5 Gründe, warum wir mehr mit der Hand schreiben sollten.
Tragödien, Dramen, Sonette – Kaum ein anderes Genie rühmt sich so vieler Werke der Dichtkunst wie William Shakespeare. Umso erstaunlicher wird diese Leistung angesichts der Tatsache, dass sie alle mit Feder und Papier entstanden sind. „Romeo und Julia“, „Hamlet“ und „Macbeth“ – sie alle wurden in geduldiger Kleinarbeit mit der Hand geschrieben.
Über Stunden, Tage, wenn nicht Jahre kratzte man in Zeiten von Shakespeare die Bücher mit der Feder ins Papier. Die Digitalisierung hat unser Schreibverhalten und –tempo aber grundlegend verändert. Ob wir nun E-Mails, Briefe oder Bücher in die Tasten tippen, der Effizienzgedanke steht stets im Vordergrund. Schnell muss es gehen. Doch bringt das wirklich nur Vorteile mit sich oder gibt es auch Gründe, warum wir mit der Hand schreiben sollten?
Schwarz auf Weiß – das sagt die Wissenschaft
Längst schon ist um die Frage Computer- vs. Handschrift eine heiße Debatte entbrannt. Die Meinungen spalten nicht nur Autor*innen, sondern auch die Wissenschaft. Der Konsens sieht in der Tippgesellschaft eine Bedrohung für unsere Kultur sowie unseren Intellekt. Studien konnten die positiven Effekte der Handschrift – Schwarz auf Weiß – belegen. Wir vom novum Verlag haben fünf Gründe recherchiert, die für Stift und Papier sprechen anstatt Tastatur und Bildschirm.

Warum wir mehr mit der Hand schreiben sollten
Schreiben verbessert die Rechtschreibung
Schreiben mit der Hand fördert die Sprach- und Rechtschreibkompetenz. Wenn wir mit der Hand schreiben, werden jene Hirnareale aktiviert, die für Lern- und Erinnerungsprozesse verantwortlich sind. Studien belegen, dass Kinder, die regelmäßig mit der Hand schreiben, eine größere Lernkompetenz mitbringen als Kinder, die ausschließlich auf der Tastatur schreiben. Dieser Effekt wirkt sich vor allem auf die Orthographie, also die Rechtschreibung, der Schreibenden aus.
Schreiben fördert die Kreativität
Die Variabilität in der Ausführung der Buchstaben erweitert unsere Kreativität. Beim Schreiben mit der Hand nehmen wir unbewusst die verschiedenen Schriftschnitte auf, die ein Buchstabe annehmen kann. So bleibt ein „a“ zwar ein „a“, doch seine Form wird sich – egal wie oft geschrieben – immer wieder anders darstellen. Diese Vielfalt an Mustern kann die Kreativität positiv beeinflussen.
Schreiben verbessert das Erinnerungsvermögen:
Viele von uns erinnern sich mit Sicherheit noch an die eine oder andere Schularbeit zurück, die im Wettlauf gegen die Zeit geschrieben wurde. Schreiben mit der Hand beansprucht sehr viel mehr Zeit als Schreiben am Computer. Mehr Zeit zum Schreiben bedeutet aber auch mehr Zeit zum Denken, Reflektieren und Strukturieren – und das wiederum wirkt sich positiv auf unser Erinnerungsvermögen aus: Texte, die mit der Hand geschrieben werden, behalten wir mit höherer Wahrscheinlichkeit im Gedächtnis als Texte, die getippt wurden.
Schreiben optimiert die Konzentrationsfähigkeit
Das Prinzip der Achtsamkeit waltet auch beim Schreiben mit der Hand. Gehirnforscher*innen haben herausgefunden, dass Meditation sich positiv auf Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit und Konzentration auswirkt. Die Schreibmeditation ist eine Methode, bei der durch das Abschreiben von Texten Tiefenentspannung erreicht wird. Handlettering erfreut sich nicht nur aufgrund seiner ästhetischen Wirkung großer Beliebtheit. Verschiedene Techniken der Schreibmeditation finden Sie hier.
Schreiben schult die Feinmotorik
Eine Umfrage des Schreibmotorik Instituts hat ergeben, dass immer mehr Schulkinder mit Problemen wie Verkrampfung der Finger, schlechter Stifthaltung und unleserlicher Schrift zu kämpfen haben. Das Schreiben mit der Hand kann die feinmotorische Kompetenz der Finger verbessern und sollte trotz Smartphones und Tablets nicht vernachlässigt werden.
In Summe sprechen also mehr Argumente für die Handschrift als gegen sie. Vor allem ihr kultureller Wert sowie ihre verblüffende Wirkung auf Körper und Geist sollten nicht unterschätzt werden. Denn wie schrieb Goethe mit der Hand schon so schön? „Die übersandten Blätter sind mir von unendlichem Werth, denn da mir die sinnliche Anschauung durchaus unentbehrlich ist, so werden mir vorzügliche Menschen durch ihre Handschrift auf eine magische Weise vergegenwärtigt.“
Wir vom novum Verlag nehmen übrigens auch Ihre handschriftlichen Manuskripte entgegen. Alles zur Manuskripteinreichung erfahren Sie hier!

