Sie suchen seltene Erstausgaben von Büchern? An diesen Merkmalen können Sie wertvolle Bücher erkennen.
In den Straßen der Großstädte finden sich Bücherfans oft einmal auf einem Flohmarkt wieder: Ob Portobello Market in London, Feira da Ladra in Lissabon oder Marché aux Puces de Saint-Ouen in Paris – die Shoppingmeilen der Straße bieten Bücherliebhabern reichlich Grund zum Staunen. Denn auf Flohmärkten gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt. Zwischen Schmuck und Töpferwerk reihen sich Stapel aus Schallplatten, alten Uhren und Buchrücken. Sie stöbern gerne am Flohmarkt und wollen wertvolle Bücher erkennen? Hier sind Sie richtig!
Wertvolle Bücher erkennen
Alte Bücher haben etwas Magisches an sich. Bei manchen Büchern überkommt einen das Gefühl, man blättere gerade mitten in der Winkelgasse in den Geschichten dieser Welt. Belesene kennen die sofort einsetzende Liebe, die einen beim Anblick einer Buchrarität manchmal befällt. Kaum hat man einen Blick auf den Einband geworfen, will man das Buch schon besitzen. Bereitwillig zahlt man jeden Preis, den der*die Händler*in uns anbietet. Doch hier wird es schwierig. Wie viel ist das Buch tatsächlich wert, das man gerade in Händen hält? Wer wertvolle Bücher erkennen und sich nicht über den Tisch ziehen lassen will, sollte auf diese Merkmale achten:
6 Merkmale von wertvollen Büchern
1. Unversehrtheit
In welchem Zustand befindet sich das Buch? Finden sich Eselsohren oder Kaffeeflecken zwischen den Zeilen? Wie auch bei Comicheften kommt es bei alten Büchern auf den Zustand an. Je besser erhalten, desto höher ist der Wert. Untersuchen Sie Ihr Wunschobjekt nach allen Regeln der Kunst. Bei Büchern mit Makel haben Sie von Beginn an eine bessere Verhandlungsbasis.
2. Ausgabe
Besonders begehrt sind Bücher aus der Editio princeps, der Erstausgabe. In der sogenannten Editionsphilologie, einem Gebiet der Literaturwissenschaft, gilt ein Werk unter zwei Bedingungen als echte Erstausgabe: Erstens muss die Ausgabe in Zusammenarbeit mit dem*der Autor*in entstanden sein. Zweitens muss das Buch ein Original der ersten Druckauflage darstellen. Schon ab der zweiten Auflage weisen Bücher partielle Veränderungen im Inhalt auf, die den Wert des Buchs mindern oder – in manchen Fällen – auch steigern. Erstausgaben sind wahre Raritäten, handelt es sich doch zum Teil um Zeugnisse der Zeitgeschichte. Wer also in Omas altem Bücherschrank zufällig eine Erstausgabe von Edward Fitzgeralds berühmter Übersetzung von Omar Chayyãms Rubaiyat entdeckt, darf sich um etwa € 45.000,- reicher fühlen.
3. Cover
Hardcover, Softcover, Schriftarten, Farbgebung oder Materialeinsatz – all diese Kriterien fließen in die Bewertung eines Covers mit ein. Sonderausgaben sind von besonders hohem Wert. Auch Bände in märchenhafter Aufmachung, wie etwa einige Ausgaben von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“, erzielen am Markt außerordentlich hohe Preise.

4. Fehler
Suchen Sie nach Fehlern – und hoffen Sie, dass Sie welche finden. Freuen Sie sich über fehlende Seiten, Druckerschwärze oder Leerläufe. Manche Sammler suchen genau danach und sind mitunter bereit, dafür Preise über dem Marktwert zu zahlen. Sie haben eine Ausgabe ohne Einleitung, Ende oder Danksagung aufgestöbert? Dann haben Sie vielleicht einen wahren Schatz zu Hause.
5. Edition
Sondereditionen, die zu besonderen Anlässen wie Jubiläen oder Jahrestagen publiziert werden, erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit unter den Buchjägern und -sammlern. Von der „Herr der Ringe“-Trilogie zum Beispiel wurden schon zahlreiche Sonderausgaben gedruckt. Manche davon sind echte Prachtexemplare, geschmückt mit Lesebändchen, Echtgoldprägungen, Büttenpapier und Farbtextdruck, die auf kommerziellen Plattformen wie Ebay oder Amazon erstaunliche Preise erzielen.
6. Signatur
Ein von Hand signiertes Werk, womöglich auch noch aus der Feder eines*einer klassischen Autor*in, ist praktisch unerschwinglich. Der ideelle Wert übersteigt reelle Preisvorstellung bei weitem. Doch nicht nur Originalsignaturen des*der Autor*in, sondern auch Signaturen von bekannten Illustrator*innen oder Buchmaler*innen können den Wert eines Werks beträchtlich in die Höhe treiben. Wertmindernd hingegen wirken persönliche Widmungen von Oma oder Opa. Buchhändler*innen können sich selbst für die herzlichsten Worte nicht erwärmen, wenn sie nicht aus prominenter Feder stammen.
Wir hoffen, dass Sie mit unseren Tipps wertvolle Bücher erkennen, wenn Sie welche sehen. Passende Bücherstädte, in denen das Potential für einen Bücherschatz besonders groß ist, finden Sie in diesem Artikel.
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