Sonstiges & Allerlei

Erdenengel, Botschaften für dich

Sigrid Beyer

Erdenengel, Botschaften für dich

Die Besonderheit des Alters, der Zauber und die Einzigartigkeit des Sterbens, die Kraft und der Genuss von Freundschaft, Liebe und Toleranz

Leseprobe:

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1
Flavius, ein Engel vom kristallinen Stern

Kapitel 2
Die Freundschaft zwischen Natalie und Anastasia

Kapitel 3
Die Geschichte vom Jungen, der ein Buckelwal sein wollte

Kapitel 4
Der Planet des Vergessens namens Erde oder Drachen haben viel zu lachen

Kapitel 5
Die Maus auf Augenhöhe

Kapitel 6
Die Geschichte vom alten Mann, der eine Weltreise machte

Kapitel 7
Die Sprache des Herzens

Kapitel 8
Wie ich vom Jungen Raffael zum Erzengel Raphael mit der Farbe Grün wurde

Kapitel 9
Indien, meine große Liebe

Kapitel 10
Die bedingungslose Liebe

Kapitel 11
Die Reise nach Hause

Danksagung

***

Kapitel 3

Der Wal war von den Feen eingeladen worden. Er war ein riesiger und unglaublich schöner Buckelwal. Er tauchte in seine goldene, meerwassergefüllte Kugel, spritzte goldenes Licht wie eine Fontäne in die Luft und begann mit seiner Geschichte. „Wale sind sehr, sehr alte Seelen und sie haben das Wissen von vielen Millionen an Jahren in sich gespeichert. Nur eine sehr alte Seele kann als Wal geboren werden, denn nur eine sehr alte Seele verkraftet den Zugang zu dem Wissen und der Erfahrung von Millionen von Jahren. Wale leben auf den verschiedenen Erden des Universums, damit sich dieses Wissen überall manifestiert. Alle Menschen, Tiere und Naturwesen, die Wale lieben, sind mit ihrem Wissen vertraut. Sie spüren beim Anblick der Wale, in ihrer Bewegung, die Unendlichkeit der Schöpfung in ihrer Tiefe und Weite. Wale sind wie Täler des Glücks, in das man eintauchen kann, wie die direkte Verbindung ins unendliche Liebesmeer der Schöpfung. Wale leben auf allen Erden, die es im Universum gibt und wenn sie zurückkehren in den Himmel der Engel, dann gehören sie immer zu den ältesten. Meine Geschichte, die ich euch heute erzähle, handelt von einem kleinen Jungen, der nichts lieber sein wollte als ein Buckelwal.
Eines Tages, als ich alleine unterwegs war, ruhig durch das Wasser glitt, sah ich hoch oben auf der Felsenküste, auf der Klippe, einen kleinen Jungen stehen. Ich konnte ihn nicht genau wahrnehmen, er war zu weit weg, aber ich spürte sein Zittern und seine unglaubliche Sehnsucht. Doch, Sehnsucht wonach? Ich fand keine Antwort darauf. Im Wissensspeicher von Millionen von Jahren gab es keine Antwort. Welche Sehnsucht quälte diesen Jungen? In diesem Moment sprang er von der hohen Klippe, oder war er einfach ausgerutscht? Nein, so elegant wie sein Körper durch die Luft glitt, war alles Absicht. Neugierig geworden schwamm ich etwas näher. Wo war er nur hingekommen? Doch während ich noch in den Wellen nach ihm suchte, blickte ich auf einmal in die winzigen Augen eines Jungen. Er hatte schwarze Locken, eine tiefbraune Hautfarbe und war circa neun Jahre alt. Diese dunkelbraunen Augen waren von einer Tiefe, von einer Freude, Offenheit und von größter Sanftmut, die ich nur von den ältesten der Wale kannte. Er schien ohne Furcht und Angst zu sein. War das überhaupt ein menschliches Wesen? Ich begann daran zu zweifeln, denn Menschen verhielten sich normalerweise ganz anders. In diesem Augenblick spürte ich, wie sich sein ganzer Körper an mich lehnte, und fühlte seine Worte. „Ich liebe Wale, nichts auf dieser Welt liebe ich mehr, bitte nimm mich mit, ich möchte ein Wal werden.“ Seine Worte verursachten einen prickelnden Zauber in all meinen Zellen, doch was in aller Welt sollte ich mit diesem kleinen Jungen machen? Wenn ich nicht rasch handeln würde, dann würde er wohl ertrinken. Ich drückte den Jungen mit meiner Schwanzflosse und flüsterte ihm ins Ohr: „Mein lieber Junge, ich kann deine Sehnsucht nicht erfüllen. Ich bin ein alter Wal und habe schon viel gesehen und viel erfahren, aber einen Menschen in einen Wal verwandeln, das kann ich nicht und ich kenne auch niemanden, der diese Aufgabe lösen könnte.“ Ich nahm seinen enttäuschten Blick wahr und spürte, wie er kraftlos von meiner Seite hinunterzurutschen begann. Also gab ich dem kleinen Körper einen kräftigen Stups, der ihn mit der nächsten großen Welle an Land spülte. Zu nah konnte ich nicht an den Strand, auch wenn das Meer hier an der Küste von Hawaii sehr tief war. Ich hoffte, dass es geklappt hatte. Ja, zum Glück, er hatte den Strand erreicht. Ich sah ihn dort stehen und zu mir herüberschauen. Bevor ich aufs offene Meer hinausschwamm, hob ich zum Abschied meine Schwanzflosse, doch er winkte nicht zurück. In den nächsten Tagen fiel mir der kleine Junge öfter ein und ich fragte mich, wie seine Geschichte war. Ich würde es wohl nie erfahren. In den kommenden Tagen war ich sehr beschäftigt, denn mein Enkelwal hatte bald Geburtstag. Da wir uns auf ganz besondere Weise vertraut waren, wollte ich eine große Walparty für ihn veranstalten. Er trug das gleiche Mal wie ich auf seiner Schwanzflosse, einen schwarzen Kreis. Außerdem lachte und spielte er für sein Leben gern und liebte es, so wie ich, nah an die Küste zu schwimmen und all die Lebewesen, die auf der Erde ohne Wasser lebten, zu beobachten. Ich habe euch unsere Namen noch gar nicht gesagt. Ich bin Nur und mein Enkelwal heißt Tobi, beide stammen wir aus der Buckelwalfamilie Horti.
Ich gehöre zu den alten Walen aber nicht zu den ältesten. Das ist wohl auch der Grund, warum mir die Sehnsucht des Jungens ein Rätsel geblieben war, denn den ältesten bleibt nichts, gar nichts verborgen. Sie sind die tiefste und gleichzeitig die klarste Wahrheit. „Platsch“ machte es neben mir, und es spritzte nach allen Seiten. „Großvater Nur, wo findet die Party statt?“ „Das ist eine Überraschung.“ „Und wer ist eingeladen?“ „Auch das ist eine Überraschung.“ „Aahhh, so öde. Und wann ist nun die Party?“ „Gut, das kann ich dir verraten, morgen um 12 Uhr mittags startet die Party nahe der Küste beim weißen Felsenstein mit einem Wettspringen.“ „Juppidu“, rief Tobi. „So, und jetzt schwimm mir aus den Augen und aus dem Sinn, denn ich möchte nicht, dass du meine Gedanken liest und schon vorher alles weißt.“ Nur wedelte mit der Schwanzflosse und verscheuchte Tobi. Er hatte noch viel zu tun, alle Einladungen waren ausgesprochen, doch die Gesänge waren weder fertig geschrieben noch gesungen. Und die Tänze mussten auch noch einstudiert werden. Zum Glück halfen alle, Tobis Eltern, seine Freunde/innen, seine Geschwister, Onkel, Tanten, Uronkel, Großväter und Urgroßväter und so weiter. Alle zusammen waren es so an die hundert Buckelwale, die zum Fest kommen würden. Das bedeutete, dass es auch jede Menge zum Essen geben musste. In der Nacht bat Nur dann noch einige Sterne um Unterstützung, damit am nächsten Tag das Wasser silbrig und golden glänzen würde. Alles war bereit, 12 Uhr war es, alle Geschenke schwammen im Sternentageslicht. Die Wale freuten sich, endlich wieder einmal ein großes Fest. Viele schmunzelten, weil Nur für den kleinen Tobi so ein großes Fest vorbereitet hatte, aber sie wussten um die besondere Herzensverbindung. Doch, wo blieb Tobi? Es war schon 12:15 Uhr und weit und breit kein Geburtstagswal zu sehen. Nur kräuselte die Stirn und blickte angestrengt auf das Meer. Er spürte, dass alles in Ordnung war, Tobi war nichts passiert, aber warum in aller Welt kam er zu seinem eigenen Geburtstagsfest zu spät? „Er kommt“, rief jemand. Na endlich. Die Wale begannen zu singen, ein langes, schönes Walgeburtstagslied. Tobi kam näher und Nur konnte erkennen, dass er irgendetwas bei sich hatte, er trug ein Paket mit seiner Schwanzflosse. Er winkte, lachte und rief: „Ich habe einen Freund mitgebracht.“ Was für einen Freund? Es waren doch alle Freunde da! Je näher Tobi schwamm, umso deutlicher sahen die Wale, dass er kein Paket, sondern etwas Bewegliches bei sich trug. Nurs Gesicht hatte sich in Falten gelegt und seine Augen waren angespannt. Sah er richtig? Er konnte es nicht fassen. Tobi trug einen kleinen Menschen auf seiner Schwanzflosse, der winkte und winkte und schien sich unglaublich zu freuen. Verwunderung machte sich unter den vielen Walen breit, denn das hatte noch niemand von ihnen gesehen. Endlich war Tobi angekommen, er prustete laut, das Wasser spritzte nach allen Seiten. „Das ist Koran, ich habe ihn gestern kennengelernt und wir sind Freunde geworden. Er ist ein Mensch, aber er versteht die Walsprache und kann super schwimmen.“ Als Bestätigung, dass alles stimmte, was er sagte, ließ er Koran ins Wasser rutschen, und dieser zeigte vor, wie gut er schwimmen konnte. „Tobi, du kannst doch keinen Menschen so weit aufs Meer mitbringen, das ist gefährlich. Ich möchte, dass du ihn sofort wieder zurückschwimmst“, mahnte Nur. In dem Moment drehte der Junge seinen Kopf und Nur erkannte das Gesicht des kleinen Jungen, der von der hohen Klippe gesprungen war. Ein Schauer rieselte über seinen Körper und es verschlug ihm die Stimme. Die Wale begannen zu diskutieren, ob das nun richtig oder falsch war und ob Tobi den Jungen zurückbringen sollte oder ob er bleiben konnte. Doch da rief Tobi mit der Kraft seiner ganzen Kinderwalstimme: „Ruhe! Das ist mein Fest, oder?“ Alle nickten. „Alle meine Freunde und lieben Wale sind eingeladen.“ Alle nickten. „Koran gehört zu meinen Freunden, also gehört er zu meinem Fest.“ Tobi hatte Koran wieder auf seine Schwanzflosse gehoben und bedeutete ihm etwas zu sagen. „Ich liebe Wale“, kam über seine Lippen, begleitet von dem breitesten Lächeln, das man je gesehen hatte, und eine Welle an Freude und Glückseligkeit breitete sich aus, die die Wale zur Gänze überzeugte. Alle fanden nun, dass Koran bleiben und mit ihnen das Fest feiern sollte, außer Nur, der sich Sorgen um Tobi aber auch um Koran machte. Tobi erzählte, dass er Koran nahe der Küste kennengelernt hatte, als Koran vom hohen, weißen Felsen gesprungen und dann ziemlich weit ins offene Meer getrieben worden war. Er hatte Koran aus dem Meer gefischt und dann bemerkt, dass er die Walsprache konnte und so hatte die Freundschaft begonnen. Nun begann aber endlich das Fest und es wurde ausgiebig gefeiert. Koran saß immer auf Tobis Schwanzflosse und wenn Tobi für länger untertauchen wollte, dann wechselte er zu einer anderen Schwanzflosse.
Nur hatte gehofft, dass nach dem Fest wieder alles seinen gewohnten Lauf nehmen würde, und das bedeutete auch, dass Koran wieder aus Tobis Leben verschwinden würde. Doch alles verlief ganz anders. Es gab keine Tage mehr, an denen Tobi nicht zur Klippe nahe der Küste schwamm, und es gab keinen Tag, wo Koran dort nicht schon auf Tobi wartete. Nur versuchte mit beiden ein vernünftiges Gespräch, doch sie schienen ihn nur zu belächeln und sagten: „Was ist an dieser Freundschaft gefährlich? Bisher war es für alle nur gut.“ „Aber was ist mit deinen Eltern, deinen Freunden? Die werden dich vermissen und schätzen es vielleicht gar nicht, dass du ständig mit einem Wal unterwegs bist.“ Es war eine Pause, bis die Antwort kam. „Ich habe keine Eltern, ich wohne am Strand in einer kleinen Hütte und enge Freunde habe ich auch nicht.“ „Es reicht!“, rief Tobi. „Jetzt hast du Koran auch noch verletzt mit deinem Zweifel. Du bist ein alter Wal und als solcher gehörst du schon zu den sehr weisen. Warum in aller Welt verhältst du dich dann nicht so?“ Er blickte Nur wütend und fordernd an. Nur schüttelte den Kopf, machte eine Drehung im Wasser und bevor er losschwamm, sagte er: „Es sind die Sorgen, vielleicht sind es nur alte Erinnerungen, die noch erlöst werden müssen. Verzeiht mir, ich werde ab heute an eure Freundschaft glauben.“ Und so war es auch. Nur ließ Tobi immer an die Küste schwimmen, er zeigte den beiden sogar die neuesten Meeresverstecke, die schönsten Korallenriffe, die goldenen Seehügel und erzählte ihnen viele Geschichten vom Erden- und vom Himmelsmeer. Koran und Tobi liebten diese Erzählungen, die voller Zauber, Glück, Freude und Spaß waren. So vergingen zwei Jahre und viele gemeinsame Tage, Abende und Feste, es war die pure Wonne. Die Buckelwale hatten sich alle an Koran gewöhnt, man hatte das Gefühl, dass es gar niemanden mehr aufzufallen schien, dass es sich bei Koran eigentlich um einen Menschen handelte. Eines Tages kamen Tobi und Koran zu Nur und sagten ihm, dass er morgen nicht auf sie zu warten brauchte, da sie einen Ausflug zum grünen Felsen vorhatten. In Nur stieg wieder dieses alte Gefühl der Sorge hoch, doch er sagte nichts und wünschte ihnen herrliche Wellen und nette Gespräche mit allen Meerestieren. Was sollte schon sein? Es war ja nicht der erste Ausflug, den die beiden machten. Nur hatte zum Glück am nächsten Tag viel zu tun, da seine Schwester gerade ihr Walbaby geboren hatte und Unterstützung brauchte. So war er wunderbar abgelenkt. Als er gegen Mitternacht seine Abendrunde drehte, hörte er auf einmal ein aufgeregtes Rufen. „Nur, Nur, wo bist du?“ „Ich bin hier, beim tiefen Tal.“ Er sah die Meeresschildkröte Mona auf ihn zu schwimmen. Was hatte das zu bedeuten? „Nur, komm schnell, Tobi und Koran“, stieß sie heraus. Nurs wunderschöner Walkörper wurde weiß vor Schreck. „Was ist, wo sind sie?“ „Ich komme aus dem grünen Tal, war zufällig dort, und habe gesehen, dass die Haie Tobi angegriffen haben.“ Das blanke Entsetzen ergriff Nur und mit einem kräftigen Schlag mit der Schwanzflosse war er schon unterwegs zum grünen Tal. Die Schildkröte versuchte ihm zu folgen, verlor ihn aber sogleich aus den Augen. Nur schwamm nicht, er raste Richtung grünen Tal, er versuchte mit Tobi Kontakt aufzunehmen, stieß ganz laute Töne aus, nichts. Und Koran, was war wohl aus Koran geworden? Wie hätte er sich gegen die Haie wehren können? Und warum ist es überhaupt zum Angriff gekommen? Aus der Ferne sah er schon die Hügel, die zum grünen Tal gehörten. Dort, dort, war das nicht Tobi? Ein leblos wirkender, kleiner Wal trieb auf den Wellen. Ein kräftiger Stoß und Nur war bei Tobi. Er stupste ihn mit seiner Walschnauze an, fühlte, sein Herz pochte. Dem Himmel sei Dank! Er nahm Tobi ganz behutsam unter seine rechte Flosse, da sah er einen Biss. Er hatte wohl viel Blut verloren. Zum Glück hatte die Wasserschildkröte die anderen Wale informiert, die auch bereits vor Ort waren. Tobi musste so schnell wie möglich ins Korallenriff der ewigen Heilung geschwommen werden. Dort würde er sich rasch erholen. „Könnt ihr Tobi ins Riff schwimmen?“, fragte Nur seine Freunde. Sie schauten ihn überrascht an. Wollte er das nicht selber machen? „Ich muss Koran finden, ich hoffe, es ist ihm nichts passiert.“ Sie verstanden, nahmen Tobi zwischen ihre Flossen und schwammen los. „Koran, Koran!“, rief Nur. Er stieß laute Töne aus, doch nichts. Möglicherweise hatten die Haie nichts von ihm übrig gelassen. Aber sein Gefühl sagte ihm, dass Koran irgendwo in der Nähe war. Nur schwamm nah zum Strand des grünen Tals und dort sah er ihn. Die Wellen versuchten den Körper des kleinen Jungen an Land zu spülen. „All ihr Alten und Weisen, all ihr Göttinnen und Götter des Lichtes, helft mir!“, bat Nur. „Wie soll ich bloß so nah an den Strand kommen, ohne im Sand stecken zu bleiben?“ In dem Moment kam eine riesige Welle, die Korans Körper mit sich nahm und direkt vor Nur abwarf. Schnell nahm Nur Koran auf seine Schwanzflosse, er spürte sein Herz, aber es war sehr, sehr schwach. „Koran, mein Junge, mein geliebter Junge, du musst durchhalten, ich bringe dich ins Riff der Heilung.“ Er wollte losschwimmen, als er bemerkte, wie Koran die Augen öffnete. „Nur, ich schaffe es nicht mehr bis zum Riff, ich … meine Seele ist schon am Gehen.“ Nur nahm Koran ganz nah und dicht an sich und drückte ihn sanft. In dem Augenblick, als sich die Augen trafen, erkannte Nur in Koran seine uralte Seele. Er sah, dass er schon viele Male ein Buckelwal gewesen war, und zu den ältesten und weisesten gehörte. Koran brachte ein Lächeln hervor und auch Nur lächelte, und eine Welle von Liebe floss zwischen den beiden Seelen, die sich nun zur Gänze erkannten. „Warum nur bist du ein Mensch geworden, wo du doch zu den ältesten und weisesten Buckelwalseelen gehörst?“ Koran schaute ihn an und Tränen liefen über das Gesicht des Jungen. Da erfühlte Nur die Geschichte und Tränen liefen auch über sein Gesicht. „Du hast Tobi das Leben gerettet, als die Haie euch angegriffen haben, du hast dich ihnen zum Fraß vorgeworfen.“ Nur war fassungslos. Koran lächelte noch immer: „Tobi hat mir schon so oft das Leben gerettet, in den vielen gemeinsamen Buckelwalleben, immer war er es, der mir das Leben gerettet hat. Einmal, nur einmal wollte ich ihn retten. Deshalb bin ich ein Mensch geworden. Als Wal wäre mir das nicht gelungen, denn da war er immer schneller.“ Koran schloss erschöpft die Augen, das Lächeln war noch immer auf seinen Lippen. Er ließ sich ganz in Nurs Flosse sinken und war nahe daran seinen Körper zu verlassen. „Was sage ich bloß Tobi?“, flüsterte Nur verzweifelt. „Sag ihm, dass ich bald, bald wiederkomme, aber diesmal wieder als Buckelwal!“

Format: 15 x 23 cm
Seitenanzahl: 166
ISBN: 978-3-99048-150-9
Erscheinungsdatum: 13.08.2015
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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