Sonstiges & Allerlei

Metaphysis

Bernhard Gerstenkorn

Metaphysis

Einführung in Die Interpretation des Neuen Testaments durch den Heiligen Geist

Leseprobe:

1 Das Ziel erfassen

Woher komme ich, wohin gehe ich? Diese Frage mag lange latent vor sich hin schlummern. Im Laufe des Lebens mag diese Frage immer mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sodass die Suche nach der Antwort an Dringlichkeit gewinnt. Dieser Frage liegt die unbestimmte Ahnung zugrunde, dass es mehr geben muss als die physische Welt, wie sie uns alltäglich begegnet. Es ist die Frage nach dem Sinn, um was es wirklich geht, der Wahrheit, der Wirklichkeit jenseits aller Kompromisse.
Die etablierten formalen Religionen bieten vielen offensichtlich keine zufriedenstellenden Antworten mehr. Zu widersprüchlich scheinen deren Lehren und Dogmen zu sein, zu ausgrenzend ihr Hierarchie- und Machtgehabe, zu unglaubwürdig ihre Wahrheits- und Allgemeingültigkeitsansprüche. Dies alles scheint symptomatisch zu sein, wie sich das Ego dem Thema Religion bemächtigt hat. Die Wahrheit scheint so komplex zu sein, dass nur akademische Theologen einen Zugang zu ihr zu haben scheinen und alle anderen werden zu Laien herabgestuft und haben blindlings zu glauben, was die Obrigkeit verkündet.
Wenn es eine Wahrheit gibt, dann muss sie für alle verständlich sein, die danach suchen, denn sie macht die Essenz unseres Wesens aus. Wenn es eine Wahrheit gibt, dann muss sie einfach zu verstehen sein, denn in ihr lerne ich die Wirklichkeit des eigenen Wesens wieder kennen. Wenn es eine Wahrheit gibt, dann muss sie für ausnahmslos alle die gleiche sein und die gleiche Gültigkeit besitzen. Im Innersten eines jeden Herzens liegt das unauslöschbare Begehren, sich selbst zu erkennen. Sich selbst zu erkennen ist eine Erfahrung, die nur schwer in Worte zu fassen ist. Und doch müssen wir uns in einer Sprache und mit einem Vokabular verständigen, um den Weg zu beschreiben, der zur Selbsterkenntnis führt.
Im riesigen Angebot spiritueller und esoterischer Lehren und Literatur gibt es nur einige wenige Grundlagenwerke, welche den gesamten Weg aufzeigen und die vollständige Metaphysik enthüllen. Ein solches Werk jüngeren Datums ist Die Interpretation des Neuen Testaments durch den Heiligen Geist – Ein Kurs im Verstehen und Annehmen, abgekürzt als INT bezeichnet. Regina Dawn Akers hat INT unter Anleitung des Heiligen Geistes aufgeschrieben. Das ging folgendermaßen vor sich: Zuerst las sie einen Abschnitt aus dem Neuen Testament, um anschließend alle Gedanken, Ideen und Urteile über das eben Gelesene loszulassen, und als ihr Geist vollkommen leer und nur noch vom Wunsch erfüllt war, den Heiligen Geist zu hören, strömten Worte einer Stimme zu ihr, die sie so schnell wie sie konnte in ein Notizheft aufschrieb, um alle Worte zu erfassen, die sie vernahm. Entstanden ist eine metaphysische Interpretation des Neuen Testaments.
Die Botschaft von Jesus Christus ist die Botschaft der Liebe. Durch die Umstände der Entstehung und Weiterverbreitung des Christentums wurde sie stark verwässert. INT ist von allen Verwässerungen bereinigt und beschreibt einen Weg zur Selbsterkenntnis. Alle Formulierungen in INT beziehen sich auf den Inhalt, den rein nicht-dualen Geist der vollkommenen Liebe, und nicht auf die Form, das Physische. Alles Physische ist symbolisch zu verstehen. Wenn vom Bruder die Rede ist, sind alle gemeint, egal ob weiblich oder männlich, jung oder alt, fremd oder verwandt. Bruder, Heiliger Geist, Christus, Sohn Gottes, Gott, Liebe und Himmel sind als rein abstrakte nicht-duale Begriffe zu verstehen, welche metaphysisch über der Zuordnung zu einem Geschlecht stehen und die geistige Dimension beschreiben.

Die metaphysische Wirklichkeit des eigenen Wesens ist unveränderlich. Alles Veränderliche gehört folglich einer anderen Kategorie an und ist im Endeffekt illusionär. Der Weg zur Selbsterkenntnis besteht im Verlernen alles Illusionären. Allein könnte der Weg aus dem Labyrinth der Illusionen nicht gefunden werden. Der Heilige Geist als Teil des eigenen Geistes ist der Führer aus diesem Labyrinth heraus. Er entspricht dem höheren Selbst im eigenen Geist. Seine Stimme ist aber nur schwach, wenn überhaupt, vernehmbar. Seine Gedanken mögen sich als Intuition, Inspiration, Bauchgefühl oder dergleichen bemerkbar machen. Überdeckt ist diese Stimme durch die eigenen, privaten und individuellen Gedanken, welche den Geist auszufüllen scheinen. Diese Gedanken sind aber nicht die Wirklichkeit, denn sie sind sehr flüchtig. INT bietet einen Weg, wieder auf die Führung durch die Stimme des Heiligen Geistes lernen zu hören. Mit INT hat sich das eigene höhere Selbst in Form eines verständlichen Kurses manifestiert, um den Geist aus dem Gewirr des unsteten privaten Gedankenstroms zu befreien, mit der eigenen Wirklichkeit in Kontakt zu kommen, mit ihr eins zu werden und sich selbst wieder als Gottes vollkommene Schöpfung zu erkennen.
Dies geschieht nicht von heute auf morgen, setzt Bereitwilligkeit und jahrelange Praxis voraus. Es ist eine Schulung auf der Ebene des Geistes, während das gewohnte Leben in der Welt ganz normal weiterzugehen scheint. Der gesamte Weg vom Anfang bis zum Ende wird sich Schritt für Schritt durch innere Führung entfalten. Der Verlauf des Weges hängt von den Entscheidungen ab, die ich treffe. Entscheidungen basieren auf Angst oder Vertrauen. Aus Angst Entscheidungen zu treffen scheint wie die natürliche Wahl in der Welt zu sein. Als Beispiel dient die Geschichte von Joseph, der heimlich daran dachte, die nicht vom ihm schwanger gewordene Maria aus Angst vor Schande zu entlassen. Es kam anders. Vertrauen in die innere Führung setzen und offen bleiben, ist die bessere Wahl, als Entscheidungen aus Angst zu treffen. Das Schöne an der Interpretation des Heiligen Geistes ist, dass Er die Geschichten aus dem Neuen Testament nimmt und daraus eine Geschichte über uns macht, wer immer der Leser oder die Leserin ist. Er zeigt uns, wie die Geschichte für unseren eigenen Zweck des Erwachens als Symbol hilfreich sein kann. Wenn wir uns nicht sicher sind wie die Führung sei, aber eine Idee haben, was wir machen wollen, empfiehlt es sich offen zu bleiben für Führung und wenn keine andere Idee kommt, darauf zu vertrauen, dass wir im Einklang mit ihr sind. Am Ende führen alle Wege zum Ziel, denn die innere Führung kann nie verloren gehen.
In der Interpretation der Seligpreisungen gibt der Heilige Geist einen flüchtigen Blick auf die Art und Weise wie Er sieht und zeigt uns damit unser Ziel. Wenn wir die Dinge so sehen, dann wissen wir, dass wir wie Er sehen. Solange wir nicht so sehen, nehmen wir die Dinge noch nicht so wie Er wahr. Zum Vergleich stellen wir Vers zehn gegenüber, zuerst aus der Bibel: „Selig, die verfolgt sind um der Gerechtigkeit willen – ihnen gehört das Himmelreich.“ Die gleiche Stelle aus INT lautet: „Selig sind diejenigen, welche nur Liebe in ihren Brüdern sehen, denn sie wissen, was sie gefunden haben.“ Auf den ersten Blick mag erscheinen, als ob der Heilige Geist die Bibel überhaupt nicht interpretiert. Aber Er macht klar, dass Er keine Verfolgung sieht, sondern nur Liebe und Einssein. Dies zeigt, wie vollkommen Seine Schau ist. Und das Ziel, so zu sehen wie Er, ist, in allen nur noch Liebe zu sehen. Der Heilige Geist sieht unsere Erfahrung in der Welt als Ausdruck der Freiheit, eine Erfahrung zu haben, die nicht der Wahrheit entspricht. Er sieht dies aber nicht als Verfolgung, sondern als Ausdruck von Freiheit.
Der inneren Führung des Heiligen Geistes zu folgen beginnt damit, sich der eigenen Gedanken gewahr zu werden, sie zu betrachten und über die Zeit zu lernen, welche für die Wahrheit sprechen und welche illusionär sind. Durch das Aussortieren illusionärer Gedanken wird der Geist gereinigt. Viele Gedanken, Ideen, Pläne und Bedürfnisse scheinen miteinander in Konflikt zu stehen. Irgendwann sind wir vom Konflikt ermüdet, von der Welt gesättigt, die unzähligen Wege der Welt verlieren zunehmend an Interesse und wir möchten nur noch wissen, was die Wirklichkeit ist. Die Suche nach der Wahrheit hat eingesetzt, der Wert ist von der Welt abgezogen und in den Himmel gesetzt, im Wissen, wo der wirkliche Schatz liegt.
Die Welt ist bedeutungslos. Alles, was Bedeutung in die Welt hineinbringt, bist du, denn du bist alles, was es gibt. So richtet sich die Aufmerksamkeit nach innen in den Geist, ins Herz des eigenen Wesens, und in diesem Herz ruht das Einssein mit allen unseren Brüdern. Im Geist finden wir nicht immer nur Frieden, sondern auch Angst und Hass. Das ist der Punkt, an dem Vergebung ansetzt. Nur Illusionen können vergeben werden und die Tatsache, dass sie vergeben werden können, bezeugt deren illusionäre Natur. Die Wahrheit kann nicht vergeben, sondern nur verleugnet werden, indem sie ins Unbewusste verdrängt wird. Aber auch eingebildete, unerträgliche Schuld oder ein Trauma können verdrängt werden. Der Geist scheint also zweigeteilt zu sein. Auf dem spirituellen Weg mit der Praxis wahrer Vergebung taucht alles Verdrängte Stück für Stück wieder aus dem Unbewussten auf, um es loszulassen.
Empfinde ich einen Hass gegenüber einem Bruder, dann ist das, wie wenn ich ihn in meinem Geist gefangen setze. Der wirkliche Gefangene aber bin ich, denn als Gefängniswärter muss ich dafür sorgen, dass er nicht freikommt. Damit beschränke ich meine Wahrnehmung auf das Leiden und halte mich im eigenen Gefängnis gefangen. Was immer ein Bruder getan haben mag, ist bedeutungslos, weil die Welt selbst bedeutungslos ist. Vergeben bedeutet, allen Groll und Hass gegen einen Bruder loszulassen, egal wie groß oder klein er zu sein scheint. Nur dann befreie ich meinen eigenen Geist zum Frieden.
Jemand, der seinen Bruder liebt, wird keine verletzenden Gedanken über seinen Bruder denken. Wenn verletzende Gedanken in seinem Geist auftauchen, wird er sie loslassen, denn er will keinen Gedanken in seinem Geist, der nicht dem Gedanken der Liebe entspricht. Auf diese Weise wird sein Geist in Übereinstimmung mit dem Gesetz des Herzens leben, und die Gefängnistüren werden geöffnet werden, und er wird frei sein, verbunden und tanzend in Lobpreisung mit seinem Bruder.
Die Erfahrung in der Welt sagt uns, dass sie von vielen verschiedenen Menschen bevölkert ist. In dieser Wahrnehmung scheint Ärger manchmal gerechtfertigt zu sein. Da die Welt aber bedeutungslos ist, liegt alle Bedeutung im Geist. Auf metaphysischer Ebene sind wir im Geist alle miteinander verbunden, denn der Vater des Himmels hat bestimmt, dass er nur einen Sohn hat, und dieser Sohn ist eine Ausdehnung seiner selbst. Das Rechtfertigen und Urteilen scheint uns von diesem Einssein zu trennen, was in Wirklichkeit unmöglich ist. Also ist jedes Urteil und jeder Ärger über jemanden in Wirklichkeit immer ein Urteil oder ein Ärger über mich selbst. Folglich ist bedeutsam, was ich über andere denke. Der Geist scheint aber wie automatisch alles und alle zu beurteilen und zu bewerten. Sich seiner Gedanken bewusst zu werden, urteilende Gedanken als bedeutungslos loszulassen und sich jeweils nach innen dem Herz zuzuwenden, befreit den Geist von der selbst auferlegten Last der Trennung. Der inneren Führung des Herzens folgend lässt es den Bruder und die Welt mit neuen Augen sehen und wir werden erkennen, dass Liebe alles ist, was es gibt.
Deine innere Führung bringt dich nach Hause in eine neue Welt und von dort aus wirst du die Brücke zum Himmel finden. Mit deinem Herzen als Führer wirst du die Brücke mit deinen Brüdern überschreiten. Der Weg zurück erfolgt in zwei Schritten. Zuerst muss die neue Welt erreicht werden. Die neue Welt ist lediglich eine andere Betrachtungsweise der Wirklichkeit der Welt, frei jeden Urteils. Die urteilsfreie Wahrnehmung sieht die physisch gleiche Welt wie zuvor, aber mit geistigen Augen. Alle dunklen Gedanken der Schuld sind aufgelöst. Da ist keine Trennung mehr. Das Licht der Liebe wird in allen Brüdern gesehen. Erleuchtung ist das Erkennen des eigenen Selbst in allen Brüdern. Es ist das Ziel, welches in der Welt mit dem Körper erreicht werden muss. Es ist der Wechsel in der Identifikation mit dem Körper hin zur Identifikation mit dem Heiligen Geist, wie Er unmissverständlich klarmacht: „Es gibt keine Belohnung außer mir.“ Danach mögen wir beliebig lange in der Welt weiterleben, bis mit dem endgültigen Ablegen des Körpers die Brücke überquert wird. Dies ist die Wiederkehr in den Himmel, der in Wirklichkeit nie verlassen wurde.
Wer dieses Ziel nicht erreicht, wird so oft wiederkehren, bis es erreicht ist, denn auf der anderen Seite, jenseits des körperlichen Todes, kann es nicht gefunden werden, wie folgender Vers andeutet: „Blickt zum Lebendigen, solange ihr lebt. Sonst werdet ihr Ihn nicht sehen können, wenn ihr sterbt und Ihn zu sehen sucht.“ Mit dem Lebendigen ist der Heilige Geist gemeint, nach dem gesucht werden muss. Die spirituelle Praxis mit Ihm besteht aus zwei Elementen: Vergebung und Gebet. Vergebung beinhaltet, allen Groll, Hass, Ärger und alle Schuld, Unwürdigkeit etc., was immer im Geist erscheint, zu erfahren ohne es auszuleben und durch Hingabe an den Heiligen Geist im Inneren loszulassen. Meditation oder Gebet ist eine Zeit der Ruhe und Stille. Es ist die Zeit, in der Verbindung mit dem Höheren, mit Gott, gesucht und gefunden wird. Was wir von Gott erbitten mögen, ist bereits gegeben worden. Gott kennt Seine Kinder und weiß aus erster Hand, was ihre wirklichen Bedürfnisse sind und mit ihrer Schöpfung sind alle ihre Bedürfnisse befriedigt. Würden wir uns von Gott konkrete, weltliche Dinge erbitten, dann sagten wir Ihm, dass Seine Schöpfung unvollkommen sei. Diese Art von Gebet hört Gott nicht. Das Einzige, was wir wirklich erbitten können, ist, dass wir wieder erkennen mögen, was bereits gegeben wurde. Gegeben wurde der Heilige Geist, der für Seinen Willen und Sein Wort als innerem Führer spricht. Auf diese Bedeutungsebene ist das bekannteste christliche Gebet transformiert:

Vater unser, lass mich dich erkennen. Lass dein Himmelreich in meinem Geist aufklären, damit ich durch deinen Willen geführt sein möge und eins mit ihm werde. Lass mich dein Wort in meinem Geist hören. Lass meine Aufgaben mir gegeben werden, damit ich dir durch die Werke meines Tages näher kommen möge. Lass mich mir selber vergeben, wie ich weiß, dass du vergeben hast. Lass mich meine Brüder schuldlos sehen, was sie wahrlich sind. Lass unsere Geister wachsam sein gegenüber bösen Gedanken, die uns zu täuschen suchen und das Licht im Inneren verschleiern. Und lass uns diese Gedanken loslassen, damit sie unsere Geister nicht vom Erkennen der Wahrheit trüben mögen. Amen.

Aufgefallen ist, dass nach dem Satz mit der Bekräftigung der Schuldlosigkeit der Brüder die Formulierung von der Einzahl in die Mehrzahl wechselt. Dies deutet auf den Wandel hin, den wir über die Zeit durchlaufen, indem wir andere nicht mehr als getrennt von uns wahrnehmen. Es ist der Weg vom Ich zum Einssein. Konsequenterweise vergebe ich immer mir selber, auch wenn ich einem anderen zu vergeben scheine. Mit dem weiteren Voranschreiten auf dem spirituellen Weg mag die Gebetsformel kürzer werden, bis das Gebet schließlich zu einem wortlosen Verschmelzen mit Gott wird, in einem Gefühl der Dankbarkeit und Geborgenheit vollkommener Liebe. Mit dem weiteren Voranschreiten verschmelzen Vergebung und Gebet zu einer Wachsamkeit, bei der alles, was durch den Tag hindurch den Geistesfrieden beeinträchtigt, wahrgenommen und als bedeutungslos losgelassen wird. Dies führt direkt zur Ursache der Störung des Geistesfriedens, dem Urteilen. In der Bibel heißt es dazu: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und mit dem Mass, mit dem ihr messt, wird euch zugemessen werden.“ Jedes meiner Urteile ist ein Urteil über mich selbst. Alles, was ich gebe, wird mir selbst gegeben. Jedes Urteil ist wie ein Schwert, das den einen Sohn Gottes in Stücke zerteilt, denn was ich als getrennt von mir beurteile, sehe ich als getrennt von mir, also kann es nicht als eins gesehen werden. Alle Urteile müssen bewusst gemacht und losgelassen werden, nicht nur gegenüber anderen Menschen, sondern in allen Situationen.
Regina erzählt, wie sie angeleitet wurde, einen Hass gegen eine Firma loszulassen: „Ich wurde vom Heiligen Geist angeleitet, meine Vorurteile gegenüber eines Selbstbedienungsrestaurants aufzugeben, weil ich es hasste. Ich hasste, hasste es. Und ich bekam Führung, jedes Mal, wenn meine Tochter danach verlangte, in diesem Restaurant essen zu gehen, hinzugehen. Zu dieser Zeit war meine Tochter etwa sieben Jahre alt und sie bat mich mindestens zweimal wöchentlich, dort essen zu gehen. Und ich hatte klare Führung, jedes Mal dorthin zu gehen, wenn sie danach verlangte. Zu Beginn betrat ich dieses Restaurant mit all meinem Hass, Groll und voller Abneigung und es dauerte buchstäblich neun Monate, bis ich in der Lage war, dort hineinzugehen, etwas zu bestellen, zu essen und dabei glücklich und in Frieden zu sein. Es dauerte sehr lange. Zusammenfallend mit dem Zeitpunkt, als mir dies möglich war, verlangte meine Tochter nicht mehr, dort essen zu gehen.“
Die meisten von uns werden keine Führung durch eine innere Stimme hören wie in diesem Beispiel. Das ist auch nicht nötig. Wenn ich einmal verstanden habe, dass jeder negative Gedanke und jedes negative Gefühl ein Signal ist, dass Verdrängtes an die Oberfläche tritt und die Bereitwilligkeit vorhanden ist, dann kann ich mit der Vergebungsarbeit beginnen. Wenn meine Bereitwilligkeit nicht vorhanden ist, dann bleibt die ungelöste Situation wie ein Hindernis vor dem Gewahrsein der Gegenwart der Liebe bestehen. Gott ist Liebe und Liebe ist allumfassend. Ich kann Gott nicht erkennen, wenn ich meine Brüder getrennt von mir wahrnehme. Wenn ich sie im Geist trenne, spalte ich mein eigenes Herz und ein gespaltenes Herz kann die Liebe nicht erkennen, weil es gespalten ist. Ein gespaltenes Herz ist ein krankes Herz. Die Trennung ist die Krankheit, die geheilt werden muss. Der Vater unterstützt den Sohn nicht im Aufrechterhalten seiner Krankheit. Doch da, wo die Krankheit ist, hat Er das Heilmittel hingelegt, den Heiligen Geist. Der gesunde Teil deines Herzens ist klein, aber sein Wille ist vollständig. Und es will mit Gott. Höre dem gesunden Herzen zu und seine Gesundheit wird sich ausbreiten und dein Herz erneuern. Mit Bereitwilligkeit und Vergebung lerne ich, meine Brüder im Geist wieder als mich selbst zu sehen.
Indem ich den Weg der Heilung beschreite, werde ich für andere zum Beispiel, auf dass sie sich dem Weg der Heilung ebenso anschließen mögen. Viele werden noch nicht bereit sein, aber durch das Beispiel anderer wird die Bereitschaft anwachsen. In diesem Kontext bekommt der folgende Vers die einzig sinnvolle Bedeutung: „Ich werde euch auswählen, einen unter tausend und zwei unter zehntausend, und sie werden als ein Einziger dastehen.“ Als das Symbol von Gottes Sohn, der eins mit allem ist, wählte Jesus natürlich immer alle, erkannte jedoch, dass nur wenige wählten zu hören. Dies ist Ausdruck des freien Willens. Alle sind berufen. Die Verbindung findet im Geist statt. Wer sich nicht verbinden will, kann nicht ausgewählt werden. Wer aber bereit ist, wird wie ein Einziger dastehen. Alle werden zu der von ihnen bestimmten Zeit geheilt werden, denn was ist der Sohn Gottes mit weniger als jedem Teil von seinem Selbst? Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis alle bereit sein werden, der inneren Führung nach Hause zu folgen. Je mehr sich dieser inneren Bewegung anschließen, umso stärker wächst die Bereitwilligkeit an. Und da alle Geister auf metaphysischer Ebene miteinander verbunden sind, werden immer mehr diese Wahl treffen. Wer aber die Wahl getroffen hat, braucht nicht auf andere zu warten, bis auch sie diese Wahl treffen werden. Mit dem Erreichen des Ziels wird die Zeit bedeutungslos, transzendiert und erkannt, dass alle als ein Einziger dastehen.
Es scheint vorderhand verschiedene Willen zu geben: Mein eigener, individueller Wille und der Wille Gottes oder des Heiligen Geistes. Mein eigener Wille steht aus Erfahrung oft in Konflikt mit dem Willen anderer. Dieser Konflikt beraubt mich meines Friedens. Solange es verschiedene Willen zu geben scheint, ist Friede unmöglich. Identifiziert mit einem eigenen Willen versuche ich mich gegen andere Willen zu behaupten, kann mich manchmal durchsetzen und triumphieren, aber auch unterliegen. Ich kann es aber drehen und wenden wie ich will. Auch wenn ich es zeitweise schaffe, andere zu beherrschen, schließe ich mich mit dem eigenen Willen vom Einssein aus. Ein Gefühl des Mangels oder der Einsamkeit kann die Folge sein. Der Heilige Geist bietet jederzeit an, sich mit Seinem Willen zu verbinden. Sein Wille ist frei, da Er auf der Erkenntnis der Einheit beruht. Willensfreiheit liegt letztendlich in den zwei Möglichkeiten, einen unabhängigen, getrennten Willen zu haben, der immer im Konflikt ist, weil er mich der Erkenntnis meiner wahren Identität beraubt oder mich dem einen Willen des Heiligen Geistes anzuschließen. Die einzige Lösung des Konflikts liegt in der Bereitschaft, sich aus freien Stücken dem Willen des Heiligen Geistes anzuschließen. Indem du deinen Willen mit meinem verbindest, wirst du dein Selbst als dasselbe wie mich erkennen werden. Gib deinen Willen mir, damit ich dir meinen geben möge, und wir werden eines Willens sein. Es geht nicht darum, etwas aufzugeben oder zu verdrängen, sondern Werte zu hinterfragen, loszulassen und eine andere Wahl zu treffen. Deine Aufgabe liegt im Loslassen dieser Welt und deines Willens innerhalb von ihr. Nur durch das Loslassen des Vergänglichen wirst du das Ewige im Inneren finden. Lass dich nicht verwirren. Ich bin deine Wahrheit.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 346
ISBN: 978-3-99048-928-4
Erscheinungsdatum: 29.06.2017
EUR 14,90
EUR 8,99

Herbstlektüre