3 - 5 Jahre

Da ist was los im Wichtelwald ...

Angelika Engstler, Helene Plibersek

Da ist was los im Wichtelwald ...

Mit Familie Wurz durchs ganze Jahr

Leseprobe:

Vorwort

Im Jahr 2008 gründeten wir eine Waldkindergruppe in unserer Gemeinde. Wenn wir mit den Kindern bei unserem Waldplatz ankommen, beginnen wir immer mit einer Wichtelgeschichte. Wir denken uns diese Geschichten passend zur Jahreszeit und zum aktuellen Thema der Kindergruppe aus und spielen sie den Kindern mit Wichtelfiguren vor. Unsere „Waldkinder“ lieben diese Geschichten – sie dürfen keinesfalls fehlen!
Die Begeisterung der Kinder brachte uns auf die Idee, daraus ein Buch zu machen.
Unser Wunsch ist, dass sich viele große und kleine Leute von den liebevollen Wesen in Wald und Wiese verzaubern lassen und sich ihrer eigenen Verbundenheit zur Natur wieder bewusst werden.
Vielleicht regt euch dieses Buch an, gemeinsam mit euren Kindern öfters in den Wald oder die Natur zu gehen, um Ausschau zu halten nach Wichteln und Zwergen und ihren Wohnungen in Baumstämmen, Wurzelstöcken und Felsspalten.
Übrigens: Wichtel, Zwerge, Elfen und Feen freuen sich über kleine Geschenke wie Kekse, schöne Steine, Federn, … Sie sind gerne in der Nähe von Menschen, die lachen und fröhlich sind, Lieder singen und Feste feiern!
Wir wünschen viel Freude beim Vorlesen und Spielen!

Helene und Angelika



Der Wichtelwald

In einem wunderschönen Wald, nahe den Häusern des Dorfes Göfis, leben viele kleine, wundersame Wesen. Wichtel, Elfen, Feen, Zwerge und freche Trolle kann man dort sehen und hören. Und wer genau hinsieht, erkennt die kleinen Türen an den alten, knorrigen Bäumen. In genau so einem schönen, mit Moos bewachsenem Baum, am Rande einer Lichtung, wohnt die Wichtelfamilie Wurz: Papa Paul mit Mama Molly und den zwei Kindern Mimi und Fritzi. Die Wichtel lieben die Pflanzen und Tiere, ja die ganze Natur, mit allem, was sie ihnen schenkt. Besondere Freunde der Familie Wurz sind der Kräuterwichtel Puckemuck, Mimis Freundin die Elfe, und der kleine freche Troll, der gerne mit Fritzi spielt und immer wieder neue Streiche ausheckt.
Manchmal besuchen die Wichtelkinder auch die Zwerge, die in ihren Höhlen unter der Erde wohnen und fleißig nach Glitzersteinen und Heilsteinen suchen. Das ist immer ein besonderes Erlebnis.
Aber lasst euch selbst davon verzaubern, was Mimi und Fritzi im Wichtelwald alles erleben.



Frühling

Das Waldfrühlingsfest

Mimi und Fritzi wachen auf. Es ist immer noch kalt draußen, und es regnet. Sie jammern, weil sie endlich Sonne und Wärme wollen. Mama Molly tröstet sie: „Die Schneekönigin hat wohl vergessen, auf den Kalender zu schauen, und weiß nicht, dass ihre Zeit vorbei ist. Oder sie hat sich mit der Frühlingsfee gestritten und will sie nun ärgern.“ Da klingelt es ganz leise, und eine Elfe schwirrt vorbei. Sie wirft Mimi und Fritzi einen Brief ins Haus. Was da wohl drinnen steht? Neugierig liest Fritzi vor:

Wir laden euch heute Abend
zum Waldfrühlingsfest ein.
Wir treffen uns beim
Festplatz bei der Lichtung.

Wie sie sich freuen! Das Waldfrühlingsfest ist ein tolles Fest, bei dem sich alle Bewohner des Waldes treffen. Und es ist üblich, dass jeder etwas zu essen und zu trinken mitbringt. Familie Wurz macht sich eifrig ans Backen und Kochen. Dann packen sie alle Speisen in den Picknickkorb.
In der Waldlichtung bereiten die Wichtel, Elfen und Feen schon das Fest vor. Sie legen einen Kreis aus Blumen und schönen Steinen. In der Kreismitte wird das Holz für das Lagerfeuer vorbereitet. Das Essen für das gemeinsame Picknick kommt auf eine Decke. Endlich sind alle eingetroffen, die Waldfee beginnt mit ihrer Rede:

Liebe Freunde.
Willkommen beim Waldfrühlingsfest.
Lasst uns den Frühling willkommen
heißen und gemeinsam feiern!

Elfchen meldet sich und fragt: „Aber warum schickt uns die Schneekönigin immer noch kalte Winde und Schneeflocken in den Wichtelwald? Ich glaube, sie hat noch nicht bemerkt, dass Frühling ist.“
„Elfchen hat recht“, meint Puckemuck, „wir sollten die Schneekönigin zum Fest einladen, dann wird sie merken, dass ihre Zeit vorbei ist!“
Das ist eine gute Idee. Alle sind einverstanden. Sie rufen den Frühlingswind und bitten ihn, so schnell er kann zum Schloss der Schneekönigin zu fliegen und sie zur Waldlichtung mitzubringen. Das will er gerne machen, denn er liebt ja das Fliegen. Es dauert auch gar nicht lange, da hört man den Wind durch die Baumwipfel rauschen. Kurze Zeit später erscheint die Schneekönigin. „Hallo, ihr lieben Bewohner des Wichtelwaldes. Oh, ihr feiert ein Fest?“, fragt sie ganz verwundert.
„Ja, wir feiern das Frühlingsfest. Und wir wären dir dankbar, wenn du deine Schneeflockenkinder und den Winterwind nicht mehr aus dem Schloss lassen würdest“, erklärt ihr die Waldfee. „Wir wollen Blumen und Sonne und Wärme haben.“
„Ich habe gar nicht bemerkt, dass meine Zeit schon vorbei ist“, entschuldigt sich die Schneekönigin. „Das tut mir leid. Ich werde gleich alle Fenster und Türen des Winterschlosses schließen lassen.“
Nun zündet Papa Paul das Feuer in der Mitte an. Es wird gesungen, getanzt und gegessen, bis es dunkel wird. Auch die Tiere des Waldes kommen vorbei.
Erst spät in der Nacht verabschiedet sich einer nach dem anderen, und auch Mimi und Fritzi gehen mit Mama und Papa nach Hause. Sie sind ganz müde, aber glücklich. Eingekuschelt in das weiche Moosbett meint Fritzi: „Morgen ziehe ich dann gleich kurze Hosen an und mache mich auf die Suche nach dem Frühling!“ Mimi nickt zustimmend. „Na, für kurze Hosen ist es noch zu früh!“, meint Papa Paul. Doch die Wichtelkinder hören das nicht mehr, denn beide sind bereits eingeschlafen.



Auf der Suche nach dem Frühling

Mimi kommt gerade dazu, als Papa Paul den Schlitten und die Schneeschaufeln in die Scheune stellt. Sie fragt: „Glaubst du nicht, dass uns die Schneekönigin noch einmal Schnee schicken wird?“ „Schau dich doch draußen mal genau um, Mimi“, sagt Papa. „Hast du den Frühling noch nicht bemerkt? Und wenn es doch noch einmal schneien sollte, schmilzt der Schnee gleich wieder weg, denn die Frühlingssonne hat schon ganz viel Kraft und Wärme.“ „Du Papa, ich werde den Frühling suchen gehen. Hoffentlich geht Fritzi mit“, sagt Mimi. Sie holt ihre Umhängtasche, steckt ein paar Nüsse ein und ruft Fritzi. Er freut sich auf einen Waldspaziergang, und sie gehen gemeinsam auf Entdeckungsreise.
Kaum sind sie ein paar Schritte gegangen, sehen sie schon die ersten Gänseblümchen, und eine Biene summt an ihnen vorbei. Sie fliegt zum Haselnusszweig und holt fleißig Pollen von den gelben Würmchen, die an den Zweigen hängen. „Hallo Biene!“, ruft Mimi. „Geht es dir gut?“

Format:
Seitenanzahl: 226
ISBN: 978-3-99038-247-9
Erscheinungsdatum: 22.04.2014
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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