Zum Welttag des Tees verraten wir Ihnen vier Fakten über die wohl aromatischste Inspirationsquelle von Autoren: Tee.
Wie jede gute Geschichte liest sich auch die des Tees wie ein Märchen: Etwa 5.000 Jahre ist es her, dass der chinesische Kaiser Shen Nung durch einen Zufall den »Cha«, den Tee, entdeckte. Er war gerade dabei, seine morgendliche Tasse heiß gebrühtes Wasser zu genießen, als ihm der Wind ein paar Blätter schenkte. Die Blätter landeten ausgerechnet in der Tasse des Kaisers und verzauberten dort das Wasser, das einen himmlischen Geschmack und eine heitere Farbe annahm. Denn es waren Teeblätter gewesen, die der Wind in des Kaisers Wasser gerieselt hatte und so genoss Shen Nung ganz unverhofft die erste Tasse Tee dieser Welt.
Das Zauberwasser verbreitete sich schnell um den ganzen Erdball und ist noch heute, nach dem Wasser, das am meisten konsumierte Getränk der Welt. Tee ist sogar noch beliebter als Kaffee, und erfreut sich auch unter Schriftstellern großer Beliebtheit. Zwar bringt man mit Autoren meist ein ganz anderes Genussmittel, den Kaffee, in Verbindung. Honoré de Balzacs Kaffeekonsum, der auf ganze 50 Tassen pro Tag geschätzt wird, ist schließlich legendär. Doch das rigorose Schaffen des Autors – alleine Balzacs Hauptwerk »Die menschliche Komödie« umfasst 88 Titel – ist nur mit dem Koffein nicht zu erklären. Denn auch dem Tee wird eine den Geist erfrischende, belebende Wirkung zugeschrieben. Eine, die auch den Autoren wohlbewusst und die wohl ein Grund dafür ist, warum die Aromen des Tees mindestens im selben Ausmaß in die größten Werke der Weltliteratur einfließen wie die Seele der Autoren.
Die Seele des Tees wird jedes Jahr am 21. Mai zum Welttag des Tees zelebriert. Anlässlich dieses aromatischen Tages erzählen wir vom novum Verlag Ihnen vier Geschichten über Schriftsteller und ihre Liebe zum Tee, die Sie vielleicht noch nicht kannten. Am Ende des Artikels wartet außerdem ein Teerezept für eine feine Tea Time, die noch Jane Austen an Ihren Tisch gelockt hätte, auf Sie.
Welttag des Tees: 4 Fakten über Autoren und ihre Beziehung zum Tee
Tea Time mit Jane Austen
Wohl keine Tea Time ist britischer als eine von und mit Jane Austen. In ihren Romanen nimmt der Afternoon Tea der Autorin, die selbst Teetrinkerin aus Leidenschaft war, eine zum Teil zentrale Rolle ein. So werden vor dampfenden Tassen verwegene Blicke getauscht, verwerfliche Intrigen gesponnen oder auch ganze Ehen arrangiert.
Gefühlsbrodeln mit Francis Scott Fitzgerald
Zwar war Francis Scott Fitzgerald wohl Alkohol mehr zugetan als Aufgussgetränken, jedoch spielt der Tee in seinem bekanntesten Werk »Der große Gatsby« eine echte Hauptrolle. Für das Wiedersehen mit Daisy arrangiert Jay Gatsby, fiebrig aus Liebe, eine Tea Time, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Turmhohe Torten, prächtigste Blumenarrangements, und Tee, süßer noch als ein Liebesgedicht, tischt Jay Gatsby seiner Daisy auf, um sie zurückzuerobern. Mit dieser Szene hat Fitzgerald eine Liebesszene für die Ewigkeit geschaffen, in der es nicht nur in den Tassen brodelt.
Gedankenflut von J. R. R. Tolkien
Alles beginnt mit einer Tasse Tee – mit jener Tasse, die Gandalf der Graue bei Bilbo Beutlin verkostet, bevor dieser in seine großen Abenteuer aufbricht. Auch für J. R. R. Tolkien bedeutete der Tee einen großen, geistigen Aufbruch. Schließlich traf sich der Autor von »Der Hobbit« regelmäßig mit C. S. Lewis zu einer Tasse Tee, um über Literatur und Bücher zu sinnieren. Der belebenden Kraft des Tees hat eine der größten Geschichtenerzähler unserer Zeit damit gleich am Anfang seiner Geschichte ein ehrenwertes Denkmal gesetzt.
Teesatz von George Orwell
»One strong cup of tea is better than twenty weak ones.« Den Begriff des Teesatzes interpretierte George Orwell mit seinem berühmten Essay »A Nice Cup Of Tea« ganz neu. In seinem Regelwerk für den perfekten Tee beschrieb er elf goldene Regeln, um den Tee sein ganzes, aromatisches Potential abzugewinnen. Unter anderem bestand er auf echten schwarzen Tee, eine exakt einzuhaltende Ziehzeit und den Verzicht auf Zucker, der den wahren Geschmack des Tees zerstöre.
Vier Teerezepte zum Welttag des Tees
Klassischer Eistee
Zutaten für 4 Tassen:
8 TL starker Schwarztee (Ceylon oder Assam)
30 Eiswürfel
1 Bio-Zitrone
4 TL Agavensirup oder Rohrzucker (nach Belieben)
Zubereitung:
- Für ein Teekonzentrat den Schwarztee in einer French Press mit 1 l kochendem Wasser überbrühen. Den Tee drei Minuten ziehen lassen, dann den Teesatz runterdrücken.
- Eine größere Teekanne oder eine stabile Glaskaraffe mit der Hälfte der Eiswürfel füllen. Den Tee zur Schockkühlung darübergießen.
- Den Saft einer 1/2 Zitrone dazupressen. Für einen süßen Eistee den Agavensirup oder Zucker ca. zwei Minuten in den Tee rühren.
- Die restlichen Eiswürfel auf vier große Gläser verteilen und jeweils 1 bis 2 Zitronenscheiben zufügen. Eistee einfüllen, mit Strohhalm servieren und schlürfen!
Wem der klassische Eistee nicht originell genug ist, der sollte sich an diesen erfrischen Abwandlungen versuchen:
Eistee mit Limette und Himbeeren
Schwarztee aufbrühen und über Eiswürfeln herunterkühlen. Mit 4 Teelöffeln Himbeersirup süßen. Gläser mit Eiswürfeln füllen und den Eistee pro Glas mit einem Spritzer Limettensaft, 2 Limettenscheiben und 10 tiefgekühlten Himbeeren servieren.
Eistee mit Bitterorange und Lavendel
Den schwarzen Tee mit 4 Teelöffeln getrockneter Bitterorangenschale mischen und aufbrühen. Über Eiswürfeln herunterführen und mit 4 Teelöffeln Lavendelsirup süßen. Pro Glas mit Eiswürfeln, 1 Zweig frischem Lavendel und einer Zitronenschale servieren.
Eistee mit Maracuja
Schwarztee aufbrühen und über Eiswürfeln herunterkühlen. Mit 200 mli Orangensaft und 4 EL Zitronensaft mischen. Nach Belieben mit Zucker süßen. 1 Maracuja halbieren, das Fruchtfleisch herauskratzen und unter den Eistee rühren. Einige Zitronenspalten dazugeben und vor dem Servieren noch ein paar Minuten ziehen lassen. Mit Eiswürfelns servieren.
Sie sind immer noch durstig nach mehr? In diesem Beitrag finden Sie noch mehr Teerezepte, wie etwa einen aufregenden Teecocktail mit Gin. Welches Aufgussgetränk inspiriert Sie zum Schreiben? Verraten Sie es uns in den Kommentaren!
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