Wie Sie eine Schreibroutine entwickeln

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Heute schon geschrieben? Wertvolle Tipps gegen Prokrastination beim Schreiben.

Heute schon geschrieben? Aufschubverhalten beim Schreiben ist unter Autor*innen ein weit verbreitetes Problem. Schließlich genießen nur wenige Schriftsteller*innen das Privileg, vom Schreiben leben zu können. Ist Schreiben nur ein Nebenjob, füllen sich die Seiten aber langsam. Vor jedem neuen Kapitel steht erst einmal eine Reihe von Verpflichtungen, die zuerst zu erledigen sind. Schafft man es nach Arbeit, Uni, Sport und Socializing doch noch zum Schreibtisch, ist man meistens schon zu müde zum Schreiben. Aus „Heute“ wird „Morgen“. Der Kreislauf der Prokrastination setzt ein.

Sind auch Sie davon betroffen? Gehen Sie nicht zu hart mit sich ins Gericht. Für das Aufschieben von Großprojekten – und ein Buchprojekt ist zweifellos ein solches – gibt es eine Erklärung. Die Wissenschaft unterscheidet zwischen Erregungs- und Vermeidungsaufschiebern. Der erste Typ sucht den Kick der Deadline und genießt die Erregung. Der zweite Typ leidet unter Versagensängsten, was zu Vermeidungsverhalten und Aufschub führt. Autor*innen zählen meistens zum zweiten Typ. Buchprojekte provozieren das Prokrastinationsverhalten, weil sie enorme Leistungen auf zeitlicher und persönlicher Ebene erfordern. Doch es liegt in der Natur des Menschen, den kürzesten Weg zu suchen. Dieser Effekt wird Ego Depletion genannt und beschreibt den Fluchtinstinkt, der uns vor großen Aufgaben überfällt. Diese Angst überwinden wir nur, wenn wir uns ihr stellen. Daher haben wir sieben Tipps gegen Prokrastination beim Schreiben recherchiert, die mehr Gelassenheit ins (Wort-)Spiel bringen. Wie sagte schon Seneca? „Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“


7 Tipps gegen Prokrastination beim Schreiben

  • Monotasking statt Multitasking

Monotasking ist das neue Multitasking. Beim kreativen Schaffen braucht man gleichzeitig nichts anderes zu tun. Es ist nur eine Strategie, das Schreiben aufzuschieben. Zwischen Push-Benachrichtigungen, Zoom-Meetings und Social Media lässt sich kein Buch schreiben. Konzentrieren Sie sich beim Schreiben auf eine Aufgabe und bleiben Sie dabei. Alles andere hat später noch Zeit.

  • Zeitmanagement

Zeitmanagement ist alles. Klären Sie Ihre Prioritäten. Unterscheiden Sie zwischen dringenden und wichtigen Aufgaben. Dringendes erledigen Sie sofort, nicht Dringendes planen Sie und Wichtiges delegieren Sie oder eliminieren es ganz. Behandeln Sie das Schreiben aber immer als dringendes Projekt und räumen Sie ihm oberste Priorität ein. Diese Methode wird auch als Eisenhower-Prinzip bezeichnet. Tappen Sie beim Selektieren wichtiger und unwichtiger Dinge aber nicht in die Lust-Unlust-Falle und bleiben Sie ehrlich mit sich.

Tipps gegen Prokrastination - Stopper-Uhr

  • Listenprinzip

Sie haben eine Liste langer Aufgaben vor sich, an deren Ende das Schreiben steht? Drehen Sie die Liste um und stellen Sie sich der anstrengendsten Aufgabe auf Ihrer Liste zuerst. Der Belohnungseffekt ist riesig, wenn Sie es gleich hinter sich bringen und versorgt Sie für den ganzen anstehenden Tag mit Endorphinen.

  • Konzentrationstechnik

Alle Störfaktoren wurden ausgeblendet und es fällt Ihnen dennoch schwer, bei der Sache zu bleiben? Beginnen Sie Ihren Tag doch mit einer Meditation oder versuchen Sie es mit einem der Tricks für mehr Konzentration, die Sie in diesem Beitrag finden.  

  • Feedbackschleifen

Zu den weiteren Tipps gegen Prokrastination beim Schreiben zählen Belohnungen. Große Projekte erfordern viel Energie, unser Gehirn sucht ständig nach Entlohnung. Von diesem Belohnungsprinzip profitieren zum Beispiel Soziale Netzwerke. Wir werden permanent mit Likes und Kommentaren belohnt und suchen die Plattformen immer wieder auf, um uns soziale Bonuspunkte zu sichern. Doch dieses Prinzip funktioniert nicht nur auf Social Media. Wenn es Ihnen ein Bedürfnis ist, dann teilen Sie immer wieder einmal Textstellen mit Familie und Freunden. Positives Feedback hat Suchtpotential und hält uns beim Schreiben bei Laune.

  • Größenwahn

Bleiben Sie realistisch. Ihr Vorhaben, 500 Seiten pro Tag zu schreiben ist löblich. Es ist aber unmöglich. Ein zu hoher Selbstanspruch bedeutet Frustpotential. Setzen Sie sich stattdessen Etappenziele. Selbst, wenn Sie sich nur fünf Seiten für einen Tag vornehmen, wird das Gefühl, es geschafft zu haben, Ihnen die Ausdauer verleihen, die Sie brauchen, um bis zum Schluss durchzuhalten.

  • Glaubenssätze

Denken Sie nicht an gelbe Elefanten. Sie tun es trotzdem, oder? Worte erzeugen Bilder in unserem Kopf, die sich je nach Inhalt positiv oder negativ auf unser Motivationssystem auswirken. Achten Sie ab sofort auf Ihre Worte. Streichen Sie das Wort „müssen“ aus Ihrem Wortschatz. Der Satz „Ich muss schreiben“ erzeugt Druck, während der Satz „Ich will schreiben“ Lust und der Satz „Ich kann schreiben“ Selbstvertrauen vermittelt. Halten Sie sich an Affirmationen und Glaubenssätze, die Ihnen Kraft geben und die Prokrastination beim Schreiben hat ein Ende.

Weitere Tipps für mehr Motivation finden Sie übrigens in unserem Schreibratgeber „Fakt und Fiktion“.


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