Alltag & Lebensführung

Abschied vom Seelengefährten

Ayanèe

Abschied vom Seelengefährten

Leseprobe:

Seelengefährten
Viele esoterische Bücher und Schriften befassen sich mit dem Begriff des Seelengefährten. Da wird von unserer fehlenden Hälfte gesprochen, von der Dualseele – von diesem einen einzigartigen Menschen, der alle unsere Träume wahr werden lässt.
Das Finden deiner Dualseele wird als das absolut Erstrebenswerteste dargestellt, so als würde durch die Begegnung dein Leben nur mehr eine Folge von immerwährender Glückseligkeit.
Nur in einem einzigen Buch – von den vielen, die ich zu diesem Thema gelesen habe – fand ich bisher auch den Hinweis, dass diese Begegnung auch sehr herausfordernd und schmerzlich sein kann.
Die meiste Zeit wird also die Geschichte mit dem Seelengefährten als „die vollkommene Beziehung“ dargestellt.
Gerade wir Frauen sind natürlich von so einer Vorstellung besonders beeindruckt, da unser Denken vorwiegend beziehungsbezogen ist und wir uns wünschen, wenn wir diesen einen Märchenprinzen gefunden hätten, dann verschwänden viele Schwierigkeiten wie von selbst.
Dass wir, indem wir an diese mystische Geschichte glauben, aber wieder nur unsere Macht abgeben – das scheint den meisten Frauen überhaupt nicht klar zu sein.
Schon allein die Aussage, dass es nur möglich ist, wahres Glück einzig über die Begegnung mit einem anderen Menschen zu erfahren, sollte doch bei so mancher die Alarmglocken klingeln lassen.
Viele Menschen sind auf der Suche nach ihrem Seelengefährten und haben noch nie über den tieferen Sinn dieses Mythos nachgedacht:
Letztendlich ist er nur ein Hinweis darauf, dass die meisten Menschen sich selbst noch nicht in ihrer Ganzheit erkannt haben und glauben, scheinbar fehlende Anteile von sich im Außen zu finden.
Diese Sehnsucht nach dem Glück und der Liebe sollte uns also nicht zu einem anderen Menschen führen, sondern nur zu uns selbst.
Menschen, die unseren Weg kreuzen, und besonders jene, mit denen wir emotional verbunden sind, haben wir nur aus einem Grund in unser Leben eingeladen: um Erfahrungen zu machen und unsere blinden Flecken zu erkennen.
Denn wer fordert uns am meisten: unsere Eltern, unser Partner und unsere Kinder, also Menschen, denen wir in Liebe zugetan sind.
Unsere Familien sind die Schulen des Lebens!
In diesem Buch möchte ich meine ganz persönlichen Erfahrungen weitergeben. Vom Finden meines „Seelengefährten“ und von dem langen Weg zu mir als selbst bestimmende Frau.
Heute weiß ich, dass dies einer der Gründe war, warum wir uns begegnet sind: die unzähligen Erkenntnisse darüber, wie wir Frauen uns noch immer von unserem Partner abhängig machen und uns entmachten lassen.
Desgleichen die Erkenntnis, dass wir in einer absolut männlich dominierten Welt leben und die Emanzipation der Frauen eigentlich nur eine Farce ist – ein Schuss, der nach hinten losging.
Und schließlich die Erkenntnis, dass wir Frauen dies nicht verändern werden, indem wir es den Männern gleichtun und kämpfen und unser Geschlecht verleugnen, sondern nur, indem wir uns selbst wieder ganz erkennen – als Frau.
Ich weiß, es ist ein langer Weg. Aber als ganzheitliche, spirituelle Frau weiß ich, dass er sich lohnt.
Heute bin ich wieder ganz – ganz in mir selbst. Ich brauche niemand mehr im Außen, der mich bestätigt und liebt. Ich liebe mich selbst und bekomme dadurch mehr von den Menschen, als ich mir jemals erträumt habe!

Ayanèe



Zur Erklärung
Das, was ich in diesem Buch als Erkenntnisse und Erklärungen weitergebe, ist aus mir selbst erwachsen und ist keinesfalls wissenschaftlich untermauert oder beweisbar.
Vieles wird auf viele Frauen zutreffen, manches ist einfach meine eigene Erfahrung und wird somit andere nicht berühren.
Aussagen, die sich pauschal anhören (die Männer, die Frauen), sind natürlich nicht auf alle bezogen, sondern auf eine große Anzahl. Es ist mir bewusst, dass es viele Menschen gibt, die nicht in ein Schema passen – und Gott sei Dank werden diese immer mehr.
Es wäre schon Grund genug, dieses Buch zu lesen, wenn dir dabei klar wird, was ein Thema in deinem Leben ist und was nicht.
Dies ist einfach meine Geschichte und der damit verbundenen Erkenntnisse.
Da dabei auch andere Personen erwähnt werden, habe ich deren Namen geändert.
Meinen Gefährten, der mich zu diesem Buch inspiriert hat, nenne ich hier „Adam“ – und ich denke, ich konnte wohl keinen passenderen Namen finden! Denn schon in der Schöpfungsgeschichte sitzt der Wurm drin …



Zwischenzeit
Seit drei Jahren war ich nun allein – das heißt ohne feste Beziehung, ohne Lebenspartner.
ICH – eine Frau Anfang 40, ein geschiedener Mann, zwei erwachsene Töchter und mit einer Berufung, die mich und damit mein Leben völlig verändert hatte.
Seit vier Jahren hatte ich Kontakte mit der geistigen Welt und war von großen Lehrern unterrichtet worden. Ich wusste, dass ich in meinen Händen besondere Kräfte hatte, mit denen ich Menschen helfen und Leid lindern oder Krankheiten heilen konnte.
Vor allem aber hatte ich die Gabe zu sprechen und zu erzählen und die Menschen wurden mitgerissen, aufgerüttelt und fühlten in ihrem Innersten, dass das, was ich da erzählte, zu stimmen schien, auch wenn es für den Verstand vorerst nicht nachvollziehbar war.
Denn in erster Linie sprach ich natürlich von meinen Erlebnissen mit meinen Lehrern aus der anderen Welt und davon, was ich von ihnen gelernt hatte.
In den vergangenen Jahren hatte ich viele Seminare und Kurse besucht und war so in meinen aus dem scheinbaren Nichts kommenden Gaben und meinem Wissen bestärkt worden und hatte damit auch einige fundierte, mehr greifbare Ausbildungen vorzuweisen.
So war ich auch zu Reiki geführt worden und wusste: Im weitesten Sinne ist mein „Handauflegen“ dieselbe Form. Also hatte ich auch die Ausbildung zum Reiki-Meister und -Lehrer gemacht und veranstaltete selbst Reiki-Seminare für den 1. und 2. Grad.
Des Weiteren hatte ich eine Ausbildung in Astrologie absolviert und brachte das wenige Wissen, das ich damals hatte, mit Begeisterung an die Frau und den Mann. (Heute weiß ich, dass sich das weite Feld und die Komplexität dieses Themas erst nach vielen, vielen Jahren der ständigen Beschäftigung damit so richtig eröffnen.)
Für alle Astrologie-Kundigen: Ich bin eine Löwe-Frau mit Aszendent Zwillinge. Somit wurde mir ein gesundes Selbstbewusstsein – manche sagen auch Dominanz – in die Wiege gelegt und ich will das, wofür ich mich begeistere, auch unmittelbar weitergeben. Darum habe ich oft ohne Bedenken sofort das, was ich gelernt habe, in eigene Seminare verpackt, denn ich wusste, auch wenn es noch nicht viel ist, so ist es doch mehr als jene wissen, die sich noch gar nicht mit der Materie beschäftigt haben.
Durch dieses angeborene Vertrauen in mich selbst konnte ich auch immer zu meinen Schwächen und Fehlern stehen und machte meine Erkenntnisse, die aus der Beschäftigung mit meinen Schattenanteilen erwuchsen, wieder zu einem Lehrthema.
Ich kam mit vielen Menschen in Kontakt, die meine Klienten und Schüler waren, jedoch mein Wunsch nach einer festen partnerschaftlichen Beziehung wurde nicht und nicht Wirklichkeit.
In dieser Zeit wurde ich oft mit der Einsamkeit konfrontiert und damit wieder mit alten Kindheitstraumen, als ich sehr viel alleingelassen worden war.
Ich erkannte, dass mein Allein-Sein auch den Zweck hatte, um diese Kindheitsmuster aufzulösen, aber deshalb tat es nicht weniger weh.
Ich wünschte mir also sehnlichst einen Partner und weinte oft nächtelang in mein Kopfkissen, wenn wieder ein Seminar zu Ende war, die Menschen nach Hause zu ihren Familien gingen und die Einsamkeit in mein Herz kroch.
Besonders weh tat es, dass da niemand war, wenn ich berichten und erzählen wollte, was ich so erlebt, was ich wieder Außergewöhnliches gesehen und gespürt hatte.
Ich wünschte mir nichts mehr als jemanden, mit dem ich mein Innerstes teilen konnte!
Wenn ich so zurückdenke, fallen mir noch einige markante Dinge ein: Da war die Scham, wenn ich ausging oder unter fremden Menschen war – die Scham, allein zu sein. So, als trüge ich ein großes Schild auf meinem Rücken, auf dem stand: „Ich habe keinen Mann.“
Heute muss ich darüber natürlich lachen, aber damals war dieses Schamgefühl grausam real für mich.
Bei jeder Gelegenheit erzählte ich, dass ich 22 Jahre verheiratet gewesen war und zwei Töchter habe – so, als würde ich wenigstens damit beweisen, dass ich als Frau nicht völlig versagt habe.
Da war er – der erste Hinweis auf diesen tief sitzenden Makel vieler Frauen: „Du bist nichts wert ohne Mann!“
Natürlich fehlte mir auch die körperliche Zweisamkeit und ich war ständig auf der Suche nach einem Sexualpartner.
Man sollte meinen, für eine reife Frau, die nicht allzu übel aussah, sollte dies kein Problem sein – aber es war eines. Denn ich fühlte mich ja nicht mehr als eine „normale“ Frau, sondern ich hatte über den Rand geblickt. Ich hatte Dinge erlebt, die die meisten Menschen als verrückt oder zumindest unglaubwürdig abtun würden, und es hatte mich verändert. So verändert, dass ich nicht so einfach einen x-beliebigen Mann an mich heranlassen konnte.
Ich wollte eine spirituelle Beziehung. Eine Beziehung, in der meine Fähigkeiten nicht belächelt oder verneint wurden, sondern eine, in der ich verstanden wurde.
Dazu war es natürlich notwendig, dass mein potenzieller Partner sich auch mit „Esoterik“ beschäftigen würde. (Ich schreibe „Esoterik“ in Anführungszeichen, weil sich im Laufe der Zeit der Begriff eher ins Negative verwandelt hat. So viele bezeichnen sich als Esoteriker, nur weil sie sich einmal eine besondere Steinkette umgehängt oder schon einmal etwas von den Chakren gehört haben. Heute würde ich mich entschieden dagegen wehren, wenn mich jemand als Esoterikerin bezeichnen würde, aber damals habe ich mich als solche empfunden und einen gleichgesinnten Mann gesucht.)
So fiel mir auch eines Tages in einer Zeitung ein besonderes Partnerinserat auf, da direkt unter diesem und mit derselben Telefonnummer der Aufruf zur Teilnahme an einer Meditationsgruppe stand.
Ich beschloss also, mich als Interessentin für die Gruppe zu melden, und dachte mir: „Wenn ER mir nicht gefällt, kann ich noch immer so tun, als hätte ich das Partnerinserat nicht gelesen!“
So lernte ich Peter kennen und eine Zeit lang verband uns auch eine nette Freundschaft, der angestrebte Lebenspartner war er jedoch nicht. – Er führte mich aber zu diesem!
– Drei Jahre früher: In der Ausbildung bei meinem eigenen 2.-Grad-Reiki-Seminar machten wir eine wunderschöne Meditation. Bei dieser Meditation (die ich übrigens heute noch in fast derselben Form bei meinen eigenen Reiki-Seminaren durchführe) begleitete uns mein Reiki-Meister/Lehrer von der Erde weg in den Weltraum und ich genoss das Empfinden, in der Schwerelosigkeit zu schweben. Es war ein wunderbares Gefühl und ich hätte ewig in dieser Meditation bleiben können!
– Und da, ganz plötzlich kam da in mein wunderschönes inneres Bild vom Sternenhimmel ein riesiges Ungetüm geflogen. Es sah aus wie ein gigantisches Raumschiff, bis ich erkannte, dass es sich um eine überdimensionale Autonummerntafel handelte. Ich wollte dieses Ungetüm aus meiner Meditation eliminieren, aber es gelang mir einfach nicht.
– Dann auf einmal wusste ich, dass diese Nummerntafel etwas mit meinem zukünftigen Partner zu tun hatte! Ich versuchte die Nummer zu lesen, damit ich wenigstens wusste, in welchem Bezirk ich forschen musste, aber es gelang mir nicht.
Später fiel mir jedes Mal bei dieser Meditation dieses Bild ein und ich erzählte lachend meinen Schülern von diesem „seltsamen Ufo“, das sich da in mein meditatives Weltall geschlichen hatte.



Begegnung
Mein neuer Freund Peter war ständig auf der Suche. Nach neuen Bekanntschaften, nach potenziellen Partnerinnen und – nach Wunderheilern.
Wie jeden von uns „plagten“ ihn eine Vielzahl von Unvollkommenheiten und so wurden jeder neue Guru, jede Schamanin, jeder Geistheiler und jede neue New-Age-Technik sofort von ihm beäugt und ausprobiert.
Willkommene Informationsquelle für diverse Neuigkeiten war unser „Esoterik-Stammtisch“, den ich ein Jahr zuvor initiiert hatte, damit man sich einmal monatlich mit Gleichgesinnten treffen konnte.
An einem dieser Abende erschien Markus. Ich kannte ihn schon längere Zeit, denn ich hatte einige Jahre zuvor bei ihm ein Seminar besucht. Er war ausgebildeter Schulmediziner, hatte sich aber seit Längerem alternativen Methoden zugewandt.
Markus erzählte uns im Laufe des Abends von einer besonderen Begegnung, die ihn vor allem deshalb so begeisterte, weil „man immer und überall mehr Menschen trifft, die sich ebenfalls mit Esoterik beschäftigen“.
Also kurz seine Geschichte: Markus machte gerade eine schwierige Zeit durch. Die Trennung von seiner langjährigen Lebensgefährtin und diverse körperliche Beschwerden setzten ihm zu und noch dazu hatte er aus Unachtsamkeit einen Verkehrsunfall verursacht und sein Auto ziemlich demoliert. Bei diesem Unfall hatte er unbemerkt sein Autokennzeichen verloren. Dieses wurde ihm später von einem Gendarmen nach Hause gebracht.
Im Laufe des sich entwickelnden Gespräches schüttete Markus diesem Gendarmen sein Herz aus und berichtete von seinen momentanen schwierigen Lebensumständen. Und ganz plötzlich bot der Gendarm Markus an, ihm zu helfen, wenn er dies gern wolle.
„Helfen“ war eine Art Handauflegen und Energieübertragung, die Markus tatsächlich aus seinem seelischen Tief ein wenig herausholte.
Darüber erzählte uns Markus und schwärmte von diesem Gendarmen und dass es ihm seitdem viel besser gehe.
Mehr brauchte Peter nicht zu hören. Sofort fragte er nach der Adresse des Mannes und ob man da auch „einen Termin ausmachen“ könne – was er natürlich bei nächster Gelegenheit tat.
Beim nächsten Treffen unserer wöchentlichen Meditationsrunde erzählte Peter von seiner ersten Sitzung und von da an wurden wir immer informiert, was sich anhand des wundertätigen Gendarmen bei Peter alles so veränderte.
So wurde die ganze Gruppe immer neugieriger auf diesen außergewöhnlichen Menschen, und als Peter sein Geburtstagsfest plante und sagte, dass er auch den Gendarmen eingeladen hatte, waren wir alle natürlich voll begeistert.
Und so lernte ich Adam kennen.
Es war ein wunderschönes Geburtstagsfest, in einem ziemlich feudalen Lokal, und wir unterhielten uns alle hervorragend. Wie es meine Art war, gab ich viele Geschichten zum Besten und wir lachten an diesem Abend, bis uns allen der Bauch wehtat.
Adam passte wunderbar in unsere Gruppe, denn auch er konnte so erfrischend herzlich lachen und war zu jedem Spaß bereit.
Es hat nicht sofort „klick“ gemacht, wie man sich das vielleicht so vorstellen mag. Er war einfach dabei und ich fand ihn nett und sympathisch – mehr nicht.
Nach diesem Abend fragte mich eine Freundin, ob er mir gefalle, und sie meinte: „Ich habe mir ein paar Mal gedacht, ihr beide würdet gut zueinander passen, weil ihr beide so herzlich lachen könnt!“ – und: „Adam ist ein fescher Mann, findest du nicht auch?“ Daraufhin musste ich zugeben, dass ich darüber gar nicht nachgedacht hatte, und ich stellte fest: „Nein, er sieht meinem Exmann zu ähnlich, schon allein aus dem Grund kommt er nicht infrage – und außerdem ist er verheiratet.“

Alle markanten Ereignisse in unserem Leben werfen ihre Schatten voraus oder – wie ich es meist bezeichne – senden uns Boten. An die Nummerntafel in meiner Meditation vier Jahre zuvor dachte ich weder bei Markus’ Erzählung noch später bei der ersten Begegnung mit Adam. Erst einige Wochen später, als mir ein weiterer Bote mitteilte, Adam sei mein Seelengefährte, fiel mir plötzlich auch diese Ankündigung wieder ein – aber dazu später mehr.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 243
ISBN: 978-3-99003-164-3
Erscheinungsdatum: 06.07.2010
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
EUR 16,90
EUR 10,99

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