Unsere Autoren im Interview

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Den inneren Fluss weiten. Deinen Blick klären

Porträtfoto von Autor Bernhard Labestin

Bernhard Labestin

Sie haben ein Buch geschrieben, das einen anderen Zugang zu unserem Selbst eröffnet. Was war Ihr Ausgangspunkt?
In meiner beruflichen Tätigkeit habe ich erlebt, dass die Belastungen stetig steigen. Menschen leisten viel, tragen Verantwortung und halten Systeme am Laufen. Gleichzeitig sah ich auf Fotoausstellungen immer mehr technisch gute Bilder, die mich nicht berührten. Für mich haben beide Beobachtungen die gleiche Ursache: Wir funktionieren – und verlieren dabei nach und nach den Zugang zu uns selbst.

Sie beschreiben, wie Menschen im Alltag zunehmend funktionieren. Wie ist daraus der Ansatz entstanden, Fotografie mit Selbstreflexion zu verbinden?
Als Leiter einer betriebsärztlichen Abteilung kam ich intensiv mit dem Thema psychischer Belastung in Kontakt. Gleichzeitig habe ich erlebt, wie schwer zugänglich viele Ansätze für Betroffene sind. In der Fotografie habe ich einen direkten, niedrigschwelligen Zugang gefunden: Sie verlangsamt und öffnet den Blick – nach außen wie nach innen. Aus vielen Gesprächen entstand die Idee, diesen Ansatz weiterzugeben.

Wie würden Sie diesen Ansatz beschreiben – was macht ihn in Ihrem Buch besonders?
Das Buch verbindet zwei Ebenen: die Auseinandersetzung über den Verstand und die unmittelbare Wahrnehmung über das eigene Empfinden. Die Fotografie wird zur Brücke zwischen beiden. In den Übungen greifen Denken und Erleben ineinander. So entsteht ein Zugang, der den Menschen in seiner Ganzheit anspricht.

Was verändert sich dadurch konkret für die Lesenden?
Der Blick verändert sich – nach innen wie nach außen. Man erkennt klarer, was einen geprägt hat und oft noch leitet. Es entsteht Abstand und damit die Möglichkeit, das eigene Selbst bewusster zu leben. Gleichzeitig wird auch das Umfeld differenzierter wahrgenommen. Fotografierende entwickeln eine eigene, authentische Bildsprache.

An wen richtet sich Ihr Buch – wen sprechen Sie besonders an?
An Entscheider, die spüren, dass ihr Leben häufig von äußeren Anforderungen, hohem Tempo und dem Anspruch nach „mehr“ bestimmt ist – und die sich aus diesem „höher, weiter, schneller“ lösen möchten, um ihr Leben wieder aus ihrem inneren Kern heraus zu gestalten.

Ebenso an Fotografierende, die keine gefälligen Bilder für Algorithmen produzieren wollen, sondern ihre eigene Bildsprache entwickeln und ihr Selbst darin sichtbar machen möchten.

 

 

Innehalten Fotografieren als Weg zu deinem Selbst
Hardcover | 306 Seiten
ISBN 978-3-99130-960-4
EUR(A) 37,90
EUR(D) 36,90
CHF 50.90

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