3 - 5 Jahre

Honeysugl auf der Suche nach dem Zuckerstein

Dorothea Schmolz

Honeysugl auf der Suche nach dem Zuckerstein

Leseprobe:

Honeysugl auf der Suche
nach dem Zuckerstein

Zucker soll gefährlich sein? Das versteht Honeysugl nicht. Gefährlich? Aber er ist doch süß und köstlich. Und bald ist Weihnachten. „Verstehst du es, Schlingel?“, fragt Honeysugl seine Katze. Aber die schaut ganz überrascht. Zucker ist doch nichts für Katzen. Hm, denkt sie, aber ich könnte Honeysugl helfen, den Zuckerstein zu finden. Aber so recht weiß Schlingel nicht, ob sich das überhaupt lohnt. Zucker i’bäkes. Und der soll doch gefährlich sein. Aber Honeysugl will den Zuckerstein unbedingt suchen. „Wir müssen einen Plan machen, Schlingel“, meint Honeysugl. Hm, einen Plan, denn Katzen haben eine feine Nase. „Kann man den Zuckerstein überhaupt riechen?“ „Ich schon“, meint Honeysugl. „Wir müssen Marienkäfer zurate ziehen. Denn Marienkäferchen kommt viel rum, kennt Land und Leute, viele Bienchen und Wespen.“ „Hm“, meint Schlingel, „noch gefährlicher. Diese Tiere können stechen. Ohne mich, alles zu gefährlich, lass Marienkäfer das alleine machen.“ „Feigling“, sagt Honeysugl zu seiner Katze. Das lässt Schlingel nicht auf sich sitzen. „Katzen sind niemals feige. Sie gehen auf Mausefang. Also gut“, gibt Schlingel nach, „mach einen Plan, Honeysugl.“ „Zuerst ernenne ich dich zu meinem Detektiv. Du bist genau der Richtige, du kannst sooo leise schleichen auf deinen Samtpfoten, du bist listig und schlau.“ „Hm, ich werde Detektiv.“ Schlingel ist so stolz wie Oskar. Ja, da ist ja noch Oskar, fällt ihm ein. Oskar, die Hornisse. Mit der ist auch nicht zu spaßen. Marienkäferchen ist mir da schon lieber, denkt Schlingel. Nur nicht die Hornisse erwähnen, denkt er, sonst wird Honeysugl womöglich auch diese zurate ziehen. Alles zu gefährlich für mich, denkt Schlingel, die Katze.
„Was tut ihr denn so geheimnisvoll?“, fragt der Marienkäfer. „Darf ich mal wissen, was ihr vorhabt?“ „Also Marienkäfer, die Sache ist die“, meint Honeysugl. „Ich will den Zuckerstein suchen, was hältst du davon?“ „Na ja, so einen süßen Zuckerstein suchen, ist verlockend. Hm. Lecker. Lass mich überlegen … Ich bin dabei.“
„Gut, nur Schlingel ist immer noch skeptisch, er denkt, ein Zuckerstein könne gefährlich sein.“ „Wieso gefährlich?“, fragt Marienkäfer. „Ach i wo, was heißt hier gefährlich? Schleckt man von dem süßen Stein“, säuselt er, „sollte man hinterher seine Zähne gründlich reinigen.“ „Das ist sinnvoll“, antwortet Schlingel. „Zähneputzen ist nicht so mein Ding“, meint Honeysugl. „Aber gut, wenn ihr meint, bin ich einverstanden.“ Schlingel kratzt sich hinter dem Ohr und denkt: Na ja, der letzte Mäusefang hat mich schon einen Zahn gekostet. Ich bin ja nicht mehr so jung und Zähneputzen in meinem Alter? Er überlegt, Marienkäfer ist ja nicht dumm. „Gut“, meint Schlingel schließlich, „ich mache mit, unter einer Bedingung, ich will zuerst die Meinung der Bienen hören, denn die haben die meiste Ahnung von süßen Leckereien.“
Honeysugl und Marienkäfer schauen sich fragend an. „Gute Idee! Abgemacht, Schlingel, wir machen uns auf den Weg. Los geht’s.“
Plötzlich bleibt Schlingel stehen und ruft: „Halt, halt, wir haben etwas vergessen! Im Winter, wenn keine Blumen blühen, gibt es keinen Nektar und die Bienen bleiben in ihrem Bienenhaus.“ „Da hast du recht, Schlingel, dumme Sache.“ „Ach, halb so schlimm“, meint Marienkäfer. „Es gibt doch das Bienenhaus von Herrn Honigmann.“ „Du kleiner, schlauer, roter Käfer, wenn wir dich nicht hätten“, lobt Honeysugl diesen. Der Plan ist gerettet. Die drei machen sich auf den Weg zum Bienenhaus. Honeysugl, Marienkäfer und Schlingel, der listige Detektiv.
Hinter Honeysugls Elternhaus führt ein kleiner Weg über die Wiese direkt zu Herrn Honigmanns Bienenkisten. „Die Bienenhäuser sind nicht so einfach zu finden. Von der großen Straße aus kann man sie gar nicht sehen. Denn an diesem kleinen Weg wachsen Bäume und dichte Sträucher. Ja, sogar Brombeersträucher, die im Herbst Früchte tragen. Diese Früchte schmecken lecker“, erzählt Honeysugl stolz seinen Freunden. „Aber man muss gut aufpassen, die Sträucher haben Dornen. Leicht zerreißt man sich Hose und Hemd.“ „Gut, dass Katzen keine Kleider tragen“, antwortet Schlingel. „Ssss.“ Plötzlich bleibt Schlingel stehen, hält sich die Pfote vor den Mund, schaut überrascht und flüstert: „Habt ihr das gehört?“ „Wie, wo, was?“, fragen Honeysugl und Marienkäfer gleichzeitig.
„Na, dieses Geräusch“, flüstert Schlingel. „Ich glaube, das Summen einer Biene zu hören.“ „Aber doch nicht im Winter“, meint Honeysugl. Und doch, sieh an, eine kleine Honigbiene kommt angeflogen. Sie fliegt direkt auf die drei zu. Schlingel macht einen Katzenbuckel, er fürchtet sich ein wenig. Nur nicht stechen, denkt er. Aber die Biene macht Halt und setzt sich auf einen dürren Ast vom Brombeerstrauch. „Wo kommst du denn her, wie heißt du und was machst du hier?“ „Ich heiße Honigtraum, komme aus dem Bienenhaus, das Herrn Honigmann gehört. Ich habe mich davongeschlichen und wollte einfach mal schauen, ob es bald Frühling wird.“ Honigtraum erzählt weiter: „Im Frühling und Sommer, wenn es nicht genug Blütenstaub gibt, weil auf den Wiesen keine Blumen und Sträucher blühen, gibt Herr Honigmann uns etwas Zucker zu essen.“ „Ist das nicht zu gefährlich?“, fragt Schlingel die Biene. „Nun, das ist schon so in Ordnung“, antwortet Honigtraum. „Damit die Menschen genug Honig essen können. Honig ist gesund“, belehrt sie Schlingel. „Aber jetzt muss ich schnell zurückfliegen, sonst werde ich noch vermisst und das gibt Ärger“, summt die kleine Biene. Ganz aufmerksam haben die drei den Worten von Honigtraum gelauscht. „Was Bienen so alles wissen“, sagt Honeysugl zu seinen Freunden. „Honeysugl, wir müssen zurück nach Hause, es wird schon ein wenig dunkel, deine Eltern sorgen sich sonst.“ „Na gut“, meint Honeysugl, „morgen ist auch noch ein Tag. Das wird heute nichts mehr mit der Zuckersteinsuche. Auch egal!“ Endlich kann ich mich auf die schöne warme Ofenbank legen, ausruhen und schlafen, denkt Schlingel, der Detektiv. Ich habe für heute genug gearbeitet. Auch Honeysugl und Marienkäfer sind etwas müde. So machen sich die drei auf den Weg nach Hause. Schlingel macht es sich auf der Ofenbank gemütlich, Marienkäfer setzt sich auf Mutters Blumentopf und Honeysugl liegt im Bett und träumt vom süßen Zuckerstein.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 158
ISBN: 978-3-99026-862-9
Erscheinungsdatum: 22.10.2013
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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