Lyrik & Dramatik

Spiel der Sinne

Bernd Heyde

Spiel der Sinne

Leseprobe:

Abend

Wenn sich der Abend neigt.
Wenn selbst die Stille schweigt,
macht sich die Dunkelheit
über uns beide breit.

Dann kühl’ ich meine heiße Haut.
Dann wirst du von mir aufgetaut.
Dann bist nur du da und auch ich.
Die Welt herum verändert sich.

Wenn du auch mich vermisst.
Wenn außer uns nichts ist.
Wenn stürmisch wir und sacht
eins werden in der Nacht.

Dann bist du überall und hier.
Dann bist du bei und neben mir.
Dann sind, nie wird es anders sein,
wir mit uns und dem Glück allein.

***

Angebot

Rück doch näher, meine Süße,
denn dann küss ich dir die Füße
und zum Schluss auch deine Haare.
Zwischendurch das Wunderbare
und das Schöne auch dazwischen
und du sollst mir nicht entwischen,
bis ein jeder Fleck an dir
entdeckt ist und geküsst von mir.
Nichts möchte ich verpassen.
Du müsstest mich nur lassen.

***

Buch der Träume

Komm zu mir Nacht, schwarzer Schatten,
du sollst mich in den Himmel heben.
Allen Sternen, die dort funkeln,
will ich schwören neues Leben.

Komm zu mir Tag, lustiger Bursche,
erhelle meinen Weg durchs Land.
Auf der Suche nach der Liebe,
die ich heute auch nicht fand.

Fang mich Abend mit der Ruhe,
komme wieder mit den Träumen,
wo ich das Ersehnte finde,
wo vor Glück ich überschäume.

***

Deine Freiheit

Du willst deine Freiheit? Die nehm’ ich dir nicht.
denn Liebe bedeutet doch nicht Verzicht
auf Dinge, die dir lieb und teuer waren.
Du musst sie behalten und für dich bewahren.

Unsere Freundschaft schränkt doch nichts ein.
Du bleibst so wie früher. Doch nicht mehr allein.
Du weißt doch, dass Freiheit auch darin besteht,
dass du immer weißt, wie’s mir gerade geht.

Du sagst mir sooft, wie gern du mich hast.
Sagst aber zugleich, dass es dir nicht passt,
dass ich jeden Tag stets bei dir bin.
Sag mir, welcher Sinn liegt nur darin?

Ich habe dich gern, das weißt du genau,
und wirst du auch aus meiner Meinung nicht schlau,
dann sag ich dir heute und fürs ganze Leben:
Unfreiheit in der Liebe, die kann es nicht geben.

***

Denk nicht an ihn

Denk nicht an vergangene Zeiten.
Lass sie mit dem Wind verwehen.
Lass uns das Leben neu bestreiten.
Lass uns den Weg gemeinsam gehen.

Denk nicht an ihn, das ist vergangen.
Lass die Zeit die Wunden heilen.
Lass uns die Liebe neu erlangen.
Lass uns im Glück nur noch verweilen.

Denk nicht an die, die’s besser wissen.
Lass sie nur reden. Sollen sie!
Lass sie es sehen, wie wir uns küssen.
Wenn wir uns lieben, schweigen sie.

***

Der Wind

Ich sehe dich, seh’ dein Gesicht.
Ich kenn’ dich und kenn’ dich nicht.
Ich suche dich, bis ich dich find’.
Leg meine Träume in den Wind.

Ich kenne ihn, kenn’ deinen Blick,
frag ich dich: Kommst du mit? Ein Stück?
Der Wind, er trägt den Gruß zu dir.
Der Wind, er bringt dich her zu mir.

Ich weiß von dir, dass es dich gibt.
Ich weiß, ich bin in dich verliebt.
Ich geh mit ihm, geh mit dem Wind
und weiß, dass ich dich einmal find’.

***

Erklärung

Ich liebe dich innig,
dass kann man wohl sagen!
Seh’ ich dich nur an,
rutscht mein Herz in den Magen.
Es bleibt dort nicht lange,
es wird schnell verdaut.
Und ich bin es immer,
der dumm dabei schaut.

Zwar ist das schon tragisch,
doch es ist zu verschmerzen.
Das Herz wächst ja nach,
doch die anderen Herzen,
die wandeln sich um
in Fett und so weiter.
Nur das ist der Grund:
Deshalb werde ich breiter!

***

Feentraum

Wenn ich des Nachts nicht schlafen kann
und die Träume ziehen sehe,
klopft es manchmal bei mir an,
dass ich fast vor Glück vergehe.

Und tausend Feen treten ein
und hoch über ihnen thront
ein wunderschönes Mägdelein,
das in der Nacht dann bei mir wohnt.

Sie fängt mich ein mit zarten Banden,
lässt mich mit ihr die Liebe leben
und die Herzen sanft entbrannten.
Zärtlich lieben. Nehmen, geben.

Wenn ich bitte: Geh nicht wieder,
verlöscht das ganze Bild im Raum.
Traurig öffne ich die Lider –
Es war wieder nur ein Traum.

***

Geständnis

Wenn du nicht mehr da bist,
ich würd’ dich vermissen.
Das ist schlicht und logisch
und du solltest es wissen.

***

Lebenselixier

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Er braucht auch mal ein Stück vom Schwein
zum Kochen, Braten, Grillen.
Ganz kurz: Zum Hunger stillen.

Der Mensch lebt nicht allein von Luft.
So käm’ er sehr schnell in die Gruft.
Von manchem schönen, kühlen Nass,
da braucht er täglich auch etwas.

Der Mensch hat nun getrunken und gegessen.
Hat auch das Atmen nicht vergessen.
Doch wär’s nicht traurig, wenn nicht bliebe
die Zeit für täglich etwas Liebe?

***

Format: 12 x 19 cm
Seitenanzahl: 100
ISBN: 978-3-95840-713-8
Erscheinungsdatum: 12.02.2019
Durchschnittliche Kundenbewertung: 4
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EUR 10,99

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