Geschichte & Biografie

Zeitschwelle Null

Max Ro

Zeitschwelle Null

Ich bin manisch depressiv - und wenn schon!

Leseprobe:

VORWORT

Der Erzählung liegen im Wesentlichen drei Anliegen zugrunde. Das erste ist, die mannigfaltigen Aspekte der (medizinisch verstandenen) Depression aufzuzeigen, unter anderem den manisch-depressiven Typ des erzählenden Protagonisten als auch des Autors ‚Max‘, diese kennenzulernen und zu enttabuisieren.
Als Nächstes will ich aufzeigen, dass nicht EINER von uns sich absolut sicher wähnen kann, irgendwann nicht auch ein – und sei es noch so winziger – Aspirant für die Psychiatrie, den Seelenberater oder wie immer man Helfer dieser Art bezeichnet zu sein. Das IRREN liegt in der menschlichen Psyche, mehr: Es ist ein Bestandteil davon, was das Leben selbst und dessen Sinn ausmacht; das ERFAHREN vom ersten bis zum letzten Atemzug nämlich. So kann es bei keinem anderen als immer nur beim Einzelnen selbst liegen, Erfahrungen zur Veränderung und Umwandlung seiner selbst zu nutzen. Je öfter, leidvoller die Erfahrungen, desto besser für den Betroffenen. Sie verhelfen ihm, wie spät auch immer, zum innerlich freien, glücklicheren Menschen zu werden.
Das dritte und wichtigste Anliegen ist mir, das Bewusstsein des Menschen unserer Epoche zu mobilisieren, indem ich ihn daran erinnere, dass wir uns seit der Jahrtausendwende in einer UMBRUCHZEIT eines Ausmaßes befinden, die selbst jene des 20. Jahrhunderts in den Schatten stellt, und die ausschließlich jeden, ob er will oder nicht, permanent zur Veränderung und Transformation zwingt. Das Wassermannzeitalter ist darauf angelegt, mit der laufend sich erhöhenden Schwingungsfrequenz Veränderungen auf sämtlichen Ebenen unseres Planeten, im Besonderen jener des menschlichen Bewusstseins, herbeizuführen. Die letzte, entscheidende Schlacht, jene auf geistiger Ebene nämlich, die dem Bösen, Schlechten, Unwahren, Unechten, mit einem Wort: allem, was nicht in der ENERGIE DER LIEBE ist, den Boden entzieht, ist schon in Gang. So auch die Polarität von Gut und Böse bestehen bleibt – in unserem kosmischen Bewusstsein ist die Gewissheit eingebettet, dass eigentlich nichts anderes siegen kann als das ALL-EINE, die Liebe!

Max Ro

***

Immer wieder und wieder steigst du hernieder
in der Erde wechselnden Schoß,
bis du gelernt im Licht zu lesen,
dass Leben und Sterben eines gewesen
und alle Zeiten zeitenlos.
Bis sich die mühsame Kette der Dinge
zum immer ruhenden Ringe in dir sich reiht
– in deinem Willen ist Weltenwille,
Stille ist in dir – Stille – und Ewigkeit.

Manfred Kyber

***


ABMARSCH
(0. Kapitel)

Abmarsch von wo, von was? Vom Urgrund des EINEN, von der Wiege der göttlichen Einheit natürlich, von wo sonst? Meine unsterbliche Seele braucht wieder einmal Verkörperung, strebt nach emotionaler Herausforderung, Erfahrung, Weiterentwicklung also. Ich gehe somit ein neuerliches Mal ins Fleisch, re-inkarniere erdgebundenen Zählwertes zum … ja, einundzwanzigsten Mal – am ewigen Leben betrachtet ein absolut unerheblicher Wert! Ich will bloß, anknüpfend an meine Bewusstseinsentwicklung, genau dort weitermachen, wo ich im vorangegangenen, zwanzigsten Leben auf dieser einzigartigen Erde, die ich so liebe, aufgehört habe: Und ich nehme mir für dieses einundzwanzigste Leben auf GAIA (Planet Erde) etwas unendlich Lohnendes vor, zu tun.
Klar doch, dass ich mir meine Eltern, wie immer, aus bestimmten Gründen selber auswähle und nicht umgekehrt. Die können noch nicht einmal erahnen, wer sie für seine Interessen warum einspannt!
Klar auch, dass ich mir, wie gewohnt, den Ort meiner Geburt aussuche, – und den zu meinem Vorhaben passenden Welt-Zeitpunkt. Meine Wiedergeburt soll am Ende des bislang entsetzlichsten Erden-Krieges vonstatten gehen, an einem Platz im Herzen Europas, der Prosperität und relativen Frieden verspricht. Hier will ich anhand meiner Erlebnisse mein Bewusstsein und meine Gefühle weiterentwickeln, will Gaias rasant werdendes Drängen in die ‚höhere Schwingungsfrequenz‘ mittragen helfen, will eins der Abermillionen Licht-Pünktchen der ‚Wassermann-Ära‘ sein, die Gaia in ihrem Aufstieg benötigt. Schließlich will ich doch rund um 2012 den ‚Omega-Punkt der Geschichte‘ miterleben, McKennas und Argüelles Nullpunkt der Zeitwelle, an dem alle Menschen auf dem Weg sind, sich auf der Bewusstseinsebene des EINEN zu vereinigen, anders gesagt: an dem alle Menschen sich ohne Wenn und Aber achten und wertschätzen werden wie ihren Planeten selbst. Ich will dabei sein bei diesem – wie Wilber zur Jahrtausendwende es ausgedrückt hat – einen, fernen, göttlichen Ereignis, das seine eigenen Spuren auslöscht.
Dies ist also der Wunsch für mein einundzwanzigstes Erden-Leben, dessen Abläufe von der Geburt bis zu meinem neuerlichen Tod ohnehin schon feststehen. Ich mache mich lediglich auf den Weg, dieses längst Festgeschriebene in der dreidimensionalen Raum-Zeit zu erleben. Die Göttliche Führung ist jeden irdischen Augenblick in und mit mir …

Mein Erzeuger, Gustav Rammel, lustloser Ostmark-Soldat für das ‚Tausendjährige Reich‘, er begibt sich 1944 auf seinen letzten Fronturlaub von Italien nach Wien mit dem Ziel, seine Freundin Maria G. zu heiraten und sie eine knappe Woche lang zu schwängern, was das Zeug hält. Er tut das keineswegs meiner nach Gaia dürstenden Seele zuliebe, sondern einzig Maria G. zuliebe, weil Schwangere, sprich: wertvolle Kanonenfutter-Erzeugerinnen, nicht ins mörderische Joch der reichsdeutschen Kriegsindustrie eingespannt werden.
Mir persönlich ist meiner Eltern Vorwand egal. Ich bin unterwegs. Heil hi… Heil hi… (hust) – will sagen: Heil hier anzukommen in dem Inferno ist zurzeit ein Kunststück!


EIN BOMBENTAG
(1. Kapitel)

Hurra – ich komme – bin im Anmarsch!
Immer dem Licht nach! Verflucht eng, dieser Kanal nach draußen! Aua! Ist doch immer dasselbe Theater beim wiedergeboren werden: Schmerzen und Kälte. Kann denn Geburt nicht endlich bequemer werden, Herrgott noch mal! – Lass dir doch mal was Gescheites einfallen! … Wie meinen? … Na gut – Verzeihung!
Wenigstens die Begrüßungsfanfaren klingen dieses Mal unüberhörbar! …

Das demoralisierende Aufheulen der Luftschutzsirenen erfüllt die Luft über Wien an diesem klaren Märztag 1945.
Wie und was auch immer! – Es ist ‚mein‘ Tag. Meine Mutter Maria, Oma Karoline, die eilends herbeigeholte Hebamme und meine neu angekommene Wenigkeit sind nur wegen meiner Ankunft an den Verbleib in der dumpf-trüben Souterrain-Wohnung in Mariahilf (6. Wiener Gemeindebezirk) gebunden. Die anderen im Haus, auf der Straße, in ganz Wien, rennen um ihr Leben und verkriechen sich wie die Kakerlaken. Wer in Mariahilf nicht im Luftschutzbunker Esterhazy-Park innerhalb der nächsten zehn Minuten Unterschlupf findet, der flüchtet mit den Dokumenten in der Manteltasche zumindest ins nächste LSR-Kellergewölbe und betet einen Bombenvolltreffer weg, um nicht verschüttet zu werden. Das an Haustorwände weiß gemalte LSR verheißt wohl Luftschutzräume. Tatsächlich schützen die eher vor der frischen Luft als vor den Angriffen aus dieser.
Im Frühjahr 1945 ist LSR bereits Kürzel für: Lern Schnell Russisch, als schließlich den Letzten klar ist, dass das Parteigerede vom ‚Endsieg‘ nur mehr dummes Geschwätz zur Selbsttäuschung ist. Der Russe steht bereits bei der Donau, auf der Wiener Reichsbrücke, die zum falschen Zeitpunkt, nämlich erst zweiunddreißig Jahre später, aus Ermüdung einstürzt. Ginge sie jetzt mit den Russen drauf baden, der verantwortliche Brücken-Stadtrat träte nicht zurück, vielmehr kriegte er eins der letzten deutschen Verdienstkreuze …
Die Russen kommen also zu Land, weil moderner Luftkrieg noch so überhaupt nicht das Ihre ist. Die Amis und die Tommys (Angelsachsen) hingegen kommen vorerst mal massiv von oben und reißen dem Nazi, der so überzeugt zu Goebbels ‚totalem Krieg‘ noch Ja geschrien hat, jetzt den Arsch bis zum Kragen auf.
Die FLAK (Fliegerabwehrkanonen) oben am Esterhazy-Bunker bellen heiser, aber nicht sehr wirkungsvoll in den Himmel. Die da oben schaufeln regelrecht Uncle Sams (Amerikas) reichen TNT-Segen (herkömmlicher Sprengstoff) aus ihren Kisten und bereiten wahllos und überall in der Stadt ein Feuerwerk. Selbst das Wiener Wahrzeichen, der Steffl (Stephansdom), brennt. Und wenn der einmal brennt, trifft es bis ins Mark, ist es aus.
Auch bei uns in der Münzwardein-Gasse in Mariahilf knallt es wie zur noch fernen Silvester–Jahrtausendwende, nur verdammt gefährlicher.
Ein vierstöckiges Wohnhaus, gerade lumpige hundert Meter weiter weg, kriegt einen Volltreffer, stürzt mit Ausnahme der Außenfassade bis in die Kellergeschosse ein, brennt aus. Ich schreie mich heiser und mache mir doppelt ins Hemd. Auch wenn ich noch null verstehe: Die Gefahr fühle ich trotzdem, die uns die fremden Jungs in ihren lässigen Bomberjacken von oben aus bescheren.
In Oma Karolines winziger Souterrainwohnung unterhalb der Trottoir-Ebene (Gehsteig) wähnt man sich fast schon im Keller. Die Fenster auf die Gasse sind ja bereits auf einem Niveau, dass jeder Rattler (rattenfressender Pinscher = dt. Hunderasse) sie anpinkeln und eintrüben kann. Licht kommt durch den schmalen Gassenschacht nur spärlich herunter, dennoch fühlt Karoline sich hier noch besser als im LSR-Gewölbe, wo sie sofort die Klaustrophobie befällt. Sie muss, sagt sie, wenigstens ein Stückchen Himmel sehen. Für Karoline gibt es ja seit dem Ersten Weltkrieg keinen angstfreien Seins-Zustand mehr. Was sie in all der Zeit einzig gelernt hat, ist, vor dem Leben gleich viel Angst zu haben wie vor dem Tod. Und dass sie sich in Angst ständig vor aller Welt duckt und sich wie ein Maulwurf verkriecht, erklärt schon ihre Wahl des vierundzwanzig Quadratmeter großen Zimmer-Küche-Souterrain-Lochs, das ihr ein subjektives Geschütztsein vorgaukelt.
Meine Mutter Maria (wie heilig das klingt!) hat mich nun auf der Brust liegen und setzt mir in ihrer verständlichen Scheißangst und Wehrlosigkeit vor den Bombeneinschlägen ihre Nägel am Rücken ein. Ich schreie unablässig und Oma Karoline beugt sich, uns beide umklammernd, trotz oder auch wegen ihrer Angst instinktiv über uns beide, als könne sie uns gleichsam mit ihrem Körper schützen.
Von den Dächern künden die Luftschutzsirenen vorläufige Entwarnung an. Ein paar Stunden des Aufatmens vielleicht, bis die nächste Angriffswelle kommt, und die nächste, und die nächste – so lange, bis der Herr Minister für Luftfahrt überzeugt ist, dass er ‚Meier‘ heißt, und bis der letzte Nazi kapiert, dass ihm weder heute, noch weniger morgen die ganze Welt gehört …


DER SERGEANT
(2. Kapitel)

Das Timing meiner Wiederkehr auf Gaia ist perfekt gewesen. Der Krieg ist aus. Mein Leben beginnt bei null. Das der übrig gebliebenen Österreicher auch – im anderen Sinne!
Die ‚tausend Jahre‘ des Reichs sind wie im Flug vergangen, und das Wundersame dabei: Mit der Kapitulation gibt es in Österreich keinen einzigen Nazi mehr! Einzig eine Handvoll großritterlicher, aufrichtiger NS-ler (Nationalsozialisten) hat es unserem maßlos sich selbst überschätzt habenden Braunauer Führer gleichgetan und sich der fragwürdigen Zukunftsperspektive wegen selbst alle gemacht. Warum auch nicht?

Über Wien ist das Leichentuch gebreitet. Nur wenig regt sich in den Trümmern. Es ist unglaublich still. Die Fassaden der ausgebombten Häuserzeile entlang des Donaukanals grienen wie nebeneinander aufgereihte Totenschädel, und keineswegs nur dort. Straßen, Gassen und Plätze präsentieren sich als Bombentrichter, Schuttberge, meist beides zugleich. Hauptstraßen geben sich an bizarr verbogenen Tramway-Schienen zu erkennen. Der, der jetzt fährt, soweit Fahren überhaupt möglich ist, ist ehestens einer von den alliierten Besatzern. Der Ami, der Tommy, der Russe und der Franzose haben sich die Stadt Wien zu je einem Viertel unter den Nagel gerissen. Die ‚Vier im Jeep‘ spielen jetzt überall MP (Militärpolizei) und stehlen der Wiener Polizei, die vorläufig nicht viel zu bestellen hat, die Show.
Der Wiener macht sich schleunigst auf die Beine, Nahrung und Arbeit irgendwelcher Art zu ergattern. Er kann es sich aussuchen, ob er im Schleich (Schwarzmarkt) am Karlsplatz seinen Familienschmuck gegen ein Kilo Schmalz eintauscht, oder ob er sich an den Hunger gewöhnt. Variante zwei ist die gängigere. Wiens Versorgungssituation ist so katastrophal schlecht, dass selbst die ungeliebten Russen aus Menschenfreundlichkeit und politischer Eindrucksschinderei Getreide aus der Ukraine nach Wien karren. Ein Momentbild von einem russischen Konvoi ochsengezogener Leiterwagen am Ring (Ringstraße), der ungezählte Säcke Getreide geladen hat: Einzelne spindeldürr abgemagerte Wiener zappeln dem Konvoi hinterher, um jedes heruntergerieselte Korn aufzulesen und es gleich in den Mund zu stecken.
Der Ami und der Russe können sich vom ersten Friedenstag an nicht mehr riechen und nennen das den Kalten Krieg. Zu unserm Glück muss alles, was der Russe macht, der Ami noch viel besser machen. Also stellt Uncle Sam aus purer Humanität – was denn sonst! – den Marshallplan auf die Beine – gigantische Hilfslieferungen, die uns Krischpindeln (schwachen Abgemagerten) zum Überleben verhelfen. Was anderes als Fressen und Überleben interessiert zurzeit ja keinen!
Während an einer Ecke die Amis brav Verbrauchsgüter heranschleppen, verschleppen die Sowjets an der anderen Ecke unsere letzten intakten technischen Einrichtungen in ihr sozialistisches Paradies.

1945/46. Auch Oma Karoline, Mama Maria und meine Wenigkeit mit Taufnamen Max haben heftigstes Magenknurren. Während ich schreie wie am Spieß, weil ich kaum mehr was in die Windeln zu machen habe, rennen Karoline und Mitzi (wienerisch für Maria) um ihr und mein Leben.
Karoline, angelernte Modistin, hat während der hundselenden Zwischenkriegszeit 1918–38 gerade noch Arbeit in der von ihrer Wohnung nur einen Steinwurf entfernten Damenhutfabrik der Gebrüder Ladstätter in der Hofmühlgasse ergattert. Natürlich hat der Ladstätter um 1945 weder Materialien für geschweige denn Nachfrage auf schicke Damenhüte. Arbeit gibt’s dennoch, zumal auch die Ladstätters überleben wollen. Also wird erst einmal erzeugt, was jetzt jeder braucht: eine warme Schirmkappe mit herabklappbaren Ohrenschützern – der Renner der folgenden Jahre. Begriffe wie Chic und Mode ringen dem Wiener momentan nicht einmal ein müdes Lächeln ab. Herr und Frau ‚Wiener‘ hocken zu Hause beim eiskalten Ofen mit der Ladstätter–Schirmkappe, klappen die Ohrenschützer herunter und gehen so gleich damit schlafen.
Nun gut: Karoline, ja selbst Mitzi kriegen Arbeit beim Ladstätter. Arbeit zu haben und ein paar Groschen zu verdienen ist jetzt vorrangig, auch wenn ich Windelträger das noch nicht kapieren kann. Also muss ich notgedrungen stundenlang alleine in Karolines Souterrainloch liegen. Instinktiv spüre ich das Verlassensein. Und weil es mir klarerweise Angst macht, schreie ich bis zur Erschöpfung. Nur jede Stunde etwa kommen Karoline oder Mama auf einen Sprung herüber, um nach mir zu sehen, mich ein bisserl im Arm zu wiegen und zu beruhigen.

1947. Der Begriff ‚Ami‘ ist noch ein Zauberwort. Wir sprechen ihm artig nach, dass er uns Österreicher nicht besetzt, sondern befreit hat. Dafür schenkt er uns Kaugummi oder ein Stück Schokolade, einem besonders hübschen Wiener Mädel vielleicht gar ein Paar der kostbaren reinseidenen Strümpfe, falls es sich auch noch unter den Rock greifen lässt.
Besetzt oder befreit. Gewissermaßen befreiend für Karoline ist, dass sie auf mündliche Empfehlung hin an einen Ami-Sergeanten herankommt, der ein kleines Problem hat: Es ist ihm nicht gestattet, in seinem dienstlichen Besatzungs-Standort Stiftskaserne (Mariahilferstraße) einen Schäferhund zu halten. Er hat aber einen; einen lieben, echten, deutschen Schäferhund. Einen, der nach der Invasion in der Normandie quasi herrenlos geworden war, sobald die Amis die widerspenstigen Krauts (spöttisch für Deutsche als Krautfresser), soweit noch nicht getürmt, aus ihren Westwall-Bunkern ausgeräuchert hatten.
Kurzes Übereinkommen zwischen dem Ami-Sergeant und Karoline: Der Hund kommt auf unbestimmte Zeit zu ihr in Kost und Pflege in die Vierundzwanzig-Quadratmeter-Souterrain-Wohnung! Kost kann nur heißen, dass der Sergeant das Hundefutter bereitstellt, amerikanische Fleischkonserven natürlich, daneben gibt’s auch ein paar Schilling Pflegegebühr monatlich. Die überglückliche Karoline, devot bis zur Selbstauflösung, kniete vorm Sergeant deswegen am liebsten nieder.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 626
ISBN: 978-3-903067-33-2
Erscheinungsdatum: 02.09.2015
EUR 25,90
EUR 15,99

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