheiratet: Zuerst auf dem Standesamt, und dann heiraten viele noch in der Kirche.



Und unser Fazit nach dem Durchwandern vom Kontinent ‚Zweckehe‘ und dem Kontinent ‚Liebesehe‘? Irgendwie habe ich das Gefühl, die ‚Zweckehe‘ entspricht nicht mehr der heutigen Zeit, und die ‚Liebesehe‘ ist nicht umsetzbar.

Die ‚Liebesehe‘ war als gute Alternative zur ‚Zweckehe‘ gedacht. Wenn du ein neues Theaterstück aufführen willst, im Hintergrund das alte Bühnenbild und die alten Requisiten aber stehen lässt, dann kann das nicht funktionieren.

Was meinst du konkret damit?

Das patriarchale Denken ist noch stark verbreitet, und das steht einer gleichberechtigten Ehe im Wege. Und es herrscht vorwiegend eine klare ‚Du-Kommunikation‘. Diese Kommunikationsform erstickt aber die verbindenden Gefühle. In der Sexualität gehen die Vorstellungen von Frau und Mann weit auseinander, und die Wirtschaft und die Politik sind ‚Mann‘- und nicht ‚Mensch‘-orientiert. Was die ‚Liebesehe‘ ebenfalls stark belastet, sind die verflixten Erwartungen an die Liebe und die Partnerschaft. Hier ist die Messlatte so unglaublich hoch angesetzt, dass fast 50?% an ihr scheitern.




Deshalb brauchen wir definitiv ein neues Paar- und Familienkonzept! Hast du nicht ein cooles Modell entwickelt?

Ja, das hab ich. Wenn du willst, kann ich es dir zeigen.

Das würde mich brennend interessieren.

Wir werden mit diesem Modell einen neuen Kontinent betreten müssen. Ist das in Ordnung für dich?

Ja klar!

Ich möchte den Menschen einladen:
alte Ehe- und Paarstrukturen zu überdenken,
Neues auszuprobieren
und mit andern Werkzeugen eine bessere Partnerschaft zu gestalten.

Klingt doch gut!
Steig ein und lass uns mit dem UFO diesen Kontinent aufsuchen.




DIE LIEBE IST TOT – ES LEBE DAS LIEBEN


Was verstehst du eigentlich unter ‚Liebe‘?

Ich verstehe Liebe eher als Zielsetzung, als etwas, was ich erreichen möchte. ‚DAS LIEBEN‘ ist der Weg, auf dem wir uns dem Ziel ‚LIEBE‘ nähern können. Der Begriff ‚das Lieben‘ beinhaltet Aktivität, Arbeit und gleichzeitig auch Freude, Lust und Spaß. ICH darf etwas dafür tun, etwas beitragen, etwas geben und bereit sein, etwas zu empfangen. ‚Das Lieben‘ ist ein Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz. Es verlangt von zwei Menschen die Bereitschaft, sich immer wieder aufeinander zuzubewegen und Gefühle wie Frustration, Ärger, Trauer und Enttäuschung auszuhalten im Wissen, dass ‚das Lieben‘ kein Geschenk des Himmels ist, sondern Arbeit und Engagement. Ohne diesen persönlichen Einsatz gibt es keine Weiterentwicklung und keine dauerhafte Verbundenheit zu einem anderen Menschen.




Wenn ‚das Lieben‘ aber Arbeit ist, weshalb sollten sich zwei Menschen überhaupt darauf einlassen? Wäre dann nicht der Alleingang viel einfacher?

Ja natürlich! Gut: Einerseits ist der Wunsch nach Fortpflanzung noch tief verankert, und andererseits sind die meisten Singles bis ins hohe Alter auf der Suche nach Partnerschaft. Dieser Wunsch ist wohl in den Genen verankert.

Welche Alternative bietet sich uns an, wenn wir das alte Liebesmodell verlassen möchten?

Wir brauchen eine andere Ehephilosophie, wie zum Beispiel:
„DURCH PARTNERSCHAFT ZUR SELBSTFINDUNG – DANK SELBSTFINDUNG ZUR ERFÜLLTEN PARTNERSCHAFT.“

Lass uns aufbrechen und mit Lisa und Adrian, einem jungen Paar, das die Verliebtheitsphase hinter sich hat, ein neues Konzept entwerfen.




Hast du auch schon einen Namen für dein Konzept?

Ja, nennen wir es doch kurz und bündig ‚GARTENMODELL‘!

Ich bin ja gespannt, was du darunter verstehst.

Wie der Name schon sagt, gehe ich von einem einfachen Bild aus: Es ist ein kleiner umzäunter Acker, in der Mitte unterteilt durch eine Hecke.

Das heißt: ein gemeinsames Stück Ackerland mit zwei Gärten.

Genau. Der ‚Garten von Adrian‘ und der ‚Garten von Lisa‘. Und das Wichtige ist wirklich diese Hecke, die von Anfang an aufzeigt, dass es in meinem Konzept um diese zwei verschiedenen Gärten geht.

Ich verstehe. Im Gegensatz zum ‚Liebesmodell‘. Da gibt es in der Mitte keine Hecke.

Das ‚Liebesmodell‘ möchte alles vereinen, alles zusammenbringen. Aus zwei Menschen ein Ehepaar machen. Dass dies so nicht umsetzbar ist, belegt die hohe Scheidungsrate.




Die Frage ist doch, welche Auswirkungen hat diese Unterschiedlichkeit auf das Zusammenleben von Lisa und Adrian, von Frau und Mann, von Mann und Mann, von Frau und Frau?

Hier wird es spannend und interessant!

Eines ist schon mal ganz klar: Wenn beide auf ihren Standpunkten stehen bleiben, dann wird das Zusammenleben verdammt hart, und es macht keinen Sinn, denn es findet bei beiden wenig Entwicklung statt.

Ja. Du hast es bereits angedeutet, dass Sinn und Zweck der Partnerschaft in der Weiterentwicklung des eigenen Ichs liegt. Aber ist das so wichtig? Es kann mir in der Zweierkiste doch auch ohne diese mühsame Weiterentwicklung gut gehen, oder etwa nicht?

Ich behaupte, dass jeder Mensch tief in seinem Inneren den Wunsch nach Selbstfindung und Weiterentwicklung verspürt. Siehst du, wie Adrian interessiert in den Garten von Lisa schaut und sich fragt, ob er etwas von ihr lernen kann? Auch sie entdeckt im Garten von Adrian spannende Dinge, die sie eventuell in ihrem Garten gebrauchen könnte. Das nenne ich Weiterentwicklung!

Format:
Seitenanzahl: 94
ISBN: 978-3-99064-512-3
Erscheinungsdatum: 13.02.2019
EUR 20,90

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