Humor & Satire

Ätzend

Franz Geissler

Ätzend

Leseprobe:

Die Kur - eine achtteilige Ballade für bewegungseingeschränkte Blade
(Aber nicht nur, schließlich fahren andere auch zur Kur!)


Du wirst es kaum für möglich halten,
auch mir hängt schon der Arsch in Falten.
Der Rücken krumm vom vielen Sitzen,
schon der Klogang bringt mich zum Schwitzen.
Bücken geht schon lang’ nicht mehr,
nur das Knien fällt mir nicht schwer.
In den Schultern hab’ ich Beschwerden,
die Schmerzen woll’n nicht besser werden.
Ich gehe nicht, ich hatsche nur,
daher glaub’ ich: Zeit für eine Kur.
Hab’ länger d’rüber nachgedacht,
was meinem Körper Freude macht:
Wasser, Öle, Salben pur -
Na klar, das gibt es nur bei einer Kur.
Therapien soll’n mich befrei’n
von meinen vielen Zimperlein.
Die Formalitäten sind rasch erledigt,
von der Frau noch eine Predigt:
„Pass’ auf, du bist zum Erhui’n dua(r)t af Kua(r),
louss’ g’fölligst d’ aunda(r)’n Frau’n in Ruah!“
Koffer gepackt, ins Auto rein,
Bad Tatzmannsdorf soll es sein!
Weil dort unten kenn’ ich mich aus
und hab’ zur Not nicht weit nach Haus’.
Massage, Gymnastik, Strom und Moor,
Kohlensäurebäder bis zum Ohr,
soll’n mir die Jugend wiederbringen,
ich hoff’ darauf, es wird gelingen.
Kaum sind die Koffer ausgepackt,
geht es schon los in schnellem Takt.
Der Kurarzt schaut, klopft, hört und misst,
damit nicht alles vergebens ist, was er sich für mich hat ausgedacht,
von frühmorgens bis spät in die Nacht.
Treppen rauf und Treppen runter,
das hält den Kreislauf wirklich munter,
ich fürcht’, den Plan, den schaff’ ich nie,
bin hier doch nur zur Therapie!
Ganz erschöpft und halb benommen,
bin ich im Speisesaal angekommen,
doch was ich krieg’, das ist ein Hohn,
auf meinem Platz steht „Reduktion“!
Auf dem Teller ringeln sich fünfzehn Nudeln,
damit ich beim Essen nicht muss hudeln!
Wasser und Gemüse weich, ganz ohne Fett,
geschlaucht und hungrig fall’ ich ins Bett.
So geht’s weiter tagein, tagaus,
ich kann dir sag’n, es ist ein Graus.
Zum Stressabbau noch ein Seminar,
damit nicht alles sinnlos war.
Mein Geist hat sich sehr schnell erhellt:
Die Kur hab’ ich mir anders vorgestellt!



Die Elektrotherapie

Kaum im Kurhotö au(n):kumma,
wia(r)’ ih ah schoun in Beschlåg g’numma.
Dëi freindliche Rezeptionistin sågt,
„Mia wiss’n’s eh, dass da Schmea(r)z sëi plågt,
um dëis zu kuriea(r)n san’s jå då,
oisa gëib’n’s ihnare Kouffa åh!
Und daunn foah(r)n’s auffe in zweit’n Stouck,
dua(r)t woa(r)t’ schou(n) unsa Kua(r)hausdouc’,
dea(r) sågt eahna gaunz deitlich daunn,
wås au(n)gëih’n sui’n und voa(r) åll’m ah waunn!“
Oisa geh’ ih zu dëim Doukta hin
und dazöüh’ eahm, wia ih banaunda bin.
„G’freit mi, ih bin da Doukta Strauss,
hea(r)n’s auf zan Quatsch’n, ziag’n s’ eahna aus!“
Schüchta(r)n zag’ ih mi eahm in vulla Pråcht,
und wås dëis Lëib’n aus mia(r) houd g’måcht.
„Dëis Rückgrat krumm, dëi Schuita(r)n schlaff,
mit an Wua(r)t: a Krippü!“ - ih bin baff!
„Mit Gymnastik allanich wird dëis nie -
dou hüft nua meah(r): Elektrotherapie.
Am bëist’n gëih’ ma’s hiaz glei’ au(n),
an Stouck tiafa, Kabin’ 5, guata Mau(nn)!“
Dua(r)t erwoa(r)t’ mi a freindlich’s Wes’n.
„Sëi wea(r)’n ba mia(r) mit Stroum genes’n!“
„Wås g’schiacht dëinn dou?“, fråg’ ih gaunz bescheid’n,
„Muass ih ba deara Behaundlung eh ned leid’n?“
„Dëis biss’l Stroum, wås sui dou sei(n),
sëi wea(r)’n schou(n) sehg’n, sëi gëinga ma ned ei(n).
Sëitz’n s’ eahna daweu af’s Stoucka(r)l hi(n),
ih kumm glei’, waunn ih drüb’n fia(r)tig bi(n)!“
Während’m Woa(r)t’n schau ih ma dëin Generator au(n),
wås dea(r) im Prinzip sou leist’n kau(nn),
wia weid dea(r) mit da Spaunnung gehd,
und siach, dass ba Volt „milli“ stehd.

Dëis beruhigt mi ungemein,
und schou(n) tritt mei(n) Therapeutin ein,
nimmt zwa Saugnäipf’, zwa gaunz woa(r)me,
voum elektrisch’n Stui fia(r) Oa(r)me,
und pickt ma’s auf ’n Bugl hin,
weu nua(r) sou måcht dëis an Sinn.
„Is eh ned oa(r)g, dëis nimm’ ih schou(n) in Kauf.“
Sie zuckt mit d’ Schuita(r)n und draht zackig auf!
In dëim Moumeint straft mi da Blitz,
mi hëibt’s leicht auf von meinem Sitz,
dëi rechte Haund, dëi kraumpft si ein,
mia druckt’s d’ Augn ausse, si is zan Schrei’n.
Da Schedl wird rot, mia(r) entgleist d’ Visage,
sou heftig is d’ elektrische Massage.
Bevua(r) ih wü’ in Ouhnmåcht kipp’n,
zaht mia(r) da Stroum dëis Fleisch voun d’ Ripp’n,
hea(r)d plötzlich auf und späida daunn -
faungt’s Öülend vou(n) vua(r)n wieda aun.
Sou geht dëis a g’füh(l)te Ewichkeid,
z’erscht wia(r)’ ih schmoi, daunn wieda weid.
Af amoi leit d’ Uhr, dëi Fuita houd an Ëind’,
irgandwia schåd, weu hiaz häd’ ih mi schou(n) g’wëihnt,
sie draht in Stroum åh - und ih foi’ voum Houcka,
sie sågt: „Bis murg’n, da Hea(rr), und bleib’n sie loucka!“






Missvaständnis (ausnahmsweise auf Boarisch)


Zwoa junge Maunna aus dem fernen Berlin
san kumman zum Houf von da Leitna-Beierin,
ausg’rüst’ mit Dëick’n, Schlåfsåck und an Zäidd,
nua(r) oans woa(r) knåpp, näimlich ’s Gë’id!
„Gute Frau, wir suchen für die Nacht ’ne Unterkunft,
wie sich’s jehört für Anjehöriche der Wanderszunft,
eh wir noch lange hier durch die Gegend irren,
könnten wir vielleicht auf ihrem Anwesen biwakieren?“
„Jå, waunn’s moant’s, daunn lëigt’s ëing hoid
mit ëingan Zäidd auf dëi Wies’n dua(r)t bam Woid!“
Am nächst’n Tog, so umma hoiba neine,
kummt d’ Beierin vom Fuadan in die Stub’n eine,
und frågt in Knecht:
„Da Preiß’ liegt draust und wind’t si då im Flua(r),
und schreit sou greislich - wås hout dea(r) nua(r)?“
„Hiaz måch’ dou ned sou a dappert’s G’sicht,
dëis woa(r) a recht a saudumme G’schicht!
Und ois, weu dëi ned g’scheit rëid’n këinna,
a so wia mia(r), dass mia(r) ’s ah vastëin(g)a!
Sunst wa:(r)’ dëis net passiert, dëis is’ g’wiss,
dëis woa(r) fei a ries’n Missvaständnis!
Er hout g’frågt: „Könnten Sie mir ’mal ’n Ei abtret’n?“
Oiso håb’ ih g’måcht, wås er voun mia(r) hout erbet’n,
åba woa(r)scheinlich san meine Schuah zu grob,
sou dass ih ålle zwoa dawusch’n hob’!“






Da Blitzkuch’n


Åcht Eia und dreiß’g Deka Mööh,
dëis Gaunze variar ih relativ schnöö
mit zwa Becha Schlågoubas, hundat Gramm Soiz,
a(n) Lita Schnåps und an Viertl Buttaschmoiz.
A bissl a Maggi g’hea(r)t ah nou dazua,
daunn louss’ ih dera Mischung a Weu a Ruah.
Hiaz kummt nau a Fisch dazua aus da Tieafkü:htruch’n,
dea(r) sui jå ah nåch wås schmëick’n, dea(r) Kuch’n!
Zum Fisch g’hea(r)t ah a Zitrounensåft, zumindast a Dezi
und jå ned vagëiss’n in Schuhbeck sein Spezi!
Dëis ållas varia:hr’ ih mit vüü Schwung und Kråft
und pa(r)fümiea(r) ’s nau mit zwa Spritza Broumbeea(r)såft.
Daunn håw’ ih ’s g’schwind in Ouf’n g’schoub’n
und dreiß’g Minut’n båch’n mit vü: Hitz vou(n) oub’n!
Kua(r)z vua(r)m Schlu:ss houd ’s noucha in Ouf’n z’riss’n,
na jå, vüü z’vüü Alk’, dëis häd’ ih miass’n wiss’n!
A jëida, dea(r) dëi Möh:speis’ koust’, soufua(r)t vastehd
und mea(r)kt, dëis Båch’n … liegt eahm ne:d!“






A Pecka(r)l


Seid guade 30 Joah(r) gibt ’s bei uns an neich’n Trëind,
dëin houd ma friache nua(r) ba Matrous’n
und Hëif’nbriada këinnd:
Heit glaub’n åwa vüüle: a Tattoo muass hea(r),
weu nua(r) mid an Pecka(r)l bist d’ ah wea(r)!
Und sou püga’n s’ in Schoa(r)’n zu d’ Tätowiera,
dabei håb’n d’ meist’n ka:n Scheniera,
und louss’n si freiwüllich Büdln unta d’ Haut stëich’n,
egal, ob ’s eahna weh duat und wås sei dafia(r) blëich’n.

Liawe Leit, an a:ns muass ma si ea(r)scht g’wëina:
dass vüüle glaub’n, sëi san daunn schëina,
waunn s’ au(n)g’moind wia a Litfaßsäu’n
und dazua nou ’piea(r)ct durch d’ Gëig’nd kräu’n.
Schrift’n, Figua(r)’n, vaschiedane Musta,
Girland’n und Mandalas fia(r) jëid’n Gusta,
voun dëi Zech’n bis zan Hois,
ah am Schedl, tätowiert wird a:(n)fåch ois!

Und damit san ah Regiounen g’maant,
wou si noa(r)malaweis’ ka:(n) Su:nn hi(n)lahnt!
Fia(r) souwås muasst di schou(n) wås trau’n,
weu a schle:chta Pecka kaunn dou ois vasau’n!
Schoun d’ Kinda san davoun begeistat,
kriag’n s’ Å(b)ziagbüdln auf d’ Haut hi(n)kleistat.
Da Untaschied is nua(r): dëi gëinga wieda åh,
åwa a echt’s Pecka(r)l, dëis bleibt imma då!

Dou warad ’s schou(n) guad, waunn ma d’rauf schaut
und dëim, dea(r) ’s Tattoo sticht, ah echt vatraut,
weu sunst passiea(r)t’s, dass jëida iwa an låcht,
waunn dea(r) bam Peck’n an Föhla måcht!
Na guat, ma këinnnt ’s schou(n) ah behaund’ln
und voun fäa(r)big in foa(r)blous umwaund’ln,
oda mid an Lëisa wëiggabrëinna.
Åwa troutzdëim dad ma ’s nau dakëin(n)a!

A Beispü: mei(n) Freind, da Koa(r)l, houd amoi g’håbt a G’spusi,
seithea(r) steht auf sein’m Oa(r)m
„Auf ewig dein“ und „I love Susi“,
sou richtich mit an trumm Hea(r)z und an Pfeu,
damit ea(r) an sie dëinkt - ålleweu.
Zwa Joah(r) späita woa(r) daunn d’ Susi vaschwund’n
und a neiche Susi houd ea(r) nimma g’fund’n,
dafia(r) an Schibü aund’re Frau’n,
åwa kaane woit daua(r)nd auf d’ Vafloussane schau’n!

Außadëim: wås ba ålla Euphorie dëi wëinigst’n bedëink’n,
is, dass si gaunze Köa(r)pateule mid ’m Oita deitlich sëink’n,
schrumpf’n oda bra:da wea(r)’n,
dëis kaunn d’ Ästethik ziemlich stea(r)’n!
Dëi Foige is, ëis ahnt ’s as schou(n),
sou maunches Tattoo valiea(r)d d’ Fassoun!
Dou kummt ’s vua(r), ah waunn ’s d’ Frau’n ned gea(r)n’ hea(r)’n,
dass aus zwa Möpsa(r)ln schnautz’ntechnisch Windhund wea(r)n!

Nou sou Beispü: a Oida wuit in d’ Sauna gëih(n),
ea(r) houd am Pimm’l groß AIDS d’rauf stëih(n).
Dëi Empörung lousst si kaum meah(r) untadruck’n:
„San sëi deppat? Hå’m s’ an huck’n?
Mid souwås in a Sauna gëih(n),
is weda lustig, nau is ’s schëi(n)!“
D’rauf da Oide, gaunz zaknia(r)scht: „Jå, ih wa:ß,
wås sui ih duan, friacha woa(r) dëis ADIDAS!“

„Oma, Oma“, schreit aufg’rëigt dëi Marlëin’,
„wiasou houd da Opa auf sein’m Po „OMA ANKE“ stëi(h)n?
Dou stimmt jå wås ned, dëis is g’wiss,
wou douch die(n) Vua(r)naum „Birgit“ is!“
Wa:ßt, Madl, dëis is a sou ba dëi Oid’n,
dëina häingt da Oa(r)sch in Foit’n,
dou is ’s nimma sou, wia ’s amoi woa(r)!
Sou maunches vaäindat si mid d’ Joah(r)!

Dei(n) Opa, dea(r) woa(r) ah amoi straumm und jung
und houd demounstriea(r)t mit Leid’nschåft und Begeisterung.
Dëisweig’n kaunnst aunëimma, dëis wia(r)d schou(n) pass’n,
dëis houd dåmois nau
„ATOMKRAFT? NEIN DANKE!“ g’haß’n!“
Dëis heifigste Frau’n-Tattoo muasst ned laung sua(r)ch’n:
es is a Gia(r)land’n, direkt mitt’n iwa da Fua(r)ch’n!
„Oa(r)schg’weih“ ha:ßt dëis, und waunn sa si buckt
måcht dëis dëi Maunna gaunz varruckt!

Åwa Ouwåcht! Si g’hea(r)t ah amoi deitlich g’sågt:
ned jëida Oa(r)sch eignet si, dass ea(r) sou a Pecka(r)l trågt!
Ba fëista ’baude wia(r)kt nämlich dea(r) modea(r)ne Kreimpü
oa:(n)fåch nua(r) wia (r) a Prolet’nstempü!
A jëida, dea(r) wü, sui si Tattoos måch’n låss’n
und kaunn ’s ah iwaroi hea(r)z:ag’n, ah auf da Gåss’n!
Waunn ’s ah nau sou guad wia(r)k’n, a:n’s is wia(r)klich bled:
Pecka(r)l këinna schëi(n) sei(n), bleib’n ’s åwa auf di Daua ned!






Da Saunakontrollor


In mein’m Beruf, vua(r) vülen Joah(r)’n,
bin ih Saunaaunlåg’n kontrolliea(r)’n g’foah(r)’n.
Meist’ns woa(r) dëis im Winta, in da Nåcht,
daunn håw’ ih naou d’ Proub’n ins Labor ’bråcht.
Amoi woa(r) ih in Pinkaföd in gaunz’n Dåg im Woid,
da Schnee is g’lëig’n und si woa(r) ah recht koid,
håw’ ih ma dëinkt, waunnsd d’ schou(n) dou bist, nutzt d’ as aus
und nimmst ah glei’ d’ Saunaproub’n mit nouch Haus.
Dëis wa:rad a guada Åbschluss nouch dea(r) vü(l)’n Plåg!
Åchte a’f d’ Nåcht woa(r) ’s - und Damentåg!
Ih geh’ oisou eini mit meine Kist’ln vulla Flasch’l
und ’s Mëissgerät umg’hängt in an Tasch’l -
da anziche au(n)zougane Maunn unta 50 nåckate Frau’n!
„Wås duat dëinn dea(r) dou? Dou miass’ ma schau’n!“
In da groß’n Kabin woa(r) da Aufguss gråd aus
und a Schibü plutzarode Vaschwitzte kumman ’raus.
Wia d’ ea(r)schte um d’ Ë:ckn kummt, siacht s’ mi dou stëih(n)’
und, g’schamig wia s’ is, dadat s’ am liabst’n vagëih(n)’.
Sie reisst ’s gewoidich, und gaunz unbewusst
hëibt s’ iah(r) Haundtiach’l und hoit’ si ’s vua(r) die Brust.
Wia s’ åwa åwischaut, dou wia(r)d iah(r) g’wiss’,
dass hiaz unt’n hearum gaunz nåckat is!
Schnö foah(r)t s’ mid’m Diach’l åwi und, jå Kruzifix,
hiaz houd s’ åwa oub’n hearum wieda nix!
Ih såg’ nua(r) zu iah(r): „Dëis brauch’n s’ ned, ih bin dëis g’wëihnt,
mit’m Haunddiach’l vua(r)’m G’sicht
häd’ ih ihna goa(r) ned këinnt!“
Amoi ba sou ana Proub’ntour, mitt’n im Winta,
håw’ ih a Saunapa(r)tie trouff’n:
in Picki, in Robsch und in Güntha.
Dou håw’ ih mi glei zu eahna einig’sëitzt,
weu mi bam Kontrolliea(r)’n eh ka:na houd g’hëitzt.

Da Schmäh is g’rëinnt, mia hå’m bled’lt und g’låcht,
und wås ma hoit sou duat, bis ma an Aufguss måcht.
Af amoi kummt eine da Koa(r)l, a Maunn voun Foa(r)mat,
glei ho’m ma ’s g’wusst: heit daspoa(r)’ ma uns ’s Konzentrat,
weu dea(r) is vua(r)hea(r) sicha in an Beis’l g’huckt
und houd zwa Langos mit vü Knofü vadruckt.
Und wirklich: es daua(r)t ned laung, dou houd ea(r) aus ålle Por’n
mit’m Schwitz’n ah ’s Knofüöü laungsaum valoa(r)’n.
D’ Aug’n san uns g’runna, d’ Luft houd’s uns g’schnia(r)t åh,
ea(r) åwa sågt nua(r): „Wås håbt’s dëinn? Bleibt’s douch då!“
Mia hå’m eahm g’spoutt’, dëis kaunnst d’ ned beschrei(b)’m,
weu ba sou an G’staunk’n kaunnst d’ jå in da Kabin’ ned blei(b)’m!
A aunda(r)’s Moi kummt in ana Herr’nsauna in d’ Ansa-Kabin’
a G’fü:ta eina und sëitzt si glei a’f ’s ea(r)schte Bank’l hin.
Dabei lousst ea(r) an Fia(r)chtalich’n kråch’n!
„Bist d’ deppat, du feu:st, sou was kaunn ma då dou ned måch’n!“
Da Blade, weu(l) ea(r) a schlecht’s Gewiss’n hat,
måcht g’schwind an Aufguss mit an Taunnennåd’lnkonzentrat.
„Is hiaz bëissa?“, mechat ea(r) daunn wiss’n.
„Na jå, hiaz riacht ’s, ois häd’ ana in Nåd’lwoid einig’sch…!“
Ois Aufgiassa houd si amoi g’möd’t a junga Maunn
und woit uns zag’n, wås ea(r) bam Wach’ln ållas kaunn.
Elegant houd ea(r) si mit ’m Kiwü zum Ouf’n draht,
dabei houd’s eahm durch d’ Hitz’ vua(r)n ois z’saummanzaht.
Dëis is eahm, voa(r) oi’m vua(r) d’ Damen, ned recht g’wëis’n,
gaunz deitlich kounnt’ ma d’ groß’n Buchståb’n „BRCL“ lëis’n.
Sei(n) Schäd’l wia(r)d deitlich dinkla, ois dad a si schauma,
wia a:ne frågt: „Wås ha:ßt d’n dëis? Is dëis a Nauma?“
„T’schuidig’n, dëis is ned imma sou - und dëis is ka:(n) Witz -
noa(r)mal steht „Barcelouna“ d’rauf, åwa ba dëira Hitz’?“
Soiche G’schicht’ln hå’m ma dëi Nåchtdienst leichta g’måcht,
weu ih håb’ imma schoun gea(r)n’ Schmäh g’fiah(r)t und vü g’låcht!






Da Oipdram


Zan Huawa Doukta in d’ Oa(r)dinatioun
kummt, sichtlich vawia(rr)t, da Sama Gea(r)d.
„Höf’n s’ ma, ih dram seit Wouch’n schou(n)
oiweu, ih bin a rassig’s Pfea(r)d!
Maunchmoi steh’ ih in da Koppü im hoch’n Grås,
und in da Friah san meine Hax’n nåss!
Daunn galoppiea(r) ih wia wüd iwa d’ Weid’n
und a Schibü Leit woi’n af mia(r) reid’n.
Mei(n) Frau sågt ah schou(n), ’s is a Graus,
åb und zua wieha ih laut, daunn hau ih wieda aus.
Åwa heit in da Nåcht is gaunz oa(r)g g’wëis’n,
dou håw’ ih ah mei(n) hoiwade Heiblumandëick’n g’freiss’n!
Sëi miass’n ma unbedingt dagëig’n wås gëi(b)’m!
Fix nau amoi, woa(r) ih ëipa a Rouss im friachan Lëi(b)’m?“
„Åwa na, Hea(rr) Sama, dan s’ ned fluach’n!
Ih nimm eahna a Bluat åh und dua ’s grindlich untasuach’n!
Rëig’n s’ eahna ned auf, si wia(r)d schou(n) wieda wea(r)’n,
si hüft jå nix, waunn s’ dou umanaunda rea(r)’n.
Stått schwa Nåchtmoiëiss’n dringan’ s’ an Gamü’ntee und
daunn gëingan s’ vua(r)’m Schloufagëih(n) a Rund’n mid’n Hund!
Wea(r)’n s’ seg’n, eahna Oipdram houd boid an Ëind’
und sëi wea(r)’n wieda vou(n) an g’sund’n Schlåf vawëihnt!“
Daunn schaut si da Doukta d’ Bluatanalys’n au(n),
beid’ld in Sche(d)’l und sågt: „Guada Maunn,
eahna Foi is ziemlich koumplizia(r)t,
ih find’ ka:(n) Ua(r)såch’ ned und bin gaunz irridia(r)t.
Dëiswëig’n, moan’ ih, dëis kummt vou(n) d’ Nea(r)v’n!
Wiss’n s’ wås? Ih schreib’ eah(n)a a Bestätigung,
dass af die Stråß’n scheiß’n dea(r)f’n!“






Penisvaläingarung


Da Simon is a g’staund’na Mau(nn),
dea(r) vü wa:ß und a vü kau(nn),
guade Maniea(r)’n houd und a vü Göd,
mid an Wua(r)t: a Mau(nn) voun Wöd!
Nua(r) a:n’s fö’d eahm, ih wa:ß ’s genau:
zum pea(r)fekt’n Glick fö’d eahm a Frau!
Imma, waunn eahm ane g’foi’n däd,
is ’s oiweu ’s Gleiche: ea(r) draut si ned,
weul a glaubt, ea(r) is in da Mitt’n vua(r)n,
voun da Natua(r) benåchteuligt wua(r)’n.
Wou d’ aunda’n häinga hå’m a Stick’l Schlauch,
houd ea(r) nua(r) a greßas Wimma(r)l unta’m Bauch,
Vou(n) kla:(n) auf houd ea(r) schou(n) an Komplex,
und dëiswëig’n spü’t si ba eahm nix åh’ in punkto Sex,
Schou(n) in da Schui hå’m s’ eahm nua(r) g’spoutt,
dass a dua(r)t, wou wås hi(n)g’hearat, kaum wås houd!
Bam Bundesheea(r) noucha woar a schou(n) gaunz vazågt,
weu dou hå’m s’ zu eahm imma nua(r) „Simone“ g’sågt.
Psychisch houd eahm dëis gaunz schëi(n) einig’haut,
ea(r) houd si ned amoi mit d’ aunda(r)’n dusch’n gëih(n) traut!
A Zeid laung houd ea(r) si mit dëim, wia ’s is, å:g’fund’n,
åwa, weu ’s eahm g’wua(r)mt houd, houd a si douch iwawund’n
und af amoi beschlouss’n, a neich’s Lëi(b)’m au(n)z’faunga.
Ea(r) houd si z’saumm’g’riss’n und is zu an Spezialist’n gaunga.
„Hea(rr) Doukta, ih hoit ’s nimma aus, schau’n s’ ihna’n au(n),
mid sou wås Kloan’ bin ih douch ka:(n) richtiga Mau(nn)!
In ana Zeidung håw’ ih wou g’lëis’n,
ba an g’wiss’n Vinzenz M. is ah sou g’wëis’n.
Åwa sei(n) Lëi(b)’m houd hiaz an neich’n Schwung,
daunk ana Penisvaläingarung!“
Da Doukta beid’ld in Sche(d)’l hi(n) und hea(r):
„Na jå, åwa sou wås, dëis geht ziemlich schwea(r)!
Glaub’n s’ ned ois, wås in da Zeidung stehd,
weu Soib’n oda G’wicht’a, dëis ois funktioniea(r)t jå ned!
Chirurgisch këinnt ma schou(n) wås måcha,
åwa mit d’ Nëib’nwia(r)kungan is dëis sou a Såcha!
Außadëim warad a sou a Eingriff wia(r)klich teia,
und an Termin griagat’n s’ souwisou ka:(n) meah(r) heia!
Åwa ih häd’ fia(r) eahna a bülichare Versioun,
dëi is oa(n)fåch und sëi häd’n genau sou vü davoun:
ih kunnt eahna au(n)nah’n a Stick’l voun an Heah(n)lkråg’n!
Iwalëig’n s’ eahna’s! Sëi këinnan’s ma ’s jå mua(r)g’n nau såg’n!“
Am nächst’n Dåg kummt da Simon wieda zan Doukta hin
und huit si fia(r) dëi hagliche Operatioun glei’ an Termin.
Drei Dåg späida woa(r) ’s daunn sou weid! Wås sui ih såg’n?
Da Doukta houd si b’sua(r)gt an g’rupft’n Heah(n)lkråg’n,
houd d’raus außag’schnid’n a schëin’s Trumm
und in Simon einign’aht in sei(n) Heulichtum.
Wia ois vua(r)bei woa(r), houd si da Simon g’freit,
vou(n) dou au(n) wia(r)d ea(r) si wieda traun unta d’ Leit’,
weu mit dëi sëichs Zantimeta meah(r)
houd ea(r) si g’füh’t und glaubt, hiaz is a wea(r)!
Åwa kaum woa(r) vua(r)bei dëi ea(r)schte Nåcht,
houd ea(r) g’mea(r)kt, da Doukta houd an Föhla g’måcht:
dea(r) Kråg’n woa(r) leida vou(n) an Hauh(n)!
Und dea(r) faungt, waunn ’s liacht wia(r)d, zan Krah’n au(n)!






Dëis Glick is a Vouga(r)l


Oiweu, waunn ’s d’ as gnädich houst, san ålle Aumpü’n af rod,
waunn d’ Stråß’n a Kua(r)v’n måcht, daunn foah(r)st du gråd,
waunns’d’ amoi dei(n) Ruah wü:st, måch’n Nåchba’n an Bahöü,
und wanns’d’ da an Ëissich suachst, find’st nua(r) a Öü!

Jå, dëis Glick is a Vouga(r)l,
åwa maunch’smoi scheißt ’s an au(n),
und waunn ma wiss’n wü’, wieasou,
daunn haßt ’s, dass ma ned nua(r) an Dusl håb’n kau(nn)!
Dëi a:n këinna sauf’n, dëi aunda(r)’n zoih’n d’ Zëich,
dëi a:n håb’n a Ma:sl, dëi aunda(r)’n nua(r) Pëich!

In ana Bar lea(r)nst d’ ane këinna, dëi flöa(r)tet mit dia(r),
und du frougs’d as: „Wås is, kummst mid, gëih’ma zu mia(r)?“
Daham nouch an Schampus mea(r)kst, dass wås gëih’(n) kaunn,
åwa ba nähara Betråchtung stöüt sa si aussa ois Maunn!

Jå, dëis Glick is a Vouga(r)l,
åwa maunch’smoi scheißt ’s an au(n),
und waunn ma wiss’n wü’, wieasou,
daunn haßt ’s, dass ma ned nua(r) a Ma:s’l håb’n kau(nn)!
Dëi a:n g’winnan a Guidmedeu’n, dëi aunda(r)’n nua(r) Blëich,
dëi a:n håb’n a Glick, dëi aunda(r)’n nua(r) Pëich!

D’ Susi taunzt in an Ballett, dëi Stimmung is ha:ß,
dou zwickt und druckt d’ Susi af amoi a Schas.
Dëis is zwoa(r) z’wida, åwa ka:(n) ea(r)nstes Problëim,
d’ Susi houd au(n)daucht, und schou(n) woa(r) ’s danëi(b)’m!

Dou siachst d’, dëis Glick is a Vouga(r)l,
åwa maunch’smoi scheißt ’s an au(n),
und waunn ma wiss’n wü’, wieasou,
daunn ha:ßt ’s, dass ma ned imma a Glick håb’n kau(nn)!
Dëi a:n foahr’n in Gråb’n, dëi aunda(r)’n nåch Lëich,
dëi a:n håb’n an Sëig’n, dëi aunda(r)’n nua(r) Pëich!

Zwa Bücha san nouch an Ei(n)bruch au(n)klågt bam G’richt.
Sëi stëinga vua(r) ’m Richta mid an recht z’druckt’n G’sicht.
Da Ei(n)brecha söwa gehd frei, weu eahm ka:na g’sehg’n houd,
da Schmier’steha åwa, dea(r) frisst d’ gaunze Kroud!

Ma siachst wieda, dëis Glick is a Vouga(r)l,
åwa maunch’smoi scheißt ’s an au(n),
und waunn ma wiss’n wü’, wieasou,
daunn ha:ßt ’s, dass ma ned imma a Sau håb’n kau(nn)!
Dëi a:n valiea(r)’n ’s Göd, dëi aunda(r)’n find’n ’s am Wëich,
dëi a:n håb’n an Ma:s’n, dëi aunda(r)’n nua(r) Pëich!

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 136
ISBN: 978-3-903155-52-7
Erscheinungsdatum: 04.09.2017
EUR 20,90
EUR 12,99

Krampus & Nikolo