Alltag & Lebensführung

Mensch, atme

Anna Monika Meyer-Kremer

Mensch, atme

Leseprobe:

Im Atemholen
sind zweierlei Gnaden,
die Luft einziehen,
sich ihrer entladen.
Jenes bedrängt,
dieses erfrischt.
So wunderbar ist das Leben gemischt.
Du danke Gott, wenn er dich presst,
und dank ihm,
wenn er dich wieder entlässt.

<i>J. W. von Goethe</i><strong>Vorwort</strong>

Dieses Buch ist für Anfänger – aber wir fangen ja alle jeden Tag irgendwo und irgendwie neu an – also könnte es auch für Fortgeschrittene sein!
Wie auch immer: Es gibt Leute, die lesen Bücher quer. Sie lesen mal eben drüber, überfliegen sozusagen das Ganze. Das sind die Überflieger! Diesen Leuten empfehle ich mein Buch besonders, jedoch sollten sie es mindestens 3-mal lesen. Denn es handelt sich um Menschen, die glauben, alles schon einmal gehört zu haben und das meiste schon zu kennen. Wir beide aber, lieber Leser, Sie und ich, wir lernen uns gerade erst mal kennen. Ganz so einfach und schnell geht das bei mir nicht! Und wenn Sie glauben, Sie könnten als Überflieger in mein Leben treten und mich in eine bestimmte Kategorie einordnen, dann sollten Sie mich erst einmal richtig kennenlernen!
Wie Sie sehen, schreibe ich das Vorwort zu meinem Buch selbst! Das liegt daran, dass ich mein Leben gerne selbst in die Hand nehme und bestimme. Ich habe auch viele Jahre fremdbestimmt gelebt und war deswegen unglücklich und krank. Gott sei Dank bin ich wach geworden. Das Leben hat mich sozusagen wach gerüttelt. Wenn ich damals so eine kleine und hilfreiche Bedienungsanleitung wie diese gehabt hätte, wäre mir vieles leichter gefallen, denn dann hätte ich meine körperlichen und seelischen Ereignisse, Krankheiten und Zustände besser verkraften und einordnen können.
Das ist der Grund, warum ich dieses Büchlein geschrieben habe: Möge es vielen Menschen ihren Weg erleichtern. Möge es dazu beitragen, dass Menschen zu ihrem vollen Potenzial und in ihre volle Kraft finden. Das ist keine Sache für Überflieger. Das ist eine fundierte uralte Botschaft, eine Art Wissenschaft, die ernsthaftes Studium erfordert und den eisernen Willen, dass das Leben hier und jetzt gemeistert wird und dass wahres Glück möglich ist. Das ist vor allem eine Sache für Menschen, die bereit sind durchzuatmen und ihren Verstand für eine kleine Weile nicht so wichtig zu nehmen!
Ja, Sie haben richtig gelesen: Durchatmen!
Es beginnt genau jetzt und hier, da wo Sie jetzt sind, lieber Leser! Genau hier sind Sie an der richtigen Stelle und genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt! Und Ihr Problem, sollten Sie gerade eines haben, ist für Sie genau das richtige! Herzlichen Glückwunsch!

Freuen Sie sich!
Atmen Sie tief durch!
Lächeln Sie!

Anna Monika Meyer-Kremer (AMK)


<strong>Kleine Bedienungsanleitung für das Menschlein
oder
Mensch, atme!
von Gott persönlich</strong>

„Da bildete Gott, der Herr, den Menschen, (aus) Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens, so wurde der Mensch eine lebende Seele.“

Erstes Buch Mose (Genesis) 1.2 Vers 7
Elberfelder Bibel, R. Brockhaus-Verlag
Wer kennt nicht diesen berühmten Satz aus der Bibel? Die Gelehrten mögen mir verzeihen, dass ich es bei diesem einen Satz belasse und ansonsten meine eigene Interpretation verwende. Aber ich nehme mir dieses Recht, weil auch ich eine lebende Seele bin, von Gott persönlich geschaffen und beatmet.
Ich kann mich zwar leider nicht mehr so genau an meine Erschaffung erinnern, aber die Vorstellung, dass Gott persönlich aus mir eine lebendige Seele gemacht hat, finde ich umwerfend, genial, fantastisch!
Man stelle sich das einmal bildlich vor:
Gott haucht in meine Nase den Atem des Lebens! In meiner Nase atmet Gott!
Das finde ich großartig, wunderbar, fantastisch! Ich könnte die ganze Welt umarmen, wenn ich nur daran denke: Jeder Atemzug in mir ist ein Atem Gottes! Wow!


Du hast nur
diesen einen Augenblick –
jetzt!

Warum atmest du nicht
und lächelst?
Warum ist dein Herz nicht dankbar?
Weißt du nicht mehr, wer du bist?

Du hast nur jetzt,
um zu dir selbst zu kommen.
Später willst du sein und tun?
Wie schade – später ist zu spät.
Du hast nur
diesen einen Augenblick – jetzt!

Atme, lächle!

„Mensch, atme“,
sagte Gott, als er den Menschen erschuf, und der Mensch war sehr glücklich darüber, denn mit dem tiefen Atem kam seine Lebenslust mehr und mehr, und so begann sein Erdenleben mit Freude und Dankbarkeit. Der neu erschaffene Mensch stellte den weisen Rat Gottes am Anfang nicht infrage. Er atmete tief und ganz, er freute sich des Lebens und seiner Lebenslust, und alles war so paradiesisch schön, es war der Himmel auf Erden – bis die Schlange mit dem Apfel vom verbotenen Baum auftauchte und die unschuldige, zart besaitete Eva verführte, die dann wiederum ihrerseits den angeblich göttlichen Adam verführte …
Wir kennen ja diese vertrackte Geschichte, die uns die dusselige Eva eingebrockt hat. Und nun können wir alle die Suppe auslöffeln, die ganze Menschheit ist raus aus dem Paradies, in dem es so schön war und voller Lebenslust. Wir leben in der Realität, wir hetzen zur Arbeit, sind permanent unter Druck, wir hecheln durch den Tag, müssen Geschäfte machen auf Kosten anderer, wir zahlen Zinsen und müssen Steuern sparen, und dann noch das Allerneueste: Wir müssen diese Wirtschaftskrise überstehen. Ach, es ist alles ein fürchterlicher Kampf und ein einziger Krampf. Wir alle, Milliarden Menschen, sind verkrampft und sauer und krank. Es macht uns krank.
Wir atmen nicht genug, wir hyperventilieren, wir atmen verhalten, der Atem stockt uns vor Schreck, wir atmen zu wenig aus, atmen zu flach, wir ziehen den Bauch ein, strecken die Brust raus und plustern uns auf, bis der Kopf fast zerspringt, und wenn der Bluthochdruck dann dem Herzen zu schaffen macht, werfen wir Pillen rein, die das Ganze wenigstens für eine Zeit lang erträglich machen, bis irgendwann der Herzinfarkt oder der Schlaganfall dem ganzen Elend ein (hoffentlich) gnädiges Ende setzt.
Es ist eine komische Welt geworden seit dem Paradies: Die Frauen tragen Stöckelschuhe, in denen man zwar nicht laufen kann, denn die fünf Zehen sind vorne auf ein Minimum von einem Zentimeterchen zusammengeschoben, aber es ist halt chic. Obendrein behaupten einige auch noch, das sei bequem, bis irgendwann Ischias- und Kreuzprobleme ihre Aufmerksamkeit auf die wichtigen Dinge des Lebens zurücklenken.
Die Männer mit ihren Krawatten, die ihnen den Hals einschnüren, sind auch nicht besser dran: Es sieht aus, als hätten sie alle einen Stock verschluckt. Der Adamsapfel (der doch irgendwann mal fürs Atmen und Schlucken wichtig war) hat keinen Platz mehr, obendrein werden die Augen immer viereckiger vom vielen Fernsehen oder Computerspielen. Dabei tun sie alle so wichtig, als gäbe es außer Handys, den neuesten technischen Errungenschaften und dem damit verbundenen Business nichts auf der Welt, was wichtig wäre und Freude machte!
Freude? Ich sehe kaum Freude – die Lebenslust ist uns vergangen, sie ist uns verlustig gegangen, und das ist gar nicht mehr lustig. Wie konnte das nur passieren? Ach ja, diese dumme Eva war ja schuld!
Komisch übrigens, dass in einer Zeit, in der die Männer über Jahrhunderte das Sagen hatten, immer die armen Frauen schuld waren! Ich habe mich oft gefragt, ob das so stimmt!
Und da ich ja eine von Gott beatmete Frau bin, sage ich: Adam war genauso dusselig. Eva war es nicht allein, denn der angeblich nach dem Bild und Wesen Gottes geschaffene Adam, der Schluri, hätte es doch als starker göttlicher Mann besser wissen müssen und brauchte sich ja nicht verführen zu lassen. Und außerdem will ich, dass er mitschuldig ist, basta!
In meinem jetzigen Leben, das immerhin schon 55 Jahre währt, gab es schon viele Tiefen und Höhen. Die Erfahrungen sind nicht spurlos an mir vorbeigegangen, jedoch habe ich aus ihnen gelernt, ich habe viel gelernt. Einige meiner Erfahrungen, die mich zunächst vollkommen niedergeschmettert haben, führten dazu, dass ich mehr Kraft und Fähigkeiten bekommen habe. Talente haben sich entwickelt, von denen ich früher nur geträumt hätte. Vor allem aber habe ich eins gelernt, was sich jetzt wie ein roter Faden durch mein Leben und durch alle meine Erfahrungen zieht: Durchatmen! Bewusst durchatmen!

Format: 15 x 15 cm
Seitenanzahl: 90
ISBN: 978-3-99003-607-5
Erscheinungsdatum: 18.08.2011
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
EUR 19,90

Schulschluss-Tipps