Warm Up! Bücher schreiben nach einer Schreibpause

Bücher schreiben - Schreiben mit Füllfeder

Mit diesen 5 Schreibübungen finden Sie nach einer Pause schnell zurück zur Schreibroutine.

Bücher schreiben ist ein ambitioniertes Hobby. Es braucht viel Zeit, um ein Buchvorhaben zu verwirklichen. Vor allem, wenn uns der Alltag stark beansprucht, gerät das Schreiben schnell in den Hintergrund. Um wieder zur Schreibroutine zurückzufinden, braucht es manchmal eine Starthilfe. Denn der Anfang ist am schwersten. Der erste Satz setzt viele Autor*innen unter Druck, noch bevor er überhaupt geschrieben ist. Das Streben nach Perfektion und Anerkennung kann den Weg zum ersten Kapitel erschweren. In der sensiblen Anfangsphase entwickeln Schriftsteller*innen manchmal sogar eine Schreibblockade. Vor Blockaden waren nicht einmal literarische Größen gefeit. Ernest Hemingway, Jack London, Fjodor Dostojewski oder auch Stephen King waren mit Freuden und Leiden des Schreibens sehr vertraut. Doch gegen Schreibblockaden hilft nur eines: Schreiben. Mit diesen 5 spielerischen Übungen finden Sie nach einer Schaffenspause schnell zurück zu alter Größe. Denn der Schlüssel des Schaffens liegt im Tun. Das wusste schon das Erfindergenie Thomas Edison: „Erfolg hat nur, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet.“

 

Bücher schreiben nach einer Schreibpause: 5 Übungen für Ihre Schreibroutine

 

  • Übung 1: „Ein Auge fürs Detail“

Details bereichern Ihr Buch. Sie vermitteln dem Publikum die Welt, die es sich vorstellen soll, und verleihen Ihrer Geschichte Echtheit und Vielschichtigkeit. Doch für aufregende Details braucht es eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe. Versuchen Sie sich an folgender Schreibübung, um Ihr Auge fürs Detail zu schärfen:

Achten Sie auf Einzelheiten. Stellen Sie dazu einen Tag lang exakte Beobachtungen Ihrer Umgebung an. Beschreiben Sie Gegenstände, Menschen oder auch Tiere mit jeweils mindestens zwanzig Wörtern. Schwieriger wird es, wenn Sie triviale Dinge beschreiben. Welche Attribute fallen Ihnen zum Beispiel zu Ihrer Bettdecke ein? Zum Schluss unterstreichen Sie die stimmigsten Worte und bündeln diese zu einer kompakten Personen- oder Objektbeschreibung. Wiederholen Sie die Übung und Sie verfügen bald schon über einen sechsten Sinn für Details.

 

  • Übung 2: „Die Kunst der Übertreibung“

Die Wirklichkeit ist langweilig genug. Die Fiktion lebt von der Übertreibung. Zeigen Sie, was in Ihnen steckt und übertreiben Sie es einmal. Mit dieser Übung gelingt es:

Beschreiben Sie ein ganz alltägliches Erlebnis in maximal zwei Absätzen. Zum Beispiel können Sie Ihre Pflegeroutine, Ihre Kochpraxis oder auch Ihre letzten Einkaufserlebnisse literarisch verwerten. Beschränken Sie sich im ersten Schritt bewusst aufs Wesentliche. Erst im zweiten Schritt schmücken Sie die Geschichte mit Steigerungen und Übertreibungen aus. Gehen Sie nun noch einen Schritt weiter und führen Sie Ihren Text ad absurdum. Sie werden verblüfft sein, wie viel Ideenreichtum in Ihnen steckt! Diese Übung steigert nicht nur Ihre Kreativität, sondern auch Ihr Selbstvertrauen.

 

Bücher schreiben - Frau sitzt am Tisch und schreibt

  • Übung 3: „Briefe ans Unbewusste“

Sie ertappen sich dabei, wie Sie nach Ausreden fürs Nicht-Schreiben suchen? Vielleicht haben Sie vergessen, warum Sie damit angefangen haben. Kreieren Sie einen kleinen Reminder, der Sie daran erinnert, warum Sie schreiben – und nie damit aufhören sollten. Und so funktioniert es:

Schreiben Sie einen Brief an eine*n Schriftsteller*in, der*die Sie persönlich inspiriert hat. Begründen Sie, warum diese*r Schriftsteller*in Ihren Wunsch zum Schreiben geweckt hat. War es eine bestimmte Geschichte, die an den*die Autor*in in Ihnen appelliert hat? Hat der*die Schriftsteller*in spezielle Worte verwendet, von denen Sie fasziniert waren? Welche waren es? Erschaffen Sie Ihren ganz persönlichen Botschafter der Inspiration, der Sie im Zweifelsfall immer wieder motiviert – ob Sie den Brief abschicken, bleibt Ihnen selbst überlassen.

 

  • Übung 4: „Spiel mit Worten“

Kultivieren Sie die Praxis des kreativen Schreibens, wenn Sie Blockaden verhindern wollen. Schreiben Sie ganz ohne Zweck und Ziel. Bücher schreiben ist kein Beruf, sondern Berufung. Bewahren Sie sich den Spaß an der Sache, indem Sie mit Worten spielen. Und so wird Ihr Papier zur Spielwiese:

Beginnen Sie eine Geschichte mit dem Satz, „Ich kann mich noch erinnern, als …“. Folgen Sie Ihrem ersten Impuls und lassen Sie sich nur von Ihrer Intuition leiten. Zensieren Sie nichts, was Sie schreiben. Ihre innere Kritikinstanz hat jetzt Pause. Schreiben Sie, solange Sie Spaß an der Sache haben. Lesen oder gar korrigieren Sie den Text nach der Fertigstellung nicht. In dieser Übung geht es nur um das freie, nicht um das fehlerfreie Schreiben.

 

  • Übung 5: „Doppelconférence“

Auch ein*e Autor*in muss seine*ihre Figuren erst kennenlernen. Mit dieser Technik lernen Sie Ihre Figur besser verstehen als sich selbst:

Beginnen Sie einen schriftlichen Dialog mit Ihrer Figur. Sprechen Sie mit der Figur, als würden Sie sie gerade zum ersten Mal treffen und stellen Sie jede Frage, die Sie interessiert. Wie verhält sich Ihre Figur? Ist sie eher offen und aufgeschlossen? Oder zieht sie sich zurück? Warum? Und wie spricht Ihre Figur? Drückt sie sich gewählt aus oder im Dialekt? Provozieren Sie auch eine Konfliktsituation – das macht Ihre Doppelconférence erst richtig interessant.

 

Versuchen Sie sich an diesen Übungen und aller Anfang wird leicht. Sie kämpfen noch mit Startschwierigkeiten? Das Team unserer Schreibwerkstatt steht Ihnen beim Schreiben zur Seite.

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