Geschichte & Biografie

Vor der Wende - nach der Wende

Fritz Stietzel

Vor der Wende - nach der Wende

Ein zweigeteiltes Leben

Leseprobe:

VORWORT

Meinen Lesern möchte ich mit dieser Erzählung meinen Lebensweg schildern. In unterschiedlichen Zeitabschnitten, in unterschiedlichen Berufs- und Lebensabschnitten war der Weg durch die unterschiedlichen Staatsformen für viele Menschen eingeengt. Für mich war es immer eine Herausforderung. Mit Schule und Lehrzeit legte ich den Grundstein, Ziele mit Erfolg anzustreben. Dazu gehörten auch manche persönliche Überwindungen, die einem jungen Menschen schwer fielen. Mit viel Enthusiasmus und Elan arbeitete ich in einem großen Konfektionsbetrieb. Diese Zeit formte einen Menschen wie mich zur leitenden Person. Hohe Qualifikation, Erfahrung und Menschenkenntnis waren die Fundamente, die mich zu neuen Aufgaben herausforderten. Die Mitarbeit im Staatsapparat hatte großen Einfluss auf mein weiteres Leben. Als hauptamtlicher Mitarbeiter in einem der größten Gemeindeverbände, „Großheim-Fellbachtal“, und als Ratsmitglied der größten Gemeinde, Grossau/Erzgebirge, trug ich aufopfernd zum Wohle kommunaler Politik bei. Mit der politischen Wende sollte für mich ein grundsätzlich anderer Lebensweg abgesteckt werden. Anpassung an die neue Gesellschaftsform war gefragt. Der Grundsatz, auch hier den Erfolg zu suchen, hatte für mich oberste Priorität.
Mit mehreren Zwischenstationen, die zum Lebensunterhalt notwendig waren, sollte ich die zweite Chance erhalten, im Ausland zu arbeiten. Eine Herausforderung, die ihresgleichen sucht. Über sieben Jahre wurde meine Arbeitskraft in Polen, Rumänien, der Tschechoslowakei, Estland und Lettland benötigt. Mit 65 Jahren schied ich aus dem Arbeitsleben aus. Meine Erzählung dokumentiert das Wesentliche aus meinem reichen Arbeitsleben. Für mich sind beim Lesen viele Dinge noch offen, die ich meinen Lesern überlassen möchte. Ich möchte, dass man sich über das Gelesene Gedanken und sich selbst ein Bild macht oder ein Urteil bildet. Ich hatte immer den Wunsch, einmal einige Zeilen zum Nachlesen zu schreiben, um darin zum Ausdruck zu bringen, wie schön das Leben sein kann, wenn man ein verloren geglaubtes Glück – ein eigenes Heim – zurückerobert.
Was in diesem Buch geschildert wird, habe ich selbst erlebt, es sind keine Erfindungen oder Nacherzählungen von anderen Personen. Es sind Gedanken und Erlebnisse, die nur ein Bruchteil dessen sind, was ich erlebt habe. Das Niedergeschriebene besteht aus Ereignissen, die immer wieder in meine Gedanken zurückkehren. Man vergisst sie nicht. Manchmal ist es, als wären sie gerade erst passiert. Bildhaft erscheinen sie wieder, als hätten sie gestern stattgefunden. Ich kann sie nicht ausblenden, nein, im Gegenteil, ich werde immer wieder in die Vergangenheit zurückversetzt. Mit der Betrachtung der eigenen Vergangenheit komme ich schnell zu dem Resultat, das jeden zum Nachdenken anregt.
Da ich mit meinem Buch niemandem zu nahe treten möchte, möchte ich hier betonen, dass alles Geschriebene aus meiner persönlichen Beobachtung stammt. Aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen habe ich alle Namen, Ortsnamen, Ämter, Vereine, Flüsse und anderes geändert. Städtenamen mit ihren Sehenswürdigkeiten außerhalb Deutschlands wurden nicht verändert. Sicherheitshalber möchte ich erklären, dass eventuelle Übereinstimmungen mit wirklichen Personen reiner Zufall und unbeabsichtigt sind.

<i>Autor/Verfasser</i>

1. KAPITEL
<strong>Kindheit und Schulzeit</strong>

Ich folge manchmal mit Wehmut den Gedanken, die mich in meine Kindheit und Schulzeit zurückführen. Insgesamt fügte sich diese Zeit in die damalige Epoche ein, in der Deutschland vielen europäischen und später den Vereinigten Staaten von Nordamerika die Stirn bot.
Es war Krieg. Vielen Familien und insbesondere den Kindern wurde dadurch viel an Lebensfreude, Zufriedenheit und Glück genommen. Und wenn man nach Jahren wehmütig auf diese Zeit zurückblickt, erkennt man mit ein wenig innerer Zufriedenheit, dass man es relativ gut überlebt hat.
Ich wurde am 12.?08.?1936 geboren. Ich hatte einen Bruder (Karl), der vier Jahre früher als ich das Licht der Welt erblickt hatte. Unsere Eltern waren strebsam, arbeitsam und ihre Kinder konnten viel Elternliebe entgegennehmen. Mein Vater war gelernter Zimmermann. Sein Handwerk übte er so aus, dass nach Jahren noch für seine guten Arbeiten Lob ausgesprochen wurde. 1939 begann der Zweite Weltkrieg und mein Vater war mit der erste Rekrut in unserer Gemeinde Grossau. Er wurde als Panzerfahrer an die Westfront abkommandiert. Meine Mutter, bis dahin Hausfrau, musste eine Arbeit zum Unterhalt der Familie aufnehmen. Das Familienleben hatte einen scharfen Einschnitt erhalten. Unsere Mutter, die sehr lebensfroh war und Trübsal nicht kannte, litt sehr unter diesem Umstand. Dass sie in ihren recht jungen Jahren ohne Mann die Geschicke der Familie allein lenken musste, belastete sie sehr. Sie weinte tagelang, nach Wochen noch waren ihre Augen gerötet. Von ihrer Lebensfreude war vieles genommen worden. Sie sprach nur noch das Nötigste. Ich war über diesen Zustand sehr traurig. Es dauerte sehr lange, bis unsere Mutter sich mit der neuen Situation abfand. Wir, unsere kleine Familie, mussten uns daran gewöhnen, dass unser Vater lange Zeit weg blieb.
Aber unsere Mutter blieb stark für uns.
Sie konnte nun nachfühlen, wie es ihrer eigenen Mutter – meiner Großmutter – nach dem Ersten Weltkrieg ergangen war. Sie hatte ihren Mann an der Ostfront nach drei Tagen verloren und hatte drei kleine Kinder am Rockzipfel, von denen meine Mutter selbst eines war. Es mag für sie eine Entlastung gewesen sein, dass in den Folgemonaten und -jahren viele Familien das gleiche Schicksal erdulden mussten. Auf das Wunder zu warten, dass unser Leben wieder in geordnete Bahnen zurückkehrte, war nicht die Art meiner Mutter. Sie packte das Leben mit eigenen Händen an. Man spürte nach Monaten ihren Willen, weiterzuleben. Ja, sie wollte mit ihren Fähigkeiten ein neues Leben aufbauen und das alte vergessen. Unsere Mutter musste sich mit dem Umstand, eine alleinstehende, alleinerziehende und berufstätige Frau zu sein, auseinandersetzen und anfreunden.
Nach vielen Jahren erst, meine Schulzeit war längst vorbei, wurde die Lebensführung meiner Mutter für mich nachvollziehbar. Sie wollte für uns Kinder alles geben, ihre ­Mutterliebe stand an erster Stelle. Sie wollte gesunde, lebensfrohe und fleißige Kinder erziehen. Dafür hat sie bis zu ihrem Tod geschuftet und gearbeitet, dabei blieb natürlich ihr Körper auf der Strecke. Sie starb 1974 an den Folgen von Brustkrebs, der sich in den letzten Jahren in ihrem ganzen Körper ausgebreitet hatte. Unsere Mutter war sehr fleißig und gewissenhaft an ihrem Arbeitsplatz. Besonders nach dem Krieg, als täglich das Wort „Hunger“ ausgesprochen wurde, brachte sie noch die Zeit auf, neben ihren täglichen Verpflichtungen aufs Land zu fahren, um etwas zu essen für ihre Kinder zu besorgen. „Hamsterfahrten“ wurden diese Aktionen genannt, die zum Teil übermenschliche Anstrengungen abverlangten. Hamsterfahrten waren in der Regel „Tauschfahrten“. Man musste zuerst einmal etwas erwerben, das man zum Eintauschen anbieten konnte. Man musste auch etwas „Tauschglück“ haben, um das Anzubietende (wie zum Beispiel Rührsieb, Backformen, Besteck) bei der Landbevölkerung eintauschen zu können gegen zum Beispiel Roggen, Weizen, Mehl, Speck. Dass die Deutsche Reichsbahn in diesen Jahren überfordert war, stand außer Zweifel. Auf den Trittbrettern stehend mit vollem und schwerem Rucksack beladen, wurde manche Heimfahrt bewältigt.
Nicht selten kam es vor, dass der „Tauschende“ ohne großes „Tauschglück“ wieder nach Hause fahren musste. Wie groß musste die Enttäuschung bei dem Betreffenden dann gewesen sein?
Unserer Mutter gelang es, ihre Fahrten immer mit relativ gutem Erfolg zu beenden. Es war uns vergönnt, dass immer etwas an Reis, Roggen, Weizen oder Pudding für eine Mahlzeit vorhanden waren. Diese bescheidenen Speisereserven hatten Platz in einem Karton, der in unserer Küche unters Sofa geschoben wurde.
Nach dem Einzugsbefehl unseres Vaters bat unsere Mutter beim größten Betrieb in unserer Gemeinde um Arbeit. Sie wurde Mitarbeiterin in den Pappen- und Kartonagenwerke/Grossau. Sie hatte Spaß daran. Man schätzte ihre Arbeit sehr. Da unser Vater vor seinem Marschbefehl auch in diesem Betrieb gearbeitet hatte und durch seine gute Arbeit in Erinnerung geblieben war, war natürlich hilfreich. Mutters Lebensfreude kam langsam zurück. Ihre Redseligkeit nahm zu. Sie wollte von Vergangenem nicht viel wissen. Sie blickte nach vorn und achtete darauf, dass wir in der Schule keinen Ärger verursachten. Unsere Mutter hatte damals allein uns, konnte uns aber nicht ständig beaufsichtigen. Diese Zeit formte uns Geschwister. Mein Bruder Karl war vom Charakter und vom Aussehen her das Gegenteil von mir. Er war schon in diesem Alter recht selbstsicher. Ein aufgeweckter, kompromissloser, zäher Junge, der hart im Geben und Nehmen war. Diese Zeit war für ihn wie auf den Leib geschnitten. Unsere Mutter hatte in jungen Jahren Gitarre spielen gelernt und war zudem mit einer schönen Singstimme gesegnet. Diese beiden Dinge machte sie sich zunutze, um noch etwas Geld zu verdienen. Was anfangs nur als Hobby betrieben wurde, führte später zu öffentlichen Auftritten. Mit dem Singen in einer Gruppe mit Begleitmusikern ging für sie ein Traum in Erfüllung.
Für uns Kinder allerdings war dies eher belastend.
Um als Singgruppe erfolgreich zu bleiben, mussten ständig geprobt undneue Lieder einstudiert werden, was sehr viel Zeit in Anspruch nahm. Das Repertoire musste ständig verfeinert und ergänzt werden.
Da diese Proben und Auftritte überwiegend in den Abendstunden und an Wochenenden stattfanden, hatten wir Jungs viel „freie“ Zeit. Ich, als der „Kleine“ oder Fritz, hatte das Glück, bei meiner Oma und Tante unterschlüpfen zu können. Mein Bruder hatte das Glück, in vielen Dingen über sich selbst entscheiden zu können. So wuchsen wir heran. Im Nachhinein kann ich feststellen, dass wir beide ohne große Sorgen und ohne große Unterstützung die Schulzeit durchliefen. Es bestand niemals die Gefahr einer Nichtversetzung. Bei meinem Bruder stand im Mittelpunkt die Frage, nach der achten Klasse die Schule zu verlassen – so kam es, dass er seine Schuhmacherlehre begann. Seine Ausbildung schloss er mit Erfolg ab, aber sein Charakter war damals schon ausgeprägt. Er wollte mehr. Er zeigte sich aufgeweckt für alles, was sich um ihn herum bewegte.
In unserem Ort war in den Jahren 1948/49 durch die „Wismut AG“ der Uran-Abbau durch die sowjetische Besatzungsmacht voll im Gange. Die „Wismutkumpel“ verdienten gutes Geld, weit mehr, als ein Schuhmachergeselle verdiente. Hinzu bekamen sie bei Überschreiten der Norm am Monatsende eine zusätzliche Vergütung in Form von Bons, die den zusätzlichen Kauf von Schnaps, Milch, Käse, aber auch Schuhen und anderen Dingen ermöglichte. Viele, insbesondere junge, Männer zog es zu dieser Arbeit hin. So auch meinen Bruder Karl. Ab dieser Zeit war er erwachsen. Er stand mit beiden Füßen auf dem Boden. Er fasste keinen Schuh mehr an, auch nicht wegen einer Reparatur. So verging die Zeit, bis der Ab- und Raubbau durch die „Wismut AG“ beendet wurde. In dieser Zeit fand er seine Frau. Mit ihr zog er drei Kinder groß. Seine nächste Arbeitsstelle war der „VEB Eisengießerei Burg“, bei der er als Putzer sein Geld verdiente.
Die „Wismutzeit“ hatte ihn geformt. Er demonstrierte an seiner neuen Arbeitsstelle, „wer der Herr hier im Hause ist“. Das musste auch seine Familie ertragen. Schlechte, mitunter schwere Zeiten musste die Familie erleben. Nach einem gemeinsamen Einkaufsbummel mit seiner Frau fiel er ohne Ankündigung rücklings mit dem Hinterkopf auf das Kopfsteinpflaster, wobei er das Bewusstsein verlor. Er erwachte im Krankenhaus aus dem Koma nicht mehr auf und verstarb 1982 mit fünfzig Jahren. Sein Leichnam wurde eingeäschert.
Meine Wenigkeit erblickte das Licht der Welt – wie eingangs erwähnt – am 12.?08.?1936. Im Nachhinein wurde mir erzählt, dass die ganze Verwandtschaft mit Freude meiner Geburt entgegensah. In dieser Zeit war es üblich, dass die Entbindungen in der eigenen Wohnung stattfanden. Ich erblickte die Welt und meine Eltern hatten für mich noch keinen Namen. Man konnte sich nicht einigen. So verbrachte ich einige Tage ohne Namen. Zu meinem Vornamen trug der Umstand bei, dass ein Nachbar meiner Mutter zur Geburt gratulierte. Dieser Nachbar war ein sehr kluger Mann. Er war zu
dieser Zeit Lehrer an unserer Schule. Er wohnte zwei Häuser von unserem Haus entfernt in einem schönen, großen, hellen Haus mit Balkon und einem Zwiebelturm. Es war für mich das schönste Haus in unserer Gemeinde. Er hatte die Tochter des Hausbesitzers geheiratet, die wiederum das Familienunternehmen „Handspitzenklöppelei Siepert“ in Grossau führte. Dieser Herr Weidemann, Fritz, um es vorwegzunehmen, war mir bis zu seinem Tode immer sehr zugetan. Als ich die Schule besuchte und lesen und schreiben konnte, lud er mich in seine Wohnung ein. Ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Was für eine Anzahl von Büchern stand in den Regalen und Schränken. Sein Wunsch war es, dass ich sie alle lesen sollte. Ich erschrak bei dieser Aufforderung. Dabei führte er mich zu den Karl-May-Bänden. Von da an hatte ich den ersten Lesekontakt zu den drei Bänden des Indianerhäuptlings „Winnetou“ und zu den Reiseerzählungen von Karl May.
Er fragte meine Mutter bei seinem Besuch, wie der „Kleine“ denn mit Vornamen heißen solle, worauf meine Mutter antwortete: „Wir haben noch keinen Vornamen!“ Die Antwort des Lehrers soll gewesen sein: „Macht euch das nicht zu schwer, gebt ihm den Namen Fritz, ich würde mich freuen, wenn es in unserer Waldstraße einen weiteren Fritz geben würde.“ So hatte ich schließlich meinen Vornamen.
Zu seiner Person muss noch hinzugefügt werden, dass am Ende unserer Waldstraße in den Jahren ab 1925 in ­freiwilligen Arbeitseinsätzen, insbesondere durch die Arbeiterklasse, eine relativ große Sporthalle mit Gaststätte, Umkleidekabinen, Duschen, Nebenräumen und einer Wohnung gebaut worden war. Das Richtfest „Sporthalle Grossau“ war am 01.?11.?1925. Ein Ballspielplatz sollte nicht fehlen. Der Schützenverein hatte sich angrenzend daran etabliert, es fehlte an nichts. Und ein ak­tiver, zielstrebiger, etwas eigenwilliger Privatmann namens Walter baute nebenan seine „Walterburg“. Ein tolles, burgähnliches Gebäude mit einer Einkehrgaststätte. Dieses gesamte Ensemble lud an den Feierabenden und Wochenenden Sportler und Familien zur Erholung ein.
Am 11.?04.?1933 hatten sich die Faschisten vorgenommen, der Arbeiterbewegung von Grossau durch Terror den Garaus zu machen. Schon am Morgen besetzten sie die Ortseingänge. Lärmend zogen SA und SS durch die Straßen. Die Bevölkerung sollte eingeschüchtert werden. Sie fühlten sich stark. Kommunisten, Sozialdemokraten und parteilose Bürger holten sie aus den Wohnungen und trieben sie wie Verbrecher in die Sporthalle. Dort wurden sie verhört und misshandelt. Zu den Opfern zählte auch der Lehrer, Herr Weidemann, Fritz. Die Faschisten, einmal an die Macht gekommen, setzten auch in der Schule ihre Herrschaft rücksichtslos durch und entließen Lehrer Weidemann aus dem Schuldienst. Mit dem Herannahen der Fronten hörte der Unterricht im April 1945 ganz auf. Die Grossauer Schule öffnete ihre Pforten wieder am 01. September 1945 und am gleichen Tag wurde der Lehrer Weidemann zum Schulleiter berufen. Ab 01.?04.?1950 stand er der damaligen „erweiterten Oberschule“ als Direktor vor. Für seine Verdienste in der Volksbildung wurde er zum Oberstudienrat befördert.
Der Zufall wollte es, dass der damalige Schulleiter Herr Weidemann in Grossau als Deutschlehrer für meine Klasse zuständig war. Nach jedem Diktat musste jeder Schüler aus den Händen des Lehrers sein geschriebenes Werk abholen. Dazu bekam fast jeder Schüler eine mündliche Randbemerkung mit auf den Rückweg zu seinem Platz. Ich kann mich noch erinnern, dass er einmal zu mir sagte: „Mach weiter so, du hast das Soll voll erreicht!“ – Ich hatte elf Fehler!
Meine Kindheit unterschied sich nicht wesentlich von der anderer Kindern. In unserer Waldstraße gehörten wir zusammen. Wir spielten zusammen, überstanden die bekannten Kinderkrankheiten und hatten Spaß und Freude daran, wenn wir gemeinsam beim Nachbarn die ersten reifen „Glaskirschen“ ohne dessen Einwilligung ernteten. Im Sommer wurde gerne „Braut und Bräutigam“ gespielt. Dabei wurde oftmals der Spielplatz mit Decken ausgelegt und überspannt. Und wenn ein Elternteil uns beim Spiel mit Limonade überraschte, war es ein Fest für uns. Mit das Schönste und Aufregendste war das Badengehen. Angrenzend an unsere Waldstraße hatte ein Bauer einen relativ großen Teich für eine Karpfenaufzucht angelegt.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 218
ISBN: 978-3-99003-266-4
Erscheinungsdatum: 07.03.2011
EUR 16,90
EUR 10,99

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