Biografie, Politik & Zeitgeschichte

Der Reiter auf dem weißen Pferd

Andrea Preuß

Der Reiter auf dem weißen Pferd

Entdeckungsreise in ein neues Bewusstsein

Leseprobe:

Vorwort

Kennen Sie dieses Gefühl, nicht so richtig hierherzugehören oder immer wegzuwollen? Kennen Sie die Sehnsucht nach einer friedlichen, harmonischen und liebevollen Welt, die Sie von irgendwoher doch kennen, aber nirgendwo finden? Zu lange habe ich dafür gekämpft. Zu lange habe ich mir einreden lassen, dass es dieses Ideal nicht geben kann. Bis mir gezeigt wurde, dass es doch nicht nur ein Ideal und Kämpfen der falsche Weg ist.

Weihnachten 2015, Deutschland
Die Zeit kann dramatischer nicht sein. Der Nordpol hat vierzig Grad über Normaltemperatur, die Pole schmelzen ab. Die Sonne tut übers Jahr „ihr Bestes“ und produziert eine Eruption nach der nächsten. Ich kann nicht telefonieren, weil ständig das Funknetz zusammenbricht. Die Nordsee tobt, Stürme und Erdbeben in Amerika. Das furchtbare Beben in Nepal ist fast schon vergessen, Beben in China und Indien werden kaum noch diskutiert. Als ob das nicht reicht, gerät auch die menschliche Gesellschaft aus der Fassung und übt sich wieder einmal in Terror und Krieg – im Großen und im Kleinen. Eine Völkerwanderung nach Europa bricht aus. Was ist hier los, und ist diese Welt noch zu retten?, fragt man sich.
Verrückter kann es eigentlich nicht werden. Aber es gibt mir den Mut, über meinen Weg zu berichten. So vieles in meinem Leben ist passiert in den letzten Jahren. Die Erlebnisse in ihrer Dichte und Unfassbarkeit, würde man sie nicht gezwungenermaßen aus einer höheren Perspektive betrachten, wollen einfach erzählt werden. Es ist meine Geschichte von Gott und mir.
Um bei Gott anzufangen: Die wohl bekannteste Überlieferung über eine direkte Interaktion mit Gott in der heutigen Zeit sind zweifellos die „Gespräche mit Gott“ von N. D. Walsch (1). Auch in den heiligen Schriften sind viele Begebenheiten aufgeschrieben, in denen Er mit den Menschen Kontakt aufnimmt, sei es über das Schreiben von Tafeln oder die Übermittlung von Botschaften durch Propheten. Aber können Sie sich vorstellen, dass Er zu Ihnen spricht, mit einer hörbaren Stimme, durch einen menschlichen Körper – nicht nur über Gedanken, Visionen und Eingebungen? Ich konnte es nicht, schon deshalb nicht, weil ich nicht einmal an Seine Existenz glaubte. Bis ich 2010 eines anderen belehrt wurde und seitdem immer weiter in die feinstofflichen Welten eingeführt worden bin. Das Absurde an dieser Tatsache ist vor allem, dass ich weder religiös oder spirituell vorgebildet war noch mich durch allgemein übliche Umstände wie Unfall, schwere Krankheit oder dem Zusammenbruch meiner Lebensbedingungen äußerlich von der Welt abgewandt hätte. Es ist sozusagen mitten im Leben passiert und eigentlich aus purer Neugierde.
Und der andere Teil der Geschichte? In der Mitte meines Lebens, bereits Mutter zweier fast erwachsener Töchter, sollte ich auf einer Gruppenveranstaltung mit Familienaufstellung einmal laut sprechen: „Das bin ich.“ Allein vor ca. fünfzig Menschen. Es ging nicht, ich konnte es nicht! Ich schwieg verblüfft, beinahe verzweifelt. Aber kein Ton kam über meine Lippen, später dann ein anhaltendes Weinen. Ja, wer bin ich eigentlich, und wenn ich es wüsste, würde ich mich auch annehmen und leben können?
Nach langem Zögern habe ich beschlossen, diese meine Erlebnisse aufzuschreiben und sie mit Ihnen zu teilen. Es ist ja eigentlich schon alles gesagt und geschrieben, was mit menschlichen Ausdrucksmitteln beschreibbar ist. Aber all das auch zu erleben erscheint mir würdig genug, um dem bereits Beschriebenen und Gesagten Nachdruck verleihen zu können. Bald scheint es mir, dass ich auf wundersame Weise die Welt in ihren Dimensionen – weit über die physische hinaus – gezeigt bekommen habe, um als eine Entdeckungsreisende darüber zu berichten.
Ich bin mir sehr bewusst, dass manches für Leser, die sich noch nie mit Erscheinungen außerhalb der für uns gewohnten materiellen Welt beschäftigt oder ein traditionell religiös geprägtes Gottesbild haben, durchaus irritierend wirken kann. Mir bleibt nur zu versichern, dass nichts erfunden ist oder einem Wunschdenken entspringt. Alle Erlebnisse kamen spontan und sprengten mein Weltbild ein jedes Mal mehr, sodass ich immer erst im Nachhinein verarbeiten konnte, was eigentlich passiert war.
Möge die Lektüre also erheitern, berühren, aufrütteln oder ermutigen, sich selbst auf den Weg zu begeben. Den Weg in eine neue Welt. Eine Welt mit einer anderen, vielleicht nur größeren, umfänglicheren Sicht auf die Dinge, auf die Menschen und ihr Zusammenwirken und -leben mit allen Wesen und Welten.

***

4 Der Reiter auf dem weißen Pferd

Juli 2016 – Russland
Wieder einmal geht es auf eine große Reise. Diesmal ins Altai-Gebirge, auf den Spuren von Olga Kharitidi – „ins weiße Land der Seele“ (27). Zusammen mit drei wanderlustigen Freundinnen genieße ich die nahezu unberührte Natur und Bergwelt, glasklare Gebirgsbäche und die Gastfreundschaft der wunderbaren Menschen dieses Landes. Und natürlich wollen auch wir zur Belucha – dem schneebedeckten Wahrzeichen des Landes, das ähnlich berühmt ist wie der Kailash in Tibet. Schon drei Tagesmärsche davor beginne ich die sonderbare Energie dieser Gegend zu spüren und zu „sehen“: weiße und rote Wirbel steigen aus den Wiesen. Wir waten hindurch wie in einem See – baden, schweben, tanken. Irgendwo hier unten ist Belowodje, das sagenumwobene versteckte mystische Wunderland. Oder auch Shambala? Die hohe Schwingung ist deutlich spürbar. Eine satte, kräftige Natur lässt paradiesische Zustände ahnen. Himmel und Erde sind sich hier so nah!
Bereits ein Tal seitlich der Belucha, abgetrennt durch einen dreitausend Meter hohen Pass wird sich die Energie Tage später deutlich ins Gegenteil ändern. Dort ist es unangenehm kalt und windig. Erfolglos versuche ich das allabendliche Ritual, den Rastplatz mit einer Räucherkerze aus Sandelholz zu begrüßen. Die Flamme geht immer wieder aus. Aus dem Boden schleicht sich harte Aggressivität nach oben. Ohne besonderen Anlass muss ich lange weinen, zwei anderen Wanderern geht es ebenso. Die Nacht ist lang und schlaflos – dafür ziehen endlos viele Schattenwesen vorbei, ohne Kopf, teilweise fehlen Gliedmaßen. Die Unterwelt ist offen. In diesem Teil der Erde scheinen alle Welten aufeinanderzutreffen.
Aber noch wandern wir mit Blick auf die Belucha die Berghänge entlang. Sie zeigt sich in voller Schönheit im strahlenden Sonnenlicht, und unser einheimischer Führer meint, dass dies ein sehr seltener Glücksumstand sei. Ringsumher schieben sich dicke Wolken zusammen, aber die Sonne scheint mit uns mitzuwandern, als ob sie uns den Weg zeigen und trocken halten wollte. Bis wir abends noch einmal in ein Seitental abbiegen. Später erfahre ich, dass dieser Ort die „Sonnenstadt“ heißt und also seinem Namen alle Ehre macht. Plötzlich erscheint eine gigantische Lichtpyramide vor meinem geistigen Auge, und ich weiß, dass wir angekommen sind. Ich werfe den Rucksack ab, ziehe die Wanderschuhe aus und renne die restlichen hundert Meter – ein markanter Felsbrocken auf dem Boden zeigt die Spitze der Pyramide an. Ich klettere hinauf und werde sofort von einer gewaltigen, heilenden, lichten Energie durchströmt. Gedanklich rufe ich nach unten: „Die neue Zeit beginnt!“
Am nächsten Morgen begegnen wir spirituellen Einheimischen aus Nowosibirsk, die uns herzlich zum geistigen Austausch einladen. Spärliche Schulrussischkenntnisse aus längst vergessenen Zeiten helfen uns bei diesem denkwürdigen Erfahrungsaustausch. Im fernen Russland, an der Grenze zur Mongolei und China, erzählen uns herzliche, strahlende Menschen, dass Deutschland als eines der ersten Länder die Grenze in die neue Zeit überschreiten – Spiritualität und Hochtechnologie verbinden kann. Wir verbinden uns auf der Herzebene und umarmen uns später zum Abschied. Über uns öffnet sich der Himmel zu einem Sonnentor – so habe ich ihn bisher nur in Jerusalem und am Kailash erlebt.
Noch einmal wandere ich zum Eingang der Sonnenstadt, lege mich auf den weichen Moosboden, meditiere und nehme Verbindung mit der Lichtpyramide auf. Zunächst kommen Bilder, ähnlich denen in Indien. Eine alte Welt zerfällt vor meinem inneren Auge. Dahinter entstehen Schlösser in strahlendem Gold. (Diesmal sieht es aus wie der Kreml in Moskau. In Indien war es das Bild vom Taj Mahal, in Europa das der englischen und französischen Könige. Ich nehme erstaunt zur Kenntnis, dass die Bildersprache für Visionen landestypisch angepasst ist.)
Und dann öffnet sich die Pyramide: Eine riesige Lichtgestalt – ein Reiter auf einem weißen Pferd – steigt auf und fliegt über mich hinweg in die Welt hinaus. Ich nehme mir vor, zu Hause nach einer Bedeutung zu forschen. Lange muss ich nicht suchen: Die Johannes-Offenbarung im Neuen Testament der Bibel ist bekannt für starke Symbole. Dort lese ich, dass der „weiße Reiter“ erscheint, wenn die alte Welt zu Ende geht.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 112
ISBN: 978-3-95840-337-6
Erscheinungsdatum: 26.01.2017
EUR 22,90
EUR 13,99

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