Lyrik & Dramatik

Lebensverse

Ernst Strassl Jäger von Waldau

Lebensverse

Leseprobe:

Lebensverse

Lass mich doch im Garten steh’n
und du wirst mich länger blühen seh’n.
Diese Pracht hat nur die Natur vollbracht.
Wir Pflanzen sind doch Lebewesen
und schon vor dem Menschen auf dieser Welt gewesen.

Die Bäume sind tot, die Luft ist verpestet
und trotzdem werden noch immer Atombomben getestet.
Was werden die Verantwortlichen machen?
Sie werden absahnen, sich umdrehen und lachen.
Doch was nützt ihnen das Geld,
wenn Mutter Erde zerfällt!

Ach, könnt man doch die Zeit verschieben
und noch mal das Gefühl der Kindheit kriegen.
Vieles würde ich dann unterlassen
und manche Dinge wie früher nicht mehr hassen.
Viele erkennen das zu spät,
wenn der liebste Mensch von dir geht.
So manches Vorbild aus der ahnungslosen Kinderzeit
erscheint dir jetzt lächerlich und weit.
Heuchlerisch und ewig protzend,
besserwissend und nur motzend,
ständig andere denunzierend.
Haben ihre Weisheit aus Büchern nur im Hirn,
doch die angebliche Erfahrung wird sich im Gespräch
schon bald verlieren.

Das Leben ist schlecht,
hast du kein Geld auf dieser Welt,
gebührt dir auch kein Recht.
Unsere Reise wird hier enden,
niemand wird das Blatt noch wenden.




Die Freiheit ist wie Antimaterie,
existent – aber schwer zu kriegen,
wie ein Spiegel, der deinesgleichen wiedergibt,
aber bei einem Schritt zu weit knallt es.

Wenn das Gefühl der Unendlichkeit deine Gedanken
beherrschen will, wird es Zeit aufzuwachen,
um mit neuen Aufgaben deinen Willen zu stärken.

Der Mensch als einziger Fehlgriff der Natur
ist nur geboren, um sich mit sogenannter Intelligenz
selbst erfolgreich ausrotten zu können.

Die Ferne der Freiheit ist überall auf der Welt,
egal wo du dich befindest.

Ich komme mir vor wie ein selbstsicherer Hund,
der einmal zu laut gebellt hat
und seitdem von allen Seiten getreten wird.
Merke, Hund: Nie bellen, sondern leise beißen!

In tiefe Löcher kannst du nur stürzen,
wenn du einen Schritt zu weit gehst.
Klügere bauen vorher einen Zaun
und handeln aus sicherer Entfernung.
Wie der Staat!




Schon als Kind war die Natur mein Vorbild.
In der Natur ist alles rund,
nur seit der Entstehung des Menschen
gibt es Ecken und Kanten,
an denen jeder irgendwann scheitert.

Wir sollten Computer bauen,
die uns nicht das Denken erleichtern,
sondern das Denken lehren!

Zweifle nicht an deinem Glauben,
nur lasse in Zukunft nie mehr deine Freiheit rauben,
handle in Sekunden
und lecke erst hinterher deine Wunden.

Gib nie mehr, als du hast,
aber hasse nie, dass du was gegeben,
dann lass es lieber sein
und stecke alles selber ein.

Dunkle Schatten hindern zurzeit die Sonne,
mir reine Lebensphilosophie einzuhauchen.
Schatten, die wie Kaffeefilter wirken,
der schwarze Satz für mich.

Ich fühle mich wie eine alte Glühbirne:
hoher Energieverbrauch, fast durchgebrannt
und ziemlich kaputt.




Die Sinne des Menschen verlieren sich
in stiller Einsamkeit, wenn jemanden die Lust
am Leben genommen wird und dadurch den Reiz nimmt,
sie wirkungsvoll und voller Freude einzusetzen.

Der Herbst verzaubert uns wie jedes Jahr
mit unglaublichen Farben, einfach wunderbar.
Das Laub tanzt durch den Nebel
und der Wind streift durch dein Haar.
Die Sinne sind benebelt, aber die Luft ist klar.
Versuche den Herbst im Walde zu erleben,
denn lange wird es Bäume
und diese Luft nicht mehr geben!

Die Welt, die mir seit deinem Dasein wieder gefällt,
die Gefühle, die du in mir weckst,
haben zu lange in meinem verschlossenen Körper gesteckt.
Du hast sie befreit und meine negativen Gedanken entzweit.
Ab jetzt bist du mein Wind, der mich weitertreibt.

Würden wir nichts lernen,
hätten wir nichts zu schreiben,
so hätten wir nichts zu lesen
und würden nichts wissen.

Wahre Freiheit ist ein Luxus,
den sich nur unser Geist leisten kann!




Grübeln führt nur zu Verdruss,
es wird so sein, wie es kommen muss.
Dem Schicksal kannst du nicht entkommen,
kannst auch nicht mit Geld dirigieren,
jeder wird sein Leid bekommen.
Ob gut oder schlecht, es gibt kein Recht.
Wir müssen damit leben und
die Arroganz dem Schicksal geben!
Ob im Dunkeln oder Licht, wir gehen alle – oder nicht?

Schäm dich nicht, wenn du dich fürchtest,
auch Tiger haben Angst zur rechten Zeit.
Nur Dumme haben keine!

Manches Dasein ist mit einem
Radiergummi gleichzusetzen,
der – aus seiner Sicht – in einer übermäßigen Hand
wegen eines winzigen Fehlers
so lange kleingeschliffen wird,
bis er nicht mehr fähig ist,
falsch geformte Bilder auszulöschen.
Doch zu Kleines fällt leicht aus der Hand
und Gummi springt hoch.
Nur durch die Verformung kann
niemand mehr die Richtung
bestimmen, in die er springt!

Immer ziehen die Sterne an einem vorbei,
aber bei mir ist einer gelandet
und ich hoffe, dass man ihn in dieser luftlosen Umwelt
während meiner Abwesenheit nicht
zum Verglühen gebracht hat.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 100
ISBN: 978-3-99038-869-3
Erscheinungsdatum: 11.06.2015
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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