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Visionssuche - eine Antwort

Shutanka Hanwi-Win

Visionssuche - eine Antwort

Leseprobe:

Liebe/r Seelenverwandte/r!

Du hast dieses Buch in der Hand, damit wir uns auf diese Weise begegnen können.

Vielleicht beschäftigt dich der Gedanke an eine Welt hinter der sichtbaren Welt, die Suche nach dir selbst oder du wolltest schon immer etwas über eine Visionssuche wissen.

Dieses Buch basiert auf meinen ganz persönlichen Erfahrungen – du wirst deine eigenen machen, ich habe hier für dich mein Erleben aufgeschrieben, damit du deinen eigenen Weg, deine eigene Richtung findest.

Alles was du lesen wirst, zeigt dir lediglich meine Sicht auf die Dinge – ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Einiges wird dir vielleicht bekannt vorkommen, anderes eine völlig neue Sichtweise darstellen.

Warum ich auf Visionssuche gegangen bin?
Mein Gedicht auf der nächsten Seite sagt es dir.

Ich wünsche dir das Beste auf deiner Reise zu dir selbst und – falls es so sein soll – für deine eigene Visionssuche!

Sei herzlich gegrüßt – ich achte dich und deinen Weg!

Andrea T.
Shutanka-Hanwi-Win

Mitakyue Oyasin
(Lakota: Wir sind alle verwandt! Oder auch: Für all meine Verwandten!)



Tanz zwischen den Welten

Ich tanze zwischen den Welten,
Frage mich, wer ich bin,
Der Wind spricht mit mir, Feuer, Steine und Wasser.

Zwischen Tieren und Pflanzen geborgen
Erinnere ich mich an etwas, dass ich vergessen habe.
Da ist eine Melodie, die ich kenne – so nah.
Spricht von „Zuhause“ zu mir,
Doch ich verstehe ihre Sprache nicht mehr.

Ich will mich wieder erinnern, erkennen,
Bei meinen wahren Namen nennen!

Ich tanze zwischen den Welten.
Wo gehöre ich hin?
Sehnsucht hüllt mich ein.
Irgendetwas in mir weiß:
Da ist mehr, viel mehr, als ich jetzt sehen kann.
Was habe ich vergessen – so fern und doch zum Greifen nah?

Ich tanze zwischen den Welten,
Keine Gegensätze – Licht und Schatten sind eins.
Ich will sehen und erkennen!
Bin bereit, jetzt die Grenzen zu überwinden;
Das, was getrennt war, neu zu verbinden.



Eine Berührung – Fell an meiner Haut.
Wer bist du? Du bist mir so vertraut!
Etwas erinnert sich in mir.
Du schaust mich an, sagst:
„Folge mir, ich bringe dich zurück zu dir!“

Freude und Liebe tief in mir drin –
Danke, dass du gekommen bist
Mein Leben hat doch einen Sinn!

Ein Traum –
Im Spiegel sehe ich ganz klar mein Gesicht;
Zum ersten Mal.
Angst und Vertrauen sind in mir,
In den Sonnenaufgang laufe ich hinaus
Du tanzt mit mir!

Andrea T.

Für dich, geliebte Tierverbündete und für all meine Lehrer – danke!





Aufbruch – der erste Schritt

Da sitze ich nun im Zug – mit meinem Rucksack, an dem Biwakplane, alle möglichen Schnüre, Schlafsack und was ich sonst noch brauchen werde, samt zehn leeren Plastikwasserflaschen, hängen; diese schlagen bei jeder Bewegung leise aneinander und sorgen bei meinen Mitreisenden für ein großes Spektrum an menschlichen Reaktionen: vom überraschten Staunen über Missbilligung bis zum nachsichtigen Schmunzeln. Ich sehe mich in einer Zugfensterscheibe und muss selbst lachen!
Ich gebe zu: So ausgestattet biete ich nicht gerade einen alltäglichen Anblick!

Ich fühle mich seltsam: Freude, Angst, Vertrauen, eine klare Wahrnehmung meiner Umwelt, auch in gewissem Maße ein Losgelöstsein vom Alltäglichen. Eine ambivalente Gefühlswelt – aber das vorherrschende Gefühl ist: Endlich ist es so weit und es ist alles, wie es sein soll!
Den gesellschaftlichen Rahmen und den Alltag habe ich schon jetzt hinter mir gelassen – in dem Moment, als ich mich aus Jörgs liebevoller Umarmung gelöst habe und wir uns einen innigen Abschiedskuss gaben.
Mein geliebter Mann schüttelt zwar hin und wieder den Kopf über mich – aber er lässt mich machen und unterstützt mich. Nicht einfach für ihn und nicht einfach für mich – unsere Liebe lässt uns zusammen wachsen, lässt uns unsere Unterschiedlichkeit immer wieder als Chance begreifen. Das beinhaltet auch: immer wieder die eigenen Verletzungen anschauen, bei sich bleiben, anstatt sie auf den Partner zu projizieren. Das tun wir nun seit mehr als zwei Jahrzehnten – eine Menge Arbeit mit uns –, es wird nicht langweilig!
Diese Reise ist eine besondere Reise für mich – eine „wilde“ Reise zu mir. Eine Reise auf die Höhe der Berge und in die Tiefe einer spirituellen Erfahrung – meine erste Visionssuche!

Visionssuche!

Eine ursprünglich der Initiation zum Erwachsenen dienende spirituelle Suche nach der eigenen Bestimmung, der Aufgabe im Leben. Ein archaisch anmutendes Ritual – bekannt aus der Lebensweise der Naturvölker auf der ganzen Welt, auch unserer Vorfahren. Vermutlich so alt wie die Menschheit.
Damit verbunden: Alleinsein in der Natur, Verzicht auf Nahrung (in der ursprünglichsten Form auch auf Wasser) und den gewohnten Schutz eines Hauses oder Zeltes, Verzicht auf menschliche Gesellschaft. Dafür Raum, Zeit und Gelegenheit, sich für die spirituelle Welt – die nicht alltägliche Realität – und sich selbst zu öffnen.

Visionssuche hier und heute – in unserer Zeit des Hightech, der virtuellen Welten, der Büros und Versicherungen, des materiellen Überflusses in den hoch entwickelten Industrienationen, hier in Deutschland?
Meine Antwort ist: gerade deshalb und gerade hier! Immer mehr Menschen fragen sich: Was steckt denn eigentlich unter dieser „Zuckerkruste“ Gesellschaft? Was ist meine Bestimmung, warum und wofür lebe ich? Welchen Traum will ich verwirklichen? Ist mein Beruf meine Berufung? Wer oder was bin ich eigentlich?

Um darauf Antworten zu bekommen gibt es eine breite Palette an Möglichkeiten – so vielfältig wie wir selbst. Doch für eine Antwort, die unsere innere Wahrheit widerspiegelt, ist eine Rückbesinnung auf uns selbst notwendig und auf die spirituelle Dimension unseres Seins.

Wir finden unsere Antwort vermutlich nicht im Shoppingcenter oder in einem Vergnügungspark, weder in der Jagd nach immer neuen Ablenkungen noch in materiellen Dingen, mit denen wir uns umgeben. Wobei ich das nicht ausschließe – das Leben ist schließlich voller Überraschungen und die Schöpfungskraft überaus kreativ!
Wir können all diese materiellen Sicherheiten genießen – mit der entsprechenden Dankbarkeit dafür, dass wir über Nahrung, Kleidung und Wohnung hinaus so vieles haben, was unser Leben angenehm macht. Hier das richtige Maß zu finden, das wünsche ich uns allen, damit auch die, die nach uns kommen, ein gutes Leben er-leben können, hier auf Mutter Erde.
Mutter Erde schenkt all ihren Geschöpfen, was immer sie benötigen. Mögen wir die Weisheit erlangen, sie mit Achtung und Liebe zu behandeln! Weisheit für die „Spezies Mensch“ – das ist einer meiner größten Wünsche, wenn nicht der Größte überhaupt.

Damit sind wir bei den Bedürfnissen unserer Seele:

Den Hunger unserer Seele nach ihrem eigenen Weg können wir niemals mit materiellen Dingen stillen. Sie meldet sich, falls wir nicht so leben, wie es unser Seelenweg in diesem Leben erfordert.

Das ist ihre Sprache:

Unzufriedenheit, obgleich es uns materiell gut geht, Depressionen, Suchtverhalten, alle möglichen körperlichen Symptome, Krankheiten. Sie will uns damit sagen: Finde DEINEN Weg!
In der Natur, deren Teil wir sind, in der vielfältigen Sprache der Bäume, der Tiere, in einem Sonnenaufgang und in den Regentropfen, da wird es möglich, eine Antwort auf unsere Fragen zu finden.
Dort können die Spirits – die Wesen der nichtmateriellen Wirklichkeit – zu uns sprechen. Dort können wir uns an uns selbst erinnern. Wir können uns erinnern und damit das wahrnehmen, was die einen als Universelle Kraft, die anderen als Gott, Allah, Großer Geist oder was auch immer bezeichnen. Welches Wort wir auch benutzen: Es ist in uns und wir sind in ihm – alles ist EINS.

Das ist Visionssuche.

Und: Eine Visionssuche ist auch hier in Europa – auch in Deutschland – möglich. Ich habe mit Visionssuche immer die vom Menschen unberührte Wildnis verbunden – habe an Kanada, an Alaska gedacht –, nun sehe ich, auch in relativer Nähe, hier in Mitteleuropa, gibt es die Möglichkeit wilde Plätze zu finden. Das ist faszinierend und zeigt mir gleichzeitig, wie eng meine eigenen Denkmuster (noch) sind.

Gemeinsam mit Margit und Tasso – zwei weiteren Visionssuchern – werde ich empfangen werden von Christian, unserem Visionssucheleiter und Lehrer.

Vielleicht stellst du dir jetzt die Frage: Ist es notwendig, dass meine Visionssuche von einem anderen Menschen begleitet wird, brauche ich Anleitung? Meine Ansicht dazu ist folgende: Sicher ist es möglich, eine Visionssuche ohne Begleitung zu (er)leben – allerdings ist eine Visionssuche auch gekennzeichnet durch den rituellen Rahmen, den zu allen Zeiten spirituell erfahrene Menschen, Schamanen, Medizinmänner und -frauen, Älteste, Druiden, ihr gaben und geben. Diese reflektieren auch deine Erfahrungen und Erlebnisse während deiner Visionssuche und unterstützen dich mit Zeremonien.

Christian ist Schamane und unser Lehrer auf dem schamanischen Weg. Es ist ein gutes Gefühl, seine spirituelle Kraft zu spüren. Zu wissen, dass er uns mit dieser Kraft begleitet, gibt Sicherheit und Vertrauen.
Letztendlich kann immer nur das eigene Gefühl entscheiden, was für dich richtig ist. Es gibt kein starres: Das muss so oder so sein! Es gibt nur ein: Das ist für mich richtig – weil mein Gefühl mir das sagt. Unsere Seele sagt uns, was wir gerade brauchen. Was wir tun können ist: zuhören und vertrauen!

Vertrauen ist ein Schlüsselwort:

Vertrauen, die Voraussetzung für jegliches Gelingen im Leben, Vertrauen zuerst in dich selbst und in die göttliche Kraft, die uns umgibt – Wakan-tanka, Gott, Allah, Natur –, wie auch immer du diese für dich benennst. Daraus erwächst Vertrauen in die (Energie-)Wesen, die uns umgeben. Manches Mal ist es notwendig, das Vertrauen in dich und die Welt wiederzufinden – dahin führen viele Wege. Bei mir selbst?

So steht es jetzt – im Zug sitzend – mit mir:
Mein Verstand hält kein Konzept für „Visionssuche“ bereit und in Ermangelung dessen spielt er immer mal wieder verrückt: Was tust du da, wie willst du das körperlich durchhalten (mit meinen 1,65 Meter Größe bei ca. 47 Kilo wirke ich auf viele Menschen auf den ersten Blick eher zerbrechlich), das ist unbekanntes Terrain – das ist gefährlich … –, aber in mir ist das Bewusstsein, das für mich Richtige zu tun:
Das ist, glaube ich – neben Vertrauen in dich und die Schöpfung (was letztlich auf das Gleiche hinausläuft) – die wichtigste Voraussetzung, um auf Visionssuche zu gehen: Du tust es, weil du das Gefühl hast, es tun zu müssen – aus der Gewissheit heraus, mit der deine Seele sagt: Ja! Dann ist alles richtig.
Auch wenn du vielleicht des Nachts schweißgebadet aufwachen solltest (das ist mir passiert!) und denkst: Ich muss verrückt sein! Solange in dir ganz tief diese Stimme ist, die dir sagt: Alles nur Theater, es ist richtig, was ich tue! – solange ist alles in Ordnung. Diese Szenarien gehören einfach dazu – du überschreitest schließlich eine Grenze! Du begibst dich auf einen Weg völlig abseits der gängigen gesellschaftlichen Normen – völlig konträr zu dem, was wir unseren Alltag nennen!

Dazu kommt:

Wir alle sind immer mit unzähligen Einflüssen in Kontakt. Informationen in Hülle und Fülle umgeben uns – verbal und noch viel mehr nonverbal – auf energetischer Ebene. Es ist nicht immer leicht, dabei die eigene innere Stimme – die Stimme deiner Seele – zu hören. Mir hilft es immer, in die Natur zu gehen, wenn ich vor einer Entscheidung stehe, etwas der Klärung bedarf oder ich die Antwort auf eine wichtige Frage finden möchte. Ich mache eine „Medizinwanderung“.
Sich bewusst mit dem zu verbinden, dessen Teil wir alle sind, bringt uns zu uns selbst zurück. Bringt dich zur Ruhe, in Fällen, wo du dich wieder auf dich selbst besinnen möchtest, wo die Stimmen um dich herum zu viel und zu laut werden. Dort komme zu dir und triff erst dann deine Entscheidung, wenn dein innerer Spiegel wieder klar ist!

Medizinwanderung meint:

Du gehst einfach los, dorthin in die Natur, wo du gern bist und wo du ungestört bist. Begrüße – gesprochen oder still – die Wesen der Orte, an die du kommst. Bitte die universelle Kraft um Führung und Schutz. Du kannst mit allen Wesen sprechen – Steine, Pflanzen, Tiere. Alles hat eine Seele. Sie alle sind bereit zuzuhören. Das einzige, was du tun musst: Öffne dein Herz! Stell dir vor, dass gute Freunde dich umgeben; Freunde, zu denen du sprechen kannst und die dir zuhören.
Was und wie du kommunizierst, das ist so individuell wie du. Du bist frei, deine eigenen Worte zu benutzen. Alles, was du sagst, ist sekundär; viel wichtiger ist deine Absicht, ist die Sprache deines Herzens. Die Sprache unseres Herzens wird von jedem Wesen verstanden.

Wie auch immer:

Öffne dich für deine Umgebung, verbinde dich innerlich mit den Steinen, den Pflanzen und den Tieren.
Die Verbindung zu den Menschen ist natürlich genauso wichtig, aber während einer Medizinwanderung ist es gut, mit keinem Menschen zu sprechen und allein zu gehen. So bleibst du ganz bei dir selbst, statt einen Teil deiner Aufmerksamkeit auf den Menschen zu richten, der dich begleitet.
Vielleicht aber erzählst du jemandem, mit dem du innig verbunden bist, bevor du losgehst, von deinem Vorhaben und bittest diesen Menschen um liebevolle Gedanken, ein Gebet oder darum, eine Kerze für dich zu entzünden. Alles, was mit Liebe geschieht, unterstützt dich.

Deine Wanderung kann eine Stunde dauern, einen Tag – es gibt keine festgesetzte Zeit, nur die Zeitspanne, die dir entspricht, ist richtig. Du kannst auch fasten, wenn dir dein Gefühl sagt, dass es so sein soll – alles, was dein Herz dir sagt, was sich gut anfühlt, ist richtig. Du gestaltest deine eigene Zeremonie.
Entscheidend ist: Du beachtest die Zeichen, die dich der Lösung deines Problems, deiner Frage näherbringen.

Dann lausche. Alles, was dir begegnet, hat mit dir zu tun. Ein Vogel, der scheinbar zufällig genau über dir anfängt, ein Lied zu zwitschern, kann dir antworten, ein Wassertropfen, der auf einmal aufblitzt. Alles hat seine eigene Sprache.
Das kann auch der Ruf des Bussards über dir sein, eine Blume, die dir völlig neu erscheint, eine seltsam geformte Wurzel oder was auch immer. Wenn du bereit bist zuzuhören, spricht die Schöpfung – Gott, Allah, Wakan-tanka – zu dir! Lass dich überraschen! Dann kann es sein, dass du mit einem Mal fühlst: Ja, das ist die Antwort!
Wir alle kennen die Sprache Wakan-tankas:
Du hast jenseits der sogenannten Logik plötzlich den Impuls, dieses oder jenes zu tun – im Nachhinein stellt sich heraus, es war gut für dich, du weißt beim Telefonklingeln vielleicht manchmal, wer anruft, ehe du dein Mobiltelefon oder den Telefonhörer in der Hand hältst. Oder auch: Du tust etwas, über das du später sagst: Ich habe eigentlich schon gewusst, das geht nicht gut, ich hatte so ein „komisches Gefühl“!
Auch die Zufälle (Albert Einstein: „Ein Zufall ist ein Ereignis, dessen Hintergrund uns verborgen bleibt“), die wir alle immer wieder erleben, sprechen eine deutliche Sprache! Wir alle können lernen, auf diese Stimme – die die Stimme unserer Seele ist – zu hören! Du bist eins mit Wakan-tanka, mit der Schöpfung.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 80
ISBN: 978-3-95840-220-1
Erscheinungsdatum: 03.11.2016
EUR 13,90
EUR 8,99

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