Alltag & Lebensführung

Realtik

Konrad Winter

Realtik

Theorie der Erkenntnis zur Vereinigung aller Philosophien, Religionen und Weltanschauungen

Leseprobe:

Teil 1
Buch der Vorworte


Warum ein Buch voller Vorworte?

Dreißig Jahre hat es gedauert, bis aus dem Grundgedanken, aus einer klitzekleinen Beobachtung heraus die fertige Formulierung der Realtik in der Form, wie sie im vorliegenden Buch dargestellt wird, geworden ist.

Schuld daran trägt keineswegs die Komplexität der Sache selbst, von der ich berichten und über die ich aufklären will.
Im Gegenteil ist die Sache so glasklar und so einfach, wie sonst nur etwas Geniales einfach sein kann.
Nein, schuld daran ist unser intelligenter Verstand. Das ist der Gegenspieler zum Grundgedanken der Realtik, der mit aller Macht, mit allen fairen, und erst recht mit allen unfairen Mitteln, sämtliche Hebel in Bewegung setzt, um nicht selbst vom Thron gestoßen zu werden. Dieser Gegner ist schier übermächtig; es ist der, dem wir blind vertrauen, selbst wenn er uns ständig im Stich lässt, uns ständig betrügt und belügt, uns ständig täuscht und uns von besseren Wegen und Taten abhält.
Es ist ein Gegner, der stärker ist, als unser Ich, stärker als unser Selbstbewusstsein, stärker als unser Vertrauen in die wahren Erkenntnisse, die uns anleiten möchten.

Diesen Gegner habe ich unterschätzt. Geradezu verhöhnt hat er mich über die vielen Jahre.
Denn als ich entschieden hatte, die Idee der Realtik aufzuschreiben (den Namen „Realtik“ habe ich erst viel später gewählt), war ich zunächst der Ansicht, dies müsse im feinsten philosophischen Gewande stattfinden, also in präzisester philosophischer Sprache. Ich wollte sogar zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen und dies in Form einer Doktorarbeit tun mit dem Titel „Theorie der Wahrnehmung zur Wiedervereinigung von Physik und Metaphysik“.
Ja, so hatte ich mir das vorgestellt. An der Frankfurter Universität, wo ich deswegen bei den verschiedenen Philospohielehrstühlen vorstellig wurde, hat man dies jedoch abgelehnt. Ich hätte in den meisten Fällen zwar eine Doktorarbeit schreiben können, jedoch zu einem Thema, das mir der Lehrstuhlinhaber vorgeschrieben hätte.
Dies kam für mich aber nicht infrage, weil ich sonst in der alten Philosophiedenkweise hätte arbeiten müssen, so wie man das eben immer gemacht hatte. Soll heißen: Textstellen zitieren und interpretieren. Unmöglich hätte ich irgendein Thema mit meiner Idee bearbeiten können. Schließlich gab’s diese ja bis dato nirgends zum Nachvollziehen oder zum Zitieren.

Zuvor hatte ich noch meinen Lieblingsprofessor Prof. Dr. Ferdinand Ulrich, früherer Lehrstuhlinhaber in Regensburg, gefragt, ob er mich nicht als Doktorvater betreuen könne. Kopfschüttelnd musste ich seine Antwort hinnehmen, er sei nicht kompetent genug dafür.
Ich wusste natürlich, dass mein Ansatz völlig neu war, und es daher keinen kompetenten Sachverständigen geben konnte. Aber er hätte mich doch einfach nur begleiten müssen, und alle meine Ausführungen auf ihre Stringenz und Sauberkeit hin prüfen müssen. Aber so wie wohl damals wie auch heute noch das Verständnis eines Doktorvaters zur Doktorarbeit seines Studenten war und ist, dass er nämlich der Verantwortliche für den Inhalt wäre (gleichzeitig damit dann aber auch das Verwertungsrecht der Ergebnisse dieser Doktorarbeit besäße), konnte er wohl das Ausmaß meines Realtik-Ansatzes nicht so einfach verstehen und überschauen. Immerhin hatte ich ja damals erst den Grundgedanken, die Grundidee, aber noch kein Konzept, wie man ihn darstellen und verständlich machen könnte, Erst recht nicht hatte ich zu der Zeit einen Überblick über deren Tragweite und Anwendungsmöglichkeiten.

Daraufhin fing ich aber trotzdem an, meine Realtik abstrakt und in gehobener Theorie zu formulieren. Später habe ich dann die ersten Kapitel davon Leuten aus meinem Umfeld zum Lesen gegeben, erntete aber mehr Unverständnis als Begeisterung. Es zündete nicht in dieser abstrakten Form, selbst wenn meine ersten Leser mir durchaus wohlgesonnen waren und sich redlich Mühe gaben, meine Aussagen zu verstehen.
Es wurde mir klar, dass jemand den Nutzen meiner Philosophie erst würde sehen können, wenn er sie ausprobiert hätte und einen eindeutigen Unterschied zu allen früheren Ansätzen bemerkt hätte. Um meine Idee auszuprobieren, bedarf es aber eines Antriebs, einer Motivation. Schließlich spürt man doch erst dann den Drang etwas Neues auszuprobieren, wenn man mit den „normalen“ Ansätzen gescheitert ist, oder zumindest glaubt, dass man gescheitert sei. Und wenn schon keine Notwendigkeit vorhanden ist, dann wenigstens eine gewisse Lust am Neuen, am Kick, mal etwas anders zu machen als früher.

Viele Jahre vergingen, in denen ich keinen Schritt weiterkam, vor allem auch deshalb, weil ich heiratete und für zwei kleine Kinder zu sorgen hatte. Mein Professor in Regensburg war sogar schlicht entsetzt, als ich ihm mitteilte, dass ich zu heiraten beabsichtige. Er meinte sogar, dass ich damit der Philosophie verloren ginge, ja, dass das das Ende meines Daseins als Philosoph sei. Ich fand das lustig. Ganz unrecht hatte er damit allerdings auch nicht, wie sich später herausstellte. Es war zumindest das Ende einer Unversitätslaufbahn.

Nach der Scheidung von meiner ersten Frau unternahm ich einen neuen Anlauf. Ich schrieb alles neu und versuchte dabei eine mitreißende Alltagssprache zu verwenden, so ähnlich, wie es die populär und reißerisch daher kommenden Lebenshelfer anbieten. Ich konnte mich aber nicht so wortgewandt ausdrücken, wie sie es taten. Deshalb kam ich auch da über einige Ansätze nicht hinaus.

Dann kam mir die Idee des Umwegs über lauter Vorworte, um die Menschen zu sensibilisieren, um einen Bedarf zu schaffen und eine Notwendigkeit für eine Philosophie 2.0 zu etablieren. Und ich hatte die Idee, alle wichtigen Philosophen der Philosophiegeschichte mit einem Schlag zu relativieren und ihnen zu zeigen, was ihnen allen eigentlich die ganze Zeit an Erkenntnis gefehlt hat, um die Philosophie als Ganzes wieder in den Rang einer Weisheit für alle, ob nun für einfache Bürger, Wissenschaftler, Politiker oder intellektuelle Freigeister, zu heben.
Zudem wird man in der realtischen Begutachtung meiner philosophischen Vorgänger die Leistungsfähigkeit, die Deutungskraft, ja letztlich die Deutungshoheit der Realtik erkennen können.
Allein das Aufzeigen der Tatsache, dass die ganze bisherige Philosophie ganz simpel durchschaut und erklärt werden kann, ist die ganze Arbeit wert, die ich mir mit dieser realtischen Deutung mache und gemacht habe.



Warum „REALTIK“

Es ist eine Anekdote über Konfuzius („K’ung Fu Zsu,“ ca. 551–479 vor unserer Zeitrechnung) überliefert. Die geht so:
Einige Schriftgelehrte in der Zeit, als Konfuzius lebte und schon weithin bekannt war, wollten ihn aufs Glatteis führen, um ihn für sie angreifbar zu machen. Deshalb wandten sie sich an ihn und fragten: „Nehmen wir an, König We würde dich mit den Regierungsgeschäften beauftragen, was wäre dann deine erste Anordnung?“ Der Überlieferung nach antwortete Konfuzius: „Als erstes würde ich die Namen richtig stellen lassen!“

Was damit ausgesagt ist, wurde immer offen gelassen, und von meinem Dozenten auch nicht weiter beleuchtet. Für mich selbst blieben damals keine Fragen dazu offen; dennoch habe ich diesen Satz erst mithilfe der Realtik vollständig verstanden.
Beim Namen „Realtik“ gibt es nichts richtig zu stellen, der Begriff ist schließlich neu und eben noch nicht „ver“-stellt. Die Einführung eines neuen Begriffs „Realtik“ für eine neue Philosophie wäre zwar eigentlich gar nicht nötig gewesen, schließlich ist die Realtik eben nichts anderes als Philosophie. Dennoch sollte ein eigener Begriff eingeführt werden, weil die Realtik ein völliges Neuland auf dem Gebiet der Philosophie darstellt. Und nicht nur dort: Auch was Weltanschauungen, und sogar was Religionen betrifft, will sich die Realtik nicht nur ein wenig einmischen. Nein, sie will sogar dafür sorgen und aufzeigen, dass sämtliche Denk- und Glaubensrichtungen wieder – vermutlich seit Aristoteles – auf eine gemeinsame Basis gestellt werden (können).
Die Nennung des neuen Begriffs „Realtik“ macht damit also keine Probleme. Dennoch gibt es im Folgenden eine ganze Menge nach Konfuzius’ Vorbild „richtig zu stellen“. Schließlich bediene ich mich der Sprache um den realtischen Ansatz zu beleuchten und zu beschreiben. Sofort habe ich damit das Problem, dass Sprache naturgemäß einen Interpretationsspielraum besitzt und erlaubt. Insofern muss ich die eigentlich doch so einfache Idee der Realtik, welche man im Prinzip in einem einzigen Satz festhalten kann aufwendig „richtigstellen“, damit Fehlinterpretationen weitgehend ausgeschlossen werden können.



Motivationen für eine Erneuerung der Philosophie

Die Rückkehr der Philosophie ins „Geschäft“


„Philosophie, wo bist du?“ – Eine kleine Bestandsaufnahme

Philosophie war und ist eigentlich immer noch die Sache freier Denker.
Sie war und ist zum größten Teil immer noch das Aufwerfen von Fragen, das Aufstellen von Theorien zur Erkenntnisfindung, das Liefern von Denkanstößen, wie der Mensch seine geistigen Bedürfnisse sehen und behandeln solle, oder zuvorderst das Feststellen seines Status quo (Wer oder was bin ich? Wie sieht es aus mit der Qualität der Erkenntnisfindung, u.v.m.), ebenso wie Lehren vom Umgang des Menschen mit seinen Mitmenschen und seinen ganz persönlichen Zielen oder Fragen.
In der modernen philosophischen Wissenschaft dagegen geht es ganz häufig – manchmal denk ich: fast nur noch – um Begriffsfindung, respektive Begriffsdeutung, um feinste Details und um die Diskussion bestimmter philosophischer Ansätze und Aussagen allseits weidlich bekannter berühmter Denker, so als wäre da noch etwas Neues hinzuzufügen, was man da bisher übersehen hätte.
Ein Beispiel sei die Diskussion darüber, ob das arische Gedankengut des Philosophen Heidegger dessen philosophische Aussagen und Leistungen relativiert; ob man ihn nun angesichts seiner „politischen“ Einstellung weniger ehren sollte oder sogar müsste, und ob man seine philosophischen Sätze in diesem politischen Zusammenhang betrachten müsse, usw.

Demgegenüber stelle ich fest, dass sich die Philosophie nicht in die Fragen einmischt, die in der Welt gerade weit dringlicher sind. Sie scheint sich ins Hinterstübchen verkrochen zu haben.

Die Philosophie kümmert sich nicht um Fragen zum Flüchtlingsproblem. Dieses ist ja nicht nur hier in Deutschland und Europa akut, sondern hat vor allem in Afrika, aber auch in Asien schon lange viele Ursachen und bringt Millionen von Flüchtlingen hervor.

Philosophie kümmert sich nicht um die Fragen zur Bekämpfung des Terrorismus, nicht um die Globalisierungsthemen, also die Diskussionen um TTIP oder das CETA Abkommen, nicht um die Fragen rund um den Brexit, nicht um die Folgen eines Regierungswechsels wie zum Beispiel in den USA (Stichwort: Trump), nicht um das Abwandern der Mittelschicht, respektive der Fachkräfte, aus zahlreichen Ländern mit entweder mafiösen, diktatorischen oder zu restriktiven religiösen Strukturen, und ebenso nicht um zahlreiche an vielen Orten mindestens genauso ungelöste Fragen und Probleme.

Hat denn die Philosophie nichts dazu zu sagen? Ist ihr das zu nichtswürdig? Oder ist der Philosophie die Puste ausgegangen? Hat sie sich im Elfenbeinturm verschanzt, weil sie nichts mehr beitragen kann zu diesen Problematiken? Oder hält sie sich da fein raus, um nicht mit irgendwelchen Aussagen aufs Glatteis zu geraten, oder zugeben zu müssen, dass selbst die hochgeistige Philosophie die Antworten weder kennt, noch sich auch nur zutraut die Kompetenz zur Erforschung von Lösungen zu haben?

In früheren Zeiten galt es als besonders aufgeklärt, wenn man sich den Mantel der Philosophie umwarf, um sich einzumischen sowohl ins gesellschaftliche Leben, als auch in die Staatsgeschäfte. Sie war insbesondere bei den Staatenlenkern des alten griechischen Einflussbereichs oder bei den frühen chinesischen, bzw. japanischen Herrschern sehr beliebt. Man sah in ihr ein willkommenes Werkzeug, um die eigenen Fähigkeiten, respektive die eigene Macht, zu stärken, und um die politischen Ziele zu erreichen.

Im frühen Mittelalter galt sie – in der von der Kirche erlaubten Fassung – als Beweismittel des göttlichen Wirkens und des Glaubens, wonach die Menschen zu dieser Zeit ihre Lebensstruktur, ihr Verhalten und ihr Zusammenleben ausrichteten.

Später waren es die wichtigen politischen Theorien, die die Gesellschaftsstrukturen maßgeblich veränderten.
Im Abendland war es Machiavelli, der sich in seinem berühmten Werk „Il Principe“ („Der Fürst“) da besonders hervortat. Im Reich der aufgehenden Sonne war es Sun Zi, mit seinem Werk „Die Kunst des Krieges“, mit dem er bis in die neuere Zeit, vielleicht sogar auch heute noch, Manager und Strategen auf der ganzen Welt inspirierte.
In der Zeit der Aufklärung und danach gab es noch eine ganze Reihe von namhaften Philosophen, die unsere Gesellschaft nicht gerade wenig prägten, und den Grundstein für alle wichtigen sozialen, gesellschaftlichen, und politischen Systeme legten, und allen Gelehrten und gleichermaßen gebildeten Staatsmännern das Rüstzeug an die Hand gaben, um die Geschicke unser zivilisierten Welt zu lenken. Da waren Max Weber, René Descartes, Jean Jacques Rousseau, Ludwig Feuerbach oder Karl Marx, und viele andere mehr. Wie auch immer, die Philosophie stand an der Spitze der Wertigkeit geistiger Errungenschaften. Wer als Staatsmann oder Industriemagnat etwas auf sich hielt, der sprach in philosophischen Sätzen.

Doch dieses Vermögen, dieser Einfluss, der die bekannten Philosophien über so viele Jahre und Jahrhunderte auszeichnete und ihren Ruf begründete, dieses Werkzeug ist stumpf geworden.
Die Probleme, die der ganze Erdball mittlerweile hat, sind der Philosophie über den Kopf gewachsen.
Überhaupt sieht es gerade so aus, als würde sie, außer den schöngeistigen Menschen, nichts und niemandem mehr etwas zu sagen haben. Rät denn die Philosophie etwas zum Umgang mit Terroristen oder Fundamentalisten? Gibt sie uns noch Nachhilfe, welche Staatsform überhaupt noch funktioniert, seit die Demokratie, welche ja immer noch in Gestalt der verschiedenen parlamentarischen Regierungsformen als die einzige Alternative des Regierens gilt, zunehmend Probleme mit sich selbst bekommt?

Oder ist es etwa kein Problem, dass die Bürgerbefragungen in ihren Ergebnissen unbefriedigend sind und angezweifelt werden, wie in der Schweiz, in Spaniens Katalonien, und in England mit dem Brexit? Wie leicht kann es da zu einem Zerwürfnis, vielleicht unter Umständen zu einer Spaltung dieser Länder kommen? Die Befürworter von Volksbefragungen liegen im Streit mit der (oft selbsternannten) Elite derjenigen, die sich in der Regierungsverantwortung sehen.
Die Philosophie gibt uns da zwar klug formulierte, dafür aber nur sehr vage und undeutliche, Empfehlungen ab. Oder hat schon mal einer eine philosophische Betrachtung zu den vielen Volksbefragungen lesen können, die entweder die Medien oder irgendwelche Interessensgruppen veranstalten, bzw. in Auftrag geben? Ich frage mich in diesem Zusammenhang eigentlich nur, warum man nicht von selbst darauf kommt, dass eine Befragung von zigtausenden von Leuten doch nur dann Sinn hat, wenn ein jeder Befragte auch genug Hintergrundwissen besitzt oder zur Verfügung gestellt bekommen hat, und nicht nur eine „Stammtischmeinung“ zur Verfügung hat, woraus er sich sein Urteil bildet.

Und selbst wenn „die“ Philosophie immer noch denkt, dass sie alles richten wird, wenn man sie nur ließe, so tritt sie nicht mit der Überzeugungskraft auf, welche in solchen Zeiten und in solchen Nöten sicher notwendig und gut wäre (sofern sie denn recht hätte).

Die Philosophie wird ihrem guten Ruf nicht mehr gerecht. Sie hat nichts mehr zu bieten. Sie redet nur noch um den heißen Brei herum, hat aber keine Lösungen anzubieten, und noch nicht einmal Lösungsansätze, über die wir diskutieren könnten. Überhaupt scheint die Philosophie einem „normalen“ Menschen zumindest in den Fragen, die ihm am meisten auf den Nägeln brennen, nicht mehr die Unterstützung bieten zu können.
Liest man Aufsätze von anerkannten Denkern unserer Zeit, muss man schon einiges an gutem Willen aufbringen, wenn man sich durch diese allzu klug wirkenden Sätze wirklich noch hindurch kämpfen will. Und hinterher fühlt man sich auch nicht klüger als zuvor, da es darin doch eher um (von außen betrachtet) Petitessen der Wissenschaft geht (so meine Meinung), aber nicht um all die großen drängenden Fragen unserer Zeit.
Und erst recht liefern sie keine klaren und leicht verständlichen Antworten, sondern nur noch wohlklingende und scheinbar „schöngeistige“ Empfehlungen und moderne Slogans in der Art von: „Benutze deinen Verstand!“, oder „Carpe Diem“ (Nutze den Tag), „vertraue deinem Bauchgefühl“, und vieles mehr von dieser Art.

Die Philosophie ist (in der vorliegenden Form) Geschichte, auch wenn sie vielleicht noch schön und weise klingt.
Vielleicht meinen ja einige, dass Philosophie zu den genannten Themen gar nicht gehört, dass also Philosophie über solchen Dingen steht. Aber genau das ist der erbärmliche Istzustand der Philosophie heute. Wo bleibt die Alltagstauglichkeit der Philosophie?
Es ist Zeit, dass sich die Philosophie erneuert. Es ist Zeit für eine Philosophie 2.0.

Doch woher soll eine solche plötzlich kommen? Es kann doch unmöglich sein, dass man da etwas übersehen hat: Das „Loch“ aus dem die neue Philosophie hervorkriecht; das „Ei“, aus dem die neue Philosophie schlüpfen, der „Kokon“, aus dem der neue Schmetterling namens „Realtik“ sich entfalten kann…
Es scheint tatsächlich völlig unmöglich zu sein, dass es da etwas gibt, das nicht nur ein paar neue Denkanstöße liefert, über die man herrlich streiten könnte, sondern in geradezu grotesker Arroganz und Hybris von sich behauptet, dass es alles zum Guten wenden könne. Dass es etwas gibt, was zwar (wie die neue Philosophie selbst betont) immer schon da war, dann aber doch in schöner Regelmäßigkeit übersehen wurde, niedergebügelt und plattgetreten, an der Entfaltung gehindert, zerredet und entstellt wurde.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 358
ISBN: 978-3-95840-834-0
Erscheinungsdatum: 28.08.2019
EUR 18,90

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