Unsere Autoren im Interview

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Der teuerste Irrtum unserer Zeit?

Porträtfoto des Autors Stan Adard

Stan Adard

Sie waren 35 Jahre in der IT tätig – als Systemarchitekt sowie Geschäfts- und Entwicklungsleiter. Warum nun ein Roman über Bewusstsein?
Weil mich eine Frage nie losgelassen hat: Kann in Serverfarmen für künstliche Intelligenz bei genügend Komplexität Bewusstsein entstehen? Meine Antwort ist ein klares Nein. Was uns als „künstliche Intelligenz“ verkauft wird, hat nichts mit Intelligenz zu tun. Heutige KI-Modelle sind Programme, die Wörter statistisch komplex aneinanderreihen. Materie bringt kein Bewusstsein hervor – auch unser Gehirn nicht. Bewusstsein ist die fundamentale Basis unseres Universums, aus der alles hervorgeht. Diese Erkenntnis wollte ich in eine Geschichte gießen: nüchtern recherchiert und doch voller Staunen.

Der Roman greift die KI-Industrie frontal an. Weshalb?
Lassen Sie mich das präzisieren: Als Werkzeug in Forschung, Entwicklung und Analyse ist KI großartig. Mein Einwand gilt dem Wettrennen um eine „Superintelligenz“, der sogenannten AGI – dem teuersten Irrtum unserer Zeit. Milliardäre und Staaten versuchen mit gigantischem Aufwand, als Erste Bewusstsein zu erzeugen, als wäre Geist eine Frage der Wattzahl. Dafür werden ganze Landstriche verwüstet, Wasser und Energie verbraucht – und das für ein Phantom. Kein noch so großes KI-Modell erwacht dadurch zum Fühlen. Der Roman erzählt es umgekehrt. Diese Sicht, inspiriert vom Chip-Pionier Federico Faggin und der aktuellen Quantenforschung, trägt die Handlung.

Warum spielt das alles ausgerechnet im Gotthardmassiv?
Silizium ist der Grundstoff unserer Serverchips und uraltes Gestein der Berge – dasselbe Element, zwei Gesichter. Der Bunker im Gotthard ist für mich ein Ort zwischen den Zeiten: Fels, Abschirmung, Stille, Geschichte – zugleich Forschung, Entdeckung, Erkenntnis. In dieser Abgeschiedenheit lässt sich die große Frage stellen, ohne dass der Lärm der Welt sie übertönt.

Auch der Menschheitstraum vom Leben im All kommt bei Ihnen schlecht weg.
Weil biologisches Leben im Weltraum keine Zukunft hat. Unser Körper hat sich über Jahrmillionen an unseren Planeten angepasst, an seine Schwerkraft, sein Magnetfeld, seine Atmosphäre. Die Fantasie, den Mars zu besiedeln, bleibt genau das: eine Fantasie, ein teures Ablenkungsmanöver von den drängenden Aufgaben hier. Und ich zeige: Es gibt andere, bessere Wege, das All zu erkunden – sobald wir uns von den irrigen Narrativen lösen.

 

 

Sil In
Softcover | 248 Seiten
ISBN 978-3-99185-212-4
EUR(A) 20,90
EUR(D) 20,30
CHF 29.90

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