Geschichte & Biografie

Shit happens ... aber das Leben geht weiter

Jan Willem Schiff

Shit happens ... aber das Leben geht weiter

Leseprobe:

Kapitel 1


Es sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Es hat die ganze Nacht hindurch stark geschneit und es liegt sehr viel Schnee. Die Straßen sind nur notdürftig geräumt. In unserem Hotel sind wir dabei, alle Vorbereitungen für die Weihnachtszeit zu treffen. Weihnachten ist der Anfang der neuen Wintersaison. Es verspricht eine sehr beschäftigte Wintersaison zu werden. Alle Anzeichen sprechen dafür. Die Weihnachts- und die Neujahrszeit sind total ausgebucht. Wir (ich, meine Frau Inge und unsere Töchter Jenny und Silvy) sind erst seit einem Jahr Inhaber eines Hotels. Alle sind mit ihren Aufgaben beschäftigt, aber ich fühle mich nicht wohl. Die ganze Nacht lang hatte ich starke Schmerzen im linken Arm. Ich habe schon viel Aspirin gegen die Schmerzen eingenommen, aber es hat nichts geholfen.
Ich erzähle Inge von meinen Schmerzen.
„Ich glaube, ich habe einen eingeklemmten Nerv oder so. Ich habe solche Schmerzen.“
Inge schaut mich mit besorgtem Blick an und sagt:
„Geh dann schnell zum Arzt, so kannst du nicht weitermachen. Die Saison startet jetzt und außerdem ist heute Freitag. Also geh jetzt schnell zum Arzt und frage, was los ist.“
Ich hatte einige Tage davor, während des Skifahrens, auch schon Schmerzen im Arm, aber sie verschwanden schnell und ich hatte deshalb nichts dagegen unternommen.

Die Straße ist noch nicht geräumt und es schneit noch immer. Ich fahre trotzdem selber mit dem Auto den Berg runter zum Arzt. Die Schmerzen werden immer stärker und die Fahrt zum Arzt geht mühsam, auch aufgrund der zugeschneiten Straßen.
Der Arzt sieht mich an, hört mir zu und sagt sofort:
„Sie haben einen Herzinfarkt!“
Er macht schnell die notwendigen Untersuchungen sowie ein EKG und schon hat er die Bestätigung seiner Vermutung. Herzinfarkt!
Der Arzt will schnellstens einen Hubschrauber, um mich ins Krankenhaus fliegen zu lassen, aber es schneit stark und der Hubschrauberpilot weigert sich zu fliegen. Dann ruft er sofort eine Ambulanz und informiert das Krankenhaus.
„Sie müssen schnellstens ins Krankenhaus. Hier nehmen Sie diese Tabletten und bleiben Sie ruhig liegen, ich fahre mit.“

Innerhalb von wenigen Minuten ist die Ambulanz schon da. Ich werde auf die Trage gelegt und in die Ambulanz geschoben. Der Arzt fährt mit und fragt während der Fahrt dauernd, wie es geht, er steht die ganze Fahrt bereit, um einzugreifen.
„Es ist sehr kritisch, bleiben Sie ruhig liegen, wir sind bald da.“ Die Ambulanz fährt schnell, mit Sirenen und Hupen. Sie fährt bei allen Verkehrsampeln durch das rote Licht. Wir sind dadurch schnell im Krankenhaus.
Dort eingetroffen, werde ich in der Notaufnahmestation wieder untersucht und dieser Arzt bestätigt die Diagnose vom Hausarzt. Herzinfarkt!
„Wenn ich nicht innerhalb von zehn Minuten einen Hubschrauber bekomme, ist alles umsonst, dann stirbt der Patient.“
So …! denke ich.
Was sagt der Arzt da? Das hört sich überhaupt nicht gut an.

Ich bekomme jetzt wirklich Angst. Auch dieser Arzt findet die Lage so ernst, dass er mich sofort in ein Krankenhaus mit Herzabteilung verlegen will.
Der Arzt hat scheinbar sehr klare Worte mit dem Hubschrauber-Rettungsdienst gesprochen, denn innerhalb von zehn Minuten werde ich schon zum Hubschrauber gebracht. Der steht, trotz Schneefall, fertig auf dem Parkplatz und bringt mich ins Krankenhaus in Schwarzach.
Ich hatte mir schon immer gewünscht, mit einem Hubschrauber zu fliegen, aber dies ist nicht der richtige Anlass dafür. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Der Hubschrauber landet auf dem Dach vom Krankenhaus. Von der Hubschrauberplattform werde ich sofort in die Herzkatheter-Abteilung gebracht. Schnellstens werde ich an Schläuche und Geräte aller Art angeschlossen.
Der Katheter wird eingeführt und die Ärzte sehen schnell, was los ist. Eine Ader ist ganz zu. Es werden zwei Stents eingesetzt und die Ader funktioniert wieder. Sie hat wieder einen Durchfluss. Der Eingriff ist gerade noch rechtzeitig gemacht worden.
Der Infarkt hat aber eine Narbe an der Herzwand hinterlassen. Diese Narbe beschränkt die Kapazität an dieser Stelle zu ungefähr fünfundzwanzig Prozent. Der Rest vom Herzen muss diese Einschränkung ausgleichen. Das ist kein großes Problem für das Herz, aber ich muss ein ruhigeres Leben führen. Es beschränkt mich in meiner Arbeit, ich bin nicht mehr hundert Prozent einsetzbar und das ist ein großes Problem, vor allem in der Gastronomie.

Nach drei Tagen Intensivstation, im Krankenhaus in Schwarzach, werde ich ins Krankenhaus Mittersill verlegt, was in der Nähe von unserem Hotel liegt, und das ist viel angenehmer, vor allem für die Familie. Hier muss ich mich weiter erholen.
Weihnachten muss ich im Krankenhaus verbringen. Das ist natürlich nicht schön, aber ich lebe noch und bin jetzt in der Nähe der Familie.

Die meisten Patienten werden schon am Tag vor Heiligabend aus dem Krankenhaus entlassen, nur die Pflegefälle dürfen nicht nach Hause. Ich bin so ein Pflegefall. Ich bin einsam und alleine. In diesen Tagen hat niemand Zeit.
Am Abend liege ich im Bett und habe die Augen geschlossen, ich befinde mich in einer Art Zustand zwischen Schlaf und Wachsein. Plötzlich höre ich etwas im Zimmer. Ich öffne die Augen und sehe kleine Engel vor meinem Bett stehen.
Oh je, denke ich. Ist es doch noch passiert? Bin ich jetzt tot? Dann sehe ich den Oberarzt mit den Krankenschwestern ins Zimmer hereinkommen. Die kleinen Engel haben einen Korb mit Weihnachtsgebäck für mich. Der Oberarzt spricht kurz mit mir und alle wünschen mir schöne Weihnachten. Ich staune darüber, dass die Leute im Krankenhaus so etwas machen, und bin froh darüber. Es freut mich wirklich.

Spät am Heiligabend kommen plötzlich Inge und die Kinder ins Zimmer hereinspaziert. Es ist kein Problem, dass die wenigen Patienten, die noch im Krankenhaus sind, Besuch bekommen. So können wir doch noch zusammen, ein wenig, Heiligabend feiern.
Die Gäste im Hotel waren schon früh aufs Zimmer gegangen, daher war es meiner Familie möglich, mich im Krankenhaus zu besuchen. Ich bin natürlich sehr glücklich, dass sie da sind.

Die Ärzte machen am nächsten Tag noch einige Untersuchungen und stellen fest, dass die Lage sehr ernst und kritisch gewesen ist. Sie fragen mich, wann die Schmerzen angefangen haben.
„Schon früh in der Nacht.“
„Wieso haben Sie dann nicht sofort den Notarzt gerufen? Sie haben sehr viel kostbare Zeit verloren.“
Ich antworte den Ärzten:
„Ich wusste doch gar nicht, dass es ein Herzinfarkt ist. Ich hatte Schmerzen und dachte, es wäre ein eingeklemmter Nerv. Deshalb habe ich viel Aspirin gegen die Schmerzen geschluckt.“
„Das hat Ihnen vielleicht das Leben gerettet, aber das nächste Mal bitte sofort zum Krankenhaus gehen.“

Das nächste Mal! Bitte nicht! Das will ich doch nicht noch einmal erleben. Der Arzt in Schwarzach hatte mich für eine Reha angemeldet. Eine Reha von mindestens einem Monat.
„Ein Monat, was denken die? Ich muss wieder ins Hotel zurück. Nur im Hotel da zu sein, wird schon eine große Unterstützung sein.“

Einige Tage später bekomme ich schon einen Bericht von der Rehaklinik. Ich muss mich am 31. Dezember melden.
Aber die Klinik liegt mindestens vier Stunden Autofahrt von zu Hause entfernt! Das ist unmöglich. Erstens das Datum und zweitens der Abstand. Ich lehne es ab und frage nach einer Klinik, die näher an unserem Hotel ist.
Nach einer Woche darf ich endlich das Krankenhaus verlassen und nach Hause gehen. Der Empfang ist sehr schön. Freunde und Familie sind da.
Aber es gibt auch Post. Die Rechnung vom Rettungsdienst ist schon da, inklusive dreißig Prozent Schlechtwetterzuschlag.
„Willkommen zu Hause.“
Aber …, es hat mein Leben gerettet. Ich muss dankbar sein!

Während meines Aufenthaltes im Krankenhaus sind viele Gäste im Hotel eingetroffen. Das Hotel ist komplett ausgebucht. Die Gäste sind da und genießen ihren wohlverdienten Urlaub im Schnee. Wie sollen wir das jetzt alles machen?
Silvy ist, als mein Ersatz, jetzt zuständig für die Küche. Wir bekommen viel Hilfe von Freunden und Nachbarn.
Ein langjähriger Freund hat sogar, zusammen mit seiner Frau, während meiner Abwesenheit, einen Abend lang für die Gäste gekocht. Das war eine ganz neue Erfahrung für die beiden: unvorbereitet kochen für ein ausgebuchtes Hotel. Aber sie haben die große Herausforderung großartig gemeistert.

Ich darf laut den Ärzten nicht viel tun und muss mich schonen. Absolut keine schwere Arbeit verrichten. Ich helfe und unterstütze so viel wie möglich. Vor allem in der Küche helfe ich Silvy. Ich gebe Anweisungen und mache Vorbereitungen, die Silvy die Arbeit etwas einfacher machen. So ‚überleben‘ wir den Winter.
Wir sind froh, als es endlich März ist. Wir haben es geschafft. Ich selber fühle mich schon viel besser, aber ich bin immer noch nicht fit.

Wie soll es jetzt weitergehen? Das ist die große Frage. Wir haben erst seit einem Jahr geöffnet und im April steht ein großer Umbau bevor. Das Brandschutzkonzept muss ausgeführt werden, sonst verlieren wir die Konzession und das Hotel hat keinen Wert mehr. Nicht umbauen bedeutet einfach die Schließung. So hart ist es von den Behörden gestellt worden.
Anfang April, einige Tage nach dem Saisonende fangen die Bauarbeiten schon an. Es bedeutet einen Monat lang: Zerstörung, Hämmern und Lärm ohne Ende. Von morgens früh bis abends spät.
Keine gute Umgebung für eine Erholung. Wir müssen sogar vier Tage das Hotel verlassen, weil die neuen Fußböden verlegt werden.

Das Resultat vom Umbau ist wirklich großartig. Es ist sehr schön geworden. Die neuen Türen und Fußböden haben einen großen Effekt.

Die medizinischen Kontrollen, wegen meines Herzinfarkts, haben am Anfang ein positives Ergebnis. Die Tests sind alle gut, aber ich behalte noch immer das Gefühl, nicht optimal zu funktionieren. Um sicherzugehen, will der Arzt eine Katheter-Untersuchung zur Kontrolle ausführen lassen.
Im Juli muss ich für diese Untersuchung wieder ins Krankenhaus.

Die Untersuchung ist leider nicht positiv. Die Ader ist schon fast wieder zu. Zwischen den beiden Stents ist die Ader fast wieder geschlossen. Die zwei Stents sind wahrscheinlich zu weit auseinander platziert. Es wird ein dritter Stent eingebracht und die Ärzte hoffen, dass die Ader jetzt offen bleibt. Der Arzt hat volles Vertrauen in seine Arbeit und sagt, dass alles in Ordnung sei. Ich müsse aber in genau einem Jahr für eine neue Katheter-Untersuchung zurückkommen. Nur zur medizinischen Kontrolle.

Es ist eine gewaltige Enttäuschung für die ganze Familie. Es geht also nicht vorwärts mit meiner Gesundheit. Im Gegenteil, ich werde nie mehr voll einsetzbar sein. Die Ärzte empfehlen mir dringend, ein ruhigeres Leben zu führen.

Wir überlegen lange, was wir tun sollen. Wir reden viel und fragen auch die Ärzte um Rat und Empfehlung.

Dann treffen wir eine sehr große und radikale Entscheidung. Wir werden das Hotel zum Verkauf anbieten. Wir wissen, dass der Verkauf von so einem Objekt nicht schnell verlaufen wird. In der Zwischenzeit müssen wir weitermachen und dafür sorgen, dass das Hotel einen optimalen Verkaufswert bekommt.

Wir bieten das Hotel über zwei Makler zum Verkauf an, die in unserer Umgebung tätig sind. Die Makler sind sich sicher, dass es schnell verkauft wird. Es gäbe viele Holländer, die es schnell kaufen würden.
„Seien Sie beruhigt, es wird schnell gehen, ganz bestimmt.“ Wir haben nicht viel Vertrauen in deren Aussagen und suchen auch selber nach Wegen, um das Hotel zu verkaufen. Wir melden es auf verschiedenen Internetportalen an.

Bald schon meldet sich Olga. Olga ist eine Maklerin, die vor allem auf den russischen Markt orientiert ist. Sie kommt im August mit einer russischen Familie. Ein älteres Ehepaar, das in Kürze in den Ruhestand gehen wird, mit zwei Töchtern. Durch den Kauf des Hotels soll den beiden Töchtern in Europa eine bessere Zukunft ermöglicht werden und ihre Enkelkinder sollen eine gute Schulausbildung bekommen. Sie schauen sich das Hotel lange an und haben viele Fragen, die wir alle beantworten können. Es gefällt den Leuten sehr gut und sie möchten es kaufen. Der Preis ist in Ordnung und die Finanzierung wird kein Problem sein, da der Mann ein russischer Banker ist. Zuerst müssen sie ihre Aufenthaltsgenehmigung anfragen. Wir müssen deshalb abwarten.

Die internationale Krise, vor allem im Finanzmarkt, wird immer spürbarer. Neue Regeln machen vieles schwieriger.
Dann bekommen wir von Olga den Bericht, dass die Interessenten kein Kapital aus Russland versenden dürfen und dass die Familie außerdem keine Ausreisegenehmigung bekommt.
Schade.

Wir haben diesen Sommer viel Arbeit und viele Gäste, vor allem auf der Terrasse. Die Terrasse hat einen herrlichen Ausblick. Man schaut sehr weit ins Tal hinein und das ist atemberaubend schön. Gäste, die anhalten, um etwas zu trinken oder zu essen, bleiben lange sitzen und genießen die Aussicht. Diese Leute haben dann oft keine Lust mehr weiterzufahren. Sie bleiben und fragen nach einem Zimmer und übernachten dann in unserem Hotel. Da wir noch nicht so viele Kontakte in der Tourismusbranche geknüpft haben, ist dieses ‚Straßengeschäft‘ sehr wichtig
für uns.

Es ist September geworden, und Baiba aus Litauen meldet sich bei uns. Sie ist sehr interessiert daran, das Hotel zu kaufen, und fragt nach vielen Fotos und Unterlagen. Baiba ist schon sechs Monate auf der Suche nach einem Hotel in Österreich. Sie bekommt die Unterlagen und ruft bald wieder an, um eine Verabredung für die nächste Woche zu vereinbaren.
Baiba besichtigt das Hotel ausführlich und lange. Sie schaut sich alles sehr interessiert an.
„Das Hotel ist genau das, was wir suchen. Wir möchten es unbedingt kaufen, aber wir haben nur wenig Bargeld.“
Das wird schwierig. Eine Finanzierung wird auch nicht einfach. Litauen hat noch keine guten Vereinbarungen mit der Eurozone. Eine Finanzierung von fünfzig Prozent wird das Maximale sein, was sie in Österreich bekommen.
Baiba hat einen anderen Vorschlag: Sie will das Hotel zwei Jahre lang mieten! Nach zwei Arbeits-Jahren in Europa werden sie andere Bedingungen bekommen. Nach zwei Jahren können sie eine Finanzierung von siebzig bis achtzig Prozent bekommen. Es fehlen dann immer noch zwanzig bis dreißig Prozent!

Wir lehnen Ihr Angebot ab. Wir finden das Risiko zu groß. Außerdem könnten sie in dieser Zeit das Hotel herunterwirtschaften und dann hat es keinen Wert mehr.
Schade, die Leute waren sehr motiviert.

Es meldet sich eine schweizerische Investor-Firma. Sie sucht ein Hotel für einen saudischen Kunden. Es werden viele wichtige Daten ausgetauscht, es hört sich alles gut an, aber als wir später nachfragen, ob sie noch interessiert sind, bekommen wir die Information, dass der schweizerische Investor Konkurs angemeldet hat.
Wieder ein Zeichen der Finanzkrise.

Aber dann meldet sich eine holländische Familie. Die Familie Jansen hat großes Interesse.
Bei vielen Holländern lebt der Gedanke, oder besser gesagt, der Traum vom Kauf eines kleinen Hotels. Mit dem Betreiben einer Frühstückspension, denken sie, kann man mit nur wenig Arbeit schnell reich werden. Einige Gäste übernachten, man muss Getränke auf der Terrasse servieren, etwas mit den Kunden plaudern und das Leben ist optimal.
Auch die Familie Jansen hatte diesen Traum.
Aber der Kauf eines Hotels oder einer Pension ist gleichbedeutend mit dem Kaufen von sehr viel Arbeit und Stress. In der Hochsaison sind es sieben Tage die Woche, fünfzehn bis zwanzig Stunden am Tag muss man arbeiten. Wenn man nicht gesund ist, kann man das nicht lange aushalten.
Die Familie Jansen kommt zu Besuch und schaut sich das Hotel an. Es ist viel schöner und auch etwas teurer als gedacht. Nur das Schwimmbad fehlt.
„Kein Problem, das bauen wir selber noch. Sonst ist es genau das, was wir suchen.“
Dieses Hotel muss es werden. Wir geben noch einige Informationen und vermitteln die Adresse unserer Bank. Unsere Bank ist schon an einem Kontakt mit der Familie Jansen interessiert. Die Bank befindet sich nicht im gleichen Dorf, wo das Hotel ist, aber in einem anderen Dorf, das sich nur ein wenig weiter befindet.
Die Familie Jansen geht voller Begeisterung zum Makler und will den Ankauf in die Wege leiten. Sie verabschieden sich mit dem Ausruf:
„Bis später!“
Aber wir hören ‚später‘ nichts und rufen nach einigen Tagen den Makler an, um nachzufragen, wie das Interesse der Familie Jansen ist. Der Makler erzählt uns, dass die Familie Jansen die benötigte Finanzierung nicht bekommt und deshalb der Kontakt vorbei ist.
Wir fragen nach bei unserer Bank, um zu erfahren, wieso die Finanzierung nicht geklappt hat, aber wir staunen, als wir hören, dass die Familie sich überhaupt nicht gemeldet hat. Komisch.

Dann plötzlich, einige Wochen später, meldet sich die Familie Jansen wieder.
„Ist das Hotel noch zu verkaufen? Wir sind immer noch interessiert.“
Die Familie hatte Probleme mit dem Makler. Sie haben das Gefühl, nicht richtig beraten und informiert zu werden. Sie haben ein komisches Gefühl bei der ganzen Sache.
Inge führt ein langes Gespräch. Es ist vieles nicht korrekt gehandhabt und Verabredungen gar nicht ausgeführt worden. Der Makler hatte versprochen, eine Hotelbewertung zu machen. Außerdem behauptete er, mit unserer Bank geredet zu haben. Unsere Bank hätte von einem Kauf abgeraten, was aber nicht stimmt. Außerdem hat sich die Finanzlage geändert. Es gibt doch noch eigenes Geld und der Vater möchte auch ins Hotel investieren.
Im Anschluss an das sehr lange Telefonat wird ein neuer Termin für einen Besuch vereinbart.

Der Makler war tatsächlich bei uns. Er war zu Besuch, aber er hat überhaupt nichts gemacht, keine Besichtigung, keine Hotelbewertung, nichts, er war nur zum Kaffeetrinken da. Er erzählte uns lediglich, dass die Familie Jansen keine Finanzen hat, um den Kauf zu realisieren. Er behauptete außerdem noch, dass er am gleichen Tag bei der Bank gewesen sei, aber nicht bei unserer Bank.
Der Makler hatte lediglich Interesse daran, dieses Projekt an das holländische Fernsehprogramm ‚Ik vertrek‘ zu vermitteln.
Der holländischen Version von ‚Goodbye Deutschland‘. Während des Besuches sprach er ausführlich darüber.
Die Familie Jansen hatte er schon längst vergessen.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 174
ISBN: 978-3-99048-691-7
Erscheinungsdatum: 27.10.2016
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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