Alltag & Lebensführung

Denken lernen und hinterfragen

Josef Bernard-Halifax

Denken lernen und hinterfragen

Populärwissenschaftliche Fragen und Antworten

Leseprobe:

Weckruf – anstelle eines Vorwortes


Es brennt:
Auf dem Feld der digitalen Revolution
Im Kampf um unsere Hirne und unser Denken

Der Weckruf soll aufmerksam machen auf eine rasante Entwicklung – auf eine neue Epoche im wissenschaftlich-technischen Fortschritt, auf die digitale Revolution, die engstens mit Silicon Valley verbunden wird. Dort entstand im regionalen Wirkungskreis der Stanford-Universität (Kalifornien) bereits nach 1955 eine leistungsstarke Elektronik- und Computerindustrie. Mehr noch – in der Region Silicon (Silizium) Valley (Tal) mit einem Gebiet von 70 km x 30 km entstanden leistungsstarke Denkfabriken, die zum Anziehungspunkt für die klügsten Köpfe der Welt wurden. Dort wurden und werden große Brötchen in großen Öfen gebacken. Hervorzuheben sind die weltbekannten Unternehmen der IT- und High-Tech-Industrie. Dort haben die Unternehmen Apple, Google, Yahoo, Facebook, Amazon, Intel, AMD, Adobe, Tesla, Hewlett Packard, Symantec ihren Sitz. Inzwischen sind es über 1.000 Unternehmen in der Halbleiter- und Computer-Technologie.
Spätestens in den letzten acht Jahren, in denen die Smartphones ihren Siegeszug antraten, begann jeder von uns, den Hauch eines neuen Zeitalters zu spüren. Trotzdem gibt es noch eine beachtliche Zahl von Mitbürgern unter uns, die sagen voller Stolz: „Ich habe auch ein Handy.“ Sie haben noch nicht verstanden, dass Smartphones schon die höhere Stufe der „Evolution“ auf dem Weg der digitalen Revolution sind. Es gibt auch so manchen, der noch nicht einmal ein Handy zur täglichen Verfügung hat. Das ist kein Vorwurf, sondern der Ansatz für dieses Büchlein, denn mir scheint, dass vor dem Bau von Denkfabriken Sorge dafür getragen werden muss, die kleinen Bausteine zu schaffen – mit einer Bildungsinitiative Denken lernen für jedermann. Denn was auf uns zukommt, sind zugleich eine „Hyperökonomie“ und „weitreichende Folgen für Arbeit, Leben, Gesellschaft und Politik“ (Siegmar Gabriel, ab 2017 deutscher Außenminister).
Der Ruf nach technischem Fortschritt zum Wohle der Menschen, nach Innovationen (völlig neue Wirkprinzipien) erreicht uns alle, um zu verstehen und um die Gesamtheit der damit verbundenen Prozesse voranzubringen. Wäre es nicht gut, gemeinsam und für alle verständlich im Lande von Goethe, Schiller, Marx, Wagner, Kant und Hegel darüber nachzudenken, was Denken lernen bedeutet und wie das Bildungssystem auf diese Aufgabe reagieren müsste?
Wenn es möglich wäre, ein Vorwort für Neugierige musikalisch zu beginnen, so würde ich als Erstes den Gefangenenchor aus Nabucco von Verdi wählen und die Ode an die Freude von Beethoven – mit einem lauten Paukenschlag in der Mitte. Ohne meinen Lieblingen Mozart, Bach, Tschaikowsky Unrecht tun zu wollen und ohne dass ich etwas mit dem großartigen Requiem von Mozart hier an dieser Stelle sagen möchte.
Im Gegenteil, ich fordere einen optimistischen Aufbruch zum Denken lernen, für die Befreiung von alten Zöpfen, zunächst mit einem neuen Geist, mit dem Innovationen zur Bewältigung dieser Herausforderungen möglich sind.
Unsere Zukunft im 21. Jahrhundert wird entscheidend geprägt durch die digitale Revolution. Sie ist nicht alles in dieser Zukunft, doch alles wird durch sie mitbestimmt.
Insofern können wir Carly Fiorina glauben: „Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.“ Und wir werden unseren Entwicklungsstand am Beispiel der TELEKOM noch ?zeigen.
Die Führungsspitze des Axel-Springer-Verlages hat die große Bedeutung dieser Entwicklung frühzeitig erkannt und schickte Kundschafter in das Zentrum des digitalen Wandels, nach Silicon Valley. Das gleichnamige Buch von Christoph Keese könnte für Deutschland ein Wachrüttler werden, wenn es angemessen zur Kenntnis genommen würde.
Der Vorstandsvorsitzende der Klöckner & Co. SE sagte hierzu völlig zu Recht: „Dieses Buch ist Pflichtlektüre für alle, die vorn mit dabei sein wollen.“ Und Keese stellt fest: „… heute liegt Europa in Sachen Digitalisierung der wichtigsten Technologien der Gegenwart weit zurück“ und: „Europa hat den Anschluss verloren“.
Zu meinen Schlussfolgerungen gehört: Für die vielfältigen, umfassenden und komplizierten Aufgaben sind schritt-weise Lösungen strategisch in Gang zu bringen. Zunächst muss der neue Geist und die Bereitschaft in der Lern- und Arbeitswelt bei allen werktätigen Bürgern entwickelt werden. Dazu sind alle Ministerien und die gesamte Medienwelt gefordert. Außerdem sollten in allen Bildungsstufen, angefangen bei der Lehrerausbildung, die digitale Welt in unserem Alltag besprochen werden. Keese fordert sogar nicht nur fakultativen Unterricht, sondern die erweiterte Behandlung von Programmierung. Wenn das Bildungsministerium unseres Landes in den nächsten fünf Jahren alle Schulen mit Computern und WLAN-Anschlüssen ausstatten will, dann ist das ein zu kleiner Schritt, weil wir schon jetzt hinter den USA, Japan, Schweden und anderen Ländern beachtlich hinterherhinken.
Jetzt könnte dieser Satz so wie eine Sprechblase über unseren Köpfen hängen – wie eine Art Schreckgespenst. Mitnichten.
In einem EU-Fortschrittsreport 2017 bekommen wir es schriftlich: In Sachen digitaler Verwaltung (darunter Finanzamt, Meldesystem, Wahlsystem) liegt Deutschland auf Platz 20 im Rahmen aller EU-Staaten. Aber alle Achtung! So ein kleines Land wie Estland belegt Platz Eins!
Das ist auch der deutschen Bundesregierung aktuell Anlass, um konzentrierte Anstrengungen zu unternehmen. Mit bemerkenswerter Klarheit skizzierte die Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Tag der Deutschen Industrie 2017 entscheidende Aufgaben für die Industrie und die ganze Gesellschaft.
Das Fortschreiten der Digitalisierung wird mit der Beherrschung riesiger Datenströme verbunden sein. Sie schätzt ein: „Es gibt gute Vorbereitungen innerhalb der deutschen Wirtschaft, wozu eine Echtzeitdatenübertragung in Deutschland und über die Ländergrenzen hinweg gehört.“
Sie fordert dazu auf: „… hierbei auch wirklich groß zu denken … Dazu gehört die Schaffung eines digitalen Binnenmarktes, um die Vorteile unseres gemeinsamen Marktes auch wirklich ausreizen zu können.“ Sie fügte hinzu, dass es „in vielen Industriebereichen einen riesen Wandel geben wird“, was größere Herausforderungen an die Datensouveränität, Datensicherheit und eine neue Cyber-Sicherheitsstrategie stellt.
Außerdem bestätigt die Bundeskanzlerin einen grundlegenden Gedanken dieses Buches. Vor den Führungskräften der deutschen Industrie sagte sie: „Ich glaube, gerade für die innere Einstellung der Menschen dazu, was Digitalisierung bedeutet, ist das Aufholen des Staates bezüglich der digitalen Möglichkeiten dringend notwendig.“

Zu den ersten Schritten müssen meines Erachtens solche Initiativen gehören, die den Geist und die Befähigung zum kreativen Denken betreffen, und das in voller Breite für alle Bildungsstufen und sozialen Gruppen. Insofern sollten besondere Initiativen von den Medien ausgehen. Außerdem ist es wünschenswert, dass alle jungen Leute wieder mehr Freude, Lust und Gewinn beim Lesen empfinden. Dafür brauchen wir auch eine neue Machart von Büchern.
Es sollten Belletristik und Sachbücher für alle Neugierigen zugänglicher, interessanter und liebenswürdiger gemacht werden. Für Wissensdurstige sei gesagt – das ist hier keine wissenschaftliche Abhandlung und keine Belletristik, sondern mehr ein populärwissenschaftlicher Beitrag.
Mein zweiter Weckruf gilt dem Kampf um Hirne und Denken. Manche Autoren sprechen sogar von „Krieg“, einem Krieg ohne herkömmliche Waffen. Aber Cyber-Krieg im Internet ist sicher jedem ein Begriff. Bei den Auseinandersetzungen geht es um Forschungsziele – z.?B. beim Einsatz von Robotern – aber auch um Wirtschaftsspionage, um Politik und Eingriffe in das menschliche Gehirn! Also an Bedeutung und Brisanz fehlt es den Themen Gehirn und Denken nicht.
Die Hirnforschung und das Wissen um Denken und Geist haben in den letzten 50 Jahren zahlreiche Sternstunden und auch Donnerschläge weltweit wahrnehmbar erlebt.
Es fing schon um 1842 an, als in Berlin, der 20-jährige Emil H. Du Bois Reymond, ein Gerät entwickelte, das die Aufzeichnung elektrischer Ströme und Magnetismus zwischen den Nervenzellen des Gehirns messbar machte.
Einen zweiten Paukenschlag vernahm die Welt Ende des 20. Jahrhunderts mit der Erfindung von solchen elektronischen Geräten wie z.?B. dem MRT (Magnetresonanztomograph), mit dem man dem Menschen mit bildgebenden Verfahren in das Gehirn schauen konnte und Einblicke in seine Arbeitsweise bekam.
Den dritten großen Paukenschlag gab es 1997. Die Weltöffentlichkeit erfuhr, dass der Schachweltmeister Juri Kasparow gegen einen Computer (Deep Blue) verloren hatte.
Dieses Ereignis hatte mindestens zwei nachhaltige Wirkungen. Bei einer Menschengruppe, die Angst vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze durch Computer (bzw. Roboter) hat, setzten sich diese Befürchtungen in den Hinterköpfen nachhaltig fest. Diese Befürchtungen werden auch heute noch mit technischen „Fortschrittsnachrichten“ genährt, wenn sie nicht hinreichend und verständlich erklärt werden. Dann stellt der schlecht informierte Leser oder Hörer die Frage: Wie weit wird diese Ersetzung menschlicher Intelligenz durch Computer (auch Job-Killer genannt) noch gehen? Sofort versteht jeder auch, wie wichtig der populärwissenschaftliche Dialog von Wissenschaftlern mit der Öffentlichkeit ist.
Unter Forschern wurde im wissenschaftlichen Interesse gefragt, ob dieser Computersieg über Kasparow gleichzusetzen ist mit dem Sieg künstlicher Intelligenz. Der englische Mathematiker Alan Turing definierte später etwa so: Künstliche Intelligenz liegt dann vor, wenn ein Mechanismus adäquate kreative Leistungen vollbringen kann wie der Mensch.
Heute, 20 Jahre nach dem Sieg des Computers über Kasparow, gibt es weltweit schon massenhaft solche Computer – Roboter genannt. Japan, die USA, Südkorea, Schweden werden als die Führenden genannt. Nicht wenige dieser Roboter sind als sichtbare und anerkannte Helfer bei körperlich schwerer Tätigkeit oder monotoner oder schmutziger oder gesundheitsschädigender Arbeit anerkannt. Andere, zum Teil noch in der Entwicklung befindliche Roboter, werden sehr kritisch beobachtet und zum Teil als Fehlentwicklungen abgelehnt, z.?B. die Entwicklung eines Computer-Lehrers als selbstständiger Akteur, oder Computer in der Kranken- und Altenbetreuung. Darum geht es aber nicht, sondern um Assistenten und Hilfsmittel.
Solche Themen wirken bei falscher Fragestellung wie Brandbeschleuniger. Das passiert jedoch nur dann, wenn die öffentliche Meinung durch falsche Fragestellungen verunsichert wird. Wir befinden uns nicht im Zeitalter der Maschinenstürmerei. Es geht heute bei der Roboterentwicklung kaum darum, ob wir sie wollen, sondern wie?! Allerdings treten in Einzelfragen auch komplizierte ethische Probleme auf. Wie soll beispielsweise ein Computerprogramm in einem automatischen PKW bei Auftreten einer Unfallgefahr, bei der Personenschäden absehbar sind, entscheiden? Im klassischen Fallbeispiel läuft ein Kind plötzlich vor ein computergesteuertes Auto und die Alternative wäre, den Tod von drei Insassen „in Kauf zu nehmen“ oder zugunsten eines „unvorhergesehenen Ereignisses“, z.?B. im Falle eines plötzlich auftauchenden Kindes auf der Fahrbahn, entscheiden. Ich bin im Zweifel darüber, ob das überhaupt eine richtige ethische Fragestellung ist?!
Mindestens den gleichen Schwierigkeitsgrad haben Probleme auf dem Feld der Neurophysiologie, den Problemen der „Gehirnverbesserer“. Hier wird schon heute mit Chips, Dopingmitteln, Elektro- oder Magnetströmen zur Lenkung oder Unterbrechung von Reizströmen im Gehirn experimentiert. (Darauf komme ich später noch zurück.) Doch bereits an dieser Stelle muss gesagt werden, dass es zwischen den verschiedenen Fachrichtungen der Gehirnforschung zum Teil scharfe Kontroversen und Beschuldigungen über die Anmaßung von Deutungshoheit gibt. So schreibt man im „Spiegel“ (4/2003): „Zunehmend wagen Forscher, den kühnen Bogen zu spannen von der Synapse zum menschlichen Verhalten, vom Ionenkanal in der Nervenzellmembran zu so komplexen Phänomenen wie Gedächtnis, Gefühl oder Sprache.“ Gemeint sind vornehmlich Neurophysiologen, die den genauesten „Einblick“ in das menschliche Gehirn haben, aber Denken, Emotionen und Geist noch nicht präzise nachmessen können. Ihnen wird vorgeworfen, die Deutungshoheit und z.?T. auch ethische Positionen repräsentativ vertreten zu können oder zu wollen. Auch das werden wir noch später ausführlicher besprechen. Ich vermute bei dieser Frage bei einigen Forschern zum Teil technizistische Denkpositionen.
Konflikte ergeben sich bei dieser Thematik auch aus ihrer Bedeutung. Nach meinem Überblick darf ich Ihnen die Antwort auf diese Frage nicht vorenthalten.
Spätestens an dieser Stelle fragen Sie sich doch auch: Warum ist die Hirnforschung und explizit die Entschlüsselung des menschlichen Denkens so überaus wichtig?
Meines Erachtens handelt es sich dabei um ein außerordentliches Gut, nicht nur des Menschen, sondern der Menschheit. Hirn, Geist und Denken nehmen in der gesellschaftlichen Gewichtung von Kultur, Politik, im täglichen Sprachgebrauch sowie weltanschaulich, religiös, militärisch einen herausragenden Platz ein. Hierbei geht es um Fragen, die mit dem Wesen des Menschen, mit Menschsein, Menschenwürde und Persönlichkeit zu tun haben. Ökonomisch ist Lernen, Wissen, Denken nicht nur ein Aufwandsfaktor, sondern zunehmend wichtig für intelligenzintensive Produktion jedes Landes mit relativ wenig Bodenschätzen.
Politisch und religiös hat diese Forschung einen großen Stellenwert für das Menschenbild, das die Gesellschaft anstrebt.
Eine bedeutende Anzahl von Menschen hat nur verschwommene Vorstellungen davon, was Denken ist und bedeutet und in welcher Weise und wofür es formbar ist; über ein Grundlevel nicht hinauskommt und die zahlreichen Techniken zu seiner Vervollkommnung zum Teil nicht kennt oder nicht beherrscht.
Diese Thematik hat für das Zusammenleben der Menschen in allen Staatsgefügen eine wichtige und zentrale Funktion für Ideologie, Bewusstsein, staatsbürgerliche Aktivität, adäquat wie die Themen Demokratie, Freiheit, Verantwortung, Toleranz u.?a.?m.
Die riesengroße Fülle an Literatur und Forschungen von mehr als dreißig Fachrichtungen weist auf das große Interesse der Gesellschaft hin. Der Aufwand an Forschungsmitteln für wen und für welche Forschungsrichtungen auch immer, sind oft mit High-Tech (wegen Geheimhaltung) oder mit Fragen der politischen Bildung sowie der staatsbürgerlichen Disziplin bei Sicherheitskräften und in Verwaltungsorganen verbunden.
Auf Grund seiner Bedeutung für die Zukunft des Bildungssystems wird zunehmend ein Denken für Innovationen im Rahmen der digitalen Revolution unter veränderten globalen Problemen der Welt gebraucht. Der Unterschied zur Periode der Manufaktur oder der industriellen Revolution hinsichtlich der Anforderungen an das Denken der Arbeiter und Ingenieure liegt auf der Hand. Es ist noch mehr intelligenzintensive Produktion nötig. Grund dafür ist die Ressourcenknappheit.
Es sind enorme Anstrengungen im Kampf um eine allseitig menschenwürdige Zukunft der Arbeit notwendig, die in Übereinstimmung mit den hohen ökonomischen Zielen, den wachsenden Qualifizierungsanforderungen und der Arbeitsintensität das allseitige Wohl der Menschen auch im Arbeitsprozess garantieren müssen. Einerseits wird es ohne den Einsatz von Automaten (Robotern) nicht gehen und andererseits werden an die freigesetzten Arbeitskräfte zunehmend ein Leben lang Qualifizierungsanforderungen kommen. Insofern wird auch die Übertragung „künstlicher Intelligenz“ auf Maschinensysteme immer mehr notwendig sein. Im Zuge der digitalen Revolution werden sich alle Berufstätigen und auch die Heimarbeiter und Hausfrauen auf die digitale Technik einstellen müssen. Ebenso wie der ehemalige Kfz-Mechaniker mehr ein Schrauber und Dreher war, ist er heute schon in hohem Maße ein Elektroniker (abgesehen von einzelnen Handwerkern, die glauben, dass ihr Können auch in Zukunft auf dem Austausch von Leiterplatten beschränkt bleibt). Auch in den Haushalten wird man etwas von den Robotern verstehen müssen. Ganz zu schweigen von der Kommunikationstechnik, den Smartphones und Homecomputern inkl. dem Fernsehen. Im gesellschaftlichen Maßstab stellt man sich bereits auf ganz neue Entwicklungen ein, die mit der Sicherheit im Internet und überhaupt in allen Datenübertragungsnetzen zu tun haben. Angesichts der bereits stattgefundenen Attacken von Cyber-Angriffen auf das IT-System des Deutschen Bundestages und des Datenklaus von hochrangigen Politikern werden in fast allen Staatshaushalten hohe Summen für die künftige Cyber-Sicherheit vorgesehen. In Großbritannien soll dies in den nächsten fünf Jahren doppelt so hoch sein wie gegenwärtig und in den USA für 2017 eine Größe von 19 Milliarden Dollar betragen. W. Ichinger schätzt ein, dass die Anstrengung in Deutschland mit der Schaffung einer Cyber-Teilstreitkraft am Anfang eines richtigen Weges steht und: „Absolute Priorität sollte die Ausbildung und Rekrutierung von Fachkräften, Computer- und Software-Spezialisten, Entwicklern und Programmierern genießen“ (Focus Nr. 38/2016; S. 52).

Abschließend möchte ich kurz über Ziel und Fahrplan dieses Buches sprechen. Ich wende mich an Wissensdurstige, die ihren Kopf zum „richtigen kreativen Denken“ benutzen wollen. Die meisten glauben, dass das jeder kann. Und das stimmt nicht! Mir geht es hier nicht um eine moralische Wertung von richtigem Denken, sondern um die formale Logik, was noch aufzuarbeiten ist.

Die World Federation of Neurology (WFN) hatte den 22. Juli 2014 zum ersten Welttag des Gehirns erklärt. Dieser besondere Tag soll der erhöhten Aufmerksamkeit der Gehirngesundheit dienen und der Prävention neurologischer Erkrankungen ein Podium geben. Damit ist die Bedeutung der Gehirn- und Denkforschung mit internationaler Stimme nachdrücklich unterstrichen worden.

Mein Antrieb für dieses Büchlein besteht darin, nur jene „Verknüpfungen“ im Gehirn als Denken zu bezeichnen, welche kreativ und zielführend sind. Ich möchte meine Aufgabe davon abgrenzen, was Kriminelle, Asoziale und in gewisser Weise auch bestimmte Spezies von Psychopathen tun.
Aber aus dieser Richtung kam meine Motivation für dieses Büchlein nicht. Sie kam aus Gesprächen mit den verschiedensten Berufsgruppen, darunter Freiberufler, Handwerker, Lehrer und Unternehmer. Über die verschiedensten Probleme aus den Themenkreisen, z.?B. Renten in Ost und West, Integration, Bischof van Elst und die katholische Kirche, Toleranz, Kriegsgefahr u.?a.?m. Von den Gesprächspartnern waren mir oft einige im Fachwissen überlegen. Ich war meist darüber erstaunt, wie wenig komplex die Gesprächsteilnehmer diskutieren konnten und wie vereinfachte Sichten zu falschen Schlussfolgerungen führen. Von Verknüpfungen war da oft nichts vorhanden! Und nur wenige beherrschten methodische Grundlagen zum Denken.
Von den Mind-Map als ein formal methodisches Grundmodell zum Lernen und Denken hatte keiner der älteren Gesprächsteilnehmer bis dato etwas gehört. Und wir werden erkennen, dass Modelle oft sehr wichtig, aber kein Nonplusultra (Unübertreffbares) sind.Zusammenfassend möchte ich sagen, dass unser Aufbruch in eine Epoche der digitalen Revolution auch die entsprechenden geistigen Horizonte und Formung von Persönlichkeiten erfordert. Wenn ich mit diesem Buch nur im Mindesten anknüpfen könnte an den Geist von Alexander von Schönburgs Buch „Weltgeschichte to go“ und das „Silicon Valley“ von Keese, weil diese mich sehr an das Kunstwerk vom „Jahrhundertschritt“ von Wolfgang Mattheuer erinnern, wäre ich sehr froh.
Für kritische Hinweise aus der Leserschaft bin ich jedermann dankbar.Für Ihre nachhaltige Neugier und Lust am Weiterlesen wünsche ich Ihnen Spaß und Gewinn.

Noch ein paar Vorworte:
Zeitgleich mit der Versendung meines ersten Manuskriptes im Januar 2016 in elektronischer Fassung – wie üblich – an einen großen, aber hier namenlosen Verlag, begann im Fernsehen bei Talkshows und im Bildungsfernsehen ein beachtlicher Boom zum Thema Digitalisierung.
Ganz deutlich war auch der „Weckruf“ von C.Keese mit dem Buch „Silicon Valley“ in Deutschland angekommen.
Der allgemeine, beginnende geistige Aufbruch im Jahre 2016 ist Anlass zu großen Hoffnungen auch für den Digitalisierungsmarkt in Europa.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Verlegern Frau Sabine Bader und Herrn Wolfgang Bader des novum Verlags und den Lektoren für die Wertschätzung von populärwissenschaftlichen Titeln und für die Unterstützung dieser Publikation bedanken.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 170
ISBN: 978-3-95840-586-8
Erscheinungsdatum: 15.01.2018
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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