Unsere Autoren im Interview

Erhalten Sie Einblicke in die Welt unserer Autoren – Wie sie die Liebe zum Schreiben entdeckt haben, was hinter ihren Geschichten steckt, woher ihre Ideen stammen und vieles mehr.

ROSINENPICKEREI

Porträtfoto des Autors Alexander Bröstl

Alexander Bröstl

Was hat Sie zum Titel Ihres Buches inspiriert?
Im Anfang war das Wort, und das Wort war „dementsprechend“. Plötzlich war alles klar. Mein Alter flüsterte mir zu: Das Wort lässt sich teilen. Und seit dieser Zeit bin ich einfach „dement sprechend“. Als Anfänger.

Wie benutzen Sie die Sprache?
Bei kurzen Sentenzen und Gedichten, wie im Falle von Aphorismen und Epigrammen, aus denen mein Büchlein besteht, sollte jedes Wort sitzen, um lebendige Texte zu gestalten. Kurze, klare und genaue Sätze. Die alte Schulwahrheit aus der ersten Klasse besagt, dass ein Satz eine Anordnung von Worten ist, ein in Worte zusammengefasster Ausspruch, eine sprachliche Äußerung. Am liebsten würde ich zu dieser Definition hinzufügen, dass eine sprachliche Äußerung erstklassig ist, wenn sie eine Idee enthält.

Wie sieht Ihr Schreibtisch aus?
Computer, Bücher, Papier – und eine kleine Erfindung ist auch noch dabei: ein selbstgebautes Kopfgerät, der „Hirnanreger – Ideensucher“ (Marke „müheloses Denken“). Wer sucht, der wird belohnt und findet im entdeckten Wortschatz die richtigen, goldenen Worte; übrigens klingt das wie ein Werbespot – also oft zu optimistisch.

Wie würde die Logline für Ihr Buch lauten?
Halb Deutsch, eventuell Lockline. Sie sollte vor allem locken, oder? Dann benutze ich mit der Gelassenheit eines Lockvogels die folgenden drei Sätze:
Die Geschwister Humor und Satire bringen die Menschen meist zum Lachen. Sie blasen menschliche Schwächen auf, damit sie deutlicher – oder auch „deutschlicher“ – werden. Zugleich versuchen sie, manchmal etwas rau, die Seele gegen den Strich zu streicheln, als die einzigen liebevollen „Mittel gegen den Wahnsinn der Normalität“.

Was möchten Sie Ihren Lesern mitteilen?
Keine Neuigkeiten – Lesen bildet. In letzter Zeit habe ich die Werke von Johann Ulrich Megerle (1644–1709), dem kaiserlichen Prediger in Wien, für mich entdeckt: seine Witze, Wortspiele und Predigten – Satire pur. Ich war einfach begeistert. Was für ein Lesen!
„Das Wort Esel, wann es zurückgelesen wird, so heißt es: Lese!“
Die Gedichte und Metaphern aus der Sammlung Das Hui und Pfui der Welt zeigen es deutlich.

Lesen bringt mehr Sonne ins Leben. So Megerles Gedicht (diesmal keine Satire) Die Sonne:

„Die Blumʼ erhöht die Farb, der Edelstein den Schein.
Kurz: Leben, Pracht und Lust tritt mit der Sonn herein.“

Endlich zu meinem Buch: Nehmet und leset – das ist mein opus minor.

 

 

Dement sprechend
Hardcover | 60 Seiten
ISBN 978-3-99185-007-6
EUR(A) 25,90
EUR(D) 25,20
CHF 36.50

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