Sonstiges & Allerlei

Ästhetik

Claudia Wer

Ästhetik

Die Glück versprechendste Waffe der Frau

Leseprobe:

Vorwort

Was bedeutet Ästhetik?

Ästhetik ist die Wahrnehmung des Sinnlichen, des Schönen, des Angenehmen. Ästhetik beschert uns ein viel intensiveres und innigeres Erleben von Gefühlen, von Reizen und von Erotik. Ästhetik ist die höchste zu erlangende Stufe an persönlichen Empfindungen, Gefühlen und des Genusses.
Damit wir aber uns und unser Umfeld entsprechend ästhetisch wahrnehmen können, ist es notwendig, dass unsere Sinne wieder geschärft und sensibilisiert werden. Brutalität, Banalität und Pornografie in den Medien, der Werbung und der ganzen Computer- und Internetvernetzung haben unsere Sinne großteils schon so sehr abgestumpft, dass wir kaum noch die Feinheiten, die sinnlich schönen Dinge im Leben wahrnehmen und schon gar nicht er- und ausleben können.
Kaum ein Mensch besitzt noch die Gabe, das wirklich Schöne zu genießen. Warum nur hat „Frau“ verlernt, ihre wirkungsvollste und stärkste Waffe – die Ästhetik – zu nutzen?
Dieses Buch soll den Menschen wieder die Wichtigkeit und die Schönheit der Ästhetik ins Bewusstsein rufen. Es soll ein Leitfaden sein, Stück für Stück die eigenen Sinne, aber auch die Gegensinne entsprechend zu schärfen und zu sensibilisieren.
Lieber Leser, machen Sie sich nun mit uns auf den Weg zu mehr Ästhetik. Arbeiten wir gemeinsam an einer erfüllten Lebensqualität.

Ästhetik bewusst leben und erleben bedeutet
Zufriedenheit,
Anerkennung,
Beliebtheit,
Glück und
befriedigende Erotik.



Kapitel 1

Jacqueline

So tief war sie nun gesunken! Verletzt, ausgelaugt, vom Ex-Mann und vom Glück verlassen, vom Chef und Vorgesetzten ausgenutzt und letztendlich arbeitslos. Wie weit konnte diese Negativspirale sie noch abwärtsziehen? Ach ja, gut drei Jahre lang lebte Jacqueline nun schon ohne Sex!
Wer dachte, schlimmer könne es nicht mehr kommen, der irrte sich gewaltig. In ihrem Café saß sie nun vor einem Scherbenhaufen. Der Cappuccino rann quer über den Frühstückstisch und das restliche Frühstück befand sich größtenteils schon am Fußboden. Die anderen Gäste starrten sie nur entsetzt an und selbst Kleinkinder lächelten ihr mitleidsvoll zu. Sie hatte eben noch vor der Theke gestanden, sich ihr Frühstück bestellt und sich schon auf den sehr raffiniert dekorierten Cappuccino gefreut. Dazu gab es frische Semmeln mit Butter und Marmelade. Ach ja, und für die Figur ein Müsli-Joghurt! Hmm, wie sehr freute sie sich auf diesen wohlschmeckenden Start in den Tag, aber es sollte doch etwas anders kommen. Eine kleine Unachtsamkeit hier, ein falscher Reflex dort und eine Kettenreaktion von Fehlgriffen – schon war das totale Chaos perfekt.
Heute sollte doch „ihr“ Tag sein. So oder so ähnlich lautete das Tageshoroskop für den Fisch. War sie überhaupt ein Fisch? Sie zweifelte schon an der Richtigkeit ihrer Geburtsdaten. Wer weiß, vielleicht wurde sie vertauscht oder war eigentlich gar nicht sie selbst. Daher las sie auch alle anderen Horoskope in einer der vielen volksverblödenden Tageszeitungen durch in der Hoffnung, den totalen Loser und Versager unter den Sternen zu finden. Das wäre dann sicherlich ihr richtiges Sternzeichen!
Zur vollen Verblüffung musste sie feststellen, dass an diesem Tag zehn von den zwölf Horoskopen eine ähnliche Aussage hatten und nur zwei etwas neutraler gehalten waren. Da sie nun ohnehin keiner sinnhaften Arbeit nachzugehen hatte, begann sie mit ihrer Recherche der Sternzeichen. Das musste doch auch mal jemand machen. Wenn wir schon blindlings den Gerda Rogers dieser Erde vertrauen, sollte doch wenigstens eine frustrierte Frau mittleren Alters einmal einen Blick auf die Seriosität unserer Lebensratgeber in sämtlichen Schmuddelzeitungen werfen.
Im Nachhinein betrachtet war es ihr Tag. Im Nachhinein betrachtet trafen auch 90 % aller Horoskope, egal für welches Sternzeichen, auf sie zu. Was sie wiederum zu der Erkenntnis brachte: Horoskope sind nur Motivationsanregungen!
Das war auch gut so! Hätte Jacqueline bereits beim Frühstück im morgendlichen Schwachsinnsblatt beim Fisch folgendes Horoskop gelesen: „Dieser Tag heute wird ohnehin ein Scheißtag – egal was du auch machst!“ – na, dann hätte sie sich ja sofort wieder ins Bett gelegt und auf morgen gewartet. Zumindest aufs morgige Horoskop.
Aber zurück zum Frühstücks-Chaos im Café. Wie sehr wünschte sie sich nun, nicht hier zu sein, einfach zu verschwinden. Sie schloss die Augen und … Beim Öffnen ihrer Augen war sie leider immer noch da. Nichts wurde aus dem Verschwinden! Sie spürte, wie die Wärme in ihr Gesicht gestiegen war – nein, nicht Wärme, die Hitze. So sehr sie sich auch bemühte, etwas Ordnung in dieses Chaos zu bekommen, es wurde immer schlimmer. Wenn sie sich nur wegbeamen könnte.
Schüchtern blickte sie sich um und sah schräg gegenüber eine Frau, die sie mit einem Lächeln anstarrte. Jacqueline spürte, wie ihr noch mehr Röte ins Gesicht stieg. Die Frau lächelte mitleidsvoll. Ja, ja, dachte sich Jacqueline, lach nur. Ergötze dich nur an meiner Erniedrigung!
Endlich nahte Hilfe. Eine Angestellte des Franchise-Ladens kam zu ihr. Sie versuchte, in diesem Durcheinander einigermaßen Ordnung zu schaffen, und Jacqueline nutzte diese Gelegenheit, um sich aus dem Staub zu machen. Frühstück oder nicht, das war in diesem Moment egal. In Kaffee ertränkte Semmeln schmeckten ohnehin nicht. Also Kopf einziehen, Luft anhalten und raus aus dem Lokal.
Endlich! Entfleucht den Peinlichkeiten, aus den Klauen der öffentlichen Frustration befreit, so stand sie nun vor dem Lokal und wollte nur noch eines – eine Zigarette! (Und nie wieder in dieses Lokal.)



Kapitel 2

SIE

Ein wunderschöner Frühlingstag, die Sonne strahlte – na ja, die Sonne und die neuen High Heels in der Auslage gegenüber, das waren leider die einzigen Dinge, die strahlten.
Ansonsten füllte sich die Straße mit Demotivation, mit Frust und Verkommenheit. Die Menschen, die vorbeigingen, hatten kein Leben in ihren Augen, keine Energie, keine Freude, nothing, nada. Eingehüllt in textilen Grautönen, weit weg von auch nur annähernd modischem Styling, präsentierten sie sich in jämmerlicher Körperhaltung auf dem städtischen Laufsteg des Frusts. (Bestand die neu ausgerufene Modelinie von Karl Lagerfeld aus ausgebeulten Jogginghosen und alten, ausgelatschten Strickjacken?) Hatten denn, verdammt noch mal, alle den Beginn des Frühlings verpasst?
Ich saß vor einem kleinen Café und trank meinen obligatorischen Espresso Macchiato. Das Café befand sich am Hauptplatz unserer Bezirksstadt. Ich blickte mich hier etwas um, eigentlich eine schöne Altstadt. Nette Fassaden, ein großer, etwas leer wirkender, gepflasterter Platz mit einem hübschen Springbrunnen.
Ach, herrlich, wie ich die Sonnenstrahlen genoss. Nach den trüben, schneelosen und damit doch etwas faden Wintermonaten konnte ich mich nun endlich wieder in der Sonne aalen. Obwohl wir nahe den Bergen auf etwa 740 m Seehöhe lagen, waren die Temperaturen sehr angenehm. Unser Hausberg nahe der Stadt hatte immerhin eine Höhe von 2396 m.
Ich beobachtete aus den Augenwinkeln eine Dame mittleren Alters. Verbissen kämpfte sie sich durch die Einkaufsstraße, hinterher ein kleiner Hund, Marke, na ja, kleiner, weißer Staubwedel.
Der Hund hatte sichtlich Spaß und Freude, lief mal hin, mal her, sog sich den Abgasgestank in die Nase und wedelte freudig mit dem Schwanz. Na, der war wohl der Einzige weit und breit, der den Frühling willkommen hieß und ihn auch genoss. Genau wie ich. Nur dass ich mir den Abgasgestank nicht von so weit unten in die Nase sog, und gewedelt habe ich auch nicht … Aber ansonsten … so genossen wir beide unseren Frühlingsbeginn. Ich fragte mich schon, was nur mit der Gesellschaft los war. War der Frühlingsbeginn nicht immer Auslöser für Glückshormone, Fröhlichkeit und Zufriedenheit? Stattdessen sah ich nur ferngesteuerte, frustrierte Muttis durch die Stadt huschen, zu Leben gewordene Burn-outs.
In diesem Moment fiel mir wieder die Radiosendung von heute Morgen ein: ein etwas lustiger Radioreporter, der mit hinterlistigen Fragen den Leuten Antworten herauslockte. Welch Schock! Die Menschheit verblödet. Leider konnte man nicht nur mit anhören, wie die Menschheit verdummte und verblödete, sondern – wie ich nun auch feststellte – auch immer mehr verbauerte. Verbauern? Hm, ein etwas neuartiges Wort – oder doch verbäuerte?
Nein, mit Verbäuerung würde ich den Bauernstand angreifen, was ich bei Gott nicht vorhabe. Ein Hoch auf die Bauern! Vielen Dank an euch für die Landschaftspflege, für den Kampf um noch genießbare Lebensmittel, für euer Überleben. Also, Politiker, kümmert euch etwas mehr um unsere kostbaren Bauern! Weg mit den sinnlosen (EU-)Auflagen, Vorschriften und Blödheiten, die euch einfallen. Sind wir doch froh, dass wir noch so viele gute Nahrungsmittel von unseren Landwirten bekommen. Ansonsten würden wir in der Plastiknahrung ohne Geschmack, ohne natürliche Inhaltsstoffe und überhaupt ohne „Natürliches“ – na, das Schweinderl aus der Werbung würde es nicht freuen –, also in diesem Giftmüll umkommen.
Die großen Lebensmittelkonzerne liefern uns ja sämtlichen Müll vor die Haustüre: Sonderpreise zu Riesenmengen – also wenn das alles jemand isst, der muss nach seinem Tod noch auf die Sondermülldeponie. Eigentlich schlimm, solch eine Person kann ja gar nicht mehr richtig begraben werden. Nach deren Tod: kontaminiertes Erdreich, Grundwasserverseuchung … oh Gott, da hast du auch nach deinem Tod noch die Klagen am Hals. Also Verbrennen! Aber die Abgase von Plastik und Co sind auch nicht besser – na, dann bleibt nur die Sondermülldeponie.
Aber zurück zum Verbauern. Unter Verbauern (wurde in Wikipedia noch nicht aufgenommen) verstand ich die Urform des Benehmens, so, wie in früheren Zeiten das „niedrige Volk“ sich gegeben hat: furzend, rülpsend, mit Gummistiefeln im Gatsch herumstampfend und keine Manieren oder gar etwas Anstand. Schlecht gepflegt mit fettigem Haar (dieses natürlich kurz geschnitten, da im Mittelalter nur der Adel langes Haar tragen durfte) und von der Weite duftend oder sagen wir besser, stinkend wie ein Schwein.
Na gut, jetzt war ich in meinen Gedanken schon sehr weit abgesackt, aber mit viel Feingefühl beobachtend konnte ich doch in unserer Gesellschaft viele Menschen entdecken, die mehr und mehr „verbauerten“.
Also, ich war schockiert von der Entwicklung unserer Gesellschaft. Ich mochte mir auch gar nicht einen „verbauerten Sex“ vorstellen, wuäh – grausig. Montags bis mittwochs geht’s noch, denn am Sonntag wird frische Unterwäsche angezogen. Aber gewechselt wird sie höchstens von vorne nach hinten oder innen nach außen. Spätestens am Donnerstag haben wir ein Problem, denn dann muss man wieder eine der gebrauchten Seiten verwenden. Denn frische Wäsche gibt’s erst am Sonntag. Und von der Bettwäsche möchte ich erst gar nicht sprechen, die wird ja ohnehin nur alle drei Monate gewechselt …
Nun, im Zuge dieses Absturzes in das Unfassbare (und Unriechbare) kommen wir auf das Thema dieses Buches zu sprechen. Auf etwas, das uns nun wie eine andere Welt, ja, wie ein anderes Universum vorkommen muss: die Geheimnisse der Ästhetik, der Sinnlichkeit.
Ich sah vor mir am städtischen Laufsteg eine Ansammlung von weiblichen (und auch männlichen) Grauslichkeiten, von Ungepflegtheiten und Gleichgültigkeiten. Bei Männern akzeptieren wir ja noch ein etwas „raues Aussehen“ oder eine etwas „legere Gangart“. Viele Frauen wünschen sich ihren privaten Macho, aber sobald er „ihr“ Macho ist, soll es mit der Machohaftigkeit auch schon vorbei sein. Schürze umgebunden und ab zum Bügeln, Waschen, Kochen und sonstigen Hausarbeiten. Was wollen die Frauen eigentlich wirklich? Macho, Weichei oder Grauslichkeit?
Und wie sieht es nun bei den Frauen aus? War das das Ergebnis des Kampfes um die weibliche Gleichberechtigung? Warum haben die Frauen verlernt, ihre geheimste, wirkungsvollste und Glück versprechende Waffe zu nutzen, zu pflegen und bewusst auszuleben?


Die Ästhetik!

In diesem Buch behandeln wir die Schärfung und die Reaktivierung unserer Sinne, damit wir Ästhetik überhaupt wahrnehmen können. Nur durch wahres Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten und Fühlen können wir die Schönheiten, die Sinnlichkeiten und die Annehmlichkeiten eines erfüllten Lebens genießen.
Dieses Buch soll dazu dienen, den Frauen ihre ursprüngliche Reizwaffe wieder ins Gedächtnis zu rufen.
Aber Vorsicht! Ästhetik kann und wird Ihr Leben verändern! Und das in einer Art und Weise, wie Sie es sich in Ihren kühnsten Träumen nicht hätten vorstellen können. Sind Sie bereit? Dann beginnt für Sie nun der Abschnitt eines neuen Lebensglücks …



Kapitel 3

Die Begegnung

Ich traf Jacqueline fast zufällig. Wie an vielen Morgen saß ich beim Frühstück, meist Croissant mit Espresso Macchiato, in meinem Stammcafé. Dazu gönnte ich mir die aktuellen Tageszeitungen – so sparte ich mir das Geld für deren Kauf. Ich rechnete nach: Das Frühstück kostete mich etwa zwei Euro neunundneunzig. Eine Zeitung kostete gut einen Euro zwanzig. Eigentlich bräuchte ich nur drei Zeitungen lesen und schon hätte ich ein gutes Geschäft gemacht. Eigentlich hätte ich rein rechnerisch sogar 61 Cent Gewinn, im Monat wären das achtzehn Euro dreißig. So könnte ich mich fast zum Millionär hochrechnen. Gut, dies wäre vielleicht die Basis für ein anderes Buch.
Also, ich war beim Frühstück, versunken in eine der gesellschaftsverblödenden Tageszeitungen, während schräg gegenüber eine Frau saß. Ich hatte sie gar nicht wahrgenommen, als sie kam. Erst jetzt, als ich ein leises Fluchen hörte, blickte ich auf. Der Kaffee rann über ein Tablett und über eine Kaisersemmel. Rasch ergriff sie einige Servietten und versuchte, das Unglück etwas zu bändigen. Aber schon rann auf der anderen Seite des Tisches der Kaffee von der Tischplatte auf den Boden. Ach herrje, vorher jedoch noch auf den Schuh … wieder Fluchen und beim Versuch, auf der anderen Seite den Kaffee vom Hinunterrinnen abzuhalten, streifte sie mit der anderen Hand die Butter und die Marmelade (Gott sei Dank noch in geschlossenen Plastikbechern) vom Tisch. So langsam konnte sie vom Boden essen, da das meiste vom Frühstück schon dort lag.
Ich sah ihre Hilfe suchenden Augen im Raum umherschweifen. Völlig unsicher (hoffentlich hatte dies niemand gesehen). Ihre Augen blieben plötzlich starr auf mich gerichtet. Die ohnehin schon sehr rote Gesichtsfarbe nahm noch etwas zu. Innerlich verglich ich ihren Kopf mit einem Druckkochtopf kurz vorm Explodieren. Um diese peinliche Situation etwas zu entschärfen, stand ich auf und bat eine Kellnerin um Hilfe. Rasch brachte diese sämtliche Aufräumutensilien und versuchte, Ordnung in das Chaos zu bringen. Ich meinerseits bemühte mich mit einem aufmunternden Lächeln, der Frühstücks-Chaotin etwas Mut zu machen. Ich hatte den Eindruck, die Gesichtsfarbe hätte nun schon von dunkelrot zu schwarzviolett gewechselt. Sollte ich sicherheitshalber auch gleich die Rettung alarmieren?
Na, vielleicht war es doch noch zu früh. Ich wartete lieber auf die Explosion des Druckkochtopfs – dann konnte ich immer noch die Rettung holen. 144! Oder war der Notruf für die Rettung doch 122? Hm, also mit Sicherheit wusste ich, dass 133 der Notruf für die Polizei war. Ich konnte mich aus Schulzeiten erinnern, dass wir den Dreiern immer Ohren an den oberen Bogen gezeichnet hatten und am unteren Bogen vom Dreier ein Schwänzchen – dies sollte dann die weißen Mäuse symbolisieren. Die Polizisten nannte man ja auch „weiße Mäuse“ – irgendwann mal. Oder hatten wir die Mäuse doch auf die Zweier gemalt?
Nun, in meinem Notrufnummerndurcheinander hatte ich mein Gegenüber aus den Augen verloren. Das Frühstück war wieder beseitigt – aber leider war auch der Platz leer. Hatte die Angestellte die nette Frühstücksdame gleich mit weggeputzt? Nein, das kam nur in diesen dummen TV-Werbungen vor. So unauffällig, wie Jacqueline gekommen war, so unauffällig war sie verschwunden. Bis auf ihr Frühstücken – das war nicht unauffällig gewesen!
Ich hatte nun auch die Lust am Zeitungslesen verloren, stellte mein Frühstückstablett zurück auf eine Abräumplattform und verließ das Lokal. Beinahe wäre ich wieder an ihr vorbeigegangen, doch im letzten Augenblick hörte ich von hinten wieder ein Fluchen. „Verflixt noch mal!“ Ich drehte mich um und siehe da, meine Frühstücks-Chaotin. Sie quälte sich mit einem Feuerzeug ab, das anscheinend auch noch den Schock vom Frühstück in den Gliedern hatte und daher kein Feuer spuckte. Die Zigarette blieb ungeraucht – und nun fiel ihr die Zigarette auch noch hinunter.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 118
ISBN: 978-3-99038-883-9
Erscheinungsdatum: 02.03.2016
EUR 14,90
EUR 8,99

Herbstlektüre