Unsere Autoren im Interview

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Mord auf den zweiten Blick

Porträtfoto von Autor Joachim Müller

Joachim Müller

Was hat Sie dazu inspiriert, „Im Schatten der Sucht“ zu schreiben?
Es war schon immer mein Wunsch gewesen, einmal einen Kriminalroman zu schreiben. Über lange Jahre hinweg hatte mich jedoch vor allem die starke Beanspruchung durch meinen Beruf als Allgemeinarzt davon abgehalten. Die Grundidee entstand, als ich im Rahmen eines Bereitschaftsdienstes eine Leichenschau durchführen musste. Es handelte sich um den Selbstmord einer betagten Seniorin in einem Pflegeheim. Dabei hatte es – in Übereinstimmung mit der anwesenden Kripo – keinen Anhaltspunkt für eine Fremdeinwirkung gegeben. Dennoch stellte ich mir hinterher die Frage: Könnte es vielleicht nicht doch ein Mord gewesen sein?

Welchen Einfluss hatte Ihre langjährige Tätigkeit als Arzt auf die Gestaltung der Handlungsabläufe?
In meinem Roman schlagen sich vielfältige Erfahrungen aus meiner Tätigkeit als Allgemeinmediziner und Hausarzt nieder. Denn ein solcher Beruf bietet zwangsläufig jede Menge Stoff für Geschichten aller Art. Beim Schreiben war es mir aber auch ein Anliegen, den Leser mit der alltäglichen Arbeit eines Allgemeinarztes und ihren Höhen und Tiefen vertraut zu machen – und zwar aus der Perspektive des Arztes. Als Patient hat man naturgemäß einen anderen Blick auf seinen Arzt.

In welchem Umfang sind autobiografische Erlebnisse Teil der Handlung des Romans?
Die Handlung des Romans ist eine erfundene Geschichte. Wie bereits erwähnt, hat lediglich der am Anfang stehende Todesfall tatsächlich stattgefunden. Die handelnden Personen sind natürlich ebenfalls frei erfunden. Die Hauptperson, der Arzt Richard Schneider, bin nicht ich; allerdings trägt er durchaus einige Merkmale meiner Person. Insbesondere arbeitet er im Alltag so, wie auch ich gearbeitet habe. Vergleichbar verhält es sich mit einer Reihe anderer Personen des Romans: Sie sind nicht realen Menschen direkt nachgezeichnet, tragen aber durchaus Eigenschaften und Charakterzüge von Menschen, denen ich begegnet bin.

Welches Anliegen haben Sie mit der Einbindung des komplexen Themas „Sucht“ verfolgt?
Es ging mir darum, die enorme Bedeutung von Suchtproblematiken im Alltag sehr vieler Menschen aufzuzeigen und den Blick für Suchterkrankungen zu schärfen. Insbesondere gilt das natürlich für die Alkoholsucht, mit der ich allein aufgrund meines Berufs sehr häufig konfrontiert war.

 

 

Im Schatten der Sucht
Hardcover | 374 Seiten
ISBN 978-3-99185-127-1
EUR(A) 28,90
EUR(D) 28,10
CHF 39.50

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