3 - 5 Jahre

Der klitzekleine Tannenbaum & Der kleine dicke Marienkäfer

Monika Rieb

Der klitzekleine Tannenbaum & Der kleine dicke Marienkäfer

Leseprobe:

Der klitzekleine Tannenbaum

Es war einmal ein klitzekleiner Tannenbaum. Er stand in einem riesengroßen Wald. Natürlich standen da noch andere kleine Tannenbäume, aber die waren alle etwas größer als er. Als es Nacht wurde und Zeit, ins Bett zu gehen, war es freilich auch im Wald dunkel. Da hörten ihn die anderen Tannenbäume weinen und fragten ihn: „Wieso weinst du denn?“ „Ach“, sagte der kleine Tannenbaum, „es gibt so große Tannen, die haben es viel schöner, denn sie können viel mehr sehen als ich, und das macht mich so traurig.“
Da musste der Tannenbaum, der neben ihm stand, lachen und sagte: „Dafür haben wir es wiederum schöner, weil wir die kleinen Tiere, die es im Wald gibt, viel besser sehen können. Und weißt du, was? Ich verrate dir ein Geheimnis: Wir werden nicht so groß, weil es bei den Menschen ein wunderschönes christliches Fest gibt, das man Weihnachten nennt und das jedes Jahr gefeiert wird. Und wir, auch du, werden dann aus dem Wald geholt und in eine warme Stube gestellt. Anschließend werden wir von den Kindern und Erwachsenen wunderschön geschmückt. Wir bekommen sogar eine Krone auf unsere Spitze wie eine Königin. Du wirst dann so schön, dass du dich selbst nicht mehr erkennen würdest. Auch die Menschen machen sich am Heiligabend wunderschön. Sie gehen in die Kirche, denn an diesem Abend wurde Gottes Sohn Jesus Christus in Bethlehem geboren. Deshalb feiern die Menschen diesen besonderen Abend. Die Eltern von Jesus Christus, Josef und Maria, waren sehr arme Leute. Maria brachte ihr Kind, also Jesus, in einem Stall, in dem auch Tiere standen, zur Welt.“ Jetzt wurde der klitzekleine Tannenbaum immer neugieriger. „Dann“, sagte der größere Tannenbaum, „legt der Weihnachtsmann Päckchen und andere Sachen unter den Weihnachtsbaum, damit die Kinder und auch die Erwachsenen sich freuen können. Es gibt aber Kinder und Erwachsene, die faul und nicht artig sind. Die bekommen vom Weihnachtsmann natürlich nichts; sie werden bestimmt in den großen Sack, den er dabeihat, gesteckt oder bekommen eine Rute.

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Der kleine dicke Marienkäfer

Es lebte einmal ein kleiner dicker Marienkäfer auf einem kleinen Hügel. Auf diesem Hügel hatte er sich ein großes Haus gebaut. Auch die Möbel, die darin standen, hatte er sich selbst ausgedacht und gezimmert. Sein Vater war gestorben, und er hatte ihm viel, viel Geld hinterlassen. Jetzt saß der Marienkäfer jeden Tag zu Hause vor seinem Fernseher, neben dem ein großer Kühlschrank stand. So brauchte er nicht weit zu laufen, um sich, wenn er Hunger bekam, zu bedienen. Und er hatte ständig Hunger! Dadurch wurde er auch immer dicker. Er war schon so mopsig, dass man ihn hätte rollen können. Als die anderen ihn beim Einkaufen sahen, lachten sie ihn alle aus. Doch eines schönen Tages geschah etwas Wunderbares, womit er selbst nicht gerechnet hätte, denn ein junges hübsches Marienkäferfräulein zog in seiner Nachbarschaft ein. Als er aus dem Fenster sah, traf es ihn wie ein Blitz, und sofort hatte er sich Hals über Kopf in sie verliebt. Ach, dachte er sich, ich bin so dick und unansehnlich, dass sie bestimmt erschrickt, wenn sie mich sieht. Nun hatte er einen Plan. Er wollte sofort abnehmen, aber wie? Als er seinen Kühlschrank öffnete, war dieser vollgestopft mit so vielen leckeren Köstlichkeiten. Soll ich mir, bevor ich abnehme, noch einige schöne Tage mit gutem Essen genehmigen? – Nein, dachte er sich, denn dann dauert das Abnehmen noch länger. Er wollte so schnell wie möglich Bekanntschaft mit dem Marienkäferfräulein machen.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 64
ISBN: 978-3-99048-130-1
Erscheinungsdatum: 11.05.2016
EUR 15,90
EUR 9,99

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