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Mutterqualitäten: 5 berühmte Mutterfiguren aus der Literatur

Von Medea bis Marmee – denkwürdige Mütter aus der Welt der Literatur stellen wir Ihnen in diesem Beitrag vor.

Der Muttertag ist jedes Jahr aufs Neue ein Fest der Liebe, das die Bindung zwischen Mutter und Kind unterstreicht. Es ist eine Liebe, die nicht nur grenzen-, sondern auch zeitlos ist. Denn ganz gleich, ob man seine Mama mit einer kindlichen Bleistiftzeichnung aus Herzen und Blümchen oder einer kostspieligen Schachtel Pralinen beschenkt, man ist in jedem Alter bemüht, sie glücklich zu machen. Doch wie jede Beziehung ist auch die Mutter-Kind-Beziehung eine vielschichtige. Die Liebesgeschichte zwischen Mutter und Kind ist wie ein tiefsinniger Roman: Sie hat sowohl ihre guten, als auch ihre schlechten Seiten, doch was sie im Innersten zusammenhält, ist ihr untrennbarer, roter Faden: die Liebe. 

Die Sonnen- und Schattenseiten dieser Liebe findet man auch in der Welt der Literatur wieder. Der Mutterfigur begegnet man dort nicht immer in dem Klischee der gutherzigen, selbstlosen Seele, das ihr vorauseilt. In den Klassikern der Weltliteratur lieben die Mütter mitnichten auf die eindeutige Weise, die man von ihnen erwartet. Denn wie im wahren Leben tritt die Mutter in der Fiktion nicht nur in ihrer Mutterrolle, sondern auch in ihrer Rolle als Frau, als Freundin, als Mensch auf. Sie ist keine Heilige, sie ist mit Fehlern belastet. Und manchmal wird sie ihren Kindern sogar zum Verhängnis. 

Fünf denkwürdige Mutterfiguren aus der Literatur, von der makellosen bis zur Rabenmutter, stellen wir Ihnen in diesem Beitrag vor. Geschenke für Mamas, die wir mit allen ihren guten, ihren schlechten, ihren sonnigen wie ihren schrulligen Seiten – kurzum, mit allen ihren Fehlbar- und Unfehlbarkeiten – lieben, finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Fünf Mutterfiguren aus der Literatur

Medea aus »Medea«, Euripides 

Sie ist schockierend, entsetzlich, sie ist die Anti-Mutter schlechthin: Medea, aus dem gleichnamigen griechischen Drama von Euripides. Geschrieben in der Antike, versetzt es seine Leser noch heute zuverlässig in einen Schockzustand. Denn Medea ist in ihrer blinden Rache die grausamste Muttergestalt, der wir begegnen können. Als Medea von Jason, dem Vater ihrer Kinder, verlassen wird, weil er Liebe, Anerkennung und Macht in einer günstigeren Verbindung mit der Königstochter sucht, sinnt sie auf Rache. Im Bestreben, ihm den größtmöglichen Schmerz zuzufügen, tötet sie nicht nur Jasons neue Frau, sondern auch die gemeinsamen Kinder. Den Schmerz, den sie sich damit selbst zufügt, nimmt sie in Kauf. Medeas grausame Tat beschäftigt Experten von der Literatur bis zur Psychoanalyse bis heute. Doch am besten beschreibt die Ungeheuerlichkeit von Medeas Tat wohl Jason, mit den Worten: »Nicht mich hast du getroffen, sondern die Kinder – und mit ihnen dich selbst!«

Margaret March aus »Little Women«, Louisa May Alcott 

Eine Mutterfigur aus der Literatur, die gegensätzlicher kaum sein könnte, verkörpert Margaret March. Von ihren vier Töchtern liebevoll Marmee genannt, wird Margaret gerne als das Ideal einer Mutterfigur zitiert. Was sie auszeichnet, sind ihre tiefe Intelligenz und Herzensweisheit, durch die sie allen ihren Töchtern, die unterschiedlicher kaum sein könnten, mit dem gleichen Maß an Empathie begegnet. Die Tollheiten ihrer Töchter erträgt sie mit Geduld und Sanftmut. Doch ihre Güte erfordert ein großes Maß an Selbstdisziplin, wie sie ihrer Tochter Jo eines Tages gestehen wird: »Ich bin zornig fast jeden Tag meines Lebens, Jo! Aber ich habe gelernt, den Zorn nicht zu zeigen, und ich hoffe, ich werde es nie mehr tun. Du musst anfangen, dich zu beherrschen, solange du jung bist, meine Liebe. So ist es leichter. Ich habe viele Jahre gebraucht, um es zu lernen, und ich wünschte, ich hätte es früher getan.« Als eine der ersten Autorinnen beschreibt Louisa May Alcott damit die Gefühlswelt vieler Mütter, die mit dem, was sie für ihre Kinder aufgeben, einhergeht. Doch sie tun es aus Liebe. Margaret March ist angelehnt an Abigail May Alcott, Louisa May Alcotts Mutter, die sich ihr Leben lang für soziale Gerechtigkeit einsetzte und ihrer Tochter stets ein Vorbild war. 

Sie sind ein begeisterter Leser von »Little Women«? In diesem Beitrag über die schönsten literarischen Reiseziele verraten wir Ihnen, wo und wie Sie einen Spaziergang durch das Buch unternehmen können.

Gertrude aus »Hamlet«, William Shakespeare

Kompliziert ist die Beziehung zwischen Hamlet und seiner Mutter Gertrude. Zwar ist sie an sich eine fürsorgliche Mutter, die ihren Sohn umsorgen und verstehen will, sie scheitert aber letztlich an ihren eigenen, menschlichen Schwächen. Gertrude verletzt ihren Sohn Hamlet durch ihr aus seiner Sicht amoralisches Verhalten. Ihr Versagen besteht in der Aufgabe, ihrem Sohn ein Vorbild zu sein. Doch die Heirat mit dem Mörder seines Vaters macht es Hamlet unmöglich, ihre Liebe zu erwidern. Gertrude wird nicht allen Ansprüchen gerecht, die an sie als Mutter gestellt werden, was ihre Figur und vor allem deren frühzeitigen Tod besonders tragisch macht. 

Fantine aus »Die Elenden«, Victor Hugo 

Selbstlos wie kaum eine andere Mutterfigur aus der Literatur ist Fantine, die Mutter von Cosette in Victor Hugos sozialkritischem Roman »Die Elenden«. Um ihrer unehelichen Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen, gibt sie sie in die Hände einer anderen Familie – trotz ihrer unendlichen Liebe zu ihr. Doch nicht nur Cosette lässt sie los. Auch ihre Zähne, ihr Haar, und schließlich ihren ganzen Körper verkauft sie, indem sie sich prostituiert, um Geld für ihr Kind zu verdienen. Fantine stirbt einsam und mittellos, doch glücklich, in dem Glauben, dass es Cosette besser geht als ihr. 

Anna Karenina aus »Anna Karenina«, Leo Tolstoi 

Anna Karenina ist nicht nur Mutter, sondern auch Frau – eine Frau, die sich verliebt und die dadurch ihr Recht auf die Liebe zu ihrem Sohn verwirkt. Denn Anna Karenina, die in eine unglückliche Ehe verstrickt ist, verliebt sich in einen Offizier, wodurch sie gesellschaftlich geächtet wird. Ihr Sohn, Serjoscha, verbleibt bei ihrem Exmann, der ihr aus Kränkung jedweden Kontakt verwehrt. Anna Karenina ist die Geschichte einer Frau, die zwischen Selbstliebe und der Liebe zu ihrem Kind wählen muss – und an den Konsequenzen ihrer Wahl schließlich zerbricht.

Ob grausam oder gutherzig, die Mutterfiguren aus der Literatur bilden, so traurig es in den Fällen miserabler Mutterschaft auch sein mag, alle Facetten des Mutterseins ab. Doch zum Glück überwiegt die Zahl der guten Mütter, jenen, die es verdienen, am Muttertag und an allen Tagen beschenkt zu werden. Ein paar Buchideen für belesene Mamas finden Sie hier im Überblick. Und eine noch größere Auswahl an Geschenken für alle Nicht-Medeas dieser Welt finden Sie hier in unserem Onlineshop.

Geschenkidee: Inspirierende Bücher zum Muttertag

»Die Wolken bleiben«, Rosmarie Bergmann

Wie wäre es mit ein paar Gedichten zum Muttertag? Der lyrische Band »Die Wolken bleiben« enthält eindrucksvolle Gedichte über die Liebe, die Freiheit und das Leben an sich – in einer Vielfalt und Dichte, wie sich auch das Leben selbst zeigt. Einige humorige Zeilen sind ebenso dabei, die zum Schmunzeln bringen. Hinterfragt wird hier das Leben genauso wie seine Schönheit bestätigt, beklagt wird die Liebe genauso wie ihre Unfassbarkeit bejubelt. Ein Hinterfragen, Reflektieren in einer bildhaften Sprache mit einer Leichtigkeit, mit der den Lesern die Gedichte zufliegen, um Freude, Besinnlichkeit, aber auch Anregung zu bringen.

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»Herzensfunken und Seelensplitter«, Eva Lisa Lebovitz 

Ein Buch für alle, die ihren Mamas ein wenig Sonne schenken wollen: Leidenschaft, Liebe, Herzschmerz, große Trauer – zuweilen ist das Leben ein Wechselbad der Gefühle. Wo sich zunächst alles in Dunkelheit hüllt, kein Weg nach vorne zu sehen ist, durchbrechen bald wieder Lichtstrahlen die Finsternis. Die Sonne lässt die Welt wieder erstrahlen. Wie lassen sich Glück und Freude konservieren, Leid und Schmerz vertreiben? Lyrik steht uns in dunklen, qualvollen Stunden bei und erinnert uns an die schönen Seiten des Lebens. In glücklichen Momenten kann sie die Freude noch vergrößern.  Mehr als 50 Gedichte entfalten in diesem Band die Kraft der Poesie. Von dem Zauber eines Frühlingsmorgens geht es zum Kampf mit Depressionen und Trennung weiter zum großen Glück der Freundschaft – und schließlich wieder zurück.

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»Oudegracht und das Lovepook«, Mari McLawrence

Eine Liebesgeschichte verschenkt man mit diesem Buch: Im pulsierenden London kreuzen sich die Wege von Nelly und Jace, zwei Fremden, die schon bald durch unsichtbare Fäden miteinander verbunden sein werden. Von dieser Geschichte handelt der Roman, an dem Geraldine gerade schreibt. Auf einer Zugreise in die Schweiz trifft sie Noah – eine zufällige Begegnung, die ihr Leben auf den Kopf stellen wird. Was zunächst wie eine Laune des Schicksals wirkt, entpuppt sich als der Beginn einer Reise, die ihr Leben für immer verändert. Geraldines und Noahs Schicksale und auch die Schicksale der Romanfiguren Nelly und Jace sind verstrickt – für keinen von ihnen wird es je wieder sein, wie es war. Eine Geschichte über die Macht der Liebe und die guten Geister, die uns vom Abgrund fernhalten – wenn wir es zulassen.

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»Von Gefühlen gefangen«, Otto Amhofer

Ein Buch, das sich liest wie Herzöffner: Zufall, Bestimmung, Schicksal. Viele Fragen – doch wo findet man die Antworten? »Das Ziel der Menschen ist unumstritten: ankommen«, Sigmund Freud.  Ankommen – im Privaten, im Beruflichen und im Spirituellen. Die Geschichte »Von Gefühlen gefangen« erzählt von Benjamin, Valentina, Clemens und Miriam. Mit Humor, aber auch mit tiefgehender Lyrik und Prosa, werden die Leserin und der Leser zum Nachdenken angeregt. Für eine Veränderung ist es im Leben nie zu spät. 

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»Wir haben den gleichen Himmel«, Anca Yamel

Ein Buch für Mütter, die lernen müssen, loszulassen: Allein in einer Bucht sitzt Anca Yamel und blickt aufs Meer. Ihr Leben beginnt an ihr vorbeizuziehen. Eine zerrissene Kindheit, das Erwachsenwerden, Muttersein und zwei große Lieben und schließlich die Ehe mit ihrer Frau. Doch es fällt ihr schwer, ihre nun erwachsenen Kinder in die Welt ziehen zu lassen. Was bleibt von ihr über, wenn sie loslässt. Wer ist sie in dem Leben das ihr fremd wird? Doch da sind auch schöne Erinnerungen, die sie tragen. Wie kann sie weitermachen? Wie glücklich sein? Wie verbunden bleiben mit ihren Liebsten? 

Anca spürt, dass sie bei sich selbst anfangen muss. Doch dazu muss sie tief in ihr Inneres eintauchen und endlich Frieden schließen mit den Dämonen ihrer Vergangenheit – eine schmerzhafte, aber auch heilende Reise, die sie zurück zu sich selbst führen könnte.

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Welche Mutterfiguren aus der Literatur haben bei Ihnen Spuren hinterlassen? Verraten Sie es uns in den Kommentaren!

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