Science Fiction & Fantasy

Aurora

Lila Devi

Aurora

Das inspiriernde Leben des Sternenkindes

Leseprobe:

1. Ankunft im Leben

Über dem sanft orangefarbenen Morgenhimmel schwang eine goldgelbe kosmische Lichtspirale im Universum und drang in einer blauen Stunde vom funkelnden Sternenhimmel in die Wohnung ein, ohne das junge Paar, die werdenden Eltern, gar zu bemerken. Sie wirbelte über den Kopf der werdenden Mutter, streichelte ihre langen, welligen kastanienbraunen Haare und bahnte sich, zunehmend unsichtbar, ihren Weg in die junge Frau. Die werdende Mutter beschäftigte sich total mit ihrer Karriere, auf die sich ihre Gedanken in überbewältigenden Fachwörtern und antiker Sprache konzentrierten. Ihre Karriere, für die sie sich intensiv aufopferte, führte zu einer schleichend anwachsenden Überforderung in ihrem Leben. Ihr stetig wachsender Bauch wölbte sich immer runder, worüber sie verblüfft war. Der werdende Vater bewegte sich, seiner passiven Art angemessen, schwebend und schneckenlangsam und freute sich, ohne ein Wort darüber zu verlieren, mit ihr auf den Nachwuchs.
Das im Wohnzimmer stehende Telefon klingelte schwirrend, die werdende Mutter ging dran und nahm den Hörer ab: „Ja?“ „Du sollst schnell zu deiner Großmutter kommen, es ist sehr dringend!“, kam die Antwort aus dem Telefon. Sie reagierte erschrocken: „Ich komme schon heute zu ihr! Bitte halten Sie sie auf!“, und legte nachdenklich den Hörer auf.
In den nächsten Stunden kam die werdende Mutter nach aufwendigen Fahrten mit unzähligem Umsteigen in etlichen Bahnhöfen bei ihrer Großmutter, die im Sterben auf der Couch ihres Salons lag, an und sah sie besorgt an. „Ich bin da!“, sprach die werdende Mutter leise und setzte sich am Fußende der Couch hin. Sie spürte eine innige Verbindung zu ihrer Großmutter, die sich nun lösen sollte. Die sterbende Großmutter riss sich noch einmal zusammen und strich sanft über den gewölbten Bauch ihrer Enkelin: „Du bist ein Kind der Sterne, ich sehe es in voller Inspiration und Liebe! Hüte dich vor Bösem, und das Universum möge dich beschützen! Sei gut zu deiner Mutter und meiner Tochter! Adieu.“ Ihre Stimme wurde schwächer und verwandelte sich zu einer musikalischen Melodie, in der ihr Körper sich zu kosmischem Staub verwandelte und durch das leicht geöffnete Fenster ins Universum schwebte. Die werdende Mutter saß still und ging zum Fenster, an dem sie in Erinnerungen an ihre Großmutter schwelgte.
Es wurde ein unangenehm heißer Spätsommer mit viel Sonnenschein bei zart trübem orange-farbenem Himmel. Dicke schwüle Luft drang in die Geburtsstation der Klinik in der vielfältigen Kleinstadt Lubin, die zahlreiche Schlösser und Parks mit unzähligen Naturschauplätzen besaß, ein. Lubin zeigte stolz sein Stadtbild der Künste, ein Idyll mit einem Hauch von Melancholie.
Die werdende Mutter mit ihrem hochschwangeren Bauch wartete sehnlichst vor dem Kreißsaal und spürte eine seltsame Situation aufkommen. Neben der werdenden Mutter bewegte sich eine weitere hochschwangere Frau, die Zwillinge erwartete, mit langsamen Atemzügen. Bald nach der Geburt der Zwillinge kam die werdende Mutter an die Reihe, danach erblickte das vollständig gesunde Kind mit kosmischen Kräften das Licht der Welt und musste ohne richtige Erklärung gegenüber der Mutter sofort in eine andere, fremde Klinik. Unheimliche Stimmung machte sich unter den Ärzten im Kreißsaal breit, die den Tatbestand verborgen ließen. Die Mutter lag erschöpft mit aufgebrauchten Kräften auf dem Wochenbett, ohne weiter nachzudenken, und spürte schockiert, dass ihre Verbindung zu dem neugeborenen Kind abgeschnitten war. Sie fragte mit ihrer schwachen Stimme eine Krankenschwester: „Wohin ist mein Kind gebracht worden? Was ist passiert mit meinem Kind?“ „Es ist schon alles in Ordnung“, antwortete die Krankenschwester kühl. Die Mutter ahnte intuitiv, was diese Situation bedeutete. Darauf sagte die Krankenschwester zu ihr: „Hier gebe ich Ihnen keine Auskunft, Sie müssen mit dem Arzt sprechen!“
Sehr bald bekam die Mutter die Nachricht der Klinik, dass ihr Kind im Inkubator einer anderen Klinik liege. Später ging sie es besuchen. Das Kind musste trotz seines voll entwickelten und kerngesunden Zustands wochenlang in einem Inkubator liegen; dort nahm es ein Gefühl der Isolation und Trennung von der Welt wahr. Sein Blick aus dem Inkubator fiel durch die runde Glastür in rein trostlose Leere, menschliche Kälte und auf kahlweiße Wände. Über dem Inkubator schwebte ein steril desinfizierter Geruch im Raum.
Nachts in der Dunkelheit wehten die Gardinen über den gekippten Fenstern, und im Nu drang ein göttlicher Lichtstrahl auf das im Inkubator liegende Kind, das seine Augen rasch öffnete. Es lächelte still und erhielt, mit verschlüsselten Zeichen, die Botschaft XU 268. Gleich verschwand der göttliche Lichtstrahl wieder, das Zimmer blieb in absoluter Stille zurück, und das Kind schlief ruhig ein.


2. Böse Konsequenzen des Fluchs im verruchten Spiel

Die Eltern, besonders die Mutter, waren glücklich, ihr Kind sehnlichst nach mehreren Wochen bei sich in ihre Arme zu nehmen, und nannten es Aurora.
In der Entwicklung des Kindes Aurora strahlte die Lebendigkeit göttlicher Sinne aus seinen runden Augen, die den Eltern und später den Großeltern reinste Herzensfreude brachte. Es war ein Augenblick der Glückseligkeit im Kreise der Familie. Ein paar Wochen nach ihrer Ankunft auf der Welt schrie Aurora plötzlich besonders in den Nächten ganz verzweifelt mit all ihren kosmischen Kräften. Ihr Vater wusste sich immer weniger zu helfen in dieser Situation. Die glückliche Mutter beruhigte ihr Kind. Aurora bekam im Liegen oft schreckliche Panik vorm Dunkeln, sei es die Nacht oder seien es Schatten, und mochte das Licht, das sie beruhigte, wenn es durch die Türspalte hereinfiel. Durch den Türspalt schlich aber auch der schlangenköpfige Fluch, der Seelenfeind Auroras, zu ihrem Bett und beobachtete sie lautlos. Aurora fürchtete sich vor dem Leben, als ob es eine unbekannte Welt für sie sei.
Eines milden Spätsommerabends besuchte die Freundin der Mutter, die ihre schönen, dicken, langen Haare goldblond färben ließ, die Mutter und Aurora, die gerade ruhig schlief. Diese Freundin namens Lisa mit ihrer sehr femininen Ausstrahlung war alleinerziehend – sie hatte einen braunhaarigen, lebhaften Sohn, der ein paar Monate älter als Aurora war – und arbeitete emsig als Blumenverkäuferin in ihrem eigenen Laden. Der Fluch saß versteckt im geheizten Ofen und schaute sich beobachtend um. Lisa sah Aurora und ihrem Sohn beim Spielen im Babygitter zu und merkte, dass etwas Besonderes an Aurora war. Spontan nahm die Freundin Lisa ein dickes Buch aus ihrer silberfarbenen Umhängetasche und gab es der Mutter. „Dieses Buch ersetzt etwas, was es hier in unserem Staat nicht gibt. Im anderen Staat gibt es das schon.“ Sie ermahnte Auroras Mutter mit dem Zeigefinger, dass sie es lesen sollte. Kurz darauf beim Besuch von Auroras Großmutter, die sich sehr aktiv im Leben engagierte, erwähnte die Mutter der Großmutter dieses Buch, das die Großmutter mutig in ihrer Offenheit für alle unmöglichen Dinge des Lebens annahm. Mit heißen Ohren las Großmutter in dem dicken Buch tage- und nächtelang über die besondere, spirituelle Welt und nahm alles zu ihrer Information auf. Sie erwähnte der überforderten Mutter: „Im anderen Staat gibt es außergewöhnliche Dinge, die toleriert sind und die es hier nicht gibt.“ „Ja, das hat Lisa mir gesagt“, reagierte sie kurz. Das Bewusstsein der Mutter wurde vom versteckten Fluch, der sie beobachtete, manipuliert; er zischte unsichtbar und lautlos beim raschen Verschwinden.
Überfordert mit ihrer Karriere, nahm die Mutter das von Lisa geliehene Buch nicht ernst und verblieb im Unverständnis; das dicke Buch blieb die ganze Zeit unauffällig im mahagonifarbenen Schrank, in dem der Fluch ruhte, liegen.
Später kam die verständnislose Mutter von Auroras Vater, die aus einem anderem Gebiet stammte und als Predigerin tätig war, bei Auroras Eltern zu Besuch. Sie trug ihre Locken wohlfrisiert und klassische Kleider sowie eine kleine Handtasche bei sich, in der ständig Kosmetikartikel und helle Lippenstifte steckten. Während eines ruhigen Spaziergangs bei mildem Sonnenschein bemerkte sie mit ihrer spitzen Stimme unter Einfluss des unsichtbaren Fluchs zu Auroras Vater: „Aurora verhält sich merkwürdig, wie ein zottiger Tollpatsch, sie ist überhaupt nicht normal wie die anderen Kinder. Dem Verhalten Auroras nach zu urteilen, ist sie geistig unfähig und muss unbedingt ins Heim! Schaffe dir ein neues Kind wie in meiner Heimat an, das nicht so wie Aurora ist!“ Auroras Vater reagierte nicht und sagte kein Wort dazu. Sehr bald mussten die Eltern von Aurora, bedingt durch zunehmende innere Konflikte, die sie nicht miteinander diskutierten und nicht überstehen konnten, getrennte Wege gehen.
Abseits der Vorfahren ihrer Familie und ohne von der Herrschaft des Fluchs zu wissen, führte Auroras Mutter nach der Trennung von ihrem Ehemann ein chaotisches Leben, wild und ohne diskreten Umgang. Ein paar Jahre später erkrankte Auroras Mutter schwer bis hin zur Bettlägerigkeit; ihr Leiden konnte nicht diagnostiziert werden, und Aurora wurde nach einer vagen Bemerkung ihres gesellschaftlichen Umfelds zum Test beim Neurologen vorgeladen. Dort wurde Aurora als lernunfähig eingestuft und zur Einweisung in die Psychiatrie verurteilt. Die Mutter geriet in zunehmende Verzweiflung und war in dieser Situation total überfordert. Sie bat ihre Mutter, Auroras aktive Großmutter, dringend um Hilfe. Großmutter ließ die ländlichen Pflichten ihres Zuhauses liegen und engagierte sich voll für ihre kranke Tochter, Auroras Mutter. Auroras Großmutter machte sich mit ihrer Enkelin noch mal auf den Weg zum Neurologen. In einem Raum der Neurologie saß der dicke Doktor mit seinem offenen weißen Kittel, unter dem er ein weinrot-braunes Hemd trug. Er setzte seine Brille auf und betrachtete skeptisch Aurora, die still dasaß. Aurora schaute mit ihren kosmischen Kräften durch ich ihn hindurch. Plötzlich rutschte die Brille an seiner Nase runter, die der Doktor aber sofort wieder an seiner Nase hinaufschob, und er sagte zu Aurora mit holpriger Stimme: „Sortiere die Farben!“ Aurora konnte die Gedanken des Doktors lesen und ordnete sorgfältig die Farben der Plastikscheiben. Sie saß still am Tischrand, der Neurologe sah ungläubig durch seine Brille zu und lachte höhnisch: „Das ist Zufall. Nein, sie muss wiederholen und noch mal bestehen!“ Er mischte die Plastikscheiben, die klapperten, schlug mit seiner Hand auf den Tisch und erteilte sein befehlshabendes Wort an Aurora: „Noch mal!“ Nach seinem empathielosen Befehl distanzierte sich Aurora sofort emotional und brachte die Farben der Plastikscheiben chaotisch durcheinander. Der Doktor sah ihre Großmutter spöttisch an und bemerkte mit seiner höhnischen Stimme: „Das ist der Beweis, sie ist lernunfähig!“ Ihre Großmutter reagierte schnell: „Wir machen jetzt gemeinsam die Wette. Wenn ich siege, dann behalten wir Aurora. Die Psychiatrie kommt gar nicht infrage!“ „Gut“, sagte er einverstanden. Sie machten die Wette, und ihre Großmutter gewann sie. Der Neurologe sagte zu der Großmutter: „Sie sind wohl hartnäckig!“, und überwies nun Aurora zur integrativen Allgemeinbildung. Aurora spürte die Empathielosigkeit in dem sofortigen unwissenden Verurteilen und der ungerechten Handlung des Doktors, die Aurora für lernunfähig abstempelten, und wurde sich bewusst, dass sie nur mit bedingungsloser Liebe leben konnte. Für sie war die Liebe das Leben. Aurora brauchte vor allem subtil spirituelle Nahrung, von der sie in ihrem derzeitigen Leben nicht nicht ausreichend bekam. Aurora konnte in ihren ersten Lebensjahren noch nicht laufen; sie spürte die kosmischen Kräfte in ihrem Körper etwas vorantreiben, bis ein Zeitpunkt kam, an dem sie explosiv im Nu alles konnte. In Aurora erstrahlte eine sprudelnde Lebensfreude und prägte sie durch und durch von kosmischen Kräften.


3. Auf dem magischen Platz des Wattenmeeres

Eines frischen Frühlingstages saß Aurora in einem Kindersitzwagen, den die Mutter eilig auf dem Weg zu ihrer Großmutter schob. Auroras Großmutter lebte mit ihrem Ehemann, einem naturverbundenen Romantiker, in einem Haus mit efeuumranktem Baum in der magisch-schöpferischen Welt auf einem Hügel im Wattenmeer. Das Haus stand mitten auf dem Hügel aus festem Sandstein vermischt mit Kalk, an eben jener Küste, die sich ungeachtet des Wetters bei salziger Brise in malerische Landschaften verwandelte. Rings um das Haus entfaltete sich der Platz zu einem romantischen Garten mit traumhafter Flora, in der kalten Jahreszeit glich der Garten einem Eisblumenmeer unter mystisch violett-grünlichem Licht. Dort schloss der lange, aus Holz gefertigte Steg ans Festland an. Schon auf diesem Weg über den langen Holzsteg zu ihrer Großmutter jubelte Aurora in krächzendem Ton und fiel freudig vom Kindersitzwagen herunter. Aurora liebte den warmen Haferflockenbrei, den die Großmutter, die hervorragend kochte, liebevoll zubereitete, abgöttisch und spuckte die Brotstücke, die später gegessen werden mussten, aus dem Mund. Der mild-süß duftende Haferflockenbrei sei göttlicher Nektar für Aurora, der sie sehr kräftige. Auroras Großmutter lebte in ihrem Reich der Naturkräfte, einer Welt der Götter und der magischen Spiritualität, gab davon mit ganzen Kräften an ihren Ehemann, Auroras Großvater, und engagierte sich mit ihrer Tochter, der Mutter Auroras, trotz deren wilden Lebens für Auroras Entwicklung.
Die Großmutter nahm sich viel Zeit für Aurora, redete mit ihr unter Verwendung unzähliger Wörter und machte sich gar keine Gedanken darüber, ob Aurora die gesprochenen Wörter akustisch verstehen konnte oder nicht. Sie vertraute intuitiv ihrer Enkeltochter, dass sie es konnte, und zeigte ihr unzählige verschiedene Dinge ringsumher. Im idyllischen Garten nahm Großmutter Aurora an der Hand mit zu einem kleinen Teich, an dem ein paar grüne Frösche auf einem flachen Stein bei Sonnenschein unter einem großen Blatt einer Wasserpflanze hockten, und zeigte ihr sprechend mit dem Finger: „Quak, quak. Das sind die Frösche.“ Aurora entdeckte die Frösche und beobachtete sie freudig. Großmutter nahm Aurora auf ihren Schoß und zeigte ihr mit ihren Fingern die vorbeifliegenden Vögel. Die Augen von Aurora richteten sich zum Himmel, an dem die Vögel vorbeiflogen. Großmutter sagte ihr: „Piep, piep.“ Aurora nahm es intellektuell auf und genoss den Anblick.
Eines Sommertages kamen ferne Verwandte zu den Großeltern, bei denen Aurora war, zu Besuch und standen Aurora plötzlich hilflos gegenüber. Später beim Spielen beobachteten ihre Großeltern Aurora und ahmten nach, was sie machte. An manchen Tagen haute Aurora mit den Bausteinen kräftig auf ihren Kopf, als sie die Bewegung unruhiger kosmischer Kräfte in ihrem Körper gefesselt spürte, und spielte dann nach ihrer raschen Regeneration zur Harmonie der kosmischen Kräfte wieder normal weiter. Im Laufe der Zeit, wenn Auroras Großeltern und Mutter anderes zu tun hatten, beschäftigte sich Aurora gern allein und entwickelte eine reiche Innenwelt.
Eine zierliche kleine Tante, die oft wie eine eitle, feine Prinzessin anmutete, und ihr dickbäuchiger Mann mit seinem großen Schnurrbart kamen auf Besuch zu den Großeltern und wollten Aurora mit dem Klopfen von Emaillekochdeckeln testen. Aurora konnte die Gedanken der Tante lesen, welch Perfektionismus und hohe Erwartung sie in ihrem Leben hatte, und drehte ihren Kopf zu der Tante, ohne mimisch zu reagieren. Die Tante staunte unwissend, ob sie überhaupt hören könnte, und brachte keine Empathie für sie auf. Aurora ignorierte sie ihrerseits sofort gefühlsmäßig und drehte sich wieder um.
Bei den ausgedehnten Spaziergängen und ganztägigen Wanderungen im Familienkreis, die Aurora innig liebte, trug sie gern ihr langes, mit unzähligen kleinen rosafarbenen Blümchen bedrucktes Nachthemd aus Biberstoff und ließ ihre Fantasie zwischen den göttlichen Schöpfungen der Natur schweben. Sie genoss in ihrer Glückseligkeit die Natur.
Aurora liebte es, auf hohe Steinmauern zu klettern und darauf zu balancieren, um von dort den herrlichen Ausblick zum ganz weiten Horizont des Wattenmeeres und die wogenden Wiesen mit ihren duftend frischen Sommerblumen genießen zu können.
Eines Tages schlenderte Aurora an einem heiteren Tag mit frischer Brise auf den Buhnen und beobachtete die kleinen Fische, die im klaren Meereswasser schwammen. Plötzlich rannten zwei fremde schlanke Jungs auf Aurora zu und schubsten sie ins Wasser. Sie schrie und strampelte hilflos. Ganz schnell hörte es eine kleine junge Frau mit kurzen, glatten braunen Haaren und sprang sofort ins Wasser und rettete Aurora. „Ganz ruhig“, sagte sie sicher zu ihr. Erschöpft ruhte sich das Mädchen aus; die fremden Jungen beobachteten sie schadenfroh und verschwanden im Gebüsch. Die kleine junge Frau nahm Aurora an ihre Hand und sagte zu ihr: „Ich bin Jeley. Und wie ist dein Name?“ „Aurora“, antwortete das Mädchen etwas schüchtern. Dann sagte Jeley zu Aurora: „Du gehst lieber nach Hause und trocknest dich. Ich komme eines Tages bei dir vorbei. Ich weiß, wo du wohnst!“ Aurora nickte erschöpft, ohne zu sprechen. In einem idyllischen Künstlerdorf mit weiter horizontaler Hügellandschaft, dem Nachbardorf von Auroras Großeltern, in dem Jeley aufgewachsen war, brachte sie Aurora in Kontakt zur akustischen Welt. Sie trug gern ausgeflippt bunte Kleidung und lebte in einer Großfamilie; ihre fromme Mutter mit ihren glatten, langen braunen Haaren, die Maria ähnelte, behandelte ihr Umfeld sehr herzlich und tolerant. Sie arbeitete mit ihrer Familie emsig im Kunsthandwerk. Aurora und Jeley gingen beide gern fröhlich spazieren in der wilden Natur am Rande des idyllischen Künstlerdorfes. Bei dicken Nebelschwaden ging Aurora mit Jeley auf den Hügel beim idyllischen Haus ihrer Großeltern, über dessen Schornstein aus Ziegelsteinen ein ruhiger weißer Rauchschwaden schwebte, und sagte zu Jeley: „Komm, ich zeige dir was!“ Jeley nickte und folgte Aurora in Richtung der hohen Steinmauern. Sie kletterten hinauf und saßen an den Steinmauerkanten und schauten dem Wattenmeer in den dicken Nebelschwaden zu.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 124
ISBN: 978-3-99038-686-6
Erscheinungsdatum: 21.05.2015
Durchschnittliche Kundenbewertung: 4
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