Geschichte & Biografie

Ich sage die Wahrheit, PS: Das war eine Lüge!

Livia Andrey

Ich sage die Wahrheit, PS: Das war eine Lüge!

Die Spielregeln des Lebens

Leseprobe:

Es ist schwer, sich entscheiden zu müssen. Wir sind aufgewachsen mit dem Gedanken, wählen zu dürfen. Manche haben keine Wahl, weil ihr Leben von anderen bestimmt wird. Sie lassen sich tragen von den Entscheidungen der anderen oder werden unterdrückt von den Einflüssen, die dadurch auf sie zukommen. Doch sie könnten aufstehen, sich ein Herz fassen und sich mit all ihrer Kraft dagegen wehren. Sich ihre eigenen Gedanken eingestehen und einsehen, dass nur zählt, was für sie in ihrem Leben wichtig ist. Denn das Leben schenkt uns nichts. Wir müssen jede Entscheidung selbst treffen, und es wird der Zeitpunkt kommen, an dem wir, mit Staunen über unsere eigene Wahrnehmung, einsehen werden, dass jede einzelne davon richtig war.
Ich persönlich glaube an Schicksal, denn alles geschieht zu einem bestimmten Zweck. Würde es das nämlich nicht tun, wären die Menschen mit ihrer Zukunft vollkommen überfordert. Schon jetzt ist es ihnen unerträglich, nicht zu wissen, was die Zukunft bringen wird. Sie klammern sich verzweifelt an Gedanken, die ihnen zuflüstern, was sein könnte oder was nicht. Sie gebrauchen ihre Fantasie, um sich auszumalen, wie ihre Zukunft sein sollte und wie sie sie haben wollen. Ihnen ist nur die Macht gegeben, zu entscheiden, ob sie links oder rechts abbiegen wollen. Doch sogar hier brauchen sie etwas, das ihnen die Entscheidung erleichtert. Es ist ein Gefühl, das sich in ihnen ausbreitet, ein Kribbeln im Bauch oder auch nur ein kleiner abschweifender Gedanke am Rande, eine Brise, die ihnen durchs Haar weht oder ein Sonnenstrahl, der sich durch die Wolken kämpft, sich im Regen bricht und einen wundervollen Regenbogen in den Himmel zaubert, um ihnen ein Gefühl zu geben, die richtige Entscheidung zu treffen. Doch genau diese Dinge sind es, die nicht zufällig geschehen. Es hat einen Grund, wieso ich gerade heute krank bin, wo ich doch die Abschlussarbeit in der Schule abgeben sollte. Es hat mich vielleicht davor bewahrt, gestresst zur Schule zu laufen, nicht nach links zu sehen und einfach über die Straße zu gehen. Es hat einen Grund, wieso gerade ich hier sitze und solche Dinge schreibe. Denn gerade jetzt stelle ich mir vor, wie sich auf jedem einzelnen Gesicht, das diese Zeilen liest, ein Lächeln verliert, weil sich die meisten fragen, wie ich wohl auf solche Dinge komme. Denn auch das hat einen Grund. Deshalb denke ich, dass es gar nicht so ein abwegiger Gedanke ist, an ein Schicksal zu glauben.
Ich bin nicht berechtigt zu sagen, wer oder was für diese Dinge zuständig ist, das Wissen darüber wäre mir schon gar nicht gewährt. Aber ich bin berechtigt zu sagen, was ich davon halte, denn diese Entscheidung habe ICH getroffen. Ich will euch aber nicht vorenthalten, wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass ich angefangen habe, an das Schicksal, an mein Leben und vor allem an mich selbst zu glauben – und wem ich das alles wirklich zu verdanken habe. Wenn wir glauben, glauben wir an uns, an unsere Hoffnungen und unsere Träume, dass wir irgendwann einmal unsere Träume, Gebete, unsere seligsten Wünsche vor unseren Augen erblicken und im tiefsten Innern wissen, dass wir genau hierher gehören. Ich möchte diesem keinen Namen geben. Das wäre zu einfach bzw. zu schwierig, wenn man bedenkt, was Religion schon alles angerichtet hat. Das soll keine Anschuldigung an irgend jemandem darstellen – es ist nur eine Feststellung. Viele sehen das noch nicht ein, aber wir alle haben mehr gemeinsam, als wir denken.
Viele Leute haben mich auf meinem Weg aus der Ratlosigkeit und Verzweiflung herausbegleitet, doch ist es eine Person ganz allein, der ich auf ewig dankbar sein werde, was sie für mich getan hat.
Mit diesen wenigen Zeilen möchte ich allen danken, dass sie es mit mir aufgenommen haben.
Jeder Mensch hat seine Gründe, weshalb er tut, was er tut – Gründe, die wir vielleicht nicht verstehen. Und doch ist es an uns, ihre Entscheidungen zu akzeptieren.
Jede einzelne meiner Entscheidungen in diesem Buch sind hier in den Seiten aufgelistet, weil all diese Entscheidungen mich genau zu dem gemacht haben, was ich hier und jetzt in diesem Moment bin.
Mein Name … den kennt ihr bereits. Jetzt müsst ihr nur noch den Anfang meiner Geschichte kennenlernen. Vielleicht werden Erinnerungen geweckt. Vielleicht aber wird es auch nur eine Geschichte sein, die gelesen werden muss.


1. Kapitel

Ich habe bis jetzt selten schlechte Noten geschrieben. Was mich im Nachhinein verwundert, denn uns wurde eingetrichtert, dass es große Disziplin und viel Arbeit erfordert, in der Oberstufe von der 7. bis zur 9. Klasse nicht vollkommen unterzugehen. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, je etwas außerhalb der Schule für die Schule getan zu haben. Wenn ich bedenke, was ich damals alles an Problemen und Gedanken in meinem Kopf herumtragen musste, bin ich heute froh, dass ich mir nicht noch den Kopf über meine schulische Leistung zerbrechen musste. Ich war zu sehr damit beschäftigt, mich um meine Existenz in dieser verwahrlosten, unbeständigen Welt zu kümmern. Denn sich hier, in dieser von technischem Fortschritt und größerer Macht getriebenen Welt, als persönliches Individuum mit Wissen, Können und überdurchschnittlichen Fähigkeiten zu etablieren, ist meiner Meinung nach nur möglich, wenn man mindestens Achtlinge auf die Welt setzt, sich einen 80-jährigen Milliardär zulegt, sich als Profisportler feiern lässt oder schon in diese Branche hineingeboren wurde. Was in meinem Fall auf nichts zutrifft. Na, vielleicht gelingt mir das mit dem Milliardär noch, wer weiß. Außerdem: Wen kümmert es? Spätestens wenn man in der eigenen Disziplin Mist gebaut hat, ist alles vorbei. Es wird an einem gezweifelt und man wird in eine Schublade zu den anderen halb defekten Sachen gesteckt. Es war, glaube ich, um die 5000 Tage her, dass ich an einem 13. Juli irgendwann mal im Sommer auf die Welt gekommen bin. Ich weiß bis heute noch nicht, ob ich mich über diesen Tag freuen soll. Nicht, dass ich gänzlich abgeneigt wäre, hier zu sein, aber als unerwartete Überraschung bezeichnet zu werden und immer wieder das Gefühl zu haben, hier nicht hinzugehören, bringt mich manchmal ein bisschen ins Grübeln. Jedenfalls war der Herbst angebrochen, und unsere Ferien neigten sich dem Ende zu.
Es dauerte seine Zeit, bis ich den Gedanken gefasst hatte, mich aus meinem über die Nacht kuschelig warm gewordenen Decken- und Kissenreich zu erheben und den nervtötenden Wecker auszuschalten, der mich aus meinem Nichttraum geweckt hatte. Nichtträume sind ab und zu ganz angenehm, man weiß nicht, was geschehen war, und man ist nicht völlig ausgepowert. Was wiederum meistens nach einem Traum der Fall ist, in dem man sich vor blutrünstigen Bestien ganze 8 Minuten lang verstecken muss – obwohl sie einem sowieso nichts anhaben können. Oder wenn man sich in dieser „Ich-kann-mich-nicht-von-der-Stelle- bewegen“-Situation befindet, während irgendein wild gewordener Irrer mit einem Messer oder weiß der Teufel was hinter dir her ist. In einem solchen Moment wäre es ein angenehmes Gefühl zu wissen, dass es sich nur um geistige Illusionen handelt. Das ist aber leider nicht so oft der Fall.
Es war kein typischer Herbstmorgen. Es war so ein komisches Gefühl in der Luft, ich weiß nicht, so, als wäre etwas nicht so, wie es im Grunde genommen eigentlich sein sollte. Ich glaube nicht, dass es etwas mit dem Wetter zu tun gehabt hatte, denn im Herbst ist man jetzt also wirklich alles gewohnt. Zum einen gibt es die wundervollen Tage, an denen der Himmel in einem hellen Türkisblau schimmert. Die Sonne, greller als in den anderen Jahreszeiten, scheint über den Wäldern, die sich mittlerweile in rostbraune, orange-rot schimmernde Blätterteppiche verwandelt haben. Zum anderen gibt es die verregneten kalt-feuchten Tage, an denen der Nebel sich am Boden regelrecht festnagelt, damit auch ja viele Leute vergessen, die Nebellichter einzuschalten und so mit einer Gehirnerschütterung oder sonstigen Verletzung im Krankenhaus landen.
Fazit: Am Wetter kann es also nicht gelegen haben.
Aber auch wenn man ein ungutes Kribbeln im Bauch hat, ist man doch nicht davor verschont, in die Schule zu gehen.
Meine morgendliche Zeremonie kenne ich mittlerweile in- und auswendig. Es ist ja nicht so, als hätte ich ein abwechslungsreiches Leben zu bieten oder so. Hunderte von Tagen verbringt man damit, genau zum tausendsten Mal in Folge ein und dasselbe zu tun. Da sollte es schon drin liegen, seinen eigenen Stundenplan zu beherrschen. Also, nachdem ich nun also aus meinem Kingsize-Bett gescheucht wurde, mache ich mich auf den langen Weg in unser Badezimmer. Ach nein, ich habe was vergessen. Nicht dass die Leute noch denken, ich marschiere nackt durchs ganze Haus. Ich füge hier noch ein, dass ich mich mittlerweile schon angezogen habe, mit den Kleidern, die mich dann an meinem Leib zur Schule begleiten. Nicht dass es mich stören würde, ich mag meinen Körper, obwohl ich noch nie eine schlanke Figur zu präsentieren hatte. Das ist somit auch das Einzige in meinem jetzigen Leben, was mich noch nie im Geringsten gestört hatte. Mal ehrlich. Nur aus Haut und Knochen zu bestehen klingt für mich nicht gerade antörnend. Naja, mich muss es ja auch nicht antörnen. Ich habe es zwar mal versucht, aber Frauen sind nichts für mich. Gehen einem schon nur an die Gurgel, wenn man schönere Haare hat oder besser singen kann oder versinken in Selbstmitleid und Depressionen, wenn die eigentliche Seelenverwandte den 17. Freund in Folge hat. Nein, das muss nicht sein.
Was jedoch die Männer betrifft, bin ich mir sicher, dass sie mit einem Knochengerüst nicht wirklich viel anfangen könnten, die schweben ja in stetiger Angst, etwas kaputtzumachen, und das möchten wir dem dominanteren Teil unserer Spezies doch nicht antun, oder?
Anders ist es bei weiblicher geformten Körpern, da hätten sie wenigstens was zum Anfassen, und die Liebe und Fürsorglichkeit einer waschechten Frau muss ja schließlich irgendwo verstaut werden.
Also, das war eine kleine Abschweifung am Rande. Was mitunter sicherlich noch häufiger vorkommen wird.
Da bin ich also, 3 Kreuzungen später, im Badezimmer vor dem Spiegel. Wer mal einen Zombie sehen möchte, einfach morgens in den Spiegel schauen. Grauenvoll!!! Aber zum Glück habe ich mich in der letzten Zeit im Schminken weitergebildet. Soll ja keiner mitbekommen, dass ich gestern schon wieder unter Tränen eingeschlafen bin. Also, als Erstes: Kajal. Mit ihm dringen die dunklen Seiten der Seele zum Vorschein. Je nach Gemüt kommt ein hellerer oder dunklerer Lidschatten zum Einsatz. Obwohl ich schon mit einem schlechten Gefühl aufgestanden bin, habe ich mich dennoch für die hellere Variante entschieden, ich habe ja schließlich einen Ruf zu verlieren. Gut, nachdem man die mittlerweile geschwollenen Lider der letzten Nacht gekonnt retouchiert hat, kommt noch die Wimperntusche, für verführerisch lange Wimpern, zum Einsatz. So, fertig.
Die Haare, ja gut, mit den Haaren lässt sich sowieso nichts Anständiges zaubern. Einmal kurz durchgewirbelt, und schon ist eine akzeptable Frisur entstanden.
Früher aufstehen als der Rest der Familie, hat so seine Gründe. Man wird nicht gestört oder mit irgendwelchen Vorwürfen bombardiert. Also habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, so früh wie möglich aus dem Haus zu gehen, damit keiner auf die blöde Idee kommt, sich in mein Leben einzumischen.
Frühstücken tue ich unterwegs. Meistens gönne ich mir ein kleines Brötchen und einen Orangensaft aus dem Tankstellenshop. Da mein Taschengeld aber nicht für das Frühstück außerhalb gedacht ist und die Tankstellen meist mit überdurchschnittlichen Preisen handeln, bin ich oft knapp bei Kasse. Da ist es verständlich, wenn ich sage, dass ich den Tag schon häufiger ohne Frühstück gestartet habe. Meistens kriege ich sowieso nichts runter.
Heute ist mir der Appetit nach einer Kollision mit einem Auto sowieso schlagartig vergangen. Diese verdammten Autos. Es haben wohl alle das Gefühl, Fahrrädern müsse man keine Beachtung schenken. Es ist ja nicht so, als würde uns eine Stahl- und Metallkonstruktion vor heftigeren Verletzungen schützen. Jedenfalls: Nachdem ich mir den morgendlichen Straßendreck von den Kleidern gewischt hatte, habe ich dem Autofahrer meine „liebsten“ Grüße bestellt und bin wieder weitergefahren. Nachdem ich mein Fahrrad in der Fahrradhalterung verstaut habe, ohne abzuschließen, versteht sich, warte ich wie jeden Tag auf Olivia und Sylvia. Wir sind ein Trio schlechthin, zwei Steinböcke und ein Krebs. Ich verstehe bis heute nicht, wie ich das wohl hingekriegt habe.
Während ich, an eine Mauer gelehnt, so vor mich hindenke, kommt jemand auf mich zu. Ein Mädchen. Ich habe es schon öfter gesehen, doch sein Name ist mir nicht bekannt.
Heute bin ich um einige verbrachte Stunden mit dieser Person reicher. Sie heißt Anna-Bettina.
Sie scheint mich zu kennen und hat wohl vor, ein Gespräch mit mir anzufangen. Ganz ruhig, schön lächeln und grüßen. „Guten Morgen!“ Super, gut gemacht. „Hey! Du, sag mal, Jessica, Jessica Gauch, ist die nicht mit dir in der Klasse?“ Mhm, mit dieser Frau habe ich eigentlich nicht viel am Hut, aber ich kann ja schlecht Nein sagen. „Ja, ist sie, wieso?“ Das „wieso“ ist reine Formsache: einfaches Anhängsel am Rande. Aber eigentlich bin ich auch ein wenig neugierig, das musste ich einfach fragen.
Gut, danach hätte ich mit allem gerechnet, doch das hatte ich nicht erwartet.
„Ja, weißt du, eine Bekannte, die mit Jessicas Familie sehr gut befreundet ist, hat mir erzählt, dass ihre Mutter in den Ferien gestorben ist.“ Toll, was zum Teufel soll ich jetzt bitte darauf antworten? Nachdem ich sie mit weiten Augen angeschaut hatte, hat sich doch wieder Neugierde in mir breit gemacht. „Weißt du denn, wie sie gestorben ist?“ Anstatt zu fragen, wie es wohl Jessica geht, kommt mir wirklich nichts Besseres in den Sinn? Du Vollidiot! „Einige sagen, man habe sie in einem Appartement in Zürich gefunden.“ Das ist ja wie in einer dieser TV-Serien, CSI Miami oder so. Dort werden die Leute entweder ermordet oder sie nehmen sich selbst das Leben.
Doch das auch noch zu fragen, wäre mir gar nicht erst in den Sinn gekommen. Es war ja schließlich schon schlimm genug.
Nun hatte sich mein Gefühl von heute Morgen also bestätigt: Es war alles andere als alles in Ordnung.
Mir ist nicht aufgefallen, dass die Schulbusse angekommen waren, während wir sprachen. „Behalt es für dich und sag nicht, dass du’s von mir hast!“ Mit diesen Worten hat sie sich verabschiedet und ist wieder zu ihrer eigenen Clique zurückgelaufen. Jedenfalls kommt jetzt Olivia auf mich zugestürmt. Toll, Umarmung im Anmarsch. Ich habe es nicht so mit Gefühlsduseleien. Das ist mir einfach zu … persönlich. Jeder Mensch hat eine Privatsphäre, und die sollte auch respektiert werden. Aber ich bin wieder mal zu stolz, um mein Anliegen zu äußern. Egal, ich werde ja nicht daran sterben. Oder?
„Sag mal, wo hast du denn Sylvia gelassen?“ Es ist mir aufgefallen, ja, denn meistens bekomme ich täglich zwei Umarmungen, und so was vergisst man nicht so schnell. „Die ist wieder mal krank!“ Was mich auch nicht verwundert, denn das ist auch häufiger der Fall.
Woran das damals wohl gelegen haben mag?
Nach unserer Begrüßung machten wir uns auf den Weg, den Berg hinauf zur Schule zu laufen. Es scheint, als hätte ich ein bedrücktes Gesicht gemacht, sonst hätte sie mich nicht gefragt, was los sei.
„Du, ist heute etwas nicht in Ordnung? Du machst auf mich so einen bedrückten Eindruck!“ Seit wann schaut sie denn auf meinen momentanen Gemütszustand? Na gut, ich geb’s ja zu. Ganz ohne ein wenig Gefühle vorzutäuschen ging’s dann doch nicht.
Erst da war mir aufgefallen, dass ich gar nicht wusste, ob unsere Jessica wirklich Gauch mit Nachnamen hieß. Es hätte ja ein x-beliebiger sein können. War es aber nicht.
„Eine Frage! Heißt unsere Jessica Gauch mit Nachnamen?“ Sag Nein, sag Nein, sag Nein. „Ja, wieso?“ Scheiße. Jetzt ist der Moment des Gefühlsausbruchs gekommen. Ein wenig getrübt zu Boden schauen, mit den Händen hastig durch die Haare wirbeln und warten, bis eine Reaktion auftritt. „Wieso, was ist denn los?“ BINGO. Jetzt ein wenig Getrübtheit in die Stimmbänder hauchen.
„Ja, weißt du, eigentlich sollte ich es dir nicht sagen. Aber früher oder später weiß es sowieso jeder!“ So, gut hingekriegt. Man schenkt dir Glauben, also, jetzt einfach so weitermachen. „Ihre Mutter ist gestorben.“ Jetzt weiß ich, wie ein „richtiger“ Mensch eine solche Nachricht auffassen sollte. Sie sieht sehr bedrückt aus. Es scheint sie gerade ein wenig getroffen zu haben. Man kann wohl auch mitfühlen, wenn es einen nicht persönlich betrifft. Das wusste ich nicht.
„Oh, mein Gott!“ Und so viel Emotionen in drei Worten habe ich, abgesehen von Filmen, auch selten gesehen.
Es war mir, als wäre ihr eine kleine salzige Träne aus den Augenwinkeln entflohen.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 130
ISBN: 978-3-99048-076-2
Erscheinungsdatum: 22.06.2015
Durchschnittliche Kundenbewertung: 4
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