Alltag & Lebensführung

Financial Reboot

Michael Wiesmer

Financial Reboot

The Global Social Contract

Leseprobe:

Vorwort

Was fasziniert uns Menschen immer wieder, wenn wir beginnen ganz voller Stolz von unseren Errungenschaften zu erzählen, von allem, was wir bisher erreicht haben? Sind wir uns der Quellen bewusst und wird uns das, was wir als Status quo definieren, genügen für unsere nächste Zukunft?
Zeiträume können unterschiedlich betrachtet in großen Distanzen berechnet werden, aber stehen wir nicht am Anfang all dessen, was wir noch erreichen wollen, angesichts der Probleme unserer Weltbevölkerung, die derzeit in unterschiedlichsten sozialen Entwicklungsstufen bestehen bleibt, wobei derzeit eher eine Zunahme als Abnahme von Armut zu beobachten ist?
Als (eine große) Zivilisation, unsere Weltbevölkerung, erwarten uns tiefgreifende Veränderungen, um von einer neuen Zukunft für angehende neue Entwicklungen sprechen zu können, wie wir sie uns eigentlich schon morgen herbeisehnen. Fern von Hunger und Armut, ist ein Leben mit Gleichheitsprinzipien, gegenseitigem Respekt und Toleranz, Arbeitssicherheit und ein Mindestlebensstandard, für alle Menschen dieser Welt und alle ihren Nachkommen, ein allgegenwärtiges Anliegen.
Realgemäß könnten wir uns das in 100, 500 oder sogar erst in 1000 Jahren vorstellen, aber reicht uns die Zeit dafür, die negativen Auswirkungen unseres heutigen Lebens noch rechtzeitig in den Griff zu bekommen?
Was fehlt uns, dass wir alle uns tatsächlich einen solchen Fortschritt leisten können, dass wir von den Städten und Zivilisationen der Zukunft ohne Armut auf diesem Planeten sprechen können?
Lassen Sie sich in eine neue Ideen- und Gedankenwelt einführen, neue Konzepte, die zweifelsohne eine Veränderung in privaten und öffentlichen Finanzsektoren weltweit herbeiführen werden.
Voraussetzung für positive Veränderungen sind allgegenwärtige Themen wie Gleichberechtigung und die wahre Anerkennung der Menschenrechte auf globaler Ebene.
Für alle Menschen dieser Welt wird es früher oder später zur entscheidenden Frage kommen: Was können wir uns heute noch leisten und was werden wir uns morgen oder übermorgen noch leisten können? Weshalb nimmt das Gesamtwachstum relativ betrachtet trotz immenser Investitionen von Großunternehmen stetig ab statt zu?
Was können wir dagegen tun?
Lösungen sind gefragt und die Zeit drängt, denn alles, was den Anschein erweckt, wird auf kurze oder lange Sicht keine positive Wirksamkeit mehr erzielen. Die Gefahr, dass Systeme jederzeit beginnen können zu kollabieren, ist leider ein Faktum, das wir ernst nehmen müssen.

***

Nach den Ereignissen der letzten Jahre war sich der Autor dieses Buches ungewiss, ob der Zeitpunkt zur Veröffentlichung des Manuskripts geeignet erscheint.
Tagtäglich sterben Tausende Menschen an den Folgen kriegerischer Auseinandersetzungen, Flüchtlinge, die um ihr Leben laufen vor Terroristen, Familien mit Kindern und ihren Großeltern, die schon fast kraftlos sind und nicht mehr können.
Unzählige Menschen, mindestens 65 Millionen an der Zahl, waren 2015 laut neuestem UNHCR-Bericht, weltweit unterwegs. Flüchtlinge aus Afrika, Syrien und Afghanistan sind immer noch bereit ihr eigenes Leben zu riskieren für eine Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa, oder vom asiatisch-pazifischen Raum nach Australien, da die Hoffnungslosigkeit keine Umkehr mehr möglich macht, obwohl die Überlebenschancen gering sind im Falle eines Kenterns der Boote. Über den Landweg hingegen versuchen sie sich über das Schlepperwesen von Transportern, in welchen bei unmenschlichen Bedingungen die Erstickungsgefahr bereits nach kurzer Zeit droht.
Und schließlich die krankhafte Verrücktheit von radikalen terroristischen Tätern, die keine Gnade kennen, obwohl sie permanent gegen ihre eigenen Glaubensgesetze verstoßen. Am 13. November 2015 in Paris wurde es für Frankreich, Europa und den Rest der Welt zur traurigen Gewissheit, dass die rohe Gewalt nun auch Europa erreicht hat.
Über 300 Millionen Menschen waren und sind in den letzten 10 Jahren weltweit auf der Flucht und mindestens die Hälfte davon sind Kinder, die betroffen sind und immer noch ein Martyrium erfahren müssen, was man sich in zivilisierten Ländern nur schwer vorstellen kann. Diese Menschen sind traumatisiert und trotz der europäisch und nun auch weltweit anlaufenden Hilfsmaßnahmen nicht ausreichend versorgt.
Was wird geschehen? Wie soll die Entwicklung der Menschheit weitergehen? Ist sie bereits ihrem Untergang geweiht oder lässt sich noch Hoffnung schöpfen für die Zukunft?

Der Autor ist sich dessen bewusst, dass die Veränderungen in den letzten beiden Jahren nicht einfach sein werden für sämtliche verantwortliche Entscheidungsträger auf dieser Welt.
Manche Aufgaben lassen sich noch in den sicheren Hafen führen, für andere mag es bereits zu spät sein, da der entstandene Schaden bereits irreparabel und irreversibel ist.

Der Ernst der Lage muss allen politisch Verantwortlichen bewusst werden. Davon sind die G7-Länder (bis vor kurzem noch G8) und auch Russland nicht ausgenommen. Als Initiative sollten die eigenen Interessen und Vorgaben immer wieder überdacht werden, zum Wohle der Weltgemeinschaft. Aus Fehlern folgt hoffentlich Erkenntnis, aus Erkenntnis folgt Einsicht und aus Einsicht folgt meistens eine Wiedergutmachung, am Ende eventuell auch eine Reintegration.
Die wahre Kunst der Diplomatie ist immer mit Vielfalt verbunden. Um letztlich einen gemeinsamen Nenner zu finden, bedarf es Anstrengungen aller Beteiligter, die es aber zu überwinden gilt.

Es hat sich in den letzten Monaten gezeigt, dass kleine Fehlentscheidungen auch große Auswirkungen haben können. Mehr denn je geht es vor allem um Sicherheit generell, die es eventuell global zu koordinieren gilt, entgegen der zunehmenden weltweiten Gefährdung von Menschenleben.
Gesetzeshüter in einigen europäischen Ländern sollten sich auch vermehrt und ernsthafter mit der wieder aufkommenden Radikalisierung des rechten Randes befassen und mit neuen Gesetzen entgegenwirken. Es liegt noch nicht mal 70 Jahre zurück, als die Nürnberger Nachkriegsprozesse des 2. Weltkrieges die letzten Todesurteile an Kriegsverbrechern vollzogen haben. Nun gibt es wieder neue Generationen, die scheinbar der krankhaften Ideologie des Rassenwahns verfallen sind und sich versuchen im Untergrund zu reorganisieren. Niemand sollte sich wegen Angstparolen zu solchen Gruppierungen verleiten lassen. Die Drehscheibe des Nationalismus hat es schon einmal gegeben und sie konnte nur mit hohen Verlusten aufgehalten werden. Es gibt in vielen Ländern Strafgesetze für jegliche Form der Wiederbetätigung. Aber es gibt auch Länder, und das innerhalb und auch außerhalb des europäischen Raumes, wo derartige Verhaltensformen immer noch straffrei bleiben. Um in Zukunft die Sicherheit aller europäischen Bürger zu gewährleisten, wird man sich in der nächsten Zeit auch im europäischen Parlament sehr darum bemühen müssen, die entsprechenden Gesetze dafür voranzutreiben.

Die Geschichte der Menschheit ist insgesamt gesehen ein ganz anderer Maßstab. Wir sollten uns bewusst werden, dass jedes Ereignis innerhalb von Zehntausenden von Jahren ein Hundertstel darstellt, als Zeitraum dessen, was wir in einem Jahrhundert als Geschichte dokumentieren. Es muss uns bewusst sein, dass alles vergänglich ist. Umso wichtiger wird unser Drang nach der Wahrheit, nach der Geschichte und der Dokumentation auch nicht nachlassen. Es wird immer am Ende eines Ereignisses eine Form der Weitergabe existieren, anhand dessen sich der Verlauf der Geschichte letztlich nicht mehr verleugnen lässt.
Die Zukunft der gesamten Menschheit steht mehr denn je auf dem Spiel, dessen sollten sich alle Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft aller Länder dieser Welt bewusst sein.

Der Entstehungszeitraum dieses Buches von über drei Jahren gründet auf Beobachtung und Nachforschung von Ereignissen der letzten 10 Jahre, vor allem im Vergleich der sozialen Verhältnisse zur Realwirtschaft und den Finanzen-, Banken- und Staatskrisen, welche sich von einem Tief zum nächsten bewegen.

Der Staatshaushalt von Griechenland, der immer noch kurz vor dem Bankrott steht, weil kein vernünftiges Spar- und Entwicklungsprogramm von Beteiligten und politischen Verantwortlichen zustande gebracht wird, ist nur ein Beispiel.
Ein Bankrott des Landes lässt sich nicht mehr aufhalten, wenn die Sanierungen des Staatshaushaltes nicht in einer ausgewogenen Form zum Abschluss gebracht werden können. Der Prozess der finanziellen Regenerierung selbst wird wahrscheinlich einige Jahrzehnte andauern.
Deshalb mag auch die Frage erlaubt sein, wohin gingen diese unzähligen Milliarden an Euros, die für die Kredite aufgewendet wurden? Darüber wird kaum diskutiert. Vielleicht ließe sich die eine oder andere Milliarde zurückholen?
Auch in der Türkei bleiben so manche Fragen in Bezug auf Korruption von Finanzen und Schlepperwesen unbeantwortet. Wer hat in der Türkei die Millionen und Milliarden kassiert, welche Organisationen stehen dahinter, die im Zuge des Schlepperwesens und mit dessen Hilfe die Menschen am Ende mittellos nach Europa geschleust haben? Diese Milliarden können ja auch nicht so ohne weiteres verschwinden?
Dahin gehend sollte die Frage auch erlaubt sein, warum für diese kriminellen Machenschaften in der Türkei scheinbar niemand verantwortlich zu sein scheint, wenn der Ablauf wohlbekannt ist, aber die Polizei nicht einschreitet? Das Geld wurde den Flüchtlingen widerrechtlich abgenommen und sollte ordnungsgemäß rückerstattet werden.

Das Verantwortungsbewusstsein im Bankenwesen über die Kreditvergaben hat in den letzten Jahren zunehmend nachgelassen.
Man sollte auch die Frage stellen dürfen, wem eigentlich das Geld, das vom IWF, Eurobankengruppe, so großzügig verteilt wurde, gehört? Und an wen wurde es verteilt? Wie kann es sein, dass seit der Kreditauszahlung innerhalb von 5 Jahren fast jährlich 30 bis 40 Milliarden von griechischen Konten auf Schweizer Bankkonten transferiert wurden? Sind dort bereits Gelder von den 270 Milliarden der insgesamt 355 Milliarden an Schulden enthalten, die von der EZB und dem IWF an Griechenland ausbezahlt wurden? Und wem gehören diese Gelder jetzt?

Das sind die Fragen, die eigentlich von den zuständigen Beamten, Politikern und Funktionsträgern und Bankmanagern beantwortet werden müssen.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 78
ISBN: 978-3-99048-445-6
Erscheinungsdatum: 11.07.2016
Durchschnittliche Kundenbewertung: 4
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