8 - 10 Jahre

Unas Traumwald und ihr Wolf

Urd Pfau

Unas Traumwald und ihr Wolf

Leseprobe:

Und so fing alles an:
Ich ging spazieren und guckte auf den Boden.
Ho, da war doch eben was?
Ich ging einen Schritt zurück, da lag doch tatsächlich ein Blatt mit einem Gesicht.
Seltsam, es sah mich an.
„Hallo, Blatt“, sagte ich.


Ein Blatt mit einem Gesicht!


Das Blatt pfiff zurück: „Pfüüt!“
Es hatte einen ganz kleinen Mund und sagte mit einer ganz kleinen Stimme:
„Hallo, du!“
Ich hob es auf. Wir redeten ein bisschen miteinander. „Ich bin ein Pfeifkünstler! Hör mal zu!”
Und dann pfiff es eine wunderschöne, leise Melodie. Ich hörte ganz gebannt zu … doch leider, leider …

Plötzlich: Der Wind trug es fort.
Und die Karte, auf der meine Adresse stand, riss der Wind auch mit sich fort.


So fing meine Geschichte an.
Ich dachte zuerst: Von dem Blatt höre ich bestimmt nichts mehr.
Doch ein Jahr später brachte mir der Briefträger einen Brief mit Bildern aus Bremen.

Und in dem Brief las ich die ganze Ge-schichte und noch ein bisschen mehr.

Mein Blatt erzählte mir von seinen neuen Freunden, stellt euch das mal vor.


Das ist Birke!
Birke war meine erste Freundin, die ich auf der Straße fand.
Und jetzt erzähle ich ihre Geschichte.





Birkes Geschichte


Wie ich so vor mich hin pfiff, weinte auf einmal jemand neben mir: „Ich liege hier im Dreck und könnte auch so schön pfeifen!“
Und richtig, im Straßendreck lag ein Blatt und guckte mich traurig an.
„Birke heiße ich“, sagte es, „und ein Autorrad hat mich in den Dreck gefahren.“ Da hob ich es auf. „Du bist auch Pfeifkünstlerin?“ „Ja, ich pfeife wunderschöne Lieder.“
„Dann komm mit nach Bremen, die Leute dort lieben Gepfiffenes. Etwas Besseres als im Dreck zu liegen finden wir dort allemal!“ Birke ging mit, und wir pfiffen zu zweit.


Das ist A. Horn.
Den lernte ich danach kennen.

Und jetzt erzähle ich seine Geschichte.





A. Horns Geschichte


Als wir beide so vor uns hin pfiffen, schimpfte eine laute, dunkle Stimme neben uns. „Ich rutsche hier gleich in den Gully und könnte doch auch so gut pfeifen!“ Und richtig: Neben uns am Gullyrand lag ein großes Blatt mit einem dicken Schnurrbart und schaute uns wütend an.
„A. Horn heiße ich und ein Regenguss hat mich hierher geschwemmt.“ Wir hoben ihn auf. „Du bist auch Pfeifkünstler?“ „Ja! Ich pfeife wunderschöne Lieder, vor allem die tiefen Töne.“

„Dann komm mit uns nach Bremen. Die Leute dort lieben Gepfiffenes. Etwas Besseres als am Gullyrand rumzuliegen finden wir dort allemal!“
A. Horn ging mit, und wir pfiffen zu dritt.


Das ist Weide.
Die lernte ich nach A. Horn kennen.
Jetzt erzähle ich ihre Geschichte.





Weides Geschichte


Wie wir so vor uns hin pfiffen, ertönte neben uns ein sehr, sehr hoher Ton. „Ich liege hier zwischen lauter stinkenden Pferdeäpfeln und könnte auch so schön pfeifen!“ Und richtig:
Zwischen Pferdeäpfeln lag ein schmales Blatt und guckte uns zornig an. „Weide heiße ich. Ein Pferd hat mich getreten und dann auf mich drauf-gemacht.“ Wir hoben sie auf und putzten sie ab.
„Du bist Pfeifkünstlerin?“ „Ja! Ich pfeife schöne Lieder, besonders gut die hohen Töne.“
„Dann komm mit nach Bremen. Die Leute dort lieben Gepfiffenes. Etwas Besseres als zwischen Pferdeäpfeln rumzuliegen finden wir dort allemal.“
Weide ging mit, und wir pfiffen zu viert.


Das ist Ging-Ko!
Ging-Ko lernte ich zuletzt kennen.
Sie kam von weit her.
Ich glaube aus dem Osten.
Und jetzt erzähle ich ihre Geschichte.


Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 74
ISBN: 978-3-95840-523-3
Erscheinungsdatum: 27.02.2018
EUR 21,90
EUR 13,99

Herbstlektüre