Politik & Wirtschaft

HOMO CAPUT

Bernhard Brändli

HOMO CAPUT

Leseprobe:

Zum 50. Jahrestag der 68er Revolution

Echte Lösungen bedingen die Bereitschaft Tabus zu brechen
Dieses Buch wendet sich an alle mehr oder weniger erwachsenen Menschen dieser Erde.



Vom Homo caput zum Homo normalis

Wir, die wir uns ziemlich selbstbeweihräuchernd Homo sapiens – der weise Mensch – nennen, verhalten uns im Umgang mit Leben und Natur, va auch im Umgang mit uns selbst sowie mit unsern Mitmenschen, eher selten weise. Fakt ist, wir haben uns in den letzten 10-15’000 Jahren zum fast reinen Kopfmenschen gemacht, mit wenig echtem Kontakt zum ganzen Wesen weiter unten; was Weisheit doch bedingt, bedingen würde.
Der Name, den ich dieser Mutation verleihe, ist zwar lateinisch nicht korrekt (zwei Substantive ‚Mensch‘ und ‚Kopf‘), jedoch spontan verständlich, ganz im Sinn von nomen est omen. ‚Homo caput‘ sagt doch eigentlich alles ... Er entspricht genau dem, was wir Tag für Tag auf der ganzen Welt, inklusive an und in uns selber erleben. Vom ursprünglichen Leben ist tatsächlich immer weniger vorhanden, in uns und um uns. Wir Menschen haben uns de facto in eine scheinbar ausweglose Situation hineinmanövriert. Der wissenschaftlichen Szenarien, die unser baldiges Ende voraussagen, werden immer mehr.
Daher widmet sich dieses Werk der Frage, ob, und falls ja, wie wir aus dieser globalen, scheinbar unveränderbaren Verfassung des Kopfmenschen – weitgehend abgetrennt von sich selbst, sowie vom urvitalen Leben allgemein – herausfinden, und uns vom üblichen Menschen vorwärts zum (eigentlich ganz) normalen Menschen entwickeln, durchdrungen von ursprünglicher Lebenskraft, zusätzlich ausgestattet mit hervorragenden kulturellen Errungenschaften – zum Homo normalis eben. Das soll hier ganz konkret erörtert werden.



Lies dich!

Dieses Buch ist konkret und abstrakt zugleich. Es vermittelt sowohl konkretes Handeln als auch Hintergrund. Dabei stehst in gewisser Weise stets du im Fokus. Pardon!



Die schlechte Nachricht

Der Homo sapiens hat seine Vitalität weitgehend eingebüsst; global! Am fortgeschrittensten in den postmodernen Kulturen.
Dieser Vorgang, den ich «Human-down» nenne, hat zwar uralte Tradition, beschleunigt sich jedoch mittlerweile mit jedem Jahr. Und beachte: Schwindende Vitalität geht zwingend einher mit schwindender Lebensintelligenz. Im Trend liegen wissenschaftliche Szenarien, die eine baldige Ablösung des Homo sapiens durch künstliche Intelligenz voraussagen.
Noch nicht realisiert? Schau die Vitalität und Schönheit irgendeiner andern Tierart an – ein Schwarm Vögel, ein Rudel Rehe, zwei Eichhörnchen – und dann dich/euch/uns!



Die gute Nachricht

Unsere ursprüngliche, im wahren Sinn des Wortes: tierische Vitali- tät ist – unglaublich, aber wahr – tatsächlich noch vorhanden. Zwar seit Urzeiten verdrängt, unterdrückt, entwertet, weggesperrt, jedoch in den Genen noch da und grundsätzlich jederzeit bereit, im wiederum wahren Sinn des Wortes: zum LEBEN erweckt zu werden; was doch ganz logisch die Conditio sine qua non (Grundbedingung) ist, um die Wende zum «Human-UP!» einzuläuten.
Wenn man denn wüsste, wie.



Zu gut, um wahr zu sein

Es gilt ganz aktuell, unsere Zukunft als menschliche Spezies zu sichern, und darüber hinaus die Lebensbedingungen, die unsere Gattung sich selbst, gleichsam freiwillig, auf jeden Fall mutwillig beschert, wiederum im wahren Sinn des Wortes: endlich menschenwürdig zu gestalten; heisst, unseren herausragenden Anlagen tatsächlich angemessen; und damit die fatalen Schattenseiten unserer biologischen Freiheiten vom Instinkt erstmals und gleich endgültig aufhebend. Das ist dann lebensintelligent!
Um den überall auf der Welt zu beobachtenden, zermürbenden Human-down-Prozess in den Human-UP!-Prozess umzulenken, müssen folgerichtig zwingend die erwähnten ursprünglichen menschlichen Lebensressourcen in uns allen berührt, geweckt und befreit werden, damit sie das Leben der Menschen in fantastischer, vitaler und eben: naturunterstützter Weise fruchtbar beeinflussen können. Ohne geht gar nichts; bloss die bekannte Fortsetzung von Illusionen.
Schlichte Logik: Ein wirklich LEBENDIGER, lebensintelligenter und kultivierter Mensch baut keinen solchen Mist; benutzt vielmehr seine im Tierreich einzigartigen, herausragenden Fähigkeiten, um die Gattung ohne Widersprüche effizient voranzubringen. Nichts wird dann mehr entwertet; weder das Ihr, noch das Du, noch das Ich.
Dies wäre schon seit tausenden von Jahren möglich – nämlich seit der Sesshaftigkeit –, würden wir nicht alle (!), vielleicht ungewollt, auf jeden Fall systematisch Sabotage am LEBEN betreiben. (Das ursprungsnahe, uneingeschränkte, mit Blick auf sämtliche andern Lebewesen eigentlich ganz normale LEBEN, betone ich mittels Grossschrift).
Also, soweit alles klar.
Bloss: Klingt so fantastisch und gleichzeitig so simpel, dass es nicht realisierbar erscheint. Wir sind es nämlich nicht gewohnt, das Gute wirklich zu nehmen; nein: Wir verbieten es uns! Und konstruieren mit martialischer Hingabe und ungeheurem Einsatz täglich so neue, wie immer wiederkehrende Probleme. Schau, womit sich die jeweils nationale Politik in diesen unsagbar reichen und technisch beinahe perfekt eingerichteten Ländern Jahr für Jahr von neuem befasst! Als ob wir erst am Anfang der Wohlfahrt stünden. Desgleichen die Wirtschaft; sowie sämtliche sozialen Institutionen. Haarsträubend. Und so etwas von peinlich. Eben: Das wirklich Gute, inklusive endlich die grosse Entspannung, das darf nicht sein. Auf keinen Fall! – Und genau dieser Umstand bedroht auch den Erfolg des Human-UP! Denn du wirst dabei förmlich überschwemmt mit Gutem. Was machst du dann damit?
Beachte zudem die dem Ganzen zugrundeliegende Logik: Das bedeutet, dass die (Wieder-)Befreiung der urmenschlichen Ressourcen der Ausweg ist. Ja, der einzig mögliche! Eben die Conditio sine qua non. Na und? Die Schwerkraft wirkt auch nur in eine Richtung. Schau hin! Alle bisherigen Bemühungen bestätigen die geschilderte Logik in dramatischer Weise. Aktuell scheint die Lage nämlich aussichtslos. Kein noch so grosses und anfänglich vielversprechendes Bemühen hat im Endeffekt auch nur den Ansatz von tiefgreifender Revitalisierung oder eine andere Art von echter Lösung gebracht. Von politischen Versuchen nicht zu reden; aber auch ganze Wissenschaften, die nur dem Helfen gewidmet sind, werden förmlich überschwemmt von der Lawine des Niedergangs, ausgelöst durch die stetig zerbröckelnde Vitalität. Die immensen Kräfte, die seit tausenden von Jahren systematisch gegen echte Lösungen wirken, zerstörten bisher jede Anstrengung bereits im Ansatz. Was blieb, waren im besten Fall gut gemeinte: Illusionen; unter vielem anderen auch enthalten in Bettelbriefen, von denen wöchentlich mehrere in meinem Briefkasten landen. Sisyphos pur eben; heisst endloses Bemühen ohne echtes Ergebnis.
Was also braucht es, damit das Unternehmen gelingt, und der weitgehend degenerierte Homo sapiens langsam zum «Homo normalis» mutiert?
Oha! Wie bitte? Mutiert? Ja, das ist die angesagte Dimension:
Eine Mutation; auf Basis der reaktivierten, ursprünglichen, längst verloren geglaubten Ressourcen des Homo sapiens, veredelt mit seinen besten kulturellen Errungenschaften.
Ich freu mich jetzt schon drauf. Na ja, wird wohl erst nach meiner Zeit Wirklichkeit.



Et voilà

Meine persönliche Not ist zugleich das unerhörte Privileg der Sache, nämlich dass sich mein beharrliches Forschen, Experimentieren und Entwickeln – basierend auf meinem unerhörten Anspruch an dessen Qualität - weitgehend fernab der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vollziehen konnte; also, da ignoriert, auch nicht bekämpft wurde. Und mit wahrlich gutem Recht darf gesagt werden, was zählen schon die (finanziellen) Nöte eines Einzelnen, wenn es um das Schicksal der gesamten Menschheit geht.
Mit anderen Worten: Der Ausweg ist gefunden. Das MEGATOOL, das es bringt, funktioniert (endlich) zu 100% (na ja, mal sehen ...).
Also:
Bahn frei für die globale «Human-UP!»-Bewegung!



Das Erste

Selbstredend gilt es als Erstes, auch an diesen hier so schamlos propagierten Ausweg die Anforderung zu stellen, dass dieses Vorgehen beweisen muss, dass es tatsächlich funktioniert; grundsätzlich für alle nachvollziehbar; grundsätzlich überall, heisst, bei allen Menschen (puh, manchmal nicht so einfach!). Und dies absolut nachhaltig; sich somit grundlegend von sämtlichen bisherigen Versuchen unterscheidet. So muss das sein, wenn das zwar simpler Logik gehorchende, jedoch unermesslich anmassende Postulat besteht, dies sei der Ausweg aus der Falle, in die sich der Homo sapiens hineinmanövriert hat. Na ja, am besten beweisen wirs gleich an dir.
Steig ein! Der Zug fährt ab.



Meinst du, du schaffst das?

Hier wird nicht in üblicher Weise Politik gemacht im Sinne von ‚Wir die Guten, sie die Bösen‘; bzw ‚Ach, wir armen Opfer!‘
Nein, hier wird alles in Frage gestellt. Alles!
(Immerhin auch beantwortet. Alles! Und zwar durch die Sache selbst).
Fragt sich, willst du dich dem öffnen? Wenn garantiert wird, dass auch du in Frage gestellt wirst? Tatsächlich? Dann ziehe ich den Hut vor dir – Chapeau!



Da simma man jespannt

Oder doch eher verspannt. Alle Menschen leiden unter chronischen Verspannungen; in unterschiedlichem Ausmass, jedoch durchgehend. Das ist doch absurd. Das Leben beginnt ... und verspannt sich, von erheblich bis krass, und schränkt sich damit ein, von erheblich bis krass. Was soll das? Kein anderes Tier würde das tun, kein anderes Tier könnte das tun; es sei denn, es befindet sich unter enger menschlicher ‚Obhut‘. Ein wider-natürlicher Vorgang, dem sich die gesamte Menschheit unterwirft, als ob das ganz selbstverständlich wäre, ja, so sein müsste; Gründe allenfalls aussen sucht; doch bitteschön nicht bei sich selbst. Was soll daraus werden? Was kann daraus werden? Ganz bestimmt kein erfolgreiches LEBEN. Human-down eben.
Zu (Un-)Sinn und Zweck dieses exklusiv menschlichen Verhaltens werde ich mich im Folgenden eingehend äussern. Hier nur mal soviel. Unter dem Einfluss chronischer, krass lebensfeindlicher Botschaften von aussen wie von innen (Gene), beginnt sich der kindliche Organismus zu krümmen und zu verbiegen; schiebt zB das Becken nach vorn, um die innere Kraft zu hemmen, verdreht die Beine, um den Arsch zusammenzukneifen, zieht die Schultern zusammen, um sich zu schützen, beugt den oberen Rücken, verursacht dadurch zusätzlich einen Nackenknick, um das ‚da unten‘ nicht mehr zu spüren, verspannt die Augen, um das Schlimme, Lebensfeindliche nicht mehr klar und unausweichlich zu sehen, ... – Damit gibt der heranwachsende Mensch einerseits bereits durch seine unnatürliche Form der systematischen Lebensfeindlichkeit seiner Gattung den erwarteten Ausdruck. Andererseits schränkt er, ebenso systematisch, durch die Verspannung seine (Er-)Lebensfähigkeit ein. Und schliesslich handelt es sich bei dieser Reaktion um Bewältigungsstrategien; neben vielen andern, die eher das Denken, Fühlen und vor allem das Handeln betreffen. Was da bewältigt werden soll, sind die äusserst schmerzlichen Einflüsse, die sich gegen das LEBEN stellen, das geboren wurde und sich nun naturgemäss äussern und entwickeln möchte. Ein chronisch angespannter Muskel schränkt das Fühlen ein, bis zur vollständigen Abstinenz der Wahrnehmung des jeweiligen Bereiches. Verspannungen in Torso, Hals und Nacken schränken zusätzlich das Atemvolumen sowie die Atemfähigkeit ein. Auf diese Weise gelingt es dem Kind, die unerhörten Schmerzen zu ertragen, die der systematische und chronische Kampf gegen seinen Lebensdurst verursacht; und schliesslich gelingt es ihm so zu überleben. Zu mehr reicht es allerdings nicht. Denn diese Verspannungen schränken wie erwähnt sein (Er-)Leben systematisch ein, was doch genau (Un-)Sinn und Zweck der Sache ist. Willst du deine sexuelle Erlebnisfähigkeit verlieren? Kein Problem, brauchst bloss dein Becken zu verspannen. Möglicherweise werden dadurch auch deine Verdauungsorgane beeinträchtigt. Seis drum, der Kampf gegen das Leben geht vor. Und so weiter und so fort. - Mit dem Verlust der Fähigkeit zu spüren, wer wir sind und was in uns vor- geht, verlieren wir selbstverständlich auch die Fähigkeit, uns dem Leben angemessen zu regulieren. Stell dir vor, ein Fuchs geht zur Ernährungsberatung oder ein Löwe zum Psychiater, weil er unter Burnout leidet. Ach ja, wegen Zeckenbissen liess ich neulich mein Blut untersuchen; bei Gelegenheit gleich mit Blick auf mehrere Aspekte. Meinte der Arzt: „Von den Cholesterinwerten her könnten Sie sich nicht besser ernähren“. Na also.
Summa summarum laufen da also etliche Milliarden Gestalten durch die Welt, vollgepfropft mit erheblichen bis riesigen Schmerzen, die sie allein durch chronische Anspannung ihrer Struktur, mithin Verdrängung, überhaupt ertragen können. Und was passiert, wenn sich die Verspannung in so einem Muskel zu lösen beginnt? Ja, eben: Du spürst zuerst den darin verpackten Schmerz. Das ist dann auch der Preis für das seit tausenden von Jahren erstmalige, unerhörte Privileg, wieder ganz zu LEBEN: Es tut weh. Vorerst mal, nämlich genau so lange, bis sich die jeweilige chronische Verspannung von innen her vollständig gelöst hat. In Bezug auf die Menschheit kann man da bloss sagen: selber schuld. Und in Bezug auf dich ganz persönlich heisst die schlichte Konsequenz: Du bist 100% selber verantwortlich dafür, dass das - schliesslich auch von dir - angerichtete Lebensdrama dem wirklichen LEBEN Platz macht; nichts und niemand kann dich davon befreien. Heisst, nur du selbst kannst dich befreien. Immerhin wirst du hier erfahren, wie. Punkt.



Back and forth

Endlich begeistern sich wieder viele Menschen für neue Lösungen, möchten echte Paradigmenwechsel herbeiführen. Ausgezeichnet! – Bloss, bei allen bisher aus solchen Initiativen resultierenden zT fantastisch anmutenden Fortschritten behaupten sich Not und Krise ungerührt. Selbst in den reichsten Ländern beschäftigen ständig Krisen irgendwelcher Art die Gemüter der Menschen; Wirtschaft und Politik werden geradezu davon dominiert. Sollen wir auch noch das überstrapazierte Gesundheitswesen erwähnen? Fantastische Technologien, doch das Ausmass an Leiden breitet sich ungehemmt weiter aus. - Noch nie, zumindest in der jüngeren Menschheitsgeschichte, ist es einfach ohne Vorbehalt begeisternd vorwärts gegangen mit irgendeiner menschlichen Gesellschaft dieser Erde. Nein, es war und ist stets ein ständiges Vor und Zurück. Dabei sollte das doch naheliegend und selbstverständlich sein bei einer so cleveren Gattung, nicht?



Versteh doch!

Wenn die Birne einer Lampe kaputt ist, funktioniert diese Lampe nicht. Da hilft es nichts, an der Lampe etwas zu verbessern - ein besserer Standort, ein neuer Schirm, eine andere Farbe, eine bessere Einstellung: Die Lampe funktioniert nicht. Du musst die Birne wechseln!
Es hilft nichts, am Leben der menschlichen Gattung etwas zu verbessern. Unser Leben funktioniert nicht. Von Grund auf nicht. Die Birne ist kaputt!
Manche beklagen den Hunger. Andere engagieren sich für mehr Wohlstand. Wieder andere kämpfen gegen Diktaturen und Ausbeutung. Wieder andere kämpfen für die Rechte der Frauen. Und wieder andere propagieren Fitness und gesunde Ernährung. Diese Initiativen sind alle irgendwie gut. Nur: Sie helfen kaum. Denn unser Leben funktioniert von Grund auf nicht. Nehmen wir zB den Hunger. Kaum ist irgendwo der Hunger zu Ende, beginnen diese Menschen häufig, sich gegenseitig abzuschlachten. Oder der Hunger tritt unvermittelt anderswo auf. Wie ein Floh: Wenn du dich kratzt, sitzt er schon woanders. Das heisst, der Hunger ist heute keine Geissel mehr, die die Existenz der Gattung bedroht. Hunger ist – global gesehen – der Ausdruck davon, dass das Leben und daher auch das Zusammenleben der Menschen nicht funktioniert. Hunger wird erzeugt. Zumindest leichtfertig von uns Menschen hingenommen. Und so vielsagend wie grotesk: Er nimmt zurzeit wieder erheblich zu. Brrr! Die andern Beispiele - alle Beispiele! – führen zum selben Ergebnis. Keine der möglichen Verbesserungen bringt unser Leben zum Funktionieren. Keine! Wie die Realität seit eh und je und auch heute Tag für Tag beweist.
Zahllose Menschen glauben fest daran gut zu funktionieren – jahraus, jahrein. Sie sagen sich und anderen täglich: „Mir geht es bestens. Ich habe das Leben im Griff.“ Ich kenne einen Mann, der hatte mit 50 bereits zwei Herzinfarkte. Den zweiten entdeckte man, als er bereits wegen einer andern Erkrankung auf der Intensivstation lag. Er hatte eine Scheidung hinter sich, die Trennung von der nächsten Freundin. Er war Konkurs gegangen, geschäftlich und privat. Er verlor sein Haus. Er hat chronische nervöse Zuckungen, ist noch 10% arbeitsfähig, bezieht Invalidenrente. Sein Leben ist mehr als in der Scheisse, es ist ziemlich vorbei. Wenn ihn aber jemand fragt, wie es ihm geht, dann sagt er stets dasselbe: „Ja, da war dies und das. Aber jetzt geht es mir beestenns.“ Auch schon mal sowas in der Art gehört? Oder selber geäussert?
In Wahrheit ist unser Leben, gemessen am möglichen, normalen Lebensstandard, von haarsträubender Qualität. Normal nenne ich das Lebensniveau, das unserer Gattung naturgemäss entsprechen würde. Es würde uns in den gleichen Rang mit den andern Tieren stellen. Mit ein paar tollen Spezialeigenschaften: splendido! Plus ein paar schöne kulturelle Entwicklungen: wunderbar! – Das Leben der andern Tiere – sowie jenes der Pflanzen – funktioniert nämlich tatsächlich bestens. Soweit nicht äussere Bedingungen dies beeinträchtigen. Wir Menschen sind de facto punkto Lebensqualität weit hinter allen andern Lebewesen klassiert. Wir knechten und deklassieren uns freiwillig oder zumindest mutwillig. Doch wir haben die meiste Macht im Tierreich. Ebenso verhält es sich innerhalb unserer menschlichen Gesellschaften: An der Macht sind meistens Tiere ... ähm Menschen, deren Leben extrem schlecht funktioniert; das heisst, innerlich kolossal schwache Menschen, die sich in der Tiefe als vollkommenes Nichts fühlen. Eben deshalb drängen sie ja an die Macht! Auch für sie/dich gilt ausnahmslos: sich hinlegen und sich ins LEBEN atmen – und alle haben bald weit Besseres vor.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 376
ISBN: 978-3-903155-88-6
Erscheinungsdatum: 30.05.2018
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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Herbstlektüre