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Einfach entlieben

Vom Stoizismus bis zur Selbstliebe: Das sind die besten Bücher gegen Liebeskummer.

Der Valentinstag ist, je nach Allgemeinzustand, ein Anlass zur Freude oder zum Verdruss. Denn nicht allen ist es vergönnt, am 14. Februar auf Liebeswolken gebettet zu liegen. Doch der Untertitel des Valentinstags kann alles bedeuten. Der »Tag der Liebe« beleuchtet schließlich alle Facetten dieses tiefen Gefühls. Und wer einmal unglücklich geliebt hat, weiß nicht nur um die Sonnen- sondern auch um die Schattenseiten der Liebe.

Dokumentiert sind die Fallstricke der Liebe in zahlreichen Büchern. Für jede glückliche Liebesgeschichte gibt es mindestens eine, die von ihrem Unglück erzählt. Die Titel der Bücher sind so bekannt wie ihre Autoren: »Die Leiden des jungen Werther«, von Goethe; »Anna Karenina«,  von Tolstoj; »Madame Bovary«, von Flaubert; »Sturmhöhe«, von Emily Brontë; »Vom Winde verweht«, von Margaret Mitchell;

Alle diese Bücher erfassen das Unglück unerfüllter oder unerwiderter Liebe in ihrer ganzen Tragik. Ein Schmerz, der so tief geht, das er das Herz schneidet, drückt sich in diesen Erzählungen aus. Einerseits ist das Lesen solcher Geschichten schwierig, weil es uns mit der Einsicht konfrontiert, dass Liebe nicht immer ein glückliches Ende nimmt. Andererseits sind sie auch ein Heilmittel für jene, die selbst schon einmal krank vor Liebe waren oder es sind. Denn aus den Büchern erschließt sich dem Leser der Gedanke, dass man mit seinen Gefühlen nicht alleine ist. Schließlich verarbeiten nicht wenige der Autoren, die Bücher über unerfülltes Liebesglück geschrieben haben, ihre eigenen Gefühle in den Tiefen ihrer Romane. Tolstojs Ehe etwa bekam Brüche, als seine Frau, Sofia Tolstaja, sich emanzipierte und ihrem eigenen schriftstellerischen Weg folgen wollte. »Lange Zeit lebte ich nicht mein eigenes Leben und meinen eigenen Willen, sondern als die Gattin Tolstojs«, schrieb sie etwa in ihr Tagebuch. Ein Bewusstsein, das die Ehe der russischen Genies fortwährend überschatten sollte. Goethes nur schwer zu verkraftender Werther liest sich noch schwermütiger, wenn man sich der biographischen Bezüge des Werks bewusst wird. Goethe verarbeitet in dem Buch seine eigene, unerfüllte Liebe zu Charlotte Buff. Und Edgar Allan Poe sollte sich nie erholen vom Tod seiner Gattin Virginia Clemm, der Poes Gesamtwerk verdüsterte und auch seinem Leben einen bitteren Zug verlieh. 

Alle diese Geschichten zeigen, dass Liebeskummer mindestens so verbreitet ist wie die Liebe selbst. Sehnsuchtsvolle Liebesbriefe berühmter Autoren finden Sie übrigens in diesem Beitrag. Doch das Lesen von Büchern, die den Herzschmerz, das Herzeleid, wie Nietzsche es nannte, zum Thema haben, kann auch ungemein hilfreich sein. Bücher über Liebeskummer sind wie Selbsthilfegruppen auf Papier. Und darüber hinaus gibt es auch noch die Bücher, die den Liebeskummer gleich gemeinsam mit den Tränen ausschwemmen. Diese fantastischen Bücher gegen Liebeskummer präsentieren wir vom novum Verlag Ihnen anlässlich des Valentinstags: Vorsorglich, akut oder auch nur für den Fall – mit diesen Worten sind Sie mit Ihren niederschmetternden Gefühlen nicht alleine. 

Fünf Bücher gegen Liebeskummer 

»Handbüchlein der Lebenskunst«, Epiktet 

Aus Vertreter der Stoa empfiehlt der Philosoph Epiktet, sich jenen Dingen zu entziehen, auf die wir keinen Einfluss haben. So können wir zum Beispiel nicht kontrollieren, ob und wie jemand uns liebt. Sehr wohl aber können wir unsere eigenen Gedanken und Handlungen steuern und uns so dazu ermuntern, uns auf das Gute in unserem Leben zu besinnen. Im Liebeskummer konfrontieren wir uns oft mit selbstzerstörerischen Gedanken, die uns unsere vermeintliche Einsamkeit vor Augen führen. Hier hilft Epiktet in seinem »Handbüchlein der Lebenskunst« mit kurzen, aber erfrischenden Gedankenexperimenten: 

»Bestrebe dich, jeder unangenehmen Vorstellung sofort zu begegnen mit den Worten: Du bist nur eine Vorstellung, und durchaus nicht das, als was du erscheinst. Alsdann untersuche dieselbe und prüfe sie nach den Regeln, welche du hast, und zwar zuerst und allermeist nach der, ob es etwas betrifft, was in unserer Gewalt ist, oder etwas, das nicht in unserer Gewalt ist; und wenn es etwas betrifft, das nicht in unserer Gewalt ist, so sprich nur jedesmal sogleich: Geht mich nichts an!« 

»Die Traumnovelle«, Arthur Schnitzler

Ungewöhnlich mag Schnitzers berüchtigte »Traumnovelle« als Buch gegen Liebeskummer anmuten. Jedoch legt es unsere Tendenz offen, die Ehe und die mit ihr verbundene, vermeintliche Eintracht zu idealisieren. Wenn wir Liebeskummer leiden, neigen wir dazu, neidvoll auf die scheinbar glücklichen, von Liebe erfüllten Paare um uns herum zu sehen. Doch nichts ist wie es scheint, und auch in einer Beziehung sind wir vor Schmerz nicht gefeit. Schnitzlers Novelle, die von Stanley Kubrick mit »Eyes Wide Shut« so meisterlich verfilmt wurde, erinnert uns daran, dass sowohl das Leben als Paar als auch als Single so seine Herausforderungen mit sich bringt.

»Siddharta«, Hermann Hesse

Wie ein Fluss sein, der den Wald durchströmt, das ist eine der vielen Lehren aus Hermann Hesses spirituellem Werk »Siddharta«. Anstatt zu suchen, sollten wir uns finden lassen – vom Glück, vom Erfolg, von der Liebe. Diese Botschaft verstärkt das Bild des Flusses, das Hesse am Ende seines Werks zeichnet: »Der Fluss lernt ihm, (Siddharta, Anm. d. Verf.) dass es keine Zeit gibt. Er lernt ihm das Zuhören, das Lauschen mit stillem Herzen, mit wartender geöffneter Seele, ohne Leidenschaft, ohne Wunsch, ohne Urteil, ohne Meinung.« Akzeptieren, was ist, statt suchen, was fehlt, das könnte eine Kernbotschaft sein, der wir im Liebeskummer Gehör schenken sollten. 

»Jane Eyre«, Charlotte Brontë

»Jane Eyre« wird oft als Liebesgeschichte bezeichnet. Dabei übersieht man allerdings, dass es zwar eine Liebesgeschichte ist, aber keine im klassischen Sinne. Denn in »Jane Eyre« erleben wir eine Liebesgeschichte mit sich selbst. Jane ist sich selbst wichtiger als ihre Liebe zu Rochester, der sie nicht ehrwürdig behandelt. Sie beschließt, aufzubrechen, auszubrechen und ihren eigenen Weg zu gehen. Erst als sie ihre Unabhängigkeit erlangt, entscheidet sie sich, sich auf ihre große Liebe einzulassen. Denn die kluge, tugendhafte Jane weiß, dass man sich am Ende nur auf einen Menschen wirklich verlassen kann: auf sich selbst. 

»Selbstbetrachtungen«, Marc Aurel

Ebenfalls ein Vertreter der stoischen Lehre ist Marc Aurel, römischer Kaiser und Philosoph, der in seinen Selbstbetrachtungen ermutigende Gedanken anstellt.In seinem Lebenswerk lehrt er uns, das Glück in uns, nicht in den Umständen zu suchen: »Schau in dein Inneres. Dort ist die Quelle des Guten, die niemals aufhört zu sprudeln, wenn du nur weitergräbst.« Egal, wie schwer der Kummer auf der Seele auch wiegen mag, es gibt etwas Gutes in uns, das uns Freude, Glück und Zufriedenheit bereitet. Dieses Etwas kann uns niemand nehmen. Es ist unsere eigene Superkraft, die wir immer dann für uns nutzen sollten, wenn wir sie wirklich brauchen – zum Beispiel, wenn wir Liebeskummer leiden. 

»Dein neues Ich«, von Christoph Taute & andere Ratgeber

Impulse für mehr Lebensqualität und Wege aus der Verzweiflungsfalle liefert Coach Christoph Taute in seinem neuen Ratgeber »Dein neues Ich«. Doch auch andere Bücher aus unserem Verlag, die sich mit Lebensführung und -qualität beschäftigen, bieten Hilfe zur Selbsthilfe. Stöbern Sie hier in unserem Onlineshop, um ein passendes Buch für Ihr aktuelles Lebensthema zu finden.

Und welche Bücher gegen Liebeskummer würden Sie verschreiben? Verraten Sie uns Ihre Textauswahl für eine wirksame Romantherapie in den Kommentaren! 

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